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Gesamtschüler reinigen Stolpersteine in Raesfeld

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Stolpersteine erinnern nicht nur an Menschen jüdischen Glaubens

Raesfeld. Am Mittwoch trafen sich die Schüler der Klasse 8.6 der Julia-Koppers- und der Klasse 10 C der Alexanderschule zum gemeinsamen jährlichen Reinigen der Stolpersteine in Raesfeld, die seit einigen Jahren im Raesfelder Bürgersteig an die Menschen erinnern, die während der Nazidiktatur deportiert und ermordet wurden.

Stolpersteine Raesfeld

Diese Stolpersteine sind Teil eines internationalen Projektes zur Erinnerung an die Einzelschicksale der Opfer des Faschismus in Europa durch den Künstler Gunter Demmig, der inzwischen über 70.000 Stolpersteine in 28 Ländern verlegt hat.

Sie erinnern nicht nur an Menschen jüdischen Glaubens, sondern auch an Sinti und Roma, politisch Andersdenkende, Homosexuelle und Menschen mit Behinderung, die Opfer des Nationalsozialismus wurden.

Stolpersteine Raesfeld

Die Schüler beider weiterführender Schulen in Raesfeld verlasen dabei die Namen der Opfer, reinigten die Stolpersteine und legten weiße Rosen ab. Beide Schulen gehören dem Netzwerk der „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ an und arbeiten seit längerem bereits an diesem Themenkomplex.

Pflege der Erinnerungskultur im Ort

Nach einer kurzen Einführung durch den Schulsozialpädagogen Uli Cluse, berichtete der Initiator der Stolpersteinverlegung in Raesfeld, Gerd Gutschow, von dem Projekt und übergab gemeinsam mit dem Bürgermeister Andreas Grotendorst nun eine offizielle Patenschaft für die Stolpersteine und die Pflege der Erinnerungskultur im Ort an die beiden Schulleitungen Christine Dohmann (Alexanderschule) und Axel Heinz (Julia-Koppers-Gesamtschule), die in Zukunft versprachen Sorge zu tragen für das Projekt und einen möglichen Ausbau.

Stolpersteine Raesfeld

Gerd Gutschow sensibilisierte die Anwesenden für die Verharmlosung der Shoah und die Schönfärberei der Zeit der Diktatur durch Rechtspopulisten.

Andreas Grotendorst sprach in seiner Ansprache an die Schüler beider Schulen von der Gnade der späten Geburt und den Opfern des Faschismus und des Krieges, die teilweise dieselben (Nach)namen hatten, wie die anwesenden Schüler. Grotendorst bedankte sich bei den Jugendlichen zudem für ihr Engagement.

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