Am Turmdach des Schlosses Raesfeld laufen derzeit umfassende Sanierungsarbeiten. Dazu Bürgermeister Martin Tesing: āInsgesamt wird aktuell jede einzelne Platte auf dem Dach geprüft.ā Besonders mit Blick auf die Fƶrderung sei entscheidend gewesen, dass sich das GebƤude seit 2022 im Besitz der Gemeinde befinde, so Tesing weiter. Zuvor hat es der Akademie gehƶrt. Mit dem Kauf hat die Gemeinde nun auch die Verantwortung für die dringend nƶtige Sanierung übernommen ā ein Umstand, der bereits im Vorfeld bekannt gewesen sei.
Ein Sturmschaden aus den 1990er-Jahren hat bis heute Auswirkungen: Statt einer vollstƤndigen Neueindeckung reparieren FachkrƤfte behutsam die historische Kupferverkleidung ā ermƶglicht durch eine Fƶrderung in Hƶhe von 280.000 Euro. Bürgermeister Martin Tesing und Gerald Plenter, Fachhandwerker für SanitƤr, Heizung und Regenerative Energien und Dach und Fassade aus Münster, zeigten sich beim Ortstermin zufrieden mit dem bisherigen Verlauf.

Turm Schloss Raesfeld – Blick auf die Bauarbeiten
Am Dienstagmorgen verschafften sich Bürgermeister Martin Tesing und Fachhandwerker Gerald Plenter einen persƶnlichen Eindruck vom Stand der Sanierungsarbeiten. Gemeinsam mit der Presse stiegen sie bei strahlendem Wetter auf den Turm des Schlosses und informierten rund 52 Meter über dem Boden über die laufenden MaĆnahmen.

Fƶrdermittel ermƶglichen das Projekt
āWir sind froh, dass wir diese BaumaĆnahme endlich durchführen kƶnnenā, sagte Bürgermeister Tesing. Nach seinen Angaben befand sich das Dach in einem bedenklichen Zustand ā einzelne Bereiche wiesen erhebliche SchƤden auf. Die Gemeinde konnte das Projekt dank einer Fƶrderung von rund 280.000 Euro starten. Ohne diese Unterstützung, so Tesing, hƤtte es kaum eine realistische Chance auf Umsetzung gegeben. Die Gesamtkosten schƤtzt die Verwaltung auf etwa 700.000 Euro.

Sturmschaden als Auslƶser
Ein schwerer Sturm in den 1990er-Jahren hatte das Dach beschƤdigt. Damals reagierte man mit einer provisorischen Reparatur, die langfristig neue Probleme verursachte. āĆber die Jahre haben sich die Schraubverbindungen gelockertā, erklƤrte Tesing. Dadurch drang Regenwasser ein, und einzelne Bleche lƶsten sich. ZunƤchst plante die Gemeinde eine Neueindeckung mit Schieferplatten, doch die Denkmalschutzbehƶrde lehnte ab. Der Fokus liege klar auf Erhalt statt Ersatz. Ein spezielles Reparaturverfahren, das sich bereits an der Gnadenkapelle in Telgte bewƤhrt habe, brachte schlieĆlich den Durchbruch.

Kupfer bleibt ā Technik wird angepasst
āDiese Technik ist aufwendig, aber sie erhƤlt das Originalmaterialā, sagte Gerald Plenter. Die Kupferdeckung des Dachs bleibe vollstƤndig erhalten. Nur die Falzen wurden geƶffnet und die Befestigungen überarbeitet. āWir haben das Dach ertüchtigt, nicht ersetztā, betonte der Fachmann. Die Kupferplatten stammen vermutlich aus den 1950er- oder 1960er-Jahren. VollstƤndig erhaltene DƤcher aus dieser Zeit seien selten, da viele Bauten nach dem Krieg neu eingedeckt wurden.

Auch wirtschaftlich habe sich das Verfahren als sinnvoll erwiesen. āKupfer ist ein teures Material. Eine Neueindeckung wƤre deutlich teurer gewesenā, erklƤrte Plenter. Die darunterliegende Holzschalung wurde auch, soweit erreichbar, zusƤtzlich gesichert.
Arbeiten kurz vor dem Abschluss
Seit Ende MƤrz arbeiten die FachkrƤfte am Turm, von unten nach oben. āDie letzten MaĆnahmen stehen jetzt kurz bevorā, erklƤrte Plenter. Starke Winde oder Regen erschweren jedoch die Arbeit auf der Turmspitze. Noch fehlen einige Bleche im oberen Bereich und die Sicherung der Gauben. Auch dabei legen die Handwerker Wert auf mƶglichst viel Originalsubstanz. āDie müssen wir auch noch bewahrenā, so Plenter.

Fertigstellung abhƤngig vom Wetter
Bürgermeister Tesing rechnet in den kommenden Wochen mit der Fertigstellung. āJe nach Wetterlageā, betonte er. Ob das Gerüst rechtzeitig zur Veranstaltungsreihe Musiklandschaft Westfalen im August abgebaut werden kann, bleibt offen. āWir hoffen es, sicher ist es aber noch nichtā, so Tesing.


































































































