Raesfeld – Radfahrer und Fußgänger nach Zusammenstoß verletzt
In der Nacht zum Sonntag verletzten sich ein 23-jähriger Radfahrer und ein 29-jähriger Fußgänger (beide aus Raesfeld) gegen 03.15 Uhr bei einem Zusammenstoß auf der Dorstener Straße zwischen Raesfeld und Erle.
Dabei erlitt der 29-Jährige laut Polizeibericht leichte Verletzungen. Nach Angaben des Fußgängers und dessen beiden Begleiter sei der Radfahrer ihnen auf dem gemeinsamen Fuß-/Radweg ohne Licht entgegen gekommen. Da dieser nach dem Sturz nicht ansprechbar war, wurde der Rettungsdienst informiert.
Die eingesetzten Polizeibeamten stellten fest, dass beide Unfallbeteiligten deutlich alkoholisiert waren und das Vorderlicht des Fahrrades nicht funktionierte. Im Krankenhaus entnahm ein Arzt dem 23-Jährigen eine Blutprobe.
Nadine Heselhaus aus Raesfeld möchte Landrätin im Kreis Borken werden
Kreis Borken (pd). Bei der Wahlkreiskonferenz der SPD Kreis Borken wählten die Mitglieder im Vennehof am Samstag die Raesfelderin Nadine Heselhaus zur Landratskandidatin für die kommende Kommunalwahl 2020.
Foto: SPD Kreis Borken
Sie gewann die Stichwahl gegen Birgit Schlautmann aus Velen mit 35 zu 28 Stimmen. Erste Gratulanten waren neben dem Fraktionsvorstand mit Elisabeth Lindenhahn und Gerhard Ludwig, Vorsitzender Marc Jaziorski und Ulla Schulte, MdB.
Die Meinung der Bürger ist nicht viel wert! Leserbrief von Volker van Wasen (UWG)
Vor drei Wochen wurde im Hauptausschuss der Gemeinde der Antrag der UWG Fraktion zur Änderung der Abholzeiten für die gelbe Tonne verhandelt.
Die UWG beantragte, den Abholrhythmus von 4 Wochen auf 2 oder 3 Wochen zu verkürzen. Die ersten Monate haben deutlich gezeigt, dass für viele Bürger der 4-Wochenrhytmus deutlich zu lang ist.
Der Bürgermeister äußerte direkt zum Anfang seine Verwunderung über diesen Antrag. Dem mit dem Entsorger geschlossene Vertrag wurde ja schließlich auch durch die UWG Fraktion damals zugestimmt. Dazu aber später.
Die CDU-Mehrheitsfraktion verwies in ihrem Statement darauf, dass eine Verkürzung der Leerzeiten nicht angemessen wäre. Vielmehr muss es das Ziel sein, deutlich weniger Plastikabfall zu produzieren. Der Verbraucher sollte sein Einkaufsverhalten ändern und feststellen, dass bei vielen Produkten eine Plastikverpackung nicht erforderlich sei. Außerdem könnten ggf. die Plastikbehälter vor der Entsorgung ineinander gestapelt werden. Dadurch ließe sich eine Menge Abfall einsparen.
Liebe Mitglieder der CDU-Fraktion. Natürlich muss es in unserem aller Interesse liegen, Müll zu vermeiden und ja, es ist richtig, dass viele Produkte ohne Plastikverpackung auskämen. Sollten Sie einen Weg gefunden haben, wie die Gemeinde die Discounter zwingen kann, ihre Verpackungen zu reduzieren, dann bin ich mir sicher, dass die UWG und die anderen Parteien ihnen Applaus spenden und ihren Antrag sofort unterstützen würden. Ich befürchte aber, dass auch Sie nicht die Befugnisse besitzt, dies bei den ortsansässigen Discountern und deren Zulieferern durchzusetzen.
Darüber hinaus bin ich persönlich auch grundsätzlich dafür unverpackte Ware, bzw. frische Produkte einzukaufen. Doch leider kann es sich nicht jeder finanziell erlauben seinen gesamten Einkauf im Fachmarkt zu erledigen.
Des Weiteren äußerte man, dass es nicht sinnvoll sei ein System in Frage zu stellen, dass gerade erst eingeführt wurde. Darüber hinaus würde dieses Problem nur ca. 20-30% der Mitbürger und Mitbürgerrinnen betreffen.
Die UWG hat das System gelbe Tonne nicht in Frage gestellt. Nein, wir sind nach wie vor ein Befürworter dieser Tonne. Aber es sollte doch erlaubt sein, den Abholrhythmus in Frage zu stellen. Mir, als Zuhörer der Sitzung, stellt sich auch die Frage woher die CDU die Erkenntnis hat, dass es sich „nur“ um 20-30% der Bürger handelt. Selbst wenn dem so wäre, so stellt sich hier eine weitere Frage, warum erscheint der CDU die Meinung eines Drittels der Raesfelder Bevölkerung als so unwichtig?
Die Diskussion wurde aber im weiteren Verlauf ab ad absurdum geführt. Die Mehrheitsfraktion merkte an, dass sich die Anträge stets vor einer Wahl häufen. Darunter seien auch viele unsinnige Anträge. In diese Kategorie würden sie auch diesen Antrag der UWG einordnen.
Ich persönlich (auch UWG Mitglied) empfinde es als eine Unverschämtheit der UWG vorzuwerfen, sie würde lediglich Wahlkampf mit diesem Thema betreiben. Die UWG hat in den letzten drei Jahren kontinuierlich 4-5 Anträge pro Jahr eingebracht. Es ist also nicht so, dass sich die Anträge nun kurz vor der Wahl häufen. Das eigentlich bedrückende an der Aussage ist aber, dass die Probleme von 20-30% der Raesfelder Bürger der CDU anscheinend als nicht relevant erscheinen.
Zumindest halten sie deren Bedürfnisse für, wie sagten sie so eloquent…, unsinnig.
Kommen wir zurück zum Anfang. Ja die UWG hat damals dem Vertragswerk zugestimmt. Keiner konnte schließlich wissen, wie es sich tatsächlich mit dem Müll verhält, da schlichtweg die Erfahrungen fehlten. Nun sind aber einige Monate vergangen und wir, als Ihre gewählten Vertreter (gemeint sind die Ratsmitglieder), haben festgestellt, dass der Rhythmus aber für viele Bürger deutlich zu lang ist.
Meine Erwartungshaltung an die gewählten Ratsmitglieder ist in einem solchen Fall diese, dass der Fehler erkannt, und alles versucht wird, diesen zu beheben.
Es wäre ein Zeichen der anderen Parteien gewesen, wenn man sich wenigstens dazu herabgelassen hätte sich in den angrenzenden Gemeinden zu informieren, ob dieses Problem ggf. kreisweit besteht, um dann, gestärkt mit weiteren Kommunen, das Vertragswerk zu ändern. Aber selbst zu diesem kleinen Schritt war man nicht bereit.
Erstaunlicherweise hat die CDU Velen auch dieses Problem erkannt und es in den Rat der Gemeinde Velen eingebracht. Ein Ergebnis liegt mir dazu leider nicht vor.
Uns erreichten bereits aus mehreren Gemeinden im Kreis die Nachricht über unzufriedene Bürgerinnen und Bürger.
Mir ist bewusst, dass es zu diesem Thema eine Vielzahl von Meinungen gibt.
An vorderster Front muss hier ganz klar die Müllvermeidung stehen.
Aber es darf nicht vergessen werden, dass auch dies für alle Menschen bezahlbar sein und bleiben muss. Mit einem geänderten Kaufverhalten werden wir alleine in Raesfeld leider keine Verbesserungen bei den großen Discountern herbeiführen können.
Mit einem gemischten Programm bewiesen die Raesfelder ihr Können und Vielseitigkeit auf der grünen Wiese beim „Erler Kultur Sommer“
Einen Blumenstrauß von Musik und ein Konzert der besonderen Art. Das gab es am Sonntag mit dem Hauptorchester der Raesfelder Burgmusikanten beim Erler Kultur Sommer.
ERLE. Nicht hautnah und direkt, so wie sonst erlebten die Burgmusikanten den Applaus der Besucher auf der Festwiese. Das Klatschen kam leiser als gewohnt bei den Akteuren an. Die Zuhörer klatschten hinter den Windschutzscheiben ihrer Autos.
„Muss man bei solch einer Veranstaltung eigentlich dann auch die Autos begrüßen? Es gibt ja immer Leute, die sich über etwas Beschweren, was nicht konform rüber kommt“, sagte Moderator Matthias Sümpelmann augenzwinkernd in seiner Begrüßung.
Dennoch sei die Freude für alle Musiker, hier auftreten zu können, groß gewesen, so Matthias Sümpelmann, der durch das musikalische Programm führte. „Es ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit, aber was ist heute überhaupt noch normal, so, wenn wir es kennen?“
Die neue, sogenannte Normalität sei in seinen Augen eher eine schwankende Variable, als eine Konstante. „Und an dieser Stelle ist es gut, dass wir Menschen in unserer Gemeinde haben, die solche Variablen als unternehmerische Herausforderung sehen, obgleich der eigenen Existenz geschuldet“.
Ein großes Dankeschön ging auch an Andre Wachtmeister und dem DTW Sound & Light Service, die diese Veranstaltungsreihe auf die Beine gestellt haben.
Mit einem gemischten Programm bewiesen, unter der musikalischen Gesamtleitung von Kristian Palauneck, trotz der Ausnahmesituation, die Musiker die Vielseitigkeit ihres Können – von Marsch, Polka, Walzer und Swing, oder den Dixieland-Klassiker „Just a Closer Walk with Thee“.
Ein bunter Mix und eine gelungene Mischung für Jung und Alt. Musikstücke, die, wie Sümpelmann sagte, fast an jedem Sommerwochenende in normalen Zeiten gespielt werden, auswärts sowie in der Gemeinde.
Dazu gehörten Heimatlieder, wie das Bozener Bergsteigerlied. Bekannt auch als die heimliche Nationalhymne der Südtiroler, bis hin zu Ernst Mosch und das Stück „Wir sind Kinder von der Eger“, bis hin zum „Böhmischen Traum“, dass Lieblingslieder der Erler Schützen, die sich über diese Einlage auf ihrem Planwagen mächtig freuten.
Hitzige Debatte im Rat – UWG stellte Antrag für ein Corona-Hilfsprogramm zur Linderung der Not in der Gemeinde
Die Summe von 560.000 Euro stellte die UWG in ihren Antrag an die Gemeindeverwaltung bei der letzten Ratssitzung vergangene Woche in Raum.
Sie hätte gerne ein Corona-Hilfsprogramm zur Linderung der Not der Bürger gehabt. Laut Wolfgang Warschewski (Fraktionsvorsitzender UWG) könne sich die Gemeinde das nach den „guten Jahren“ 2012 bis 2019 leisten, so Warschewski. Die UWG ist der Auffassung, dass die Gemeinde Raesfeld hier eine Verpflichtung habe, ein lokales Hilfsprogramm zur Linderung der Not der Bürger, der Selbstständigen und der Betriebe aufzulegen.
Alle Sparmaßnahmen über Bord werden
Das sah die CDU-Fraktion bei ihrer letzten Sitzung jedoch ganz anders. Und auch Bürgermeister Andreas Grotendorst betonte in seiner Stellungnahme, warum die Verwaltung einen Hilfsfonds für Coronaschäden in der Gemeinde Raesfeld aktuell nicht für sinnvoll hält. Er verhehlte auch nicht, dass ihn dieser Antrag sehr nachdenklich gemacht und er sehr lange darüber nachdacht habe.
Fakt jedoch sei, so Grotendorst, dass, was die Gemeinde sich in den letzten Jahren erarbeitet habe, nicht so einfach mal so „über Bord“ geworfen werden könne. Geld aus Förderprogrammen sei das Prinzip in den letzten Jahren gewesen, welches auch dazu beigetragen habe, dass die Gemeinde seit 25 Jahren schuldenfrei sei.
Keine Zielvorgaben für Verwendung
Besonders, was die hohe Summe von 560.000 Euro anbelange, fehlen dem Bürgermeister im Antrag der UWG klare Zielvorgaben für die individuelle Verwendung. „Ich kann nicht mit der Gießkanne mal eben Beruhigungstropfen verteilen, sondern wir müssen ein System finden, wenn wir Geld verteilen, so dass wir am Ende dann auch jedem bei der Verteilung gerecht werden können“. Damit verwies er auf die von der UWG angeregten Gutscheine, die in der Gemeinde verteilt werden sollen. „Wir können doch nicht auf einmal so viel Geld auf den Tisch legen, ohne überhaupt zu wissen, wo die Reise noch hingeht.“
Mit Blick auf die Verteilung gebe es derzeit auch keine Zielvorgabe der UWG, wer eigentlich einen Gutschein erhalten solle. Unterstützung habe es vom Bund und Land in Zeiten der Coronakrise gegeben.
Eine Summe von 20.000 Euro zur Unterstützung eventuell für ehrenamtliche Arbeit, hätte er sich noch vorstellen können.
Ausgleichsrücklagen ist kein Sparstrumpf
Darüber hinaus glaube Grotendorst nicht, dass Corona vorbei sei, deshalb hätte die Zielsetzung konkreter gemacht werden müssen. Mit Blick auf die Summe setzte Grotendorst hinzu, dass das Geld, was die UWG für ihr Hilfeprogramm gerne hätte, aus den Ausgleichsrücklagen der Gemeinde komme. Und diese seien nicht der „Sparstrumpf“.
Ebenfalls verwies Grotendorst darauf, dass in den letzten Wochen der Coronakrise noch kein Bürger an die Gemeinde herangetreten sei und um Hilfe gebeten habe.
Provokation
Johannes Lülf (UWG) warf ein, dass die Gemeinde sich Gedanken machen müsse, um eben solche Notfälle zu vermeiden. Die Summe, so Lülf, sei nur „provozierend“ von der UWG in den Raum geworfen worden.
Energisch widersprach Hans-Dieter Strothmann (CDU) die Aussage von Lülf. „Mit Steuergeldern gibt es nichts zu provozieren. Das ist Geld der Bürger“. Außerdem sah auch Strothmann, diese Summe von 560.000 Euro mal so in den Raum zu stellen, ohne klare Verwendung, als maßlos, übertrieben und verantwortungslos an.
Bernhard Bölker machte klar, dass man erst einmal schauen muss, was in den nächsten Monaten noch erforderlich ist. „Es ist jetzt nicht die Zeit, um Freibier zu verteilen“.
Arno Gödde (Grüne) betonte, dass der Hilffond für besondere Härtefälle zu sehen sei, wo die Gemeinde die letzte Distanz sei, wenn bei Bedarf niemand dafür geradestehe. André Olbing (CDU) bezeichnete den UWG-Antrag einfach nur als „sehr fantasievoll“.
Letztendlich konnte auch die Frage, wer eigentlich bedürftig sei, nach einer hitzigen Diskussion nicht geklärt werden. Bei der Verteilung müsse jeder Bürger gleich behandelt werden und somit einen Gutschein erhalten. „Ich tue mich mit dem Gutscheinsystem schwer und halte ihn für bedenklich, denn dann muss jeder, auch derjenige, der nicht bedürftig ist, wie ein Bürgermeister, einen Gutschein bekommen“, so Grotendorst.
Der Antrag wurde mit großer Mehrheit vom Rat abgelehnt.
Coronavirus-Großtestungsaktion in fleischverarbeitenden Betrieben: Auch in Schöppingen keine positiven Befunde. Fortsetzung der Aktion am Montag bei Unternehmen in Ahaus-Alstätte und Legden
Kreis Borken/Schöppingen. Genauso zügig wie am Freitag die beiden Einsatzteams des DRK-Kreisverbandes Borken unter Leitung von Jürgen Rave bei der Coronavirus-Großtestung der Mitarbeiter von jeweils zwei fleischverarbeitenden Betrieben in Bocholt und Schöppingen gearbeitet haben, ging nun am Wochenende das Untersuchungslabor in Münster vor.
Bereits Samstag am späten Nachmittag hatte es die Rückmeldung gegeben, dass alle 161 Abstrichproben der beiden Bocholter Betriebe negativ waren. Heute Samstagmittag kam nun der Befund für die beiden Schöppinger Betriebe beim Kreis Borken an.
„Alle 332 dort genommenen Proben sind ebenfalls negativ“, teilt Landrat Dr. Kai Zwicker sehr erfreut mit. „Unsere Strategie, sofort und umfassend zu handeln, hat sich wieder bewährt“, so der Landrat. „Wir haben damit immer rasch Klarheit und können erforderlichenfalls sofort Gegenmaßnahmen einleiten, um Infektionsketten zu vermeiden.“
Am Montag (22.06.2020) folgt nun die Testung der Belegschaften von zwei Betrieben in Ahaus-Alstätte und einem Betrieb in Legden. Anlass für die Großaktionäre des Kreises Borken ist das Infektionsgeschehen bei der Firma Tönnes im Kreis Gütersloh.
„Chansons und Leidenschaften“ – Bürgerstiftung Westmünsterland lädt Senioren zum Gartenkonzert
RAESFELD. Erinnerungen an schöne Stunden weckten „Miry & Gentlemen“ am Samstagnachmittag bei den Senioren im Haus St. Martin. „Französische Chansons und andere Leidenschaften“ lautet das Motto ihres Gartenkonzertes, dem – mit gebührendem Abstand – neben den älteren Frauen und Männern auch einige jüngere Gäste aus der Nachbarschaft und den Familien lauschten.
„Miry & Gentlemen“ gaben ein Gartenkonzert im Seniorenhaus St. Martin in Raesfeld. Foto: Bürgerstiftung Westmünsterland
„Miry“ (Miryam Stober) und ihre Reisebegleiter – Peter Risthaus (Gitarre), Ulrich Ingenbold (Cajon) und Christoph Berghorn (Klavier) –nahmen dabei ihr Publikum im Alter von einem bis 101 Jahre mit in die Jazz- und Beatkeller der 1920er und 1930er Jahren sowie in die Stadt der Liebe. Und auch ins Ritz, das Fred Astaire ebenso wie Robbie Williams besungen hat, verwandelten sie für einen Moment musikalisch den Garten des Seniorenhauses. „Oh, What a Wonderful World“ waren sich Zuhörer und Musiker nach gut 60 Minuten mit dem Louis Armstrong-Klassiker einig.
Künstler fördern – Senioren erfreuen
„Lieder, die zu Herzen gehen“, freute sich Hausleiterin Anne Eversmann über diesen abwechslungsreichen Sommernachmittag, der nach den coronabedingten Einschränkungen der vergangenen Wochen allen gut getan habe. Ermöglicht wurde das Gastspiel des Quartetts von der Bürgerstiftung Westmünsterland mit Unterstützung der Volksbank Raesfeld.
Es war Teil der Reihe „Künstler fördern – Senioren erfreuen“. Mit dieser möchte die Bürgerstiftung Westmünsterland in Zeiten der Corona-Pandemie Künstlern aus der Region eine Bühne geben und gleichzeitig Senioren ein wenig Abwechslung verschaffen. Weitere Veranstaltungen in Einrichtungen im Kreis Borken sind geplant.
Zur weiteren Finanzierung freut sich die Bürgerstiftung Westmünsterland auch über Spenden. Die IBAN des Spenden-Kontos bei der Sparkasse Westmünsterland lautet: DE73 4015 4530 0035 0384 39 – Stichwort: Senioren-Freude.
Gemütlich – ländlich – stimmungsvoll. Erste Treckerdisco auf der Schützenfestwiese in Erle im Rahmen des „Erler Kultur Sommers“
„Schatzi ich hol dich mit dem Trecker ab“. Bei der ersten Treckerdisco am Samstagabend rollten etwas außergewöhnlichere Fahrzeuge mit mächtig viel PS unter der Haube auf die Erler Festwiese an, als wie gewohnt.
Erle. Ein ungewöhnliches Bild. Disco hinter der Windschutzscheibe war diesmal nicht das Motto, sondern eher ein Discoabend auf der grünen Wiese neben der Autoscheibe, in diesem Fall neben dem Trecker oder Schlepper. Dabei auch König Ewald. Er reiste mit einer übergroßen Blechkutsche, sprich einem Häcksler aus Alpen und ohne Krone auf dem Dach, an.
Was den Sound, aufgelegt von DJ Michael Sanders, anbelangte, war es eher ruhig. Nicht lautstark durch die Radioboxen knallten die Bässe, sondern eher schon fast leise waren die Hits, zu hören. Bis die Besucher allerdings so richtig in Fahrt und Schwung kamen, brauchte es an diesem Abend schon etwas mehr „Dieselstoff“und Nebelschwaden in der Nacht.
DJ Christian Sander und Heike aus Borken. Diesmal als Gast.
Pünktlich um 24 Uhr hieß es dann: auf Wiedersehen. Ein letztes Mal bei der Rückfahrt durch die Felder Richtung Schermbecker Straße ließen es einige dann einige Treckerfahrer noch einmal so richtig „krachen“. Unter lautes Gehupe traten sie ihren Rückzug an. Ein kurzes Spektakel, bis dann Nachteule und Kautz den nächtlichen Sound übernahmen.
Der Rhader Frauenstammtisch „Ziemlich beste Freunde“ beteiligen sich an der Gründung und haben ebenfalls Anteile gezeichnet.
Der Rubel rollt, oder besser gesagt: Immer mehr Leute haben in den letzten Tagen bereits eine Absichtserklärung für die geplante Bürgergenossenschaft für ein Dorfgemeinschaftshaus in Erle unterzeichnet.
Wir sind dabei, kann diese Gruppe bereits sagen.
Bereits am Freitag kamen zahlreiche Erler, Raesfelder und sogar ein Niederländer aus Wehl auf den Parkplatz vor dem Edeka-Markt zur Ape, um sich weitere Informationen zur Bürgergenossenschaft zu holen. Eingeladen zu Freibier hatte die Initiativgruppe „Wir-in-Erle“.
Es herrschte eine regelrechte Aufbruchsstimmung. Sogar Wetten wurden darüber abgeschlossen, wieviele Leute mittlerweile gezeichnet haben. Die erste „Wasserstandsmeldung wird in den nächsten Tagen kommen.
Ein Erler unterzeichnete gleich mehrere Anteile, nicht nur für sich, sondern für seine Kinder und Enkelkinder. Neu im Boot ist seit Samstag auch der Rhader Frauenstammtisch „Beste Freunde“. Sehr zur Freude von Bürgermeister Andreas Grotendorst. „Es läuft heute Abend hier super“.
Freibier für alle bei der ersten Ape-Aktion am Freitagabend.
Wie wichtig ist eine Dorfkneipe mit Blick in die Zukunft für Erle: Wir haben uns mal umgehört.
Manfred Gerbersmann als Dorfkind: „Ich finde es eine tolle Sache, vor allem ist es etwas für unsere Jugend.
Jörg Wachtmeister: Wenn wir keine Dorfkneipe mehr haben, dann fehlt uns was, denn eine Dorfkneipe gehört einfach zu Erle dazu. Wir gehen immer nach Arno, egal ob für schöne Feiern oder andere Festlichkeiten“.
Ziemlich beste Freunde aus Rhade sind mit im Boot!
Arno Brömmel: Ein Dorfgemeinschaftshaus ist insofern wichtig auch für die Gemeinschaft. Wir brauchen einen Treffpunkt“.
König Ewald: Wir brauchen ein Dorfgemeinschaftshaus. Alleine schon für unsere Schützenfestfahne. Sollen wir die denn irgendwann mal mit nach Hause nehmen?“.
Ralf Steiger: Ohne eine Kneipe, oder Dorfgemeinschaftshaus wird wenig Leben im Dorf sein. Wir haben alles vor Ort, angefangen vom Ärztehaus, Bank, Apotheke und Supermarkt, aber, wenn wir keine Kneipe haben, wenn wird es nichts mehr geben, wo die Menschen zusammenkommen können, um schön zu feiern. Was ist dann noch im Dorf los?“
Nicht bares für Rares, sondern für ein Dorfgemeinschaftshaus von den Damen aus Rhade.
Aber auch weitere gestandene Männer aus Erle, auch Neubürger die im Betreutem Wohnen leben, gebürtig aus Essen, sind sich sicher: Erle braucht eine Kneipe.
Herbert Meyer, Dauergast bei Arno und ehemaliger König: Für den sozialen Zusammenhalt alleine ist das schon wichtig, dass die Erler auch zukünftig eine Dorfkneipe haben.
Gerd Henke: Ich bin 10.000prozentig davon überzeugt, dass Erle eine Kneipe braucht. Bin ja deshalb auch ins Dorf gezogen. Wenn einmal eine Dorfgaststätte weg ist, wäre das für mich der Untergang“, fügte Henke lachend hinzu.
Manfred Gerbersmann und König Ewald gehören mit zu den Gründern.
Fakt ist, jeder kann erst einmal mit einem Anteil von 300 Euro anfangen, und dann in den kommenden Wochen noch nachzeichnen. Vielleicht sollten aber auch nicht nur die Ehemänner die Absichtserklärungen unterzeichnen, um damit Gründungsmitglied zu werden. Ehefrauen haben gleiches Stimmrecht und kommen somit auch später in den Genuss von Freibier bei den jährlichen Versammlungen.
Wer seine Absichtserklärung auf der Internetseite runtergeladen hat, kann diese, nachdem er sie unterschrieben hat, wieder einscannen und auch per Mail versenden an: [email protected]
Am Freitag wurden erneut vorsorgliche Testungen auf das Coronavirus in fleischverarbeitenden Betrieben in Bocholt und Schöppingen durchgeführt.
Bei 493 Personen wurden Proben genommen. Fortsetzung am Montag in Ahaus-Alstätte und Legden
Kreis Borken. Landrat Dr. Kai Zwicker zeigt sich sehr zufrieden mit dem Start der von ihm veranlassten Coronavirus-Testung der Mitarbeiter fleischverarbeitender Betriebe im Kreis Borken: Heute konnten die beiden, zusammen 18 Kräfte umfassenden Einsatzteams des DRK-Kreisverbandes unter Leitung von Jürgen Rave in zwei Bocholter und zwei Schöppinger Betrieben bei insgesamt 493 Personen Proben nehmen.
Am Montag folgen die Testungen in zwei Betrieben in Ahaus-Alstätte und einem Betrieb in Legden. Anlass für die Großaktion ist das Infektionsgeschehen bei der Firma Tönnies im Kreis Gütersloh.
Die Proben werden nun in einem Labor in Münster analysiert. Anfang der kommenden Woche ist mit den Ergebnissen zu rechnen.
In den Sommerferien wird der Parkplatz an der Freiheit24 zur Kulturterasse! Genießen Sie im Schatten des Raesfelder Wasserschlosses ein breit gefächertes Unterhaltungsprogramm auf einem extra hergerichteten Veranstaltungsgelände.
Open Air jeden
Donnerstag 17 – 22 Uhr
Freitag 17 – 22 Uhr
Samstag 13 – 22 Uhr
Sonntag 12 – 21 Uhr
Biergartenquiz
Das beliebte Kneipenquiz wird zum Biergartenquiz und findet am 2. und 30. Juli statt. Am 16. Juli gibt es das Quiz als Harry-Potter Special. (Teilnahmegebühr: 5,00 €, gerne mit Voranmeldung.)
Weitere Highlights
Jeden Sonntag Unterhaltung mit westfälischer Blasmusik
Freitags- und Samstags mit musikalischer Unterhaltung
Insgesamt 19 Personen stellten sich für die 14 Wahlbezirke in der Gemeinde zur Wahl. Acht Bezirke in Raesfeld, einer in Homer und fünf in Erle.
Der CDU Gemeindeverband Raesfeld-Erle Homer stellt für Kommunalwahl im September auf.
Dazu hatte der CDU-Gemeindeverband am Mittwoch zur Mitgliederversammlung in der Betriebshalle des Catering-Unternehmens von André Wachtmeister eingeladen. Grund für den außergewöhnlichen Ort war, dass die erforderlichen Abstände eingehalten werden mussten. Die Wahlleitung hatte Markus Jasper vom CDU Kreisverband Borken.
61 Stimmberechtigte nahmen an der Versammlung teil. Dr. Sarah Gößling, die Vorsitzende des Gemeindeverbands, freute sich über diese Beteiligung. Es sei schön, dass so viele die Kommunalwahl wichtig fänden und trotz der Coronavirus-Pandemie zum Gemeinde-Parteitag gekommen seien.
Neue Kandidaten in Erle
Bei der Nominierung wird es mit Stephan Elfering (Bezirk 10), Arno Brömmel (11), Bärbel Unnebrink (13) sowie André Wachtmeister als Direktkandidat in Erle für den Wahlbezirk 14 eine Veränderung geben. Erneut für Erle wurde Wilfried Theis (Bezirk 12) nominiert.
In Raesfeld gewählt wurden: 1. Karl-Heinz Tünte, 2. Ralf Kock, 3. Benedikt Limberg, 4. Dr. med. Sarah Gößling, 5. Arno Berning, 6. Hans-Dieter Strothmann, 7. Dietmar von Berswordt, 8. Bernhard Bölker und Homer 9. André Olbing.
In den Pausen zwischen den Auszählungen stellte Bürgermeister Andreas Grotendorst die geplante neue Erler Ortsmitte mit dem Dorfgemeinschaftshaus vor. Martin Tesing, der Bürgermeisterkandidat der CDU und Erste Beigeordnete der Gemeinde, erläuterte das Dorfentwicklungskonzept, das sich auf die gesamte Kommune bezieht, und stellte die anstehenden Bauvorhaben vor.
Glückwünsche zur Geburt von Baby Enno überreicht die Vorsitzende Dr. Sarah Gößling an André Wachtmeister in der Zählpause. Foto: Petra Bosse
Am Freitag, 19. Juni gibt es ab 17.00 Uhr auf dem Parkplatz des Erler Edeka-Marktes Informationen zur Bürgergenossenschaft Erle.
Gemeinsam lädt die Initiativgruppe „Wir-in-Erle“ bei erfrischenden Getränken Interessierte ein, sich an der Ape in lockerer Atmosphäre über die geplante Genossenschaftsgaststätte und den neuen Erler Dorfmittelpunkt auszutauschen. Im Übrigen besteht auch die Gelegenheit Absichtserklärungen zum Beitritt in die Bürgergenossenschaft Erle abzugeben.
Bürgermeister Andreas Grotendorst. Foto: André Elschenbroich
Bevölkerungszahl ist deutlich gewachsen und befindet sich auf neuem Höchststand
371.339 Menschen weist die jetzt veröffentlichte Statistik von IT.NRW zum 31.12.2019 aus
Kreis Borken (pd). Im Kreis Borken lebten zum Stichtag 31.12.2019 genau 371.339 Einwohnerinnen und Einwohner. Das besagt die Zahlen-Aufstellung, die IT.NRW als Statistikbehörde des Landes NRW jetzt herausgegeben hat.
Landrat Dr. Kai Zwicker kann folglich konstatieren: „Damit ist die Bevölkerungszahl in unserem Kreis gegenüber dem Vorjahr um 663 Personen gewachsen und befindet sich auf einem neuen Höchststand.“ Am 31.12.2018 waren es 370.676. Zum Vergleich: Am 31.12.2011 gab es im Kreis Borken 364.093 Einwohnerinnen und Einwohner.
Die weiteren Zahlen zur Bevölkerungsstatistik – auch der Kommunen im Kreis Borken – nennt die beigefügte Aufstellung.
Egal, ob Bauerngarten, Schwimmteich, Stauden oder exotische Pflanzen – neue Ideen kann jeder Gartenfreund gut gebrauchen
Viele warme Frühlingstage in den vergangenen Wochen haben die Pflanzen in den Gärten zur Hochform auflaufen lassen. Alle Stauden, Rosen und Kübelpflanzen genießen dieses Wetter und haben den Hobbygärtnern ein extra üppiges Wachstum beschert.
Passend dazu, haben sich erfreulicherweise die Lockerungen in der Coronazeit soweit positiv entwickelt, dass die Raesfelder Gartentage am kommenden Wochenende (20. und 21.06.2020) unter Einhaltung der allgemein gültigen Hygienemaßnahmen und Vorschriften stattfinden können.
Garten Baumeister Raesfeld
In der Zeit von 11 – 18 Uhr können Gartenliebhaber somit „fast wie gewohnt“ durch verschiedene private Gärten und Anlagen spazieren, sich mit anderen Gartenliebhabern austauschen, mit Gleichgesinnten fachsimpeln, Eindrücke mitnehmen oder einfach nur genießen, was in unterschiedlichen Gartenecken so alles entdeckt werden kann. Auch auf so manche neue Überraschung kann man beim Besuch in kleinen und großen Gartenparadiesen gespannt sein.
Palmengarten Herden Schermbeck
Egal, ob Bauerngarten, Schwimmteich, Stauden oder exotische Pflanzen – neue Ideen kann jeder Gartenfreund gut gebrauchen, um sie im eigenen Gartenreich umzusetzen. Ideenklau ist an diesem Tag nicht verboten, sondern gerne gesehen.
In Zusammenarbeit mit dem Ortsmarketing Raesfeld öffnen in diesem Jahr folgende Privatgärten ihre Gartenpforte in der Zeit von 11-18 Uhr. Einige Gärten haben nur Sonntag geöffnet.
Eine Friedensbotschaft aus dem Münsterland zieht in die Welt.
Zu Pfingsten war es soweit. Die Lämmer zogen zu ihren Paten um. Dazu gehört auch Ursula Weiß in Raesfeld.
Eine Friedensbotschaft aus dem Münsterland zieht in die Welt. „Alle sind gleich. Jeder ist wichtig. Worte verwehen, Taten vergehen, aber die blauen Lämmer bleiben. Gerade in unserer jetzigen Zeit ist es wichtig, Zeichen zu setzten“, so Ursula Weiß aus Raesfeld.
Patin Ursula Weiß aus Raesfeld. Foto: privat
Das blaue Friedenslamm genannt Otto mit der Nummer 20 aus der letzten Münsterländer Friedensherde hat in Raesfeld bei Ursula Weiß seine neue Heimat gefunden. Im vorigen Jahr kam erstmalig ein Friedenslamm nach Raesfeld. Nun ist es nicht mehr allein. Die Heilpraktikerin Ursula Weiß hat für dieses Lamm, Otto, die lebenslange Patenschaft übernommen. Das blaue Schaf kann nach Vereinbarung und unter Einhaltung der aktuellen Corona-Vorschriften, während der Öffnungszeiten der Naturheilpraxis Weiß auf der Von-Galen-Str.39 in Raesfeld besichtigt werden.
„Als ich voriges Jahr das blaue Friedenslamm Jack auf dem Hof Südholt sah, begeisterte ich mich sofort für die Idee die dahinter steckt. Der Frieden in der Welt beginnt im Kopf und im Herzen jedes Einzelnen. Das möchte ich durch äußere Zeichen gerne sichtbar machen. Als Heilpraktikerin bin ich der Natur sehr verbunden und für ein friedliches Miteinander von Mensch, Tier und Natur“, so Weiß. Noch am selben Tag bewarb sie sich um eine Patenschaft und hatte Glück. Sie erhielt eines der letzten Generation der 600 Friedenslämmer. Wie wichtig und unterstützend die Botschaft der Friedenslämmer gerade jetzt zu Corona-Zeiten ist, sei ihr damals noch nicht bewusst gewesen. Umso mehr freute sie sich, dass sie nun diesem Lamm ein neues Zuhause geben kann. „Es steht für mich für die Gleichheit aller Menschen und der individuellen Wichtigkeit jedes Einzelnen. Das durften wir in den letzten Pandemie – Monaten deutlich erfahren“.
Tödliche Verletzungen hat ein Motorradfahrer am Dienstag in Borken bei einem Unfall erlitten.
Der 20-Jährige war gegen 15.00 Uhr auf der B67 in Richtung Borken unterwegs. Nach ersten Erkenntnissen war er kurz vor der Abfahrt zur B70 in Schlangenlinien gefahren, auf die Gegenfahrbahn geraten und mit dem entgegenkommenden Lkw eines 42-jährigen Stadtlohners zusammengeprallt.
Der Borkener verstarb noch an der Unfallstelle. Die B67 bleibt für die Dauer der Unfallaufnahme voll gesperrt.
Wir in Erle – Ich werde Bürgergenosse. Dieses Thema wird die Erler in den nächsten Monaten beschäftigen.
Genosse werden bedeutet, nicht sponsern, sondern das Geld von der linken, in die rechte Tasche parken. Oder anders ausgedrückt: Statt unter dem Kopfkissen, im Schließfach oder auf einem Sparbuch ohne nennenswerte Zinsen und Erträge vor sich hindümpeln zu lassen und auf Dauer mehr Inflationsverluste zu haben als Gewinn, dann lieber in die Genossenschaft um zuparken und Gründer werden.
Herzensangelegenheit
Das neue Erler Projekt – ein Dorfgemeinschaftshaus mit Gastronomie, Saal, Dorfplatz und Anbindung an die weiteren geplanten Projekte im Rahmen des Dorferneuerungsprojektes – ist eine Herzensangelegenheit von Bürgermeister Andreas Grotendorst. „Ich bin Erler und möchte es noch in meiner Amtszeit hinbekommen. Ich empfinde das Projekt als einen großen Glücksfall, denn wer hat so etwas denn überhaupt schon gemacht?“ Und genau so ist es. Dieses Projekt wird, wenn es wirklich klappt, wovon die Initiatorengruppe überzeugt ist, einmalig in Deutschland sein. Deshalb werde sich die Gemeinde auch mit einem großen Anteil daran beteiligen, fügte Grotendorst hinzu.
Bürgermeister Andreas Grotendorst schaut positiv auf die nächsten drei Monate. Foto: Petra Bosse
Bürgergenossenschaft – Ehrgeiziges Projekt
Ehrgeizig können die Pläne der Planer und der Initiatoren schon genannt werden. Immerhin müssen für die Umsetzung, sprich Finanzierung des Baus rund 2,0 Mio. Euro, mehr wäre besser, aufgebracht werden. Dafür soll nun eine Genossenschaft gegründet werden, wo jeder Bürger mit dem Erwerb eines Anteils ab 300 Euro Mitbegründer werden kann.
Viel interessanter jedoch ist der Zeitplan: Bis Ende August muss das Geld, um den Plan zu verwirklichen, zusammen sein. Die Volksbank baut, André Wachtmeister wird der neue Pächter und Betreiber sein. Arno Brömmel träumt davon, der langfristig gesehen seinen Gasthof abreißen möchte, dann in dem genossenschaftlichen Dorfgasthof angestellter „Kranführer“ zu sein, getreu dem Motto: einmal Wirt, immer Wirt.
Gebaut werden soll der Dorfgasthof und der Dorfplatz mit Wasserfontäne und Außengastronomie auf dem Hof von Johannes Böckenhoff. Er hat dafür einen Teil seines Hofgeländes von rund 1800 qm an die Gemeinde im Erbbaurecht für den Dorfplatz und Bürgergenossenschaft verkauft.
Johannes Böckenhoff möchte nicht in einem Schlafdorf leben. Foto: Petra Bosse
Erle soll kein Dorf ohne Dorfkern werden
Damit möchte Böckenhoff mit Blick in die Zukunft etwas für sein Dorf tun. Es fiel ihm, wie er sagte, nicht leicht. „Aber ich möchte, dass es in Erle weitergeht und nicht, dass Erle ein Straßendorf ohne Dorfkern wird“. Und auch Martin Tesing verglich die Zukunft von Erle ohne Dorfgasthof mit Marbeck oder Rhade. „Ein Ort, wo man durchfährt und nicht weiß, wo der eigentliche Dorfkern ist“.
Bürgermeister Andreas Grotendorst (l.) enthüllt das Geheimnis. Dabei waren Martin Tesing, Erster Beigeordneter, Johannes Böckenhoff, Arno Brömmel, André Wachtmeister, Michael Weddeling und Ralf Steiger, Voba Erle, Alexandra und Dirk Böckenhoff v. r. Foto. Petra Bosse
Mit Blick auf die zahlreichen Besucher in Erle, besonders in der Kornbrennerei von Alexandra und Dirk Böckenhoff und dem geplanten Bed & Breakfast Hotel im ehemaligen Wohnhaus, sei es doch nur von Vorteil, so Grotendorst, dass, wenn die Touristen und Gruppen hier schon übernachten, dann auch einen Ort zum Essen und Trinken vorfinden. Geplant sind bei Dirk Böckenhoff zwölf Zimmer Richtung Kirchplatz. Die Gewerbe für den Umbau werden bereits vergeben. Einen weiteren Blick wirft Grotendorst Richtung Radwegevernetzung Münsterland, der demnächst auch bis nach Dorsten längst der B224 führt. Dadurch werde Erle noch mehr ein strategischer Ausflugsort für viele Radfahrer, die hier ein Päuschen einlegen möchten.
Martin Tesing sieht in dem Bau des Dorfgemeinschaftshauses eine große Chance für Erle. Foto: Petra Bosse
Dörfler brauchen ihre „Kneipe“
Lässt man mal die Touristen und Auswärtigen mal außen vor, dann gibt es immer noch die Erler, Raesfelder und Menschen aus den Nachbargemeinden. Im Saal von Brömmel-Wilms fanden in den letzten Jahrzehnten nicht nur Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen statt. „Früher hatten wir zwei bis drei Hochzeiten die Woche“, so Arno Brömmel. Der Saal war aber auch in all den Jahren die „Bühne“ für großes und kleines Theater. Angefangen von der EAV, Kleinkunstbühne, Karneval, Vereine, Generalversammlungen, plattdeutsches Theater, Frauen- und Seniorengemeinschaften. Alles tummelte sich im „schönen Saal“ von Brömmel-Wilms. Bis heute ist die „Kneipe in unserer Straße“ der Treffpunkt für alle, die Gemütlichkeit, ein geselliges Beisammensein mit Freunden und Cliquen lieben. Selbst die ehrwürdige „Schützenfahne“ hat dort ihren festen Platz.
Gastwirt Arno Brömmel möchte zukünftig nur noch „Kranführer“ im Dorfgemeinschaftshaus sein. Foto: Petra Bosse
Förderprogramm Dorferneuerung
Einmal hin alles drin – so könnte auch das Motto des ehrgeizigen und in Deutschland einmaligen Projektes heißen: Gleichzeitig soll die Schermbecker Straße in der Ortsmitte beruhigt werden, der Kirchplatz wird komplett neu gestaltet, das Gelände rund um die Femeiche ebenfalls. Im Herbst startet der zweite Bauabschnitt am altenbetreutem Wohnen der Caritas für eine 12-köpfige Demenzgruppe. Um die bekannten Parkplatzprobleme im Dorf entgegenzuwirken, werden 40 neue Parkplätze sowie drei E-Ladestationen auf der ehemaligen Apfelwiese hinter der Volksbank entstehen. Wenn der Dorfplatz entsteht, hat Erle eine regionale, dörfliche Funktion zur Weiterentwicklung mit Ärztehaus, Apotheke, EDEKA-Markt und Banken.
Der großzügig angelegte Dorfplatz bietet nicht nur für Außengastronomie Platz. Hier können zukünftig unter anderem Schützenparaden abgehalten werden. Sitzen und Leute kucken bei schönem Wetter.
André Wachtmeister wird Pächter des Dorfgemeinschaftshauses in Erle. Foto: Petra Bosse
Saal bietet viel Platz
Der Saal ist multifunktional geplant mit Bühne und Plätze für rund 210 Personen. Der Eingang ist nur gegenüber der Volksbank. Dort wird auch die Raucherecke stationiert.
Dort, wo die alte Scheune stand, plant Böckenhoff ein Wohnhaus mit elf Wohneinheiten und mit Tiefgarage: Wichtig sei besonders, dass auch hier der Scheunencharakter erhalten bleibt und die Lärmemissionen vom Gutachter als positiv beschieden wurde. Die Schlafräume sind so abgestimmt, dass alle vom Dorfplatz abgewandt sind. Selbst die Lüftungsanlage ist auf das Dorfgemeinschaftshaus optimiert und aufeinander abgestimmt.
Ich bin Genosse. Was gibt es dafür?
Was gibt es für die Genossen? Keine Dividende, erstmals, so Michael Weddeling, Vorstand Volksbank Erle, der diesen Bau als einmalige Chance für Erle sieht.
Statt Dividende haben aber die Genossen dafür gesorgt, dass das kulturelle Leben, die Dorfgemeinschaft, mein Dorf, meine Kneipe weiterhin bestehen bleibt.
Freuen dürfen sich die Gründungsmitglieder aber dann einmal jährlich auf die jährliche Mitgliederversammlung mit Freibier. Als Starter-Paket erhält jeder darüber hinaus ein Erler Sixpack mit einem Fläschchen Gründergeist von Böckenhoff und eine Anstecknadel, welche die außergewöhnliche Form von Erle darstellt sowie eine Mitgliedsurkunde. Nur eins wird es nicht geben: Keinen Unterschied zwischen Großinvestoren oder ob jemand nur einen Anteil zeichnet.
Insgesamt braucht es ins insgesamt 6666 Anteile á 300 Euro, um dieses Projekt zu verwirklichen. Nicht in einem halben Jahr, sondern am besten gestern.
Alle weitere Infos rund um Gründung, Fragen und warum, und wesehalb auf der Interseite. Hier gibt es auch eine Absichtserklärung für die bürgergenossenschaft Erle eG zum download.
Wir in Erle – Projekt Dorfgemeinschaftshaus – Gründung einer Bürgergenossenschaft
Erle. Idealismus, Herzblut und Heimatliebe bringen die Beteiligten schon mit. Ihr großes Ziel: Ein Dorfgemeinschaftshaus für Erle. Kostenpunkt: 2 Millionen Euro. Das Geld soll mithilfe der Bewohner und Bürger zusammenkommen. Genauer: Mit der Bürgergenossenschaft Erle eG.
Das Besondere daran: Jeder kann sich beteiligen und selbst Gründer werden. Mit einem Mindestbeitrag von 300 Euro.
Bürgermeister Andreas Grotendorst rechnet durch: Wenn sich 6.666 Menschen mit dem Mindestbetrag eintragen, hat die Gemeinde Erle/Raesfeld das Geld zusammen. „Einen Plan B gibt es nicht“, betont er.
Was ist geplant?
Das Projekt ist auf dem Gelände rund um den Dorfkern geplant. Johannes Böckenhoff hat sein Grundstück an die Gemeinde Raesfeld/Erle mit einem weinenden Auge verkauft. Doch zugleich freut er sich, dass hier ein neuer Mittelpunkt für das Dorf entstehen soll. Ein Ort, der immer belebt ist und Menschen zusammenbringt.
Geplant ist im Rahmen des Dorfentwicklungskonzeptes der Bau eines neuen Dorfhauses durch eine Bürgergenossenschaft, ein neuer Dorfplatz, ein Mehrfamilienhaus und die Verkehrsberuhigung der Schermbecker Straße im Dorfkern von Erle. Dazu soll ein weiterer Parkplatz hinter der Volksbank geschaffen werden.
Dorfentwicklungskonzept Erle 2020 – 2025
Dorfgemeinschaftshaus in Erles Mitte
Der Dorfkern von Erle soll mit der neuen Mitte auf dem Hof von Johannes Böckenhoff ein neues Gesicht bekommen. Es ist ein einmaliges Projekt in Deutschland. So stellte er mit den Beteiligten das Konzept hinter dem Motto „Wir in Erle – Unser Dorf hat Zukunft“, am Dienstagvormittag vor.
Weiter stehen an die Umgestaltung des Femeichen-Geländes, Altengerechtes Wohnen am Kirchplatz. Geplant ist ebenfalls ein Bed & Breakfast Hotel im ehemaligen Wohnhaus der Brennerei Böckenhoff.
Am Dienstag wurde offiziell das Bauschild auf dem Hof von Johannes Böckenhoff enthüllt.
Arno Brömmel hört auf
Hintergrund ist auch der, dass Arno Brömmel sich aus seiner Gaststätte hinausziehen möchte. Viele Menschen treffen sich hier regelmäßig zum Stammtisch und anderen Anlässen. Im Sommer war der Biergarten immer mit Leben gefüllt. Doch das Gebäude ist alt und eine Sanierung würde noch mehr kosten, als ein Neubau.
Ganz nach dem Motto einer Bürgergenossenschaft „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ entsteht hier ein Projekt für das Leben im Dorf. Für die Menschen. Für die eigene Heimat und die Infrastruktur vor Ort.
Arno Brömmel soll „Kranführer“ im neuen Dorfgemeinschaftshaus werden. Foto: Petra Bosse
Gründung bis Ende August
Im Herbst sollen die Bagger anrücken. Daher muss das Geld recht schnell zusammenkommen. Stichtag ist am Montag, der 31. August. Bis dahin kann sich jeder als Gründer und Genossenschaftsmitglied eintragen.
Viele haben sich schon beteiligt und ihren Beitrag zugesagt. Sie finden die Idee toll, leisten ihren Beitrag für die Zukunft der Region und geben auch mehr Geld. Doch egal, wie viel Geld gegeben wird, jeder hat eine Stimme.
Wir bauen für Sie – Ralf Steiger und Michael Weddeling von der Volksbank Erle. Foto: Petra Bosse
Zeitplan von drei Monaten
Prägender Bestandteil der neuen Mitte soll das Dorfgemeinschaftshaus werden, das durch die Genossenschaft finanziert werden soll. Mindestens 300 Euro kostet ein Anteil. Den Beteiligten ist bewusst, dass sie sich mit diesem Zeitplan von drei Monaten einer großen Herausforderung stellen müssen. Bis Herbst 2022 soll das Vorhaben realisiert sein.
15 Multiplikatoren, die in Erle bekannt sind, sollen das Projekt bewerben. Helfen soll zudem eine Facebook-Kampagne über das Portal Raesfeld-online. Zudem wurden 10.000 Flyer gedruckt.
Architekt hat Entwurf zum Dorfgemeinschaftshaus vorgelegt
Der Erler Architekt Bernfried Lammersmann vom Büro Thieken und Partner aus Dorsten hat schon einen Entwurf für das Gebäude erstellt. Dieser orientiert sich an der landwirtschaftlichen Nutzung der zuvor abgerissenen Scheune.
Bauen wird das Dorfgemeinschaftshaus die Volksbank Erle. Pächter und Betreiber der Gastronomie wird André Wachtmeister aus Raesfeld sein. Gastwirt Arno Brömmel hat sich bereit erklärt, dass er dort als Wirt weiterarbeiten wird, wenn er seine Gaststätte geschlossen hat. Diese soll mittelfristig abgerissen werden.
„Initiativgruppe – Bürgergenossenschaft Erle“:
Johannes Böckenhoff, Hof Böckenhoff
Arno & Gisela Brömmel, Gaststätte Brömmel-Wilms
Andre Wachtmeister, Catering Wachtmeister
Dirk & Alexandra Böckenhoff, Brennerei Böckenhoff
Ralf Steiger, Michael Weddeling, Volksbank Erle eG
Andreas Grotendorst, Bürgermeister der Gemeinde Raesfeld
Martin Tesing, Erster Beigeordneter der Gemeinde Raesfeld
Wer mitmachen möchte und neugierig geworden ist, mehr zur Gründung mit den Plänen und Konzepten gibt es hier: