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Raesfelder Haushaltsentwurf 2020 weist Rekordhöhe auf

Keine Schlüsselzuweisungen, Investitionen- und Gewerbesteuerhöchststand und keine Steuererhöhung

Gemeinde Raesfeld präsentiert Haushaltsentwurf 2020 in Rekordhöhe. „Zeit das sich was dreht“.

Raesfelder Bürgermeister Andreas Grotendorst tritt nicht mehr zur Wahl an
Bürgermeister Andreas Grotendorst. Foto: Bosse

Es dreht sich was in der Gemeinde Raesfeld. Und das gewaltig. Und auch im kommenden Jahr steht die Uhr nicht still. Der Haushaltsentwurf 2020 weist Rekorde auf. Diesen stellte Bürgermeister Andreas Grotendorst am Montag vor.

„Wir hier in Raesfeld stellen die „Schwarze Null“ nicht infrage!“, so Grotendorst. Und so ist es, denn im Ergebnis weist der Haushalt 2020 einen Überschuss in Höhe von 88.700 Euro auf.

Damit geht die Gemeinde erstmalig seit der Einführung des neuen kommunalen Finanzmanagements im Jahre 2009, trotz tendenziell negativer Konjunkturdaten, von einem positiven Jahresabschluss aus! Auch hat die Gemeinde seit Ende 2018 keine Haushaltssicherung mehr.

Zu dem positiven Ergebnishaushalt sorgen vor allem die Gewerbesteuer mit einem geplanten Höchststand von 5,39 Mio. Euro. Auch was die Investitionen anbelangt, wird die Gemeinde einen geplanten Höchststand von 11,3 Mio. erreichen.

Was ist an Ausgaben geplant?

Insgesamt 4.3 Mio. Euro werden in die Bau- und Gewerbegebiete fließen.
Straßenbau 1.635 Mio. Euro unter anderem Straßenausbau Gewerbegebiet Nord, Süd und Erle-Ost, Umgestaltung Kreisverkehr Südring/Truvenne, Erneuerung Lichtsignalanlage Borkener Str./Alexander-/Gesamtschule, Neugestaltung Schlossallee.

Für Abwässer und Kanal wie Neubau Regenrückhaltebecken Hüningsbreede oder Herstellung der Kanalisation zur Erweiterung des Gewerbegebietes Süd und Erle Ost sind 2.270 Mio. Euro eingeplant.

Herstellung einer Notstromversorgung und Errichten einer Fotovoltaikanlage kosten der Gemeinde insgesamt 300.000 Euro. Ebenfalls sollen 1.831 Mio. in die Schulen investiert werden.

Die Gesamtschule bekommt ein neues Dach für 350.000 Euro, die Neugestaltung des Schulhofes der Alexander-Gesamtschule ist mit 1.025 Mio. veranschlagt und die geplante Fotovoltaikanlage an der Sporthalle wird mit 264.000 Euro zu Buche schlagen.

Mit Blick auf die Dorfentwicklung im nächsten Jahr stehen für die Umgestaltung Freiter Pättken inkl. Generationen-Park kosten in Höhe von 160.000 Euro, für die Neugestaltung des Kirchplatzes Erle (aus Haushalt 2019) 627.000 Euro und die Neugestaltung Schlossallee an.

Welche Konsequenzen hat das für den Musterhaushalt der Familie Nagel 2020?

Die Abgaben belaufen sich veraussichtlich plus- minus Null.

Mit diesem Haushaltsplan kann Bürgermeister Grotendorst mehr als zufrieden sein und so lautet sein Schlusswort: „Die Haushaltssicherung ist vorbei, die Gemeinde ist schuldenfrei, die wirtschaftliche Lage ist zurzeit noch gut, aber auch verhalten. Die Umsetzung Dorfentwicklung startet und wir haben einen Investitionshöchststand, schon wieder. Es ist Zeit, dass sich was dreht“.

Petra Bosse

Schmeing unterstützt Gesamtschule

IHK-Projekt „Partnerschaft Schule-Betrieb“

Raesfeld (pd). – Die Julia-Koppers-Gesamtschule und die Schmeing GmbH & Co. KG in Raesfeld sind offizielle Kooperationspartner im Projekt „Partnerschaft Schule-Betrieb“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen. Vertreter von Unternehmen und Schule unterzeichneten heute (12. November) eine entsprechende Vereinbarung. Damit steigt die Zahl der Kooperationen im Kreis Borken auf 112. Für die Raesfelder Gesamtschule ist es die dritte Partnerschaft mit einem Unternehmen in der IHK-Initiative.

Partnerschaft zur Berufsorientierung vereinbart: (v. l.) Studien- und Berufswahlkoordinator Peter Epping, Schulleiter Axel Heinz, Ausbilder Roman Grabiger, Geschäftsführer Joachim Schmid, Personalleiterin Nina Englmeier, Personalsachbearbeiterin Leonie Haverott sowie IHK-Projektmitarbeiterin Melanie Vennemann.
Partnerschaft zur Berufsorientierung vereinbart: (v. l.) Studien- und Berufswahlkoordinator Peter Epping, Schulleiter Axel Heinz, Ausbilder Roman Grabiger, Geschäftsführer Joachim Schmid, Personalleiterin Nina Englmeier, Personalsachbearbeiterin Leonie Haverott sowie IHK-Projektmitarbeiterin Melanie Vennemann.

Hauptziel des IHK-Projektes ist es, die Schülerinnen und Schüler bei der Berufsorientierung sowie die Unternehmen bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses zu unterstützen. „Der Schlüssel zum Erfolg ist das persönliche Kennenlernen: Die Schüler entdecken ihre Interessen und das Unternehmen findet Talente, die es zu fördern lohnt“, erklärt IHK-Projektmitarbeiterin Melanie Vennemann.

Die Schmeing GmbH & Co. KG in Raesfeld, deren Unternehmenswurzeln rund 200 Jahre zurückreichen, ist mit der Herstellung hochwertiger Weberei-Technik international bekannt geworden. Seit 2001 gehört Schmeing zur Groz-Beckert-Unternehmensgruppe. Groz-Beckert ist ein weltweit führender Anbieter von industriellen Maschinennadeln, Präzisionsteilen und Feinwerkzeugen sowie Systemen und Dienstleistungen für die Herstellung und Fügung textiler Flächen.

Der Konzern beschäftigt weltweit über 9.000 Mitarbeiter. Am Standort Raesfeld ist Schmeing heute als Tufting-Kompetenzzentrum verantwortlich für die Herstellung und den weltweiten Vertrieb von Werkzeugen und Nadeln für die Teppichindustrie. Mit Tufting wird das Verfahren zur Herstellung dreidimensionaler Textilien bezeichnet. Zudem bietet Schmeing unter der Marke SMG hochwertige Teile und Baugruppen aus Kunststoff.

Das Unternehmen lädt Schüler und Lehrer der Gesamtschule zu Betriebsbesichtigungen ein, um ihnen Einblicke in die Arbeitsweise des Betriebes zu ermöglichen und das Ausbildungsangebot zu präsentieren. Bei Arbeitsplatzerkundungen können Schüler Schmeing-Mitarbeiter zu ihren Tätigkeiten befragen. Die Ergebnisse präsentieren sie anschließend den anderen Jahrgängen. Zudem informieren Azubis als IHK-Ausbildungsbotschafter in Schulklassen über ihre Berufe.

Schmeing-Geschäftsführer Joachim Schmid unterstreicht angesichts des spürbaren Fachkräftemangels die Notwendigkeit, keine Talente unentdeckt zu lassen: „Um unser Unternehmen nachhaltig weiterzuentwickeln, müssen wir schon heute offensiv auf die jungen Leute zugehen und immer wieder begabte und motivierte Jugendliche entdecken, ausbilden und fördern.“ Nur so könne ein Betrieb wettbewerbsfähig bleiben, erklärt Schmid.

Schulleiter Axel Heinz betont: „Das IHK-Projekt bietet unseren Schülern, aber auch den Lehrern die Chance, Betriebe hautnah kennenzulernen und sich für Ausbildungsberufe und die Wirtschaft nachhaltig zu begeistern. Durch den persönlichen Kontakt erleichtern wir den Schülerinnen und Schülern den Weg in das Berufsleben.“

Die IHK Nord Westfalen bietet allen Schulen und Unternehmen in ihrem Bezirk Unterstützung bei der Anbahnung von Kooperationen an. Ansprechpartnerinnen für das Projekt „Partnerschaft Schule-Betrieb“ sind im Münsterland Inna Gabler, Telefon 0251 707-305, und Melanie Vennemann, Telefon 0251 707-304.

Weitere Informationen: www.ihk-nw.de/schule-betrieb

16 Vereine zeigen gemeinsam Flagge im Karneval

16 Karnevalsvereine kooperieren mit dem Kreis Borken „Gemeinsam Flagge zu zeigen im Karneval“

Jugendschutz und verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol stehen im Vordergrund

Kreis Borken (pd). 11.11. um 11.11 Uhr – die Karnevalssession ist eröffnet. Bunte Kostüme, geschmückte Wagen, viele Leute feiern dann im kommenden Jahr die tollen Tage gemeinsam auf den Straßen.

In elf Städten und Gemeinden im Kreis Borken finden 2020 Karnevalsumzüge statt. Doch nicht alle können einfach unbeschwert Spaß haben, denn für die Verantwortlichen der Karnevalsvereine bedeutet die Zeit auch Stress und Verantwortung.

Flagge zeigen RCV Raesfeld
Auf die Kampagne „Verantwortungsbewusst feiern“ zur Karnevalssession machten die Akteure beim Treffen im Kreishaus aufmerksam. Foto: Kreis Borken

Besonders im Bereich Jugendschutz ist mit Blick auf den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol ein durchdachtes Konzept zwingend erforderlich. 16 Karnevalsvereine sind daher 2017 eine Kooperation mit dem Kreis Borken eingegangen, um „Gemeinsam Flagge zu zeigen im Karneval“. In zwei Gesprächen – im März und Oktober – sind in diesem Rahmen die vergangene Session reflektiert, Verbesserungsvorschläge erarbeitet und neue Aktionen geplant worden. Die Federführung bei der Kreisverwaltung haben die Fachbereiche „Jugend und Familie“ und „Gesundheit“.

Kampagne „Verantwortungsbewusst feiern“

Getreu dem Motto der Kampagne „Verantwortungsbewusst feiern“ stehen dabei Jugendliche und deren Alkoholkonsum im Fokus. Als gelungenes Beispiel wurde das Konzept der Vredener Kirmes vorgestellt.

Für die Kampagne der Karnevalssession 2020 gibt es nun drei Eckpunkte:

1. Es wird einen gemeinsamen Elternbrief der Karnevalsvereine und des Kreises Borken geben, in dem die Vorgaben zum Thema „Jugendschutz und Alkoholkonsum“ dargelegt werden.

2. Bei den Umzügen wird der Jugendschutz deutlich sichtbar vor Ort Flagge zeigen.

3. Bei Verstößen gegen die Vorgaben wird konsequent durchgegriffen. Das gilt auch bei auffälligen Wagen oder Gruppen. Diese können dann gegebenenfalls für die noch folgenden Umzüge ausgeschlossen werden.

Die konsequente Einhaltung dieser Richtlinien sei wichtig dafür, dass alle Karnevalisten friedlich feiern können und anschließend auch die Veranstalter und Behördenvertreter ein positives Fazit ziehen können, so die Beteiligten der Planungssitzungen.

Rotary-Club spendet 15.000 Euro an die GaGu Zwergenhilfe

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Rotary Club Lippe-Issel überreicht der GaGu Zwergenhilfe Schermbeck 15.000 EUR Spende

Eine Spende von 15.000 EUR konnte jetzt vom Rotary Club Lippe-Issel an Vertreter der GaGu Zwergenhilfe aus Schermbeck im Landhotel Voshövel überreicht werden.

Klaus Friedrich, Präsdident des Clubs, freute sich, den Betrag als süße Überraschung an Gudrun Gerwien und Dieter Schmitt zu übergeben.

Der Club unterstützt seit zwei Jahren den Bau einer Krankenstation in der Nähe von Lungi in Sierra Leone. Initiiert wurde das Projekt vom damaligen Präsidenten Helmut Ackmann aus Raesfeld. Begleitet wird es von  Dr. Ute Proff aus Schermbeck  als Beauftragte für den internationalen Dienst des Rotary Clubs.

Spende Rotary Club an Gagu Zwergenhilfe
Foto: v.l.n.r. Ingo Bülow, RC, Christian Reichelt, RC, Gudrun Gerwien, GaGu, Klaus Friedrich, Präsident RC, Dieter Schmitt, GaGu, Stephan Proff, RC

Bürgerkrieg und dem Ausbruch der Ebola Seuche

Sierra Leone ist eines der ärmsten Staaten der Erde. Schwer getroffen von einem langen Bürgerkrieg und dem Ausbruch der Ebola Seuche ist die Sterblichkeit gerade auch bei Kindern sehr hoch. Das Projekt des Clubs dient dem Aufbau einer lokalen medizinischen Versorgung mit dem Fokus auf Krankheitsprävention. Von den Aktivitäten werden die vor Ort lebenden Menschen profitieren, denen sonst keinerlei medizinische Hilfe zur Verfügung steht.

Mit der GaGu Zwergenhilfe hat der Rotary Club einen Partner gefunden, der Erfahrungen vor Ort in Sierra Leone hat und dort mit einheimischem Personal das Projekt umsetzt. Darüber hinaus sollen die Betroffenen auch später selbständig die Arbeit fortsetzen.

Erlös de Baumarktkonzerts

Bereits in der Vergangenheit konnte aus Spendenbeiträgen des Clubs und von Mitgliedern eine Summe von über 20.000 EUR zur Verfügung gestellt werden. Die jetzt gezahlte Summe setzt sich zusammen aus Mitteln des rotarischen Bezirks, aus Beträgen des Rotary Clubs Lippe-Issel und aus Erlösen des Baumarktkonzerts in Hamminkeln im August.

Klaus Friedrich, Präsident des Clubs: „Mit der Gesamtsumme von nunmehr deutlich über 30.000 EUR kann die Krankenstation gebaut werden. Auch für die Einrichtung mit medizinischem Gerät werden wir uns weiterhin finanziell engagieren. Ich danke allen unseren Mitgliedern und weiteren Spendern für ihre großzügige Unterstützung.“

Weitere Projekte

Mit weiteren Projekten ist der Rotary Club Lippe-Issel auch in den Gemeinden Hamminkeln, Hünxe, Raesfeld, Schermbeck und Wesel aktiv. So konnten im Sommer noch 7.000 EUR an das Evangelische Krankenhaus in Wesel überwiesen werden.

Der Rotary Club Lippe-Issel ist in der Grenzregion von Niederrhein und Westfalen beheimatet. Seine 50 Mitglieder engagieren sich sozial und ehrenamtlich in den Kommunen Hamminkeln, Hünxe, Raesfeld, Schermbeck und Wesel. Seit der Gründung im Jahre 2008 konnten über 250.000 EUR an Spendengeldern verteilt werden. (pd).

Treckerkorso – 200 Borkener Bauern werden protestieren

Per Bus und Trecker zur Demo nach Hamburg –
Knapp 200 Borkener Bauern protestieren am Donnerstag

Kreis Borken (pd). Knapp 200 Landwirte aus dem Kreis Borken werden am Donnerstag noch früher aufstehen als sonst.

Sie machen sich in aller Herrgottsfrüh mit dem Bus und sogar per Trecker auf nach Hamburg. Dort findet am 14. November die Umweltministerkonferenz statt.

Dies werden Landwirte aus ganz Deutschland ein weiteres Mal nutzen, um gegen überbordende gesetzliche Auflagen zu demonstrieren und verlässliche Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven einzufordern.

Bauerngroßdemo
Abermals in 2019 gehen Landwirte aus dem Kreis Borken an diesem Donnerstag auf die Straße. Hier ein Bild von der ersten Bauerngroßdemo in 2019 am 4. April auf dem Münsteraner Domplatz. Diesmal geht es mit zwei Bussen und 15 Treckern auf nach Hamburg zur Umweltministerkonferenz. Foto-Stephan-Wolfert WLV

Ein Aktionsbündnis der norddeutschen Landesbauern- und Schafzuchtverbände, der im Aktionsbündnis „Forum Natur“ zusammengeschlossenen Nutzerverbände sowie der Bewegung „Land schafft Verbindung“ ruft unter der Überschrift „Kooperation statt Verbote“ zur Teilnahme an einer zentralen Kundgebung am Gänsemarkt auf.

Zum Treckerkorso durch die Hansestadt erwarten die Organisatoren rund 3.000 Trecker. Auch aus dem Kreis Borken wollen sich laut Angaben des regionalen LsV-Orgateams rund 15 Landwirte mit dem Traktor auf den Weg machen.

Für die beiden vom Landwirtschaftlichen Kreisverband Borken gestellten Busse gibt es noch einige wenige Restplätze. Kurzentschlossene werden gebeten, bei der Kreisgeschäftsstelle telefonisch die Mitfahrmöglichkeit anzufragen: 02861/9306-50.

Folgende Haltestellen und Abfahrtzeiten sind im Kreis Borken geplant:
Ahaus: Abfahrt: 6.00 Uhr (Kulturquadrat/Stadthalle)
Borken: Abfahrt: 6.00 Uhr (Mergelsberg-Sporthalle/Aquarius)
Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V. Landwirtschaftlicher Kreisverband Borken

Weitere Mitfahrtmöglichkeiten

In Westfalen-Lippe bietet der WLV noch weitere Mitfahrtmöglichkeiten nach Hamburg an. Aus ganz Westfalen-Lippe werden am Donnerstag rund 300 Demonstranten erwartet, insgesamt werden es mehrere Tausend sein. In und um Hamburg herum wird es zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen kommen.

Alle Organisatoren betonen aber den friedlichen Charakter der Kundgebung und werben um Verständnis für die Zukunftsangst der hiesigen Landwirte.

Nächste Protestaktion „Land schafft Verbindung“

Während die eine große Protestaktion vor der Tür steht, ist die nächste noch größere schon geplant: Für den 26. November ruft die Bewegung „Land schafft Verbindung“ zu einer Staffel-Treckerfahrt durch ganz Deutschland auf: Zielort ist das Brandenburger Tor in Berlin, wo Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner im Rahmen einer Kundgebung sprechen wird.

Auch hierzu haben viele Landwirte aus dem Kreis Borken bereits ihre Mitfahrbereitschaft signalisiert. Der Landwirtschaftliche Kreisverband nimmt dies zum Anlass, seinen Mitgliedern auch hierzu ein Transportangebot zu machen. Details werden in Kürze bekannt gegeben.
In der Sitzung des Kreisverbandsausschusses am vergangenen Donnerstag hatte Kreisverbandsvorsitzender Ludger Schulze Beiering in der Gaststätte „Zum Breul“ in Stadtlohn nochmals die Dringlichkeit der Proteste unterstrichen: „Die letzten Demos – sowohl die am 14. als auch die am 22. Oktober – waren im Ablauf und ihrer Wirkung gut.

Bei der ganzen Kritik speziell am Agrarpaket der Bundesregierung ist mir persönlich in den letzten Wochen aber Svenja Schulze noch viel zu milde weggekommen. Und egal, ob bei einer Demo in diesen Tagen oben drüber Bauernverband oder ‚Land schafft Verbindung‘ steht: Uns alle eint das gemeinsame Ziel, den Druck auf die Politik insgesamt hochzuhalten. Und da ist die Riege der Umweltminister, vor allem unsere Bundesumweltministerin, nun die nächste richtige Adressatin.“

Haushaltsrede Martin Tesing – positiver Jahresabschluss

Raesfeld stellt die „Schwarze Null“ nicht in Frage! Die Liquidität der Gemeinde Raesfeld ist als grundsolide zu bewerten.

Haushaltsrede von Kämmerer der Gemeinde Raesfeld Martin Tesing zum Haushalt 2020

Am vergangenen Mittwoch war es wieder so weit: Die fünf Wirtschaftsweisen übergaben der Bundesregierung ihr neuestes Gutachten.

Die gute Nachricht zuerst: Der Sachverständigenrat sieht die deutsche Volkswirtschaft erst einmal nur in einem Abschwung. Es sei nicht „von einer breiten und tiefergehenden Rezession auszugehen“, heißt es in dem mehr als 500 Seiten dicken Dokument mit dem Titel „Den Strukturwandel meistern“.

Für das laufende Jahr erwarten die Ökonomen ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent, für das kommende Jahr 0,9 Prozent. Damit liegen sie etwas unterhalb der Prognose der Bundesregierung. Diese hat Mitte Oktober für 2020 1,0 Prozent Wirtschaftswachstum in Aussicht gestellt.

Die schlechte Nachricht: Die Politik tut aus Sicht der Ökonomen viel dafür, die wirtschaftliche Lage eher schlechter als besser zu machen. Ein Punkt, der für Diskussionen sorgen dürfte: Die Wirtschaftsweisen stellen den Haushaltsausgleich– die „Schwarze Null“ – sogar in Frage.

Soviel vorweg. Wir hier in Raesfeld stellen die „Schwarze Null“ nicht in Frage!

Haushalt Raesfeld Ergebnisplan 2020

Geplante Gesamtaufwendungen für 2020

Wir planen im nächsten Jahr mit Gesamtaufwendungen in Höhe von 22.855.700 € und mit Erträgen in Höhe von insgesamt 22.944.400 €. Im Ergebnis erwarten wir damit einen Überschuss in Höhe von 88.700 €.

Damit gehen wir erstmalig seit Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements im Jahre 2009, trotz tendenziell negativer Konjunkturdaten, von einem positiven Jahresabschluss aus!

Hat Herr Bürgermeister Grotendorst Ihnen gerade ausführlich vorgestellt, was uns im kommenden Jahr hier in der Gemeinde an Investitionen bevorsteht, will ich Ihnen im Folgenden aufzeigen, wo wir hier in Raesfeld derzeit stehen. Dabei möchte ich insbesondere auch die Frage erörtern, welchen fremd bestimmten Einflüssen wir ausgesetzt sind.

Ertragsstruktur Raesfeld

Das aktuelle Zahlenwerk

Hier sticht insbesondere der Block der Steuereinnahmen mit ca. 2/3 der Gesamterträge, also 14,52 Mio. € hervor. Hier möchte ich besonders den Blick auf die Gewerbesteuer werfen:
Abbildung 3: Entwicklung Gewerbesteuer

Entwicklung der Gewerbesteuer

Diesen Ansatz haben wir trotz der negativen Wirtschaftsprognosen der vergangenen Wochen mit circa 5,4 Mio. € noch einmal um knapp 680 Tausend €, also um 14,5 %, gegenüber dem Vorjahr erhöht. Damit liegt sie aber insgesamt um ca. 55 % über den geplanten 3,5 Mio. €, die wir zu Beginn des Konjunkturaufschwunges im
Jahre 2010 eingeplant hatten.

Gewerbesteuereinnahmen haben Höchstwert erreicht

Oder man kann es auch anders ausdrücken: die Gewerbesteuereinnahmen haben in der Geschichte der Gemeinde Raesfeld einen Höchstwert erreicht! Sie sind damit sogar höher als der geplante Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, der in Raesfeld in der Regel immer höher war als die Gewerbesteuer. Diese sehr schöne Zahl sehen wir aber auch als Auftrag.

Für die Zukunft muss für Raesfeld gelten, diesen Wert zu stabilisieren. Wir sollten für unsere Gewerbebetriebe die Voraussetzungen schaffen, dass sie hier in Raesfeld, also vor Ort, mehr Arbeitsplätze anbieten können. Denn das Berufspendlersaldo für Raesfeld ist mit 1.979 mehr Auspendlern als Einpendlern pro Tag einfach zu hoch.

Statistik Berufspendler Raesfeld 2020

Zunehmende Fremdbestimmung

Nun jedoch zu einer anderen Entwicklung, die wir aus Sicht der Verwaltung für sehr bedenklich halten: die zunehmende Fremdbestimmung, oder noch treffender gesagt: die Bevormundung, die die Gemeinde Raesfeld „von oben“ erfährt, also insbesondere durch den Bundes- und Landesgesetzgeber.

Die Stärke Raesfelds lag und liegt vor allem darin, die eigenen lokalen Angelegenheiten selbst zu organisieren und in die Hand zu nehmen. Wir sprechen hier häufig als geflügelter Begriff auch vom „Raesfelder Modell“, der auch weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist.

Die Gemeinde Raesfeld im ländlichen Raum ist schon lange nicht mehr autonom, wie es vielleicht die im Grundgesetz oder in der Landesverfassung garantierte Selbstverwaltungsgarantie vermuten lässt. Praktisch erfahren wir „eine bestimmende Behandlung von oben“ durch die Parlamente und Ministerien des Bundes und der Länder. Diese führen die Gemeinden durch ein immer enger werdendes Geflecht von Leitbildern, Gesetzen, Vorschriften und Richtlinien am „goldenen Zügel“.

Regionalplan Münsterland

Dafür an dieser Stelle nur kurz zwei Beispiele:
Die Raumordnungspläne und hier insbesondere den Regionalplan Münsterland.
Hierüber regelt der Landesgesetzgeber fast parzellenscharf, ob und gegebenenfalls in welcher Größe Bau- oder Gewerbegebiete in Raesfeld ausgewiesen werden dürfen. Eine Abweichung von diesem Plan ist nur mit mehrjährigem Zeit-, hohem Verwaltungs- und Kostenaufwand möglich. Der Regionalplan genügt somit absolut nicht den heutigen Ansprüchen an die Flexibilität und an die individuellen Gegebenheiten der Gemeinde Raesfeld.

Notwendige Regionalplanänderung für Erle durchgesetzt

Dennoch haben wir es nun nach über zwei Jahren Verfahrensdauer geschafft, die dringend notwendige Regionalplanänderung für das Gewerbegebiet in Erle durchzusetzen, obwohl es hier lediglich nur um einen Gewerbeflächentausch und nicht einmal um eine zusätzliche Neuausweisung ging.
Erst jetzt kann die konkrete Bebauungsplanung unter Beteiligung von ca. 20 sogenannten Trägern von Öffentlichen Belangen vor Ort erfolgen.

Vielzahl der Förderprogramme

Ein weiteres Beispiel: die Vielzahl der Förderprogramme.
Welche Maßnahmen, wann und unter welchen
Voraussetzungen erforderlich sind, entscheiden nicht Sie als politisch gewählte Ratsmitglieder der Gemeinde und damit eigentlich zuständige Entscheidungsträger, sondern dies wird bestimmt durch ein kaum zu durchschauendes Geflecht von unterschiedlichsten Fördermaßnahmen mit unterschiedlichsten Zuständigkeitsträgern bei Bund und Land.

Konkret will ich Ihnen diese Problematik einmal an einem ganz aktuellen Beispiel verdeutlichen:

Die Städtebauförderung

Mit Beschluss unseres Dorfentwicklungskonzeptes im Dezember letzten Jahres haben wir uns ein Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre auferlegt. Eine ganz wesentliche Voraussetzung für die Umsetzung ist die finanzielle Unterstützung durch das Land, die bei aktuell 50 % der sogenannten „förderfähigen“ Ausgaben liegt.

Für unsere Haushaltsplanung 2020, wie auch schon für das Jahr 2019, knüpfen daran folgende Fragen an:

Wie ist der Begriff „Förderfähigkeit“ definiert?

Die hierzu ergangenen Förderrichtlinien treffen dazu leider oft nur unzureichende, weil abstrakte und damit auslegungsbedürftige, Aussagen. Diese sind in der Verwaltungspraxis juristisch, sprich gerichtlich, nicht überprüfbar. Mit anderen Worten: Sie sind in dieser extrem wichtigen Frage auf die Interpretation oder das Wohlwollen des Landesbauministeriums angewiesen.

Werden die Städtebaufördermittel überhaupt gewährt?
Auf diese Frage erhalten Sie zu Beginn der Aufstellung eines Dorfentwicklungskonzeptes seitens der Landesregierung grundsätzlich keine verbindliche Antwort.

Vielmehr wird zunächst ein Konzeptpapier, das wir inzwischen auf 254 Seiten mit Hilfe eines Fachbüros niedergeschrieben haben, vorausgesetzt. Aufbau und Inhalt dieses Dorfentwicklungskonzeptes wurden nicht durch Sie, wie man eigentlich annehmen sollte, sondern durch das Land im Detail vorgegeben.
Soweit diese Vorgaben punktgenau eingehalten wurden, dies wurde uns inzwischen übrigens vom Land mündlich, wohlbemerkt nicht schriftlich, bestätigt, entscheidet dann die aktuelle Kassenlage bei der Bezirksregierung in Münster, ob wir hier in Raesfeld mit Städtebaufördermitteln rechnen können oder nicht.

Wann werden die Städtebaufördermittel gewährt?

Wenn wir das einmal wüssten. Optimistisch, wie wir nun einmal sind, rechnen wir damit im Jahr 2020, nachdem wir für 2019 auch schon einmal, aber vergeblich, damit gerechnet hatten.

Und als hätte das Land von dieser Rede gewusst, sind heute bei uns, und das sind die neuesten Informationen gleich zwei Förderbescheide eingegangen: Einmal über 250.000 Euro für die Schlossallee und einmal über 99.000 Euro für den Bau des generationenübergreifenden Spielplatzes am Freiter Pättken.

Unabhängig davon hängt die Gemeinde Raesfeld im Ergebnis aber – will sie nicht auf 50 % der Förderung verzichten – auf Gedeih und Verderb von der jeweiligen Einzelfall-Entscheidung aus Düsseldorf ab.
So kann und will Ihnen aber niemand aus diesen Entscheidungszentralen verbindlich mitteilen, ob wir fürs kommende Jahr mit Städtebaufördermitteln rechnen können.

Dorfentwicklungskonzept

Gerne würden wir auch schon vorab mit der einen oder anderen Maßnahme aus dem Dorfentwicklungskonzept beginnen und dem Land die Städtebaufördermittel vorfinanzieren. Dies würde aber den Verlust der Fördermittel bedeuten. Denn dann würde es sich, um im Jargon der Förderfachsprache zu sprechen, um einen „vorzeitigen Maßnahmenbeginn“ handeln, der vom Land auf jeden Fall als „förderschädlich“ bewertet würde. Die Folge wäre eben, dass die Gemeinde Raesfeld auf die kompletten Städtebaufördermittel verzichten müsste.

Einnahme aus Städtebaufördermitteln

Wir haben jedenfalls allein für das kommende Jahr als Einnahme aus Städtebaufördermitteln einen Betrag in Höhe von 863 Tausend € eingeplant, wovon jetzt schon, wie eben erwähnt, 349.000 Euro sicher sind, ohne zu wissen, ob wir den Rest, also 514.000 Euro auch tatsächlich noch erhalten.

Statt den Kommunen pauschale Zuweisungen zu gewähren, nutzen Bund und Land diese Förderpolitik medienwirksam ganz gezielt, um bundes- und landespolitische Ziele durchzusetzen, ohne aber die Verhältnisse vor Ort tatsächlich zu kennen. Das der Gemeinde Raesfeld verfassungsrechtlich garantierte Selbstverwaltungsrecht , also das Recht, die örtlichen Angelegenheiten in eigener Verantwortung selbst zu regeln, wird durch diese Förderpolitik nach unserer Auffassung massiv ausgehöhlt.
Möchten Sie dieser vom Bund und Land bestimmten Kommunalpolitik etwas entgegen setzen, dann sollten wir den oft medienwirksam angekündigten Förderprogrammen kritisch und mit Augenmaß begegnen und nicht krampfhaft versuchen, jeder Förderung hinterherzulaufen.

Denn hier gilt auch die Lebensweisheit: Weniger kann mehr sein!

Straßenerneuerungsmaßnahmen

Jetzt zu einem Thema, das uns schon seit einigen Jahren beschäftigt – KAG-Beiträge sind die Beiträge, die von den Bürgerinnen und Bürgern für Straßenerneuerungsmaßnahmen zu zahlen wären. Dafür haben wir für das kommende Jahr keine Einnahmen eingeplant.

Ich sage an dieser Stelle bewusst „wären“, denn seit 2018 wird deutschlandweit eine heftige politische Diskussion rund um diese KAG-Beiträge geführt.
So hatten wir bereits im Haushaltsjahr 2018 einen Ausgabeansatz in Höhe von 640 Tausend € im Haushalt eingestellt, den wir aber vor dem Hintergrund dieser Grundsatzdiskussion bis heute nicht verausgabt haben. Lange bevor die öffentliche Diskussion in Nordrhein-Westfalen darüber richtig Fahrt aufgenommen hatte, hatten wir Sie über die grundsätzliche Problematik bereits hier im Rat informiert. So prognostizierten wir allein für die Ortslage Raesfeld einen Investitionsstau für den Straßenneubau in Höhe von ca. 2,64 Mio. € für die nächsten 5 Jahre.

Alternative Finanzierungsmöglichkeiten

Aus der Sicht des bei uns aktuell gültigen Beitragsrechts wäre eine Heranziehung unserer Bürgerinnen und Bürger zu diesen Kosten überhaupt kein Problem, denn nach unserer Beitragsrechtssatzung könnten, nein müssten, wir diese Kosten den Anliegern auferlegen. Wohlwissend, dass die Erhebung dieser Straßenbaubeiträge, die mitunter in fünfstelliger Höhe für den Einzelnen anfallen könnten, aus vielen Gründen für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger große finanzielle und damit persönliche Belastungen nach sich ziehen, haben wir in der Vergangenheit nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten gesucht und Sie auch in diese Überlegungen einbezogen.

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung hat hierzu jüngst einen zweiten überarbeiteten Entwurf zur Änderung des Kommunalabgabengesetzes veröffentlicht.
Problematisch halten wir in diesem Zusammenhang allerdings die Höhe der vom Land vorgesehenen Förderung als Ersatz für die von den Bürgerinnen und Bürger nicht mehr in bisheriger Höhe zu zahlenden KAG-Beiträge.

Landesmittel reichen bei weitem nicht aus

Danach will das Land jährlich 65 Mio. € landesweit, ich betone landesweit, zur Verfügung stellen, um damit die Belastung der Bürgerinnen und Bürger abzufedern. Diese Summe wird, soviel lässt sich heute schon sagen, angesichts der 396 Städte und Gemeinden und 17,9 Mio. Einwohner in Nordrhein-Westfalen bei weitem nicht ausreichen, um den enormen Investitionsbedarf im Straßenbau abzudecken, wenn man bedenkt dass zu diesen Städten beispielsweise auch die Städte Köln, Düsseldorf oder Münster zählen.

Würde man diese 65 Mio. € beispielsweise einmal auf die Zahl der Einwohner umrechnen, dann würde die Förderung für Raesfeld etwa bei 41 Tausend € liegen und voraussetzen, dass der Zustand der Straßen hier in Raesfeld mindestens so schlecht ist, wie der beispielsweise in den Ruhrgebietsstädten.
Im Ergebnis wird der „schwarze Peter“ nach unserer Einschätzung wohl wieder bei den Kommunen vor Ort liegen.

Sobald das Änderungsgesetz verabschiedet wird, werden wir Sie umfassend über die aktuelle Sach- und Rechtslage informieren, um dann gemeinsam das weitere Vorgehen abzustimmen.

Erneuerung unserer Wirtschaftswege

Einer in etwa vergleichbaren Diskussion müssen wir uns hinsichtlich der Erneuerung unserer Wirtschaftswege stellen. Nachdem wir in der Vergangenheit die Thematik bereits mehrmals im Rat erörtert hatten, haben wir nach einer erst kürzlich gemeinsam mit den Mitgliedern des Bauausschusses vorgenommen Zustandsbesichtigung unserer Wirtschaftswege einen kurzfristigen, also innerhalb der nächsten drei Jahre, Investitionsbedarf in Höhe von 870 T € festgestellt. Dennoch haben wir für das kommende Jahr, wie in den vergangenen Jahren auch, lediglich einen Betrag in Höhe von 60 T€ eingeplant.
Wohlwissend, dass diese Summe bei weitem nicht auskömmlich ist, arbeiten wir aktuell an einem Wirtschaftswegekonzept. Dies soll dann als Basis für die notwendigen Investitions- und Finanzierungsentscheidungen für die künftigen Jahre dienen.

Entwicklung Jugendamtsumlage 2020 Raesfeld

Entwicklung der Jugendamtszulage

Sorge bereitet uns weiterhin die Entwicklung der Jugendamtszulage.
Wie Sie hier auf dem Schaubild sehen können, steigt sie seit Jahren kontinuierlich und überproportional an. So planen wir für 2020 dafür 3,61 Mio. € ein. Das sind ca. 1,6 Mio. € mehr als wir noch im Jahre 2010 an den Kreis Borken überwiesen haben.

Dies entspricht innerhalb von 10 Jahren einer Steigerung der Jugendamtsumlage von rund 80 %. Wenn diese Entwicklung nicht gestoppt werden kann, zahlen wir schon im Jahr 2021 mehr Jugendamtsumlage als Kreisumlage an den Kreis Borken, für die wir übrigens im kommenden Jahr 3,75 Mio. € und damit 410 Tausend € mehr als in diesem Jahr eingeplant haben.

Steigerung der Jugendamtsumlage von rund 80 %

Wie Sie hier auf dem Schaubild sehen können, steigt sie seit Jahren kontinuierlich und überproportional an. So planen wir für 2020 dafür 3,61 Mio. € ein. Das sind ca. 1,6 Mio. € mehr als wir noch im Jahre 2010 an den Kreis Borken überwiesen haben. Dies entspricht innerhalb von 10 Jahren einer Steigerung der Jugendamtsumlage von rund 80 %. Wenn diese Entwicklung nicht gestoppt werden kann, zahlen wir schon im Jahr 2021 mehr Jugendamtsumlage als Kreisumlage an den Kreis Borken, für die wir übrigens im kommenden Jahr 3,75 Mio. € und damit 410 Tausend € mehr als in diesem Jahr eingeplant haben.

Raesfeld Kreisumlage Entwicklung 2020

An dieser Stelle möchte ich erneut an unsere Raesfelder Kreistagsmitglieder appellieren, immer auch kritisch auf die Ausgaben des Kreises zu blicken, denn Mehrausgaben beim Kreis werden zur Gemeinde Raesfeld durchgereicht.

Wir zahlen bereits ein Drittel unserer Gesamtausgaben an den Kreis Borken! Diese einfache Logik ist nicht allen beim Kreis Borken bekannt. Wenngleich, und das muss an dieser Stelle auch der Fairness halber gesagt werden, die Kreisumlage seit 2012 mit einem Hebesatz von voraussichtlich 26,1 % die landesweit niedrigste ist.

Zum Vergleich: der landesweite Durchschnittssatz der Kreisumlage liegt bei 37,05 %.

Ausgleichsrücklage Raesfeld 2020

Ausgleichsrücklage – dem Sparstrumpf der Gemeinde Raesfeld

Nun zur vielleicht wichtigsten Kennzahl des Haushalts:
Der Ausgleichsrücklage – dem Sparstrumpf der Gemeinde Raesfeld
Abbildung 9: Entwicklung Ausgleichsrücklage

Durch die positiven Jahresergebnisse seit 2015 konnten wir der Ausgleichsrücklage jährlich überplanmäßig Mittel zuführen. So voraussichtlich auch für das Jahr 2018. Nach dem jetzt im Entwurf vorliegenden Jahresabschluss könnten wir, sollten Sie dies in der nächsten Ratssitzung beschließen, die Ausgleichsrücklage noch um weitere 2,56 Mio. € erhöhen und kämen dann auf eine Summe in Höhe von 9,28 Mio. €.

Einen höheren Rücklagenbestand gab es in der Geschichte der Gemeinde Raesfeld noch nicht.

Mit Blick auf die aktuelle Situation unserer diesjährigen Haushaltswirtschaft wage ich an dieser Stelle sogar die Prognose, dass wir mit dem Jahresabschluss 2019 für das kommende Jahr sogar die 10-Millionen-Marke erreichen könnten.

Dieser Rücklagenbestand wird aber auch dringend benötigt angesichts der außerordentlichen hohen Investitionen, die uns in den nächsten Jahren bevorstehen.
Bevor ich nun zum Abschluss komme, ist es mir wichtig noch auf ein Thema hinzuweisen, das uns alle in den letzten Wochen und Monaten in besonderer Weise beschäftigt hat:

Der Klimaschutz

Wir haben hierzu in einer Vorlage für den Bauausschuss im September dieses Jahres eine Stellungnahme abgegeben. In der Folge werden wir mit Nachdruck an einer Konzeption arbeiten. Erste Haushaltsmittel, beispielsweise für die Installation von Solarenergieanlagen, finden Sie an verschiedenen Stellen im Haushalt wieder.

Nur soviel: Die Gemeinde Raesfeld wird auf jeden Fall ihren Beitrag zum dringend erforderlichen Klimaschutz leisten! Und ich denke, die Zielsetzung ist hier unter Ihnen völlig unstreitig, wenngleich über das „Wie“ sicherlich kontrovers diskutiert werden wird.

Eine Diskussionsgrundlage wird hier sicherlich die angekündigte Konzeption liefern.

Entwicklung der Liquidität

Wegen der Nullzinspolitik haben wir diese in den letzten Jahren kontinuierlich auf jetzt 7,10 Mio. € nach unten gefahren und, wie Sie wissen, unter anderem zum Erwerb von Grundstücken eingesetzt.

Liquide mittel in Raesfeld

Dennoch sind wir im Moment weit davon entfernt, in den kommenden Jahren Kassenkredite in Anspruch nehmen zu müssen.
Die Liquidität der Gemeinde Raesfeld ist somit an dieser Stelle als grundsolide zu bewerten.

Zusammenfassend und abschließend möchte ich festhalten, dass die Gemeinde Raesfeld erstmals seit Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements im Jahre 2009 mit einem strukturell ausgeglichenen Haushalt planen kann. Mehr noch: wir rechnen trotz Eintrübung der Wirtschaft darüber hinaus noch mit einer Aufstockung der Ausgleichsrücklage.

Zum Schluss geht mein Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die an der Aufstellung dieses Haushaltsplans mitgewirkt haben, den Bürgermeister, den Verwaltungsvorstand und insbesondere Herrn Thomas Greving mit seinen Kolleginnen und Kollegen in der Kämmerei, die wie immer mit unermüdlichem Einsatz bis zuletzt hinter den Zahlen hergelaufen sind.


Auf den Spuren jüdischer Bürger in Raesfeld

Rund 30 Besucher begaben sich am Samstagvormittag auf den Spuren der einstigen jüdischen Bevölkerung in Raesfeld.

RAESFELD. Die stellvertretende Heimatvereinsvorsitzende Christiane Danblon erläuterte den Teilnehmern während der Führung jene markanten Punkte im Ort, in denen sich das jüdische Leben abspielte, oder die Stellen, die an die ehemaligen jüdischen Raesfelder Bürger heute noch erinnern.

Wie in ganz Deutschland war die Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch für die 36 jüdischen Bürger der Gemeinde der Beginn einer fürchterlichen Verfolgung.

Schicksalhafte Zeitreise

Der Rundgang und die damit verbundene schicksalhafte Zeitreise der Juden in Raesfeld, startete an der Stele vor der Kirche St. Martin. Diese wurde 1987 auf Initiative des Heimatvereins nahe der ehemaligen Synagoge dort errichtet.

Stele Raesfeld heimatverein

„Bis zur Zeit des Nationalsozialismus gab es ein friedliches und nachbarschaftliches Verhältnis zwischen Nichtjuden und Juden in Raesfeld. Sie waren schlichtweg integriert“, erklärte Danblon einleitend. Mit der Zeit der nationalistischen Machtübernahme habe sich dann die Situation der kleinen jüdischen Gemeinde verschlechtert. „Die völkische Aufklärung bewirkte, dass die Geschäfte zurückgingen. Es hieß – wer mit Juden handelt, treibt Verrat am Volk und an der Nation. Auch in Raesfeld stand ein Stürmerkasten, indem Woche für Woche gegen die jüdischen Mitbürger gehetzt wurde“, so Danblon.

Erste Station Stele mit Christiane Danblon

So wurden Menschen, die weiterhin öffentlichen Kontakt mit Juden hatten, öffentlich ausgegrenzt, gedemütigt und angeprangert mit den Worten wie: „Der Volksgenosse Heinrich Rickert, wohnhaft Kirchspiel in Raesfeld, unterhält sich noch mit dem Juden Herz Erkan auf offener Straße“.

Heute soll die Stele an die früheren jüdischen Mitbürger, die von 1942 bis 1945 in den Konzentrationslagern umgekommen sind, als stumme Zeugen erinnern. „Es gibt nicht mehr allzu viele Zeitzeugen in der Gemeinde, die noch etwas aus dieser Zeit von den Familien wissen und wo man nachfragen kann. Deshalb ist das Buch von Adalbert Friedrich umso wichtiger, denn sonst wäre alles in 50 Jahren vergessen“, so Danblon. Neben den Namen ist auch ein alttestamentarischer Bibelspruch in hebräischer Schrift auf der Stele zu sehen.

Danblon re. an der Mikwe Raesfeld

Ehemalige Mikwe

Weiter ging es von der Stele zur ehemaligen Mikwe hinter dem Ärztehaus, nahe der Borkener Straße. Gleich neben der ehemaligen Synagoge sind heute nur noch die Grundmauern des Beckens, wo das rituelle Tauchbad vorgenommen wurde, zu sehen. Diese wurden 2004 bei Baggerarbeiten freigelegt. Die Synagoge selber wurde am 10. November 1938 von Männern des Weseler SS—Sturms und einigen Raesfelder Nationalisten niedergebrannt.

In Raesfeld lebten seit dem 17. Jahrhundert Juden. Im Frühjahr 1942 wurden die letzten Juden der Gemeinde zwangsweise in das Haus Weseler Straße 12 der jüdischen Eheleute Herz Elkan und Rosa Lebenstein einquartiert. Am 27. Juli 1942 wurden die letzten jüdischen Mitbürger der Gemeinde aus dem Judenhause nach Riga und Theresienstadt deportiert.

Der informative und beeindruckende Rundgang endete am jüdischen Friedhof „Am Pölleken“.

Mauerfall und magische Momente beim Erler Konzert

Das Blasorchester Erler Jäger begeisterte an zwei ausverkauften Konzertabenden am Wochenende die Besucher in der Turnhalle der Silvesterschule beim diesjährigen Herbstkonzert.

Herbstkonzert Erler Jäger 2019

ERLE. Unter dem Motto „Magic Moments“ bewies das Orchester unter der musikalischen Leitung von Oliver Jahnich erneut das hohe Niveau, auf dem sie spielen. Das Publikum sparte bereits nach dem ersten Stück „On Wings of magic“ nicht mit Beifall.

Geprobt für diesen Abend wurde bereits nach den Sommerferien. „Wir haben darauf geachtet, dass die ausgewählten Stücke zum Titel „Magic Moments“ passen und wir einen schönen Gesangklang bekommen“ so Jahnich.

Herbstkonzert Erler Jäger 2019

Die Palette der musikalischen Auswahl war enorm breit gefächert. Moderator Rainer Naujoks führte die Zuhörer, die dicht gedrängt in der Turnhalle saßen und teilweise standen, durch die verzauberten Welten von Harry Potter mit dem Stück „Suit from Harry Potter an the order of Phönix“, weiter zu „The Phantom of the opera“, „The Lord of the Rings“, „Game of Thrones“ sowie die „Egerländer Zauber-Polka“.

Herbstkonzert Erler Jäger 2019

Der Dirigent Oliver Jahnich flog während des Dirigierens regelrecht mit dem Rhythmus über die Bühne und bewies erneut eine große Professionalität an Leistung, welches sich das Blasorchester in den letzten Jahren immer weiter aufgebaut hat.

Hymne der Wende

Das absolute Highlight des Abends war die Rockballade der Skorpions „Wind of Change“. Der Song wurde 1989 uraufgeführt und gilt bis heute noch als Hymne der Wende.

Herbstkonzert Erler Jäger 2019

Mit eingespielten Reden zum Thema Mauerfall und in Verbindung mit der Musik und den einlaufenden Fahnenträger sorgte das eigenwillig arrangierte Stück für Gänsehautmomente im Publikum. „Das war vom allerfeinsten und richtig gut. Im Publikum sah ich, wie einige Tränen flossen und es war totenstille“, sagte im Anschluss der Tambourmajor des Fanfarencorps Raesfeld Lukas Höing. Außerdem habe er so einen Applaus, wie nach diesem Stück, noch nie gehört.

Herbstkonzert Erler Jäger 2019

Beständiges Erler Blasorchester

Die Erler Jäger sind seit vielen Jahren nicht nur das einzige, sondern auch das beständigste Orchester in Erle und haben sich schon lange über die Dorfgrenze hinaus einen Namen gemacht. Besonders die Jugendarbeit werde, so Oliver Jahnich, großgeschrieben. So zeigte auch der Nachwuchs mit seinen Stücken „Tabaluga und Kids“ sowie „High school Musical“, ein großes spielerisches Können.

Herbstkonzert Erler Jäger 2019

Erler Orchester

Kein Wunder, dass beide Konzertabende ausgebucht waren. Dennoch hält Jahnich auch weiterhin daran fest, trotz der Enge, in der Turnhalle seine Konzerte zu geben. „Wir sind ein Erler Orchester und uns ist es wichtig, dass wir auch hier spielen. Früher haben wir ein Konzert gegeben. Jetzt sind wir zweimal ausverkauft. Das werden wir auch weiterhin so machen, weil wir uns sagen, Erle ist unsere Heimat und wir wollen auf jeden Fall in Erle spielen“.

Petra Bosse

Pedelec-Fahrerin erlitt nur leichte Verletzungen

Leichte Verletzungen hat eine 79 Jahre alte Pedelec-Fahrerin am Sonntag bei einem Unfall in Raesfeld-Erle erlitten.

Raesfeld (ots). Die Raesfelderin war gegen 15.50 Uhr aus Richtung Friedholt auf der Silvesterstraße unterwegs.

Als diese die bevorrechtigte Dorstener Straße (B224) in Richtung Suendarper Weg überquerte, kam es zur Kollision mit dem Wagen einer 77-jährigen Dorstenerin: Diese hatte die Bundesstraße in Richtung Dorsten befahren.

Ein Rettungswagen brachte die verletzte Raesfelderin zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Der entstandene Sachschaden liegt circa bei 1.000 Euro.

Airbag knallte bei Löscharbeiten in Raesfeld

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Am Freitagmorgen wurden die Feuerwehr um 04:30 Uhr zu einem PKW-Brand auf der Straße Nettelhoff alarmiert.

Ein parkendes Auto ist in der Nacht zum Freitag in Raesfeld in Brand geraten. Das Feuer zog auch zwei weitere Pkw in Mitleidenschaft, die ebenfalls auf dem Grundstück an der Straße Nettelhoff gestanden hatten. Der entstandene Sachschaden liegt circa bei 3.000 Euro. Die Polizei hat das ausgebrannte Fahrzeug sichergestellt und die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Feuerwehr Raesfeld
Foto: Feuerwehr

Laut Feuerwehr Raesfeld knallte es während der Löscharbeiten zweimal laut. Dabei seien die Gaskartuschen der Airbag-Systeme explodiert. Zusätzlich habe die Wehr drei Mülltonnen gelöscht, die ebenfalls Feuer gefangen hatten.

Um 05:15 Uhr war das Feuer gelöscht. 

Heiligabend für jedermann im Jugendhaus Erle

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Das Team vom Jugendhaus Erle lädt zum Weihnachtsfest an Heiligabend für jedermann im Jugendhaus Erle ein

Das Team vom Jugendhaus Erle, Tanja Regmann und Sonja Gerwers, werden in diesem Jahr zusammen mit Sarah Klenner, Sozialpädagogin aus Dorsten und frühere Praktikantin des Erler Jugendhauses, ein Weihnachtsfest an Heiligabend im Jugendhaus für jedermann zelebrieren.

Weihnachten im Jugendhaus Erle
Sonja Gerwers, Tanja Regmann, Sarah Klenner (v. l. ) zu der Feier ins Jugendhaus Erle ein. Foto: Jugendhaus

Erle (pd). Angesprochen sollen sich Menschen jeder Altersstufe aus dem Umkreis fühlen, die den Abend nicht allein verbringen wollen und eine fröhliche Zeit mit uns und anderen netten Leuten verleben möchten. Es wird ein reichhaltiges und leckeres Buffet geben. Zum Wohl der Tiere verzichten wir auf Fleisch.

Los geht es am 24. Dezember 2019 ab 17.00 Uhr. Wer nicht mobil ist, kann gerne auf uns zukommen. Damit jeder die Möglichkeit hat teilzunehmen, verzichten wir auf einen Beitrag. Damit möchten wir die umliegenden Einzelhändler motivieren, uns gern mit bspw. Nahrungsmitteln, Einkaufsgutscheinen, Dekoration und Sachspenden in Form von kleinen Geschenken für die Teilnehmer zu unterstützen.

Anmeldung bitte bis zum 20. Dezember 2019, entweder persönlich im Jugendhaus, telefonisch, oder per E-Mail. Jugendhaus Erle, Silvesterstr. 20, 46348 Raesfeld-Erle (Mo- Do 14.00 – 20.00 Uhr)

E-Mail: [email protected]

Tel.: 017616162039 (Sarah Klenner)

Tel.: 01786672039 (Sonja Gerwers)

Bratapfelessen im Pölleken

Der Heimatverein Raesfeld lädt alle Mitglieder zum traditionellen Bratapfelessen am Freitag, den 15. November 2019 in die Hütte am Pölleken ein. Beginn ist um 18.00 Uhr. Geschirr und Besteck sind mitzubringen.

Anna Bosse – Ein letzter Gruß – Tschüss Mama

Denn was heißt Sterben anderes, als nackt im Wind zu stehen und in der Sonne zu schmelzen!
Und was heißt nicht mehr zu atmen anderes, als den Atem von seinen rastlosen Gezeiten zu befreien, damit er emporsteigt und sich entfaltet und ungehindert Gott suchen kann? (Khalil Gibran)

Anna BOSSE

Geb. Braun

* 4. August 1919 
+ 8. November 2019

Meine Mama hat es geschafft.

Nach einhundert Jahren, vier Monaten und vier Tagen war es für sie an der Zeit, endlich einen neuen Weg einzuschlagen und in eine neue Welt zu gehen.

Sie ging leise und friedlich von dieser Welt. So, wie sie in den letzten Jahren gelebt hat und war dazu fest entschlossen und bereit. Sieben Tage brauchte aber ihr starkes Herz, um ihr diesen letzten, einen Wunsch zu erfüllen.

Vielleicht hatte sie diesen Wunsch schon lange, aber sie wollte nicht gehen ohne sicher zu sein, dass es ihren Kindern und Enkelkindern wirklich gut geht.

Und so, wie ich meine Mama kenne, hat sie einfach für sich heimlich beschlossen, dass sie nun schon so viele schreckliche und schöne Dinge in ihrem langen Leben erlebt hat, dass es doch nun dumm wäre, nicht auch noch die 100 Jahre vollzumachen getreu dem Motto: „Wennschon, dennschon“.

Mama, ich hoffe, dass du im Himmel nun eine fröhliche Wiedersehensfeier mit Papa und Edith sowie alle, die du dort oben kennst, feiern kannst.

Verstorben Anna Bosse Raesfeld

Ich weiß, dass du auch zukünftig ein Auge auf deine Familie haben wirst. Ich weiß auch, dass du mir Donner und Blitz vom Himmel schickst, wenn ich mal wieder viel zu laut rede. „Kind, schrei doch nicht so laut“.

Dennoch darfst du dich freuen, denn ich habe dir dicke und warme Wollsocken angezogen, damit du nie wieder kalte Füße hast. Was deine Frisur anbelangt, da konnte ich am Ende leider nichts mehr retten. Für schöne Locken waren die Haare einfach zu kurz geschnitten.

Hände meiner Mutter
Die Händer einer Mutter. Sie tragen dich durch das Leben und über den Tod hinaus.

Danke

Ein großer Dank geht an das Seniorenhaus St. Martin. Besonders an das Team der Station 1. Sie haben dich 16 Jahre fürsorglich gepflegt und liebevoll bis zum letzten Atemzug in den Tod begleitet.

Dieser Dank geht auch an Judith Kolschen von der Caritas Borken. Als Hospizbegleiterin war sie für mich da, immer dann, wenn ich sie dringend brauchte.

Danke auch an Dr. Stefan Göllmann. Er hat dir geholfen und mir gezeigt, wie es geht, ohne lebensverlängernde Maßnahmen, was auch deinem Wunsch entsprach, schmerzfrei in den Tod hineinzugehen.

Nicht zu vergessen Schwester Daniela-Maria von St. Martin, die spontan mit dir gebetet und an deinem Bett so wunderschön gesungen hat.

Geburtstag 100 Jahre geboren 1919
Petra, Helga und Edith

Einen guten Flug, egal wohin und ohne Kerosin, getragen nur von den Flügeln der Engel, wünschen dir liebe Mama, Oma und Uroma deine Töchter Helga und Petra, David und Frau Sabrina, Daniel und seine Lena, Sonja aus weiter Ferne mit Tochter Laia, Robert, Frau und Kinder in Toronto sowie alle lieben Menschen, die bis zum Schluss an deiner und meiner Seite standen und stehen.

Ruhe in Frieden

Danke auch an alle, die mir Trost und Kraft in ihren Posts auf Facebook, mit Beileidskarten und Telefonaten gaben. Nicht zu vergessen meine besten Freunde, Kinder und unsere Familie. Die wichtigsten Menschen überhaupt im Leben. Und Arno Brömmel, der mir in der schweren Zeit ein Bier ausgegeben hat und wo ich an seiner Theke weinen durfte.

Die Beisetzung findet am Dienstag, 12. November um 9.30 Uhr in der Friedhofskapelle Erle statt.

Bariton und Klavier im Raesfelder Schloss

Benjamin Hewet-Craw und Yuhao Guo gastieren auf Einladung des Kulturkreises Schloss Raesfeld im Rittersaal / Beginn ist um 17 Uhr

Kreis Borken/Raesfeld (pd). Zwei junge Solisten gestalten das nächste Konzert, zu dem der Kulturkreis Schloss Raesfeld einlädt: Am Sonntag, 10. November, werden Yuhao Guo (Klavier) und Benjamin Hewet-Craw (Bariton) im Rittersaal zu hören sein. Das musikalische Programm beginnt um 17 Uhr.

 Benjamin Hewet-Craw (re.) und Yuhao Guo gastieren am Sonntag, 10. November, im Rittersaal von Schloss Raesfeld.
Benjamin Hewet-Craw (re.) und Yuhao Guo gastieren am Sonntag, 10. November, im Rittersaal von Schloss Raesfeld.

Bereits in der letzten Saison genoss der Kulturkreis Schloss Raesfeld einen Duo-Abend mit dem Pianisten Yuhao Guo. Der Kölner ist Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben. Sein erstes Studium an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln schloss er mit Bestnote ab. Seit 2018 studiert er dort zudem Liedbegleitung.

Als Preisträger zahlreicher Wettbewerbe gab er unter anderem Konzerte in Düsseldorf, Essen und Köln sowie in weiteren großen Konzerthäusern in Europa und den USA. Zudem engagiert er sich als Jurymitglied beim Wettbewerb „Jugend musiziert“.

Benjamin Hewat-Craw (Bariton) ist in England aufgewachsen. Als Kind sang er im Knabenchor. Derzeit studiert er an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Hewat-Craw hat unter anderem eine große Leidenschaft für die Lieder des englischen Komponisten Gerald Finzi und Ralph Vaughan-Williams.

Auf dem Programm in Raesfeld stehen Werke von Robert Schumann. Das Duo präsentiert unter anderem den „Liedkreis Op. 39“ nach Gedichten von Joseph von Eichendorff, „Es leuchtet meine Liebe Op. 127“ sowie „Dichterliebe Op. 48“ nach Heinrich Heine.

Der Eintritt kostet für Besucherinnen und Besucher, die nicht Mitglied des Kulturkreises Schloss Raesfeld sind, 20 Euro, Studentinnen und Studenten zahlen 12 Euro. Schülerinnen und Schüler bis 18 Jahre erhalten freien Eintritt.

Karten können in der Geschäftsstelle des Kulturkreises Schloss Raesfeld unter Tel. 02564 /98 99 110 oder per E-Mail an [email protected] (bis Freitag, 8. November, 12 Uhr) bestellt werden. Dort ist auch das Programmheft für die Saison 2019/20 erhältlich. Der Verkauf an der Tageskasse beginnt im Schloss Raesfeld ab 16 Uhr.

Gesamtschüler reinigen Stolpersteine in Raesfeld

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Stolpersteine erinnern nicht nur an Menschen jüdischen Glaubens

Raesfeld. Am Mittwoch trafen sich die Schüler der Klasse 8.6 der Julia-Koppers- und der Klasse 10 C der Alexanderschule zum gemeinsamen jährlichen Reinigen der Stolpersteine in Raesfeld, die seit einigen Jahren im Raesfelder Bürgersteig an die Menschen erinnern, die während der Nazidiktatur deportiert und ermordet wurden.

Stolpersteine Raesfeld

Diese Stolpersteine sind Teil eines internationalen Projektes zur Erinnerung an die Einzelschicksale der Opfer des Faschismus in Europa durch den Künstler Gunter Demmig, der inzwischen über 70.000 Stolpersteine in 28 Ländern verlegt hat.

Sie erinnern nicht nur an Menschen jüdischen Glaubens, sondern auch an Sinti und Roma, politisch Andersdenkende, Homosexuelle und Menschen mit Behinderung, die Opfer des Nationalsozialismus wurden.

Stolpersteine Raesfeld

Die Schüler beider weiterführender Schulen in Raesfeld verlasen dabei die Namen der Opfer, reinigten die Stolpersteine und legten weiße Rosen ab. Beide Schulen gehören dem Netzwerk der „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ an und arbeiten seit längerem bereits an diesem Themenkomplex.

Pflege der Erinnerungskultur im Ort

Nach einer kurzen Einführung durch den Schulsozialpädagogen Uli Cluse, berichtete der Initiator der Stolpersteinverlegung in Raesfeld, Gerd Gutschow, von dem Projekt und übergab gemeinsam mit dem Bürgermeister Andreas Grotendorst nun eine offizielle Patenschaft für die Stolpersteine und die Pflege der Erinnerungskultur im Ort an die beiden Schulleitungen Christine Dohmann (Alexanderschule) und Axel Heinz (Julia-Koppers-Gesamtschule), die in Zukunft versprachen Sorge zu tragen für das Projekt und einen möglichen Ausbau.

Stolpersteine Raesfeld

Gerd Gutschow sensibilisierte die Anwesenden für die Verharmlosung der Shoah und die Schönfärberei der Zeit der Diktatur durch Rechtspopulisten.

Andreas Grotendorst sprach in seiner Ansprache an die Schüler beider Schulen von der Gnade der späten Geburt und den Opfern des Faschismus und des Krieges, die teilweise dieselben (Nach)namen hatten, wie die anwesenden Schüler. Grotendorst bedankte sich bei den Jugendlichen zudem für ihr Engagement.

Kreisgruppe der UWG sowie Vertreter der Stadtpartei Bocholt

besuchen zum Juliäum „30 Jahre UWG im Kreistag“ das Kreishaus
Einblicke in verschiedene Bereiche der Kreisverwaltung

Kreis Borken (pd). Rund 45 Mitglieder der Kreisgruppe der UWG sowie Vertreter der Stadtpartei Bocholt haben das Kreishaus in Borken anlässlich ihres 30-jährigen Kreistags-Jubiläums besucht. Im Kreishaus wurden sie von Heike Tegeler, Mitarbeiterin der Stabsstelle, begrüßt.

Mitglieder der Kreisgruppe der UWG sowie Vertreter der Stadtpartei Bocholt haben das Kreishaus in Borken besucht
Mitglieder der Kreisgruppe der UWG sowie Vertreter der Stadtpartei Bocholt haben das Kreishaus in Borken besucht.

Eigentlich wollte das Landrat Dr. Kai Zwicker selbst übernehmen, der jedoch krankheitsbedingt ausfiel. Beim Kaffeetrinken in der Kreiskantine hielt Jörg von Borczyskowski, Sprecher der Fraktion UWG/Stadtpartei im Kreistag, zunächst einen kurzen Rückblick über die politische Arbeit der Fraktion.

Danach ging es in zwei Gruppen aufgeteilt in verschiedene Bereiche des Kreishauses. Im Kreisarchiv, das im Untergeschoss des Gebäudes untergebracht ist, beeindruckte sie die große Rollregalanlage. Darin seien viele tausend Akten und andere Unterlagen untergebracht, machte Archivarin Nadine Schober deutlich.

Dann erläuterte sie die Aufgaben des Archives und zeigte dabei viele Anschauungsstücke. Hier hatte sie aus der Sammlung von Wahlplakaten verschiedene Anschauungsstücke der UWG zur Kommunalwahl aus dem Jahre 1975 und später herausgesucht.

Kreisvermessungsrat Heinz Kroschner übernahm es, die Aufgaben des Fachbereichs Geoinformation und Liegenschaftskataster (früher bekannt als Vermessungs- und Katasteramt) vorzustellen. Außerdem gab er einen Überblick über 190 Jahre Kartografie und präsentierte zudem die modernen kartografischen Darstellungsformen.

Dazu zählt beispielsweise der „Geodatenatlas“ des Kreises Borken im Internet (https://kreis-borken.de/geodatenatlas). Anhand der dort einsehbaren – auch historischen – Luftbilder, Karten und weiterer Fachinformationen können sich Interessierte jederzeit umfassend über den Kreis Borken unterrichten.

 

Kinderprinzenpaar trifft Die Höhner an der Schlossremise

Da simmer dabei! Dat is prima! Kartenvorverkauf für Die Höhner in Raesfeld gestartet.

Nicht „Viva Colonia“, sondern eher „Viva Raesfeld“, und auf alle Fälle „Da simmer dabei“, konnte das RRZ Kinderprinzenpaar Prinzenpaar Finn I. Rreidenbach und Jonna I. Vorholt heute beim Kartenvorverkauf in der Schlossremise bei Hetkamp singen.

Wie schon berichtet, tritt die Kölner Band im Rahmen der Musiklandschaft:Westfalen im Schloss Raesfeld unter dem Titel „HÖHNER philharmonics“ am 15. August 2020 zusammen mit der „festival:philharmonie westfalen“ auf.

Die Höhner in Raesfeld
Die Höhner mit Frontman Henning Krautmacher (l.) kommen – Das RRZ Prinzenpaar heute beim Kartenvorverkauf an der Remise am Schloss Raesfeld. Foto: privat

Der Kartenvorverkauf zu diesem Event startet am Donnerstag (7.11.) direkt vor Ort in der Schloss-Remise Hetkamp.

Wer, oder was sind eigentlich die „Höhner“?

Für die alteingesessenen Karnevalisten ist der Name Programm. Für viele Menschen aber, die sich mehr auf Klassik spezialisiert haben, hier ein paar Infos:

Die Höhner sind eine Kölner Band. Gegründet 1972 von den Bandmitgliedern Peter Werner, Walter Pelzer, Rolf Lessenich und Janus Fröhlich. Anfänglich war der Name noch„ „Ne Höhnerhoff““. Dieser wurde dann 1975 in den Bandnamen „De Höhner“ geändert.

Bekannt sind die Kölner Musiker besonders dafür, dass sie zu ihrer Mundart stehen und viele Lieder auf Kölsch singt.
Die Band besteht heute aus sechs Mitgliedern: Joost Vergoossen, Henning Krautmacher (Frontman), Hannes Schöner (E-Bass und Bass), Jens Streifling (Gitarre, Mandoline und Saxophon), Micky Schläger und Heiko Braun.

Der größte und bekannteste „Höhner-Hit“ ist Viva Colonia aus dem Jahre 2004. Dieser entwickelte sich neben „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, zu einem „Wies’n-Hit“.“

Petra Bosse

Letzter Raesfelder Monatsmarkt 2019

Am Donnerstag, den 7. November findet im Raesfelder Ortskern zum letzten Mal in diesem Jahr der Monatsmarkt statt.

Neben den Textil- und Kurzwarenhändlern, bei denen man so manches Schnäppchen erlangen kann, sind unter anderem auch ein Blumen- und ein Gewürzhändler vertreten. Dazu gibt es Fischbrötchen oder frisch gebackenen Reibekuchen.

An jedem ersten Donnerstag im Monat, von März bis Oktober, bietet der Markt von 14:00 bis 18:30 Uhr ein vielfältiges Angebot. Zum einen besteht die Möglichkeit, sich dort zu bevorraten, zum anderen einfach nur durch den Ortskern zu schlendern und später einen kleinen Imbiss auf dem Markt oder eine Tasse Kaffee in einem umliegenden Café zu genießen.

Raesfelder Schützenfahne hat neues Zuhause gefunden

Vereinsfahne jetzt in der Freiheit

Für einen Schützenverein ist die Vereinsfahne ein wertvolles Schmuckstück, das im Verein eine würdige Stellung einnimmt.

Raesfeld (pd). Bei öffentlichen Veranstaltungen dient dieses Unikat als „Aushängeschild“ und lässt die eindeutige Identifizierung des Vereins zu.

Raesfelder Schützenfahne
Freude über den neuen Platz v. l.. Präsident Reinhard Brömmel, Fahnenoffizier Alfons Wallmeyer, Offizier Klaus-Peter Flück (Erbauer der Vitrine) und Gastwirt Reinhard Nießing. Foto: Schützenverein Raesfeld

Das im Jahr 2008 geweihte Kleinod des Allgemeinen St.-Johannis-Bürgerschützenvereins misst 1,15 x 1,15 Meter, zeigt auf der einen Seite Johannes den Täufer mit Bischofsstab und Kreuz, und auf der anderen Seite das Schützenemblem mit Zielscheibe, zwei gekreuzten Gewehren mit Eichenlaub und Schützenhut.

Kein muffiger Schrank

Eingefasst ist die Fahne mit echt vergoldeten 50 Millimeter langen Bouillon-Fransen.
Eine solche Kostbarkeit sollte gehegt und gepflegt werden und ihre „dienstfreie“ Zeit nicht in irgendeinem muffigen Schrank verbringen – Sie sollte es trocken haben und, wenn möglich, der Öffentlichkeit zur Ansicht präsentiert werden. Dies wurde durch Reinhard Nießing, Gastwirt der „Freiheit 24“, durch die Erweiterung seiner Gaststätte ermöglicht.

Seit dem 10. Oktober 2019 befindet sich die Vereinsfahne in einer, durch den langjährigen Vereinsoffizier Klaus-Peter Flück, neu- und maßgefertigten Vitrine aus Holz und Glas in der „Freiheit 24“ am Schloss Raesfeld. „Interessierte Besucher sind herzlich eingeladen die Vereinsfahne während unserer Öffnungszeiten in Augenschein zu nehmen“, so Gastwirt Reinhard Nießing.

Ausblick – nächster Termin:
Am Sonntag, den 10. November 2019 findet das traditionelle „Bömkes potten“ beider Raesfelder Schützenvereine an der Festwiese statt. Hierzu sind alle Bürger herzlich eingeladen. Treffpunkt ist der Froschbrunnen im Dorf um 11:00 Uhr.

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