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Nach 50 Jahren im Rat | Karl-Heinz Tünte blickt auf bewegte Zeiten in Raesfeld zurück

Karl-Heinz Tünte (CDU) zieht Fazit nach 50 Jahren im Rat der Gemeinde Raesfeld

Bei der Feierstunde im Gemeinschaftshaus Martinus blickte Karl-Heinz Tünte am Freitag auf fünf Jahrzehnte im Rat der Gemeinde Raesfeld zurück. Im Gespräch sprach er über Herausforderungen, prägende Entscheidungen und die Entwicklung der Gemeinde, die er über viele Jahre aktiv mitgestaltet hat. Nach 50 Jahren im kommunalpolitischen Ehrenamt hat er sich auf eigenen Wunsch entschieden, seine Ratsarbeit zu beenden.

Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg

Im Gemeinderat habe stets eine gute Kultur des Miteinanders geherrscht, sagte Tünte. Auch wenn die Ansichten oft auseinandergegangen seien, habe man sachlich und fair miteinander diskutiert. Dieses respektvolle Miteinander habe die Arbeit im Rat über Jahrzehnte geprägt.

Rückblick auf fünf Jahrzehnte Kommunalpolitik

„Trotz der schwierigen Probleme oder Anforderungen, die wir zu bewältigen hatten – ich denke da besonders an die Flüchtlingssituation, die ja einigen Wirbel verursacht hat – bin ich der Meinung, dass sich die Gemeinde sehr gut entwickelt hat“, sagte Tünte.

Er erinnerte sich zudem an die Anfangszeit der neu gebildeten Gemeinde Raesfeld. „Damals musste das Rathaus gebaut werden, und das war anfangs sehr umstritten. Im Nachhinein hat sich aber gezeigt, dass das eine gute Entscheidung für die Gemeinde war.“

Positives Fazit und Blick in die Zukunft

Am Ende zieht Tünte ein zufriedenes Resümee. „Unterm Strich kann man eigentlich ein positives Fazit ziehen. Die Gemeinde hat sich sehr gut weiterentwickelt, wir stehen finanziell immer noch gut da, und Martin Tesing hat in den letzten Jahren durch seine Politik auch die Weichen für die Zukunft so gestellt, dass es gut weitergehen kann.“

Raesfeld verabschiedet Bürgermeister Martin Tesing mit Humor, Herz und Musik

Verabschiedung von Bürgermeister Martin Tesing im Gemeinschaftshaus Martinus – Ein Abend voller Erinnerungen und Überraschungen

Moderator Raimund Stroick und Martin Tesing
Foto: Petra Bosse

Bevor es bei der Verabschiedungsfeier losging, stimmten sich die Gäste bei einem Sektempfang im Gemeinschaftshaus Martinus ein. Moderator Raimund Stroick eröffnete den Abend mit einem Augenzwinkern: „Martin, wenn du jetzt deine vorbereitete Rede rausholen möchtest, lass sie stecken.“

Verabschiedung Martin Tesing als Bürgermeister von Raesfeld
Unter den Gästen waren auch Ehrenbürgermeister Udo Rößing mit Ehefrau Ursula. Foto: Petra Bosse

Mit seiner lockeren und humorvollen Art nahm Stroick der Veranstaltung sofort die Wehmut. Kein Wunder, denn Martin Tesing wusste bis zuletzt nicht, was ihn an diesem Abend erwarten würde. Das Verwaltungsteam hatte das Programm in aller Stille vorbereitet, um ihm einen persönlichen Abschied zu bereiten.

Freunde, Weggefährten, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Nachbarkommunen, Landrat Kai Zwicker, Familie, Ratsmitglieder und viele Mitarbeitende der Verwaltung waren gekommen, um Martin Tesing für seine Zeit im Amt zu danken.

Ehepaar Tesing
Neben den angereisten Töchtern durfte an diesem Abend natürlich auch Ehefrau Ursula Tesing nicht fehlen. Foto; Petra Bosse

„Liebe Bürgermeisterinnen, liebe Bürgermeister…“

„Liebe Bürgermeisterinnen, liebe Bürgermeister, die ja wirklich zahlreich heute erschienen sind“, begann Raimund Stroick. Er sprach von einem „kleinen Ritterschlag“ für Tesing und verwies auf 249 Ratsjahre, die an diesem Abend im Saal vertreten waren. „Das sind alles Ehrenämter. Ich finde das so stark“, sagte er und ergänzte: „Wo keine Reibung ist, ist keine Bewegung. Wichtig ist, dass man am Ende mit Respekt auseinandergeht.“

Dann wandte er sich direkt an Tesing: „Heute ist dein Tag, Martin. Du hast viele Tage gehabt, aber heute ist dein Tag.“

Verabschiedung - Bürgermeister Martin Tesing - Raesfeld 2025
Dabei waren u.a. v.l.: Mechtild Schulze Hessing aus Borken, Tobias Stockhoff, Dorsten, Dagmar Jeske, Velen, und Mike Rexforth, Schermbeck. Foto: Petra Bosse.

Überraschung über den vollen Saal

Das Gemeinschaftshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Tesing zeigte schon fast gerührt: „Ich bin total überrascht, wie viele Leute hier sind. Es hat kaum jemand abgesagt. Egal, wo ich hinschaue, links oder rechts, überall bekannte Gesichter. Ich freue mich auf einen schönen Abend.“

Stroick bat das Publikum augenzwinkernd: „Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir keine Tränen kriegen. Er hat das verdient.“ Dann fragte er: „Martin, was ging dir durch den Kopf, als du wusstest, dieser Tag kommt?“

Verabschiedung - Bürgermeister Martin Tesing - Raesfeld 2025
Bernhard Bölker li. und die Vorsitzend des CDU Gemeindeverbandes Dr. Gerswid Altenhoff Weber. Foto: Petra Bosse

Rückblick und Verantwortung

Tesing erzählte, er habe den letzten Arbeitstag damit verbracht, sein Büro aufzuräumen. „Mir ist eine Menge in die Hände gefallen. Da wurde mir bewusst, wie viele Projekte wir in den letzten Jahren gemacht haben.“

Auf die Frage, ob die Schuldenfreiheit Raesfelds eine Bürde sei, antwortete er: „Ich bin froh, dass wir es auch noch sind. Es wird aber immer schwieriger, das zu halten. Raesfeld ist wegen der Schuldenfreiheit und wegen des Schlosses bekannt. Die Wirtschaftlichkeit stand immer ganz oben.“

Verabschiedung - Bürgermeister Martin Tesing - Raesfeld 2025
Angereist aus Wehl: Joop Buiting mit Ehefrau Adri. Foto: Petra Bosse

Teamgeist in Rat und Verwaltung

„Du bist Verwaltungschef, aber Politik ist auch Teamarbeit“, leitete Stroick über. Tesing stimmte zu: „Die Vorlagen müssen vorbereitet sein, da steckt viel Arbeit dahinter. Und der Rat hatte die Gemeinde im Blick. Das hat vieles leichter gemacht.“

Fußball, Gemeinschaft und Humor

Auf die Frage, wie er Raesfeld heute sehe, sagte Tesing: „Raesfeld ist extrem lebenswert. Früher war der Ort für uns beim Fußball in Weseke ein sicherer Punktelieferant. Das hat sich geändert. Heute spielen hier Eigengewächse mit großem Erfolg. In der ersten und zweiten Mannschaft gibt es eine tolle Gemeinschaft. Das hat zu diesem Höhenflug geführt.“ Stroick lachte: „Vielleicht kannst du in Weseke in deiner Rente noch ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten.“

Kai Zwicker über Nähe, Verlässlichkeit und die Dartscheibe

Landrat Kai Zwicker begrüßte die vielen Kolleginnen und Kollegen und freute sich über den niederländischen Gast Marc Baumans aus Doetinchem. Er sprach über die Stärke der kommunalen Zusammenarbeit: „Wir wohnen alle in den Dörfern, in den Städten, wir wohnen hier um die Ecke, wir leben in Nachbarschaften. Wir wollen, dass es uns gut geht.“

Landrat Kai Zwicker-Kreis Borken
Landrat Dr. Kai Zwicker: Ich habe großen Respekt vor allen, die sich engagieren. Foto: Petra Bosse

Er erinnerte an die Worte von Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster, den er kurz zuvor verabschiedet hatte. „Wenn man das vertikal in der Menschheitsgeschichte oder horizontal betrachtet, dann sind wir hier in Nordrhein-Westfalen, im Münsterland, im Westmünsterland in der Mitte der Dartscheibe. Wir haben die 100 Punkte getroffen.“

Dirk Kuhmann Hans Hund, der Präsident der Handwerkskammer Münster
Der neue Raesfelder Bürgermeister Dirk Kuhmann mit Hans Hund, der ehemalige Präsident der Handwerkskammer Münster. Foto: Petra Bosse

Zwicker sagte weiter: „Bei allen Problemen, und Martin hat recht, es wird enger, aber unterm Strich ist es dieser Gesellschaft selten so gut gegangen. Das zeigen die Rückblicke auf 50 Jahre Kreis Borken, 50 Jahre Raesfeld. Man sieht, wie sich das alles entwickelt hat. Dafür braucht es Verlässlichkeit, und das hat man in Raesfeld geschafft, über Parteigrenzen hinweg, mit der Fähigkeit, auch einmal gemeinsam ein Bier zu trinken.“

Er betonte den Wert des Ehrenamts: „Ich habe großen Respekt vor allen, die sich engagieren, und vor allen, die sich einem Wahlamt stellen. Der Ton wird rauer, aber wir brauchen dieses Engagement weiter. Meckern ist einfacher als machen. Darum danke ich allen, die anpacken.“

Verabschiedung scheidender Ratsmitglieder
Foto: Petra Bosse

Verabschiedung scheidender Ratsmitglieder

Bevor die Ehrung der langjährigsten Ratsmitglieder begann, wurden zunächst die Ratsmitglieder verabschiedet, die ihre politische Tätigkeit beendet haben.
Bürgermeister Martin Tesing dankte Petra Nagel, Julia Horn, Nicole Ostendorf, Elke Rybarczyk, Dietmar von Berswordt, Ruppert Koller, Benedikt Limberg, Thomas Fortmann, Helmut Hellenkamp für ihr Engagement, ihre Zeit und ihre Beiträge zur Arbeit im Rat der Gemeinde Raesfeld.

Fünf Jahre im Rat Raesfeld-Verabschiedung
Foto: Petra Bosse

Er unterstrich, dass jedes einzelne Ratsmitglied über Jahre Verantwortung übernommen und an Entscheidungen mitgewirkt habe, die Raesfeld geprägt hätten. „Kommunalpolitik lebt vom Mitmachen, und ihr habt das mit Überzeugung getan“, sagte Tesing.

Ehrung der Ratsmitglieder

Ein Höhepunkt des Abends war die Ehrung der langjährigen Ratsmitglieder.
Geehrt wurden Wilfried Theis für 26 Jahre, Bernhard Bölker für 36 Jahre, Hans Dieter Strohtmann für 40 Jahre und Karl Heinz Tünte für 50 Jahre.

Verabschiedung und Ehrungen-älteste Ratsmitglieder Raesfeld
v. l. : Wilfried Theis, Hans-Dieter Strothmann, Bernhard Bölker und Karl-Heinz Tünte sowie Martin Tesing. Foto: Petra Bosse

Stroick sagte: „Wer so lange dabeibleibt, hat Generationen von Entscheidungen mitgestaltet.“ Er sprach vom Mix der Generationen: „Wie auf dem Fußballplatz. Die Erfahrenen verteilen am Mittelpunkt die Bälle, die Jungen rennen. Genau das braucht Politik.“

Persönliche Worte und Dank

Tesing würdigte jeden der Geehrten. Zu Karl Heinz Tünte sagte er: „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Du warst nicht nur 50 Jahre im Rat, sondern auch in vielen Vereinen in Verantwortung. Die Liste deiner Ämter würde den Abend sprengen. Die Ehrenbürgerwürde war eine der leichtesten Entscheidungen.“

Familie Tünte mit Karl-Heinz, Gerda und Henry
Familie Tünte mit Karl-Heinz, Gerda und Henry. Foto: Petra Bosse

Über Bernhard Bölker sagte Tesing: „Er gehört zu denen, die nicht laut auftreten müssen, um viel zu bewegen. Verlässlich und sachlich.“

Hans Dieter Strothmann dankte Tesing für 40 Jahre Ratsarbeit und seinen Einsatz in der Gemeindeverwaltungsgesellschaft: „Du warst immer ein verlässlicher Ansprechpartner mit dem Wohl der Gemeinde im Blick.“

Hans-Dieter Strothmann und Karl-Heinz Tüte-Verabschiedung Rat Raesfeld
Foto: Petra Bosse

Ein eigener Rückblick von Hans Dieter Strohtmann

Strothmann nahm das Mikrofon: „Die Situation ist da“, zitierte er Konrad Adenauer. Er dankte Udo Rößing, Andreas Grotendorst und Martin Tesing für die gute Zusammenarbeit. „Es war eine tolle Zeit, das wird mir fehlen.“

Er erzählte von rund 1500 Hausbesuchen bei Seniorinnen und Senioren, bei Ehejubiläen und in Vereinen. „Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt. Man fühlte sich willkommen. Ein Amt ist nicht nur ein Geben, man bekommt auch viel zurück.“ Natürlich habe es auch Ärger gegeben. „Wer in der Öffentlichkeit wirkt, muss damit rechnen, dass die Treffer gezählt werden“, zitierte er Kurt Tucholsky.

Abschiedsfeier für Martin Tesing-Raesfeld 2025

Projekte und Meilensteine

Ein Team aus der Gemeindeverwaltung hatte die vergangenen Jahre in Bildern und Stichpunkten zusammengefasst, eine visuelle Reise, die zeigte, was sich in Raesfeld unter Martin Tesings Leitung bewegt hatte.

Tesing selbst blickte dabei auf seine Stationen zurück: Vor 15 Jahren begann er in der Verwaltung als Kämmerer, später wurde er Erster Beigeordneter, 2020 dann Bürgermeister. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen zu Beginn seiner Amtszeit mit Pandemie, hohen Zuweisungen von Geflüchteten und dem Krieg in der Ukraine habe die Gemeinde ihren Weg konsequent fortgesetzt.

Zu den wichtigsten Meilensteinen zählten:

  • 2013 Bestätigung der Schuldenfreiheit
  • 2014 Start des Baugebiets Stockbredde
  • 2015 Beginn der kostenlose Glasfaserverlegung
  • 2016 weiterer Ausbau des Breitbandnetzes
  • 2017 Wahl zum Ersten Beigeordneten der Gemeinde Raesfeld
  • 2018 Glasfaserausbau im Außenbereich
  • 2021 Kauf des Schlosses Raesfeld durch die Gemeinde – eine schwierige, aber nachhaltige Entscheidung
  • 2020 Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde
  • 2022 Erschließung des Gewerbegebiets Raesfeld
  • 2023 Engagement der Korte Stiftung im Tiergarten und Eröffnung Bürgerpark
  • 2024 Entscheidung für den Umbau für das Hauses der Vereine
  • 2025 Eröffnung des Femeichenparks in Erle und des Gemeinschaftshauses Martinus

Zum Gewerbegebiet sagte Tesing: „Das war ein komfortables Problem. Die Flächen waren verkauft, bevor überhaupt erschlossen wurde.“ Und zum geplanten Rossmann Markt meinte er: „Der kommt wirklich.“

Abschied mit Applaus und einem Augenzwinkern

Als der letzte Applaus im Gemeinschaftshaus Martinus verklang, blieb das Gefühl, dass Martin Tesing in Raesfeld Spuren hinterlässt. Raimund Stroick fasste zusammen: „Das war à la Bonheur.“

Orden für Martin Tesing zum Abschied
Orden statt Amtskette. Foto: Petra Bosse

Und weil zu einem gelungenen Abschied auch ein wenig Humor gehört, sorgte Stroick noch für einen besonderen Moment. Da Tesing, wie er augenzwinkernd verriet, immer ein wenig die Amtskette vermisst habe, bekam er am Ende eine eigene überreicht, nicht ganz so schwer wie die echte, aber mit viel Witz in Form eines Ordens. Übergeben wurde sie von Jörg Heselhaus im Namen der Verwaltung und mit einem Augenzwinkern.

Verabschiedung Martin Tesing Raesfeld 2025
Sieh an. Die vermisste Raesfelder Fahne ist wie von Zauberhand wieder aufgetaucht. Foto: Petra Bosse

Darüber hinaus gab es noch eine Überraschung von Andreas Grotendorst und Detlef Weber, der mit einem Augenzwinkern die langvermisste Raesfelder Fahne präsentierte. Seit Tesings Amtsantritt war sie wie von Zauberhand verschwunden. Das Rätsel wurde an diesem Abend gelöst, nur wer tatsächlich dahintersteckte, bleibt ungewiss. Darüber darf weiter spekuliert werden.

Verabschiedung Martin Tesing-Gemeinschaftshaus Martinus Raesfeld 2025
Foto: Petra Bosse

Bei Musik, Gesprächen und einem Glas Sekt endete der Abend mit Dankbarkeit, vielen Erinnerungen und dem sicheren Gefühl, dass Raesfeld gut aufgestellt bleibt.

Und was wäre eine Feier ohne Musik? Jana und Michael Kruse aus Raesfeld begleiteten den Abend stimmungsvoll, während Pastor Fabian Tilling am Keyboard für den passenden musikalischen Beistand sorgte, himmlisch gut und mit spürbar göttlichem Groove.

Borken: Möbel EUTING muss nach 20 Jahren schließen

Baumarkt statt Möbel? Nach zwei Jahrzehnten voller Engagement und zufriedener Kunden war die Nachricht für die Beteiligten ein Schock. Das traditionsreiche Möbelhaus Möbel EUTING GmbH in Borken muss zum 28. Februar 2026 seine Türen für immer schließen.

Grund ist die Kündigung des Mietvertrags durch den Vermieter. Eine Entscheidung, die Geschäftsführer Karsten Schmeink noch immer sichtlich bewegt.

Baumarkt statt Möbel?
Foto: Ralf Meier

Gerade aufwendig modernisiert

„Die Nachricht hat mich im Hochsommer eiskalt erwischt“, erinnert er sich an diesen Moment.  „Wir hatten gerade unsere Küchenausstellung modernisiert. Die neue Abteilung war fertig, die Eröffnung bereits für den Herbst geplant.“

Doch stattdessen soll künftig ein Baumarkt in die bisherigen Räumlichkeiten einziehen. „Ich habe Verständnis für die Entscheidung des Investors“, so Karsten Schmeink weiter, „aber es ist enttäuschend, dass ein gesundes, inhabergeführtes Unternehmen einer Kette weichen muss, zumal es in der Region bereits mehrere Baumärkte gibt.“

Borken Möbel EUTING muss nach 20 Jahren schließen
Foto: Ralf Meier

Für Karsten Schmeink und sein Team bedeutet das Aus nicht nur das Ende eines Unternehmens, sondern auch einen tiefen Einschnitt in die berufliche Zukunftsplanung. „Ich versuche, für meine Mitarbeitenden neue Perspektiven zu finden. Sie haben dieses Haus über Jahre mitgeprägt und stehen jetzt ebenso wie ich vor der Frage, wies es weitergehen soll.“

Großer Räumungsverkauf läuft auf Hochtouren

So schmerzhaft der Abschied ist, so einmalig ist nun die Gelegenheit für Kundinnen und Kunden. Der Räumungsverkauf läuft bereits auf Hochtouren. Nahezu das gesamte Sortiment, von hochwertigen Sofas über stilvolle Essgruppen bis hin zu den nagelneuen Küchen der gerade modernisierten Ausstellung, ist aktuell stark reduziert. „Wir möchten uns mit fairen Preisen und besonderen Angeboten bedanken“, betont Karsten Schmeink. „Wer schon länger mit einer neuen Küche oder einem Möbelstück aus unserem Haus geliebäugelt hat, findet jetzt unschlagbare Gelegenheiten.“

Borken Möbel EUTING muss nach 20 Jahren schließen


Auch Neubestellungen sind weiterhin möglich, selbstverständlich mit voller Garantie und Gewährleistung, denn ein Partnerunternehmen wird die Kundenbetreuung nach der Schließung übernehmen.

Borken Möbel EUTING muss nach 20 Jahren schließen
Foto: Ralf Meier

Großer Abverkauf

Auf der Unternehmenswebseite verabschiedet sich Karsten Schmeink mit emotionalen Worten: „Nach über drei Jahrzehnten voller Engagement, Leidenschaft und schöner Begegnungen muss ich mein Möbelhaus schließen. Dieser Schritt trifft mich persönlich sehr – zu gerne hätte ich Sie auch in den kommenden Jahren begrüßt. Doch bevor sich die Türen endgültig schließen, möchte ich Ihnen noch einmal etwas zurückgeben: Ab sofort beginnt unser großer Abverkauf. Sie haben nun die besondere Gelegenheit, die bewährte Möbel-EUTING-Qualität zu deutlich reduzierten Preisen zu erhalten.“

615 Fahrrad- und Pedelec-Unfälle im Kreis Borken | Polizei zieht Zwischenbilanz

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Im Kreis Borken verunglücken laut Mitteilung der Polizei im Durchschnitt drei Menschen pro Tag mit dem Fahrrad oder Pedelec.

Insgesamt seien von Januar bis einschließlich September 615 Rad- und Pedelec-Fahrende im Kreisgebiet verunglückt, darunter 347 mit einem Pedelec. Eine Zahl, die die Brisanz des Themas verdeutlicht – und eine Entwicklung, auf die die Kreispolizeibehörde reagiert. Die Bekämpfung von Unfällen mit Rad- und Pedelecfahrenden gilt dort inzwischen als behördenstrategisches Ziel.

Polizei zieht Zwischenbilanz

„Wir setzen alles daran, die Zahl der Unfälle bei jenen zu senken, die mit Rad oder Pedelec unterwegs sind“, betont Landrat Dr. Kai Zwicker als Leiter der Kreispolizeibehörde Borken. Auch Leitender Polizeidirektor Paul Albers, Abteilungsleiter Polizei, unterstreicht: „Wir verfolgen direktionsübergreifend eine nachhaltige Strategie, um mit Mitteln der Repression und Prävention auf ein Verhindern solcher Unfälle hinzuwirken.“

In einer aktuellen Zwischenbilanz beleuchtet die Kreispolizeibehörde die jüngste Entwicklung. Diese gebe nach Angaben der Polizei keinen Anlass zur Entwarnung. Polizeirat Dominik Rezler, Leiter der Direktion Verkehr, berichtet: „Wir haben in diesem Jahr leider bereits acht getötete Menschen bei Unfällen mit Rad- oder Pedelec.“ In 525 Fällen hätten die Beteiligten leichte Verletzungen erlitten, in 82 Fällen schwere.

Seniorinnen und Senioren besonders gefährdet

Umso wichtiger sei es, das behördenstrategische Ziel konsequent zu verfolgen und dem Trend entgegenzuwirken. Dabei gehe es auch darum, Zielgruppen zu identifizieren, erklärt Rezler: „Ganz deutlich betroffen sind neben Kindern insbesondere die Erwachsenen – nicht zuletzt die Seniorinnen und Senioren, bei denen wir eine steigende Unfallzahl verzeichnen müssen.“

Für diese Gruppe hat die Polizei ein neues Präventionsangebot entwickelt: das sogenannte Seniorenradeln. Gemeinsam mit der Polizei erkunden ältere Rad- und Pedelecfahrende kritische Punkte im Verkehrsnetz und üben den sicheren Umgang mit ihrem Verkehrsmittel.

Prävention und Kontrolle gehen Hand in Hand

Neben Beratungen, Verkehrserziehung und Schulungen richtet sich das Team der Verkehrsunfallprävention an alle Generationen. Themen wie Helmtragen, Beleuchtung oder sicheres Verhalten im Straßenverkehr stehen im Mittelpunkt. Auch Autofahrende werden einbezogen. „Der tote Winkel durch die A-Säule führt immer wieder dazu, dass Radfahrende nicht wahrgenommen werden“, so Rezler.

Zur Strategie gehört außerdem die sogenannte Repression – etwa in Form von Schwerpunktkontrollen, an denen sich die Polizeikräfte regelmäßig beteiligen.

Bewusstsein für Verkehrssicherheit schaffen

Ein zentrales Anliegen der Polizei sei es zudem, das Thema Verkehrssicherheit stärker in die Öffentlichkeit zu tragen. Dazu hat die Kreispolizeibehörde Borken jetzt einen „Videopodcast“ veröffentlicht, in dem Dominik Rezler die vielfältigen Facetten des Themas beleuchtet. Der Beitrag ist über die Website der Polizei abrufbar:
👉 Borken.Polizei.nrw

Silke Sommers und Otger Harks aus dem Kreistag verabschiedet

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Landrat Dr. Kai Zwicker dankt für langjähriges Engagement

Kreis Borken. Zum Ende der Wahlperiode sind zwei langjährige Vertreterinnen und Vertreter des Kreistags offiziell verabschiedet worden. Landrat Dr. Kai Zwicker würdigte das Engagement von Silke Sommers (CDU) und Otger Harks (SPD), die ihre Ämter als stellvertretende Landräte niederlegen. Beide scheiden zum 31. Oktober aus dem Gremium aus.

Wertschätzung für jahrelangen Einsatz

Dr. Zwicker betonte, Sommers habe sich in den vergangenen 16 Jahren in besonderem Maße für den Kreis Borken eingesetzt und ihn auf vielen Ebenen repräsentiert. Aufgrund ihrer Kompetenz und verbindlichen Art sei sie in Bevölkerung, Politik und Verwaltung gleichermaßen geschätzt worden. Auch Harks habe seit 2020 zahlreiche repräsentative Aufgaben übernommen und sich damit große Verdienste um den Kreis erworben.

Langjährige kommunalpolitische Laufbahn

Silke Sommers aus Bocholt gehörte dem Kreistag seit dem 1. November 2004 an. Seit 2009 war sie erste stellvertretende Landrätin. Otger Harks aus Stadtlohn war zunächst von 2009 bis 2012 als sachkundiger Bürger tätig, ehe er am 10. September 2012 als ordentliches Mitglied in den Kreistag einzog. Seit 2020 hatte er zusätzlich das Amt des zweiten stellvertretenden Landrats inne.

#43 Monatsrückblick: Ausgezeichneter Naturpark, neue Radwege & frischer Asphalt

In der 43. Folge des Raesfeld Podcasts blickt Moderatorin Sabrina Czupiol auf die wichtigsten Themen des Monats Oktober: Der Naturpark Hohe Mark wurde erneut als Qualitäts-Naturpark ausgezeichnet, entlang der B70 hat die Sanierung des Radwegs begonnen, und vier neue Radtouren laden dazu ein, die Region rund um Raesfeld auf frischen Wegen zu entdecken.

Weitere Nachrichten aus deiner Region findest du wie immer im Raesfeld Podcast.

Erneut ausgezeichnet: Naturpark Hohe Mark überzeugt bei Qualitätsoffensive Naturparke

Der Naturpark Hohe Mark darf sich erneut über eine besondere Anerkennung freuen. Zum vierten Mal in Folge wurde er als Qualitäts-Naturpark ausgezeichnet. Mit 364,5 Punkten übertraf der Park sein Ergebnis aus dem Jahr 2020 deutlich.

 Hier geht’s zum Artikel:

Sanierung des Radwegs an der B 70 zwischen Raesfeld und Borken gestartet

Die Sanierung des Geh- und Radwegs entlang der B 70 zwischen Raesfeld und Borken hat begonnen. Auf rund 1,8 Kilometern wird der Abschnitt zwischen der Einmündung Heetwissenweg und dem Gasthaus Starke erneuert. Während der Bauzeit bleibt die Bundesstraße befahrbar, Radfahrende werden über Wirtschaftswege umgeleitet.

Hier geht’s zum Artikel:

Auf neuen Wegen durchs Münsterland – Raesfeld stellt vier frische Radtouren vor

Die Gemeinde Raesfeld hat vier neue Radkarten veröffentlicht.

Die Touren führten entlang des Knotenpunktsystems NRW und sollen dazu einladen, die schönsten Ecken und Sehenswürdigkeiten rund um Raesfeld mit dem Fahrrad zu erkunden.

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Bürgermeister Dirk Kuhmann bei Begrüßung neuer Amtsinhaber in Münster

Die Bezirksregierung Münster hat die neu gewählten Ober- sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Regierungsbezirks offiziell willkommen geheißen. Unter ihnen auch Raesfelds Bürgermeister Dirk Kuhmann, der gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der Region an dem Treffen teilnahm.

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Sanierung von Wirtschaftswegen startet Ende Oktober in Raesfeld

Ende Oktober beginnen umfangreiche Arbeiten an mehreren Wirtschaftswegen im Gemeindegebiet.

Zwischen dem 30. Oktober und dem 14. November 2025 sollen die Wege instand gesetzt werden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Infrastruktur für Landwirtschaft sowie Radverkehr langfristig zu verbessern.

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Mythos im Mauergewölbe: Herakles wacht unter Schloss Raesfeld

Herakles: Ein besonderer Schatz im Verlies von Schloss Raesfeld

Einmalige Einblicke in das Schloss und seine Geschichte: Wer an einer Führung durch Schloss Raesfeld teilnimmt, bekommt nicht nur Räume und Werkstätten zu sehen, sondern auch einen besonderen Schatz, den barocken Herakles aus Baumberger Sandstein. Der Raum, in dem er steht, ist sonst verschlossen und öffnet nur bei Schlossführungen.

Vom Skulpturengarten nach Raesfeld

Die Statue wurde im 18. Jahrhundert für den Skulpturengarten des Hauses Hamen bei Havixbeck geschaffen. Über Haus Diepenbrock gelangte sie schließlich nach Schloss Raesfeld. Dort steht sie heute im Verlies der Akademie des Handwerks und gehört zu den eindrucksvollsten Objekten des Schlosses.

Der steinerne Herakles im Burgverlies von Schloss Raesfeld im Münsterland
Der steinerne Herakles, gefertigt aus Baumberger Sandstein, zieht die Besucher regelmäßig in seinen Bann. Foto: Petra Bosse

Bei besonderen Anlässen öffnet die Akademieleiterin Dr. Ing. Christiane Bucher selbst die schweren Türen des Schlosses. Dann führt sie Besucher durch die historischen Räume, vorbei an Werkstätten, Seminarräumen und in das Verlies, wo der Herakles wacht.

Restauriert und bewahrt

Der Herakles ist aus Baumberger Sandstein gefertigt, einem Material, das nur begrenzt wetterbeständig ist. Ganz unversehrt sei die Figur jedoch nicht geblieben. „Was ihm fehlt, ist seine Kugel. Die hat er schon lange eingebüßt“, erklärt Bucher. Der Sandstein habe stark unter der Witterung und den Einflüssen der Industrialisierung gelitten und „ist umfangreich restauriert worden“, berichtet Bucher. Heute zeigt sich der Herakles wieder in einer nahezu ursprünglichen Fassung. Damit der antike Held den kommenden Jahren standhält, steht er nun geschützt im trockenen Gewölbe des Schlosses.

Der Mythos des Herakles

Herakles war der Sohn des Zeus und galt in der griechischen Mythologie als der einzige Sterbliche, der durch seine Taten Unsterblichkeit erlangte. Eine seiner berühmtesten Aufgaben bestand darin, die goldenen Äpfel aus dem Garten der Hesperiden zu holen.

Dort traf er auf Atlas, der das Himmelsgewölbe trug. Herakles bot ihm an, die schwere Last für eine Weile zu übernehmen, während Atlas die Äpfel holen sollte. Als Atlas mit den Äpfeln zurückkehrte, wollte er die Last nicht wieder aufnehmen. Doch Herakles überlistete ihn: Unter dem Vorwand, sein Löwenfell zurechtrücken zu müssen, ließ er Atlas erneut das Himmelsgewölbe schultern und entkam mit den goldenen Äpfeln.

So wurde Herakles zum Sinnbild für Kraft, List und Durchhaltevermögen, Werte, die bis heute beeindrucken.

Infokasten: Der Mythos des Helden

Bezeichnung: Barocke Figur des „Herakles“ (oft irrtümlich „Atlas“ genannt)
Entstehungszeit: 18. Jahrhundert
Material: Baumberger Sandstein
Herkunft: Haus Hamen bei Havixbeck, später Haus Diepenbrock
Heutiger Standort: Verlies im Schloss Raesfeld
Thema: Herakles begegnet Atlas im Garten der Hesperiden
Besonderheit: Eines der ältesten und am besten erhaltenen Skulpturenstücke im Schloss

Schlossführungen buchen

Führungen und Kinderaktionen im Schloss Raesfeld können online gebucht werden.
Alle Informationen zu Führungen, Besichtigungen und Pauschalangeboten gibt es unter:
👉 www.raesfeld.de

Kappesmarkt Raesfeld 2025: Wenn Kohl zum Publikumsmagnet wird

Historischer 39. Kappesmarkt am Samstag, 8. und Sonntag 9. November 2025 in Raesfeld – Genuss, Tradition und Herbststimmung. Die offizielle Eröffnung ist am Samstag um 11 Uhr auf der Bühne an der Kirche geplant. Die Vorsitzende des Ortsmarketing Raesfeld e.V., Maria Kowalsky, und der neu gewählte Bürgermeister Dirk Kuhmann eröffnen den Markt gemeinsam. Musikalisch begleitet wird der Auftakt von den Erler Jägern. Für den traditionellen Kappes-Flair sorgen Kappeskönigin Birgitt I. Grotendorst und Kappesprinzessin Katharina I. Meyering, die das Marktgeschehen an beiden Tagen begleiten.

Der jährlich veranstaltete Historischer Kappesmarkt in Raesfeld verwandelt den Ortskern kurz nach Allerheiligen in einen lebendigen Treffpunkt für Marktliebhaber, mit rund 150 Ständen, vielen regionalen Spezialitäten und jahrzehntelanger Tradition. Dementsprechend lohnt sich ein Besuch nicht nur aus nostalgischer Sicht, sondern auch für Genießer, Familien und Kulturinteressierte.

Kappesmarkt Samstag

Handwerk, Musik und Mitmachaktionen

Auch in diesem Jahr ist die Raesfelder Landjugend wieder beim Kappeshobeln vor der Kirche aktiv. Besucherinnen und Besucher können dort frisch gehobelten Kohl probieren und echtes Handwerk erleben. Ergänzt wird das Programm durch Vorführungen eines Feuermachers und eines Hufschmieds, die historische Techniken zeigen.

Viel Kohl – und noch viel mehr

Im Zentrum steht der „Kappes“ – „plattdeutsch“ für Kohl. Vom Weiß- über den Rot- bis zum zubereiteten Kohlgericht reicht das Angebot. ­Regionalbetriebe bieten die Ernte frisch an und servieren klassische Kohlmahlzeiten. Doch es bleibt nicht beim Gemüse: Kunsthandwerk, Holzarbeiten, Textilien und andere Marktwaren ergänzen das Angebot.

Kappesmarkt Sonntag
Frischer Kappes vom Niederrhein. Foto: Petra Bosse/Archiv

Bunter Markt mit regionalem Flair

Jeweils von 11 bis 18 Uhr verwandelt sich der Ortskern in eine vielseitige Marktmeile. Mehr als 150 Aussteller präsentieren regionale Produkte, darunter zahlreiche Variationen des Kohls. Nach Angaben von Marktmeister Peter Süthold beteiligen sich auch viele Kunst- und Handwerksaussteller, die handgefertigte Dekorationen, Holzarbeiten, Schmuck und Textilien anbieten. So finde sich für jeden Geschmack ein passendes Mitbringsel.

Kappeshoheiten
©Ortsmarketing

Kappestreck, Musik und Kappesball

Am Samstag gegen 17 Uhr trifft der traditionelle Kappestreck aus Büderich in Raesfeld ein. Die Raesfelder Burgmusikanten begleiten den Einzug musikalisch, bevor die Gäste zu ihrem Stand geführt werden. Ab 19 Uhr laden die Kappeshoheiten zum Kappesball ins Festzelt gegenüber von Tinnefeld hören & sehen (Am Rathaus) ein. Bei Musik und Tanz soll der Abend in geselliger Runde ausklingen. Der Eintritt ist frei.

©Ortsmarketing

Frischer Kappes, kräftig gehobelt

Auf dem Platz vor der Kirche ist Muskelkraft gefragt: Die Landjugend Raesfeld steht wie gewohnt an ihren Schneidebrettern und hobelt fleißig frische Kappesköpfe. Der fein geschnittene Kohl wird direkt probiert, lecker und frisch. Wer zugreift, darf sich über echtes Raesfelder Handwerk freuen und gleichzeitig etwas Gutes tun, denn der Erlös geht als Spende in die Vereinskasse.

KLJB Raesfeld Kappesmarkt 2024
Kappeshobeln ist reine Männersache bei der KLJB Raesfeld. Foto: Petra Bosse/Archiv

Heimatverein Büderich und holländische Meile

Auch in diesem Jahr ist der Heimatverein aus Büderich wieder mit von der Partie. In der Ortsmitte duftet es dort nach frisch gehobeltem Kappes, den Besucherinnen und Besucher direkt mit nach Hause nehmen können. Nur wenige Schritte weiter lockt die „Holländische Meile“ an der Marbecker Straße mit einem bunten Angebot: knackiges Obst, frisches Gemüse und jede Menge köstliche Käsespezialitäten, die schon beim Vorbeigehen Appetit machen.

38. Kappesmarkt in Raesfeld Freizeitipp im Münsterland 2024
Foto: Petra Bosse/Archiv

Kulinarischer Genuss mit Kohl

Klassischer Weißkohl, deftiger Schmorkohl oder feine Kappessuppe, auf dem Raesfelder Kappesmarkt kommen Feinschmecker auf ihre Kosten. Zahlreiche Stände laden zum Probieren ein, und wer Inspiration für die heimische Küche sucht, findet vor Ort viele Ideen und Rezepte rund um das traditionsreiche Gemüse.

Einkaufsspaß mit Service

Ob Familien mit Kindern oder echte Marktprofis, auf dem Kappesmarkt kommt jeder auf seine Kosten. Während die Großen gemütlich von Stand zu Stand schlendern und Taschen voller Kohl, Käse und Handgemachtem füllen, wird’s für die Kleinen zum kleinen Nebenjob: Mit dem „Kappes-Taxi“ helfen Kinder und Jugendliche beim Transport der Einkäufe bis zum Auto. Wer da schwer schleppt, freut sich über tatkräftige Unterstützung und die jungen Helfer verdienen sich dabei ein kleines Taschengeld.

Kappesmarkt Raesfeld 2025-Frezeittipp
Foto: Petra Bosse/Archiv

Anreise und Parkmöglichkeiten

Besucherinnen und Besucher können den Markt sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Gebührenpflichtige Parkplätze stehen an der Festwiese (Zum Michael) in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes zur Verfügung.

Kappessuppe – Rezepttipp von Kappeskönigin Birgitt I.

Frischer Kohl in allen Variationen steht beim Kappesmarkt 2025 in Raesfeld wieder im Mittelpunkt. Ob als deftige Beilage, frischer Salat oder wärmende Suppe, das vielseitige Wintergemüse lässt sich auf viele Arten genießen. Ein besonderer Rezepttipp kommt in diesem Jahr von Kappeskönigin Birgitt, die ihre beliebte Kappessuppe vorstellt – cremig, herzhaft und ideal für die kühle Jahreszeit.

Rezept-Tipp-Kappessuppe
©Ortsmarketing Raesfeld

Kappessuppe

Zutaten

  • 1 Kopf Kappes (Weißkohl)
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 100 g Speckwürfel
  • 100 g Sahne
  • 10 g Weißweinessig
  • 10 g Rapsöl
  • 2 TL Gemüsebrühe (Pulver)
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung

  • Kohl vierteln, Strunk entfernen und in feine Streifen schneiden.
  • Zwiebel und Knoblauch zerkleinern, mit 30 g Speckwürfeln und Öl kurz dünsten.
  • 400 g Kappes, 650 ml Wasser, Essig und Gemüsebrühe zugeben.
  • 30 Minuten köcheln lassen.
  • Währenddessen die restlichen 70 g Speckwürfel in einer Pfanne rösten.

Nach Ende der Kochzeit Sahne zugeben und die Suppe mit einem Pürierstab gut pürieren.
Mit Pfeffer und Salz abschmecken.
Die Suppe vor dem Servieren mit den gerösteten Speckwürfeln garnieren.

Tipp

Für eine Hauptmahlzeit ein paar Kartoffeln schälen, in der Suppe mit kochen lassen und pürieren.
Gutes Gelingen wünscht euch Kappeskönigin Birgitt

Rückblick 2024

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Die Angebote sind gültig ab sofort – solange der Vorrat reicht

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Wo wird Bürgermeister Dirk Kuhmann jetzt überall aktiv?

Neuer Bürgermeister Dirk Kuhmann (CDU) übernimmt zahlreiche Vertretungsfunktionen für die Gemeinde Raesfeld

Mit Beginn seiner Amtszeit wird Bürgermeister Dirk Kuhmann künftig in vielen regionalen Gremien und Organisationen für die Gemeinde Raesfeld aktiv sein. Wer ihn in einzelnen Bereichen vertritt und welche Posten noch zu besetzen sind, entscheidet der Gemeinderat in seiner ersten Sitzung am Montag.

Vertreter der Gemeinde in Gremien und Verbänden

Der Rat der Gemeinde Raesfeld berät in seiner konstituierenden Sitzung am 3. November über die Entsendung von Vertreterinnen und Vertretern in verschiedene Organe juristischer Personen und Personenvereinigungen. Grundlage ist Paragraf 113 der Gemeindeordnung NRW, wonach die entsandten Mitglieder die Interessen der Kommune in den jeweiligen Organisationen wahrnehmen sollen.

Bürgermeister Dirk Kuhmann wird dabei zentrale Aufgaben übernehmen, unter anderem als Mitglied in mehreren Aufsichtsräten, Gesellschafterversammlungen und Mitgliederversammlungen. In den meisten Fällen ist die oder der Erste Beigeordnete als Vertretung vorgesehen.

Beteiligungen und Mitgliedschaften

Zu den Gremien, in denen der Bürgermeister künftig vertreten ist, gehören unter anderem:

  • die Mitgliederversammlung des Nordrhein-Westfälischen Städte und Gemeindebundes
  • der Verein EUREGIO
  • die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken
  • der Naturpark Hohe Mark
  • der Tiergarten Schloss Raesfeld
  • der Ortsmarketingverein Raesfeld
  • der Zweckverband Hochwasserschutz Issel
  • der Kulturkreis Schloss Raesfeld
  • der Beirat der Sparkasse Westmünsterland
  • sowie die Gesellschafterversammlung der Gemeindewerke Raesfeld

In einigen Fällen, etwa bei der Bürgergenossenschaft Erle e.G. oder dem Trägerverein Jugendwerk Raesfeld, wird Dirk Kuhmann durch Beigeordnete oder von ihm bestellte Bedienstete vertreten.

Anforderungen an die Vertreter

Wie in der Gemeindeordnung festgelegt, müssen die bestellten Vertreterinnen und Vertreter über ausreichende betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügen, um ihre Aufgaben in den jeweiligen Gremien sachgerecht wahrzunehmen. Die Gemeinde weist darauf hin, dass die erforderliche Sachkunde auch durch Fortbildungen erworben werden kann. Entsprechende Lehrgänge bieten die kommunalen Studieninstitute an, die auf Kosten der Gemeinde gebucht werden dürfen.

Anpassungen bei Bildungs- und Musikbeirat geplant

Darüber hinaus plant die Stadt Borken in Abstimmung mit den beteiligten Kommunen, den Musikschulbeirat und den Weiterbildungsbeirat zu einem gemeinsamen Gremium zusammenzuführen. Ziel sei es, organisatorische Abläufe zu vereinfachen und Synergien zu schaffen. Die Einrichtungen Volkshochschule und Musikschule sollen jedoch weiterhin eigenständig bleiben.

Öffentliche Ratssitzung in Raesfeld: Vereidigung von Bürgermeister Dirk Kuhmann

Am Montag, 3. November, findet im Gemeinschaftshaus Martinus die öffentliche konstituierende RatssitzungRatssitzung zur Vereidigung und Einführung des neuen Bürgermeisters Dirk Kuhmann statt. Mit dem Amtsantritt beginnt offiziell die neue Wahlperiode.

Formelle Einführung ins Amt

Der Bürgermeister wird gemäß § 65 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen (GO NW) in einer Ratssitzung vereidigt und anschließend in sein Amt eingeführt. Solange noch keine Stellvertretung gewählt ist, übernimmt diese Aufgabe das Ratsmitglied mit der längsten ununterbrochenen Zugehörigkeit zum Rat. In Raesfeld ist das derzeit André Olbing.

Während der Vereidigung legt der neue Bürgermeister den Diensteid ab, in dem er sich verpflichtet, seine Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen, die Gesetze zu wahren und Gerechtigkeit gegenüber allen Menschen zu üben. Nach der Vereidigung übernimmt Dirk Kuhmann offiziell die Leitung der Sitzung.

Wahl und Verpflichtung der Stellvertretung

Im weiteren Verlauf der Sitzung wird die Anzahl der stellvertretenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeister festgelegt. Diese Entscheidung ist notwendig, da Hans-Dieter Strothmann, bisher erster Stellvertreter, aus dem Rat ausgeschieden ist. Neben ihm waren bislang Nicole Ostendorf und Elke Rybarczyk als stellvertretende Bürgermeisterinnen tätig.

Die Stellvertreterinnen/Vertreter des Bürgermeisters sowie die übrigen Ratsmitglieder werden anschließend in feierlicher Form zur gesetzmäßigen und gewissenhaften Wahrnehmung ihrer Aufgaben verpflichtet.

Die Ratssitzung ist öffentlich.

Auswirkungen auf die Haushaltswirtschaft

Laut Mitteilung der Gemeindeverwaltung erhalten stellvertretende Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zusätzlich zu ihrer Aufwandsentschädigung nach § 5 der Entschädigungsverordnung Nordrhein-Westfalen (EntschVO NRW) als Ratsmitglied eine monatliche Entschädigung in Höhe des dreifachen Satzes der derzeit geltenden Pauschale. Das entspricht aktuell 858,30 Euro im Monat beziehungsweise 10.229,60 Euro im Jahr.

Für jede weitere Stellvertretung wird eine zusätzliche Aufwandsentschädigung in Höhe des eineinhalbfachen Satzes gezahlt, derzeit 429,15 Euro monatlich beziehungsweise 5.149,80 Euro jährlich. Die Sätze werden laut Entschädigungsverordnung NRW jährlich um zwei Prozent erhöht.

Bürgermeister Dirk Kuhmann bei Begrüßung neuer Amtsinhaber in Münster

Die Bezirksregierung Münster hat am Dienstag die neu gewählten Ober- sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Regierungsbezirks offiziell willkommen geheißen. Unter ihnen auch Raesfelds Bürgermeister Dirk Kuhmann, der gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der Region an dem Treffen teilnahm.

Regierungspräsident Andreas Bothe stellte die Arbeit und Struktur der Behörde vor und betonte die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit den Kommunen.

Überblick über Aufgaben und Schwerpunkte

Im Rahmen der Veranstaltung präsentierte Ralf Weidmann, Leiter der Abteilung 3 „Regionale Entwicklung, Kommunalaufsicht und Wirtschaft“, zentrale Themenfelder wie Regionalplanung, Städtebauförderung und Wirtschaftsentwicklung. Zudem erläuterte Dr. Markus Söbbeke vom Dezernat 31 die Aufgaben der Kommunalaufsicht und verwies auf die Relevanz einer verantwortungsvollen Haushaltsführung. Bildung, so Söbbeke, bleibe eine zentrale Zukunftsaufgabe.

Austausch über Chancen und Herausforderungen

Im Anschluss nutzten die neuen Bürgermeister:innen die Gelegenheit, sich untereinander sowie mit Vertreter:innen der Bezirksregierung auszutauschen. Ziel sei es, gemeinsame Wege zu finden, um Herausforderungen zu meistern und die regionale Entwicklung nachhaltig zu fördern.

Die Frau hinter der Akademie Schloss Raesfeld: Christiane Bucher

Mit Leidenschaft für Handwerk und Bildung: Christiane Bucher leitet die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld

Wer Dr.-Ing. Christiane Bucher begegnet, spürt sofort ihre Begeisterung für das Handwerk. Mit ruhiger Stimme und offenem Lächeln spricht sie über ihre Arbeit in der Akademie des Handwerks am Schloss Raesfeld, einem Ort, an dem Geschichte und Bildung aufeinandertreffen. Seit rund eineinhalb Jahren leitet sie die Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld, organisiert Lehrgänge, begleitet Fortbildungen und entwickelt neue Konzepte.

Für Bucher ist die Akademie mehr als nur eine Bildungseinrichtung. Sie sieht darin einen Ort des Austauschs und der Inspiration. „Das Schloss ist ein Ort, an dem Tradition und Zukunft zusammentreffen“, sagte sie. Am vergangenen Sonntag öffnete sie im Rahmen der Landpartie von Münsterland e. V. die Türen für rund fünfzig Kulturinteressierte und führte sie persönlich durch die Räume. Mit sichtbarer Begeisterung sprach sie über die Verbindung von Geschichte, Handwerk und Bildung, die diesen Ort so besonders mache.

Führungen mit persönlicher Note

Neben ihrer Arbeit als Akademieleiterin nimmt sich Christiane Bucher regelmäßig Zeit, selbst Besuchergruppen durch das Schloss zu führen. Zwischen fünf und zehn Führungen im Jahr übernehme sie persönlich, erzählte sie. „Das macht mir großen Spaß, weil ich dabei den Menschen zeigen kann, wie eng Geschichte und Handwerk miteinander verbunden sind.“

Die Werkstätten-Akademie des handwerks-Schloss Raesfeld
Für Christiane Bucher ist die Akademie mehr als nur eine Bildungseinrichtung. Foto: Petra Bosse

Die Anlässe seien unterschiedlich. Zum Schlösser- und Burgentag oder zum Tag des offenen Denkmals kämen vor allem Gäste aus der Region. Hinzu kämen Gruppen aus Städtepartnerschaften sowie Fachbesucher aus dem ganzen Bundesgebiet. „Wir hatten einen großen Denkmalpflegekongress, bei dem auch viele Restauratorinnen und Restauratoren aus Deutschland hier waren“, berichtete Bucher. „Sie haben ihre Familien mitgebracht, und natürlich haben wir auch für sie eine Schlossführung gemacht.“

Akademieleiterin mit Herz für das Handwerk

Bucher stammt selbst aus dem Handwerk und weiß, wie wichtig praxisnahe Weiterbildung ist. Seit ihrem Amtsantritt habe sie zahlreiche Veränderungen angestoßen. „Wir führen kontinuierlich neue Sachen ein“, erklärte sie. So sei der Lehrgang zum Betriebswirt im Handwerk vollständig überarbeitet und mit einem neuen Konzept versehen worden, das großen Zuspruch finde. Auch der Lehrgang zum Restaurator im Handwerk werde derzeit praxisnäher gestaltet.

Darüber hinaus entstehe ein aktualisiertes Programm für den Gebäudeenergieberater im Bereich Baudenkmal, da sich die Prüfungsordnung geändert habe. „Es macht mir großen Spaß, hier in Raesfeld tätig zu sein, mit den Raesfeldern, aber auch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die zu uns kommen, um etwas zu lernen für ihr Leben“, sagte sie.

Akademie des Handwerks-Abteilung Schreinerei

Bildung zwischen Tradition und Zukunft

Als Leiterin der Akademie lege Bucher besonderen Wert darauf, die handwerkliche Tradition mit moderner Wissensvermittlung zu verbinden. In den Kursen gehe es nicht nur um fachliche Fertigkeiten, sondern auch um unternehmerisches Denken und nachhaltiges Bauen. Das historische Schlossgelände biete dafür den passenden Rahmen.

Sie betonte, dass die Akademie den Teilnehmenden nicht nur Wissen vermitteln wolle, sondern auch Begeisterung für das Handwerk. Der Austausch zwischen den Gewerken spiele dabei eine zentrale Rolle. „Hier treffen Menschen mit ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen aufeinander, und genau das macht den Reiz aus“, sagte sie.

Die Werkstätten der Akademie des Handwerks im Schloss Raesfeld
Einblicke und Führungen in die Werkstätten gibt es unter anderem auch beim Schlösser- und Burgentag. Foto: Petra Bosse/Archiv

Akademie soll moderner werden

Ein großes Anliegen sei ihr die bauliche Weiterentwicklung der Akademie. „Wir haben einige Gegebenheiten, die wir dringend angehen müssen“, sagte Bucher. Voraussetzung dafür seien Fördermittel aus der Städtebauförderung, auf die man derzeit hoffe. Rund sieben Millionen Euro seien dafür in Aussicht gestellt.

Sollten die Fördergelder im November bewilligt werden, könne im kommenden Jahr die Planungsphase beginnen. Ab 2027 könne dann mit der Bauphase gerechnet werden. „Wir hoffen auf eine Bauzeit von zwei, maximal drei Jahren, sodass wir hier ein richtig gutes, modernes Gebäude haben, für die Akademie, für unsere Teilnehmenden und für Besucherinnen und Besucher“, erklärte sie. Ziel sei es, den Standort langfristig zu stärken und ihn für die Zukunft zu sichern.

Aus dem Archiv: Gedenktafel erinnert an 25 Jahre Partnerschaft zwischen Raesfeld und Wehl

Ein Stück gelebte Geschichte aus dem Archiv: Im November 2011 wurde zum Abschluss des Jubiläumsjahres eine Gedenktafel in Raesfeld verlegt.

Joop Buiting, Vorsitzender der Stichting Vrienden van Raesfeld, und Bürgermeister Andreas Grotendorst setzten damit ein sichtbares Zeichen für 25 Jahre Freundschaft zwischen Raesfeld und Wehl.

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November – ein Monat der Trauer und Erinnerung

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Der November gilt traditionell als Trauermonat. Mehrere Gedenktage in diesem oft grauen, ungemütlichen Monat sind den Verstorbenen gewidmet: Allerheiligen und Allerseelen zu Monatsbeginn, später Volkstrauertag und Totensonntag. Diese Kombination aus kirchlichen Feiertagen und der symbolischen Stimmung der Natur – kürzere Tage, Nebel, fallende Blätter – macht den November zu einer Zeit der Erinnerung und Einkehr.

Auch in Dorsten, Haltern am See, Schermbeck und Raesfeld gehören Friedhofsbesuche im November zur gelebten Tradition. Viele Familien schmücken die Gräber ihrer Angehörigen mit Tannengestecken, Chrysanthemen und Lichtern. In den Abendstunden erstrahlen die Friedhöfe im Schein unzähliger Kerzen – kleine Zeichen der Verbundenheit, die in der Dunkelheit leuchten. So wird auf den Friedhöfen der Verstorbenen gedacht, in aller Stille, doch mit dem warmen Licht der Erinnerung im Herzen.

Grabgestaltung: persönlich und dennoch pflegeleicht

Ein gepflegtes Grab ist für viele Hinterbliebene ein wichtiger Ort des Trosts. Gerade im Trauermonat November, rund um die Gedenktage, werden die Ruhestätten liebevoll hergerichtet und herbstlich geschmückt. Dabei verändert sich der Stil der Grabgestaltung. Heute darf ein Grab so individuell sein wie der Mensch, an den es erinnert – und gleichzeitig achten viele auf eine pflegeleichte Gestaltung, da Angehörige oft nicht mehr täglich vor Ort sein können.

Beliebt sind beispielsweise immergrüne Bodendecker wie Efeu, die das ganze Jahr über Grün spenden. Auch robuste Pflanzen wie Heide oder Sukkulenten und Dekorelemente aus Kies und Stein kommen zum Einsatz, um Gräber schmuckvoll, aber trotzdem dauerhaft gepflegt aussehen zu lassen. Viele Friedhöfe bieten zudem Grabarten wie Urnengemeinschaftsanlagen oder Rasengräber an, die von der Friedhofsverwaltung betreut werden. Das ist eine praktische Lösung, die den Wandel der Zeit spiegelt, ohne die Würde des Gedenkens zu verlieren.

Wichtig bleibt, dass die Grabgestaltung die Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegelt. Ob schlichte Blumenschale oder aufwendige Bepflanzung: Jeder Handgriff am Grab ist für die Hinterbliebenen ein Akt der Liebe und der Verbindung.

Grabmale als Brücke zwischen den Lebenden und den Toten

Während Blumen verblühen und Kerzen verlöschen, bleibt ein Grabmal aus Stein viele Jahre bestehen. Es markiert nicht nur die letzte Ruhestätte, sondern schlägt auch eine Brücke zwischen Lebenden und Verstorbenen. Der Grabstein – mit Name, Daten und vielleicht einem Symbol oder Spruch versehen – wird zu einem Anker der Erinnerung. Hier können wir innehalten, den Namen lesen, mit dem Finger über eingravierte Worte streichen und das Gefühl haben, dem geliebten Menschen nah zu sein.

Heutzutage sind Grabmale so vielfältig wie die Lebenswege, an die sie erinnern. Angehörige wünschen sich immer öfter persönliche Grabmale statt uniformer Standardsteine. Auch Symbole und Motive auf Grabmalen erzählen Geschichten und spenden Trost. Immer häufiger finden sich persönliche Motive: Fotos auf dem Grabstein, ein eingraviertes Hobby oder geliebte Gegenstände in Miniaturform. Jedes Grabmal wird so zu einem einzigartigen Andenken, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet – eine stille Brücke aus Stein, die der Liebe und Erinnerung eine Form gibt.

Steinmetzhandwerk: Erinnerungen in Stein gemeißelt

Hinter jedem Grabstein steckt präzise Handarbeit und viel Gefühl. Das traditionelle Steinmetzhandwerk verbindet handwerkliches Können mit künstlerischem Ausdruck. Vom klassischen Namensstein bis zum aufwendig gestalteten Denkmal wird jeder Stein individuell bearbeitet – durch Meißel, Sandstrahler oder moderne Gravurtechniken. Neben Schrift und Ornamenten kommen heute auch Kombinationen mit Glas, Metall oder Naturmaterialien zum Einsatz. So entstehen dauerhafte Gedenkzeichen, die auch nach vielen Jahren ihre Bedeutung nicht verlieren.

Wandel der Bestattungskultur: neue Wege des Abschieds

Nicht nur die Grabgestaltung, auch die Bestattungskultur insgesamt befindet sich im Wandel. In den letzten Jahren haben sich traditionelle Rituale mehr und mehr verändert. Viele Menschen wählen neue, individuelle Abschiedswege statt starrer Konventionen. Freie Trauerredner ersetzen Pfarrer, persönliche Musik und Fotos lösen das rein Kirchliche ab, und auch anonyme Bestattungen ohne Grabstein nehmen zu.
Gleichzeitig wächst der Wunsch nach Naturnähe und Nachhaltigkeit beim letzten Ruheort. Umweltfreundliche Bestattungsformen liegen im Trend: biologisch abbaubare Särge und Urnen, Beisetzungen im Wald oder auf einer Wiese. Friedhöfe, Kirchen und Kommunen reagieren darauf mit neuen Angeboten – etwa mit Gedenkbäumen oder Gemeinschaftsanlagen. Auch Rituale verändern sich: Neben klassischen Trauerfeiern gibt es heute Trauer-Cafés, Gedenkwanderungen oder Online-Gedenkseiten. Diese Vielfalt zeigt: Jeder Abschied ist anders – und darf es auch sein.

Veranstaltungen im November: Raum für Begegnung und Gedenken

Der November bietet nicht nur Raum für stille Einkehr, sondern auch für gemeinsame Erinnerung. Viele Einrichtungen öffnen in diesem Monat ihre Türen, laden zu Gesprächen, Vorträgen oder kulturellen Veranstaltungen ein. So wird aus Trauer ein Raum der Begegnung, in dem Gedanken geteilt und Perspektiven gewonnen werden können.

In Dorsten zum Beispiel finden im November Tage der offenen Tür, Lesungen und Informationsangebote statt, die Einblicke in moderne Abschiedsformen geben oder einfach eine Gelegenheit bieten, Fragen zu stellen, die im Alltag oft keinen Platz haben. Wer sich frühzeitig mit Vorsorge, Ritualen oder Grabgestaltung befasst, schafft nicht nur Sicherheit für sich selbst, sondern nimmt auch seinen Angehörigen später eine große Last ab.

Am Ende bleibt die Erinnerung

Wenn das Licht der Kerzen auf den Friedhöfen langsam verlischt und der November zu Ende geht, bleibt etwas bestehen: die Gewissheit, dass die Erinnerung an geliebte Menschen nicht mit dem Tod endet. Sie lebt weiter in Gedanken, Erzählungen, in einem Blick auf das Grab – und manchmal auch in einem Stein, der still davon erzählt, dass jemand nicht vergessen ist.

Irrtümer beim Stromsparen: Was wirklich hilft und was nicht

Verbraucherzentrale NRW klärt über gängige Stromsparmythen auf

Immer mehr Haushalte suchen nach Wegen, ihre Stromkosten zu senken. Doch viele vermeintlich bewährte Spartipps entpuppen sich als Irrtum oder haben sogar den gegenteiligen Effekt. Laut Ruth Pettenpohl von der Beratungsstelle Dorsten der Verbraucherzentrale NRW sei es wichtig, das eigene Verhalten regelmäßig zu prüfen und sich gut zu informieren. Nur so lasse sich erkennen, welche Maßnahmen im Alltag tatsächlich Energie sparen.

Irrtum 1: Licht an- und ausschalten verbraucht mehr Strom als Dauerbeleuchtung

Falsch. Das gilt weder für moderne LED- noch für Halogenlampen. Leuchtmittel, die ausgeschaltet sind, verbrauchen grundsätzlich weniger Energie als eingeschaltete. Wer also beim Verlassen eines Raumes das Licht ausschaltet, spart Strom und Geld. Der Mythos stammt noch aus Zeiten der Kompaktleuchtstofflampen, bei denen häufiges Schalten den Verbrauch und Verschleiß erhöhte.

Irrtum 2: Ladegeräte ohne Gerät verbrauchen keinen Strom

Auch das stimmt nicht. Zwar ist der Verbrauch einzelner Ladegeräte im Leerlauf gering, doch summiert sich der Energiebedarf, wenn mehrere dauerhaft in der Steckdose bleiben. Nach Angaben der Verbraucherzentrale empfiehlt es sich, Netzteile nach Gebrauch zu entfernen oder abschaltbare Steckdosenleisten zu verwenden. Damit lassen sich mehrere Geräte auf einmal vom Stromnetz trennen.

Irrtum 3: Standby-Modus kostet nichts

Falsch. Geräte wie Fernseher, Spielkonsole oder Musikanlage verbrauchen auch im Standby-Betrieb Energie. Eine abschaltbare Steckdosenleiste hilft, diesen Verbrauch zu vermeiden. Beim Router, der rund um die Uhr aktiv ist, könne man laut Verbraucherzentrale den Stromsparmodus aktivieren. Der jährliche Stromverbrauch eines Routers entspreche etwa dem eines Kühlschranks. Durch zeitgesteuertes Abschalten lasse sich dieser deutlich reduzieren.

Irrtum 4: Backofen muss immer vorgeheizt werden

In den meisten Fällen überflüssig. Nur bei wenigen Gerichten, etwa Blätterteig, ist eine hohe Anfangstemperatur entscheidend. Wer auf das Vorheizen verzichtet, spart Energie und Zeit. Zudem lohnt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung des Geräts: Dort finden sich meist Hinweise zum energiesparenden Backen.

Irrtum 5: Eco-Programme verbrauchen mehr Strom

Falsch und ein häufiger Irrglaube. Wasch- und Spülmaschinen im Eco-Modus benötigen zwar mehr Zeit, verbrauchen aber weniger Energie. Der Grund: Das Wasser wird weniger stark erhitzt, die längere Laufzeit dient dem Einweichen und der mechanischen Reinigung. Dadurch sinkt der Stromverbrauch deutlich, ohne dass das Reinigungsergebnis darunter leidet.

Irrtum 6: Tiefkühltruhe kühlt besser bei minus 20 Grad

Nein. Eine Temperatur von minus 18 Grad reicht aus, um Lebensmittel sicher zu lagern. Niedrigere Werte erhöhen nur den Energieverbrauch. Wichtig ist, die Tür der Gefriertruhe möglichst kurz zu öffnen und das Gerät regelmäßig abzutauen. So bleibt die Kühlleistung konstant und der Stromverbrauch gering.

Weitere Informationen

Ausführliche Tipps zum Thema Stromsparen gibt es online unter:
👉 Strom sparen im Haushalt – Verbraucherzentrale NRW

Aktuelle Veranstaltungen rund um Energie und Nachhaltigkeit:
👉 www.verbraucherzentrale.nrw/e-veranstaltungen

Theaterfahrt der Kolpingsfamilien nach Herne zum Mondpalast

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Die Kolpingsfamilien Erle und Raesfeld organisieren im November eine gemeinsame Theaterfahrt in den Mondpalast nach Herne.

Gespielt wird die romantische Komödie „Mondscheintarif“ mit musikalischen Akzenten und satirischem Blick auf das moderne Dating-Leben. Mitfahren können Mitglieder und Nichtmitglieder, die Plätze sind über den Vorverkauf erhältlich.

Termin und Ziel

Die Theaterfahrt findet am Sonntag, 9. November 2025, in den Mondpalast nach Herne statt. Auf dem Spielplan steht „Mondscheintarif“.

Abfahrt und Zeiten

Die Anreise erfolgt am Nachmittag per Bus.
Abfahrt ist um 15:00 Uhr in Raesfeld an der Haltestelle am Rathaus und um 15:15 Uhr in Erle an der Haltestelle Silvesterschule.
Die Vorstellung beginnt um 17:00 Uhr.

Tickets und Preise

Die Karten inklusive Busfahrt kosten 50 Euro für Mitglieder.
Nichtmitglieder zahlen 55 Euro.

Anmeldung und Frist

Zur Planung der Fahrt und der Kartenbestellung ist eine Anmeldung erforderlich bis spätestens 21. September.
Kontakt: Klaus Grömping, Tel. 02865/6522, oder Manfred Telöken, Tel. 02865/7113.

Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen, unabhängig von einer Mitgliedschaft.

Cinnamon Sugar Pull – Apart-Bread (Zimt-Zupfbrot)

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Die Advents- und Weihnachtszeit steht vor der Tür, doch auch jetzt schon duftet es in vielen Küchen nach Zimt und Butter. Wer nicht bis Dezember warten möchte, kann sich dieses köstliche Zimt-Zupfbrot schon jetzt gönnen, perfekt zum Kaffee oder als süßer Start in den Tag.

Und Sie denken, Zimtschnecken sind göttlich? Dann probieren Sie dieses aus buttrigen, süßen, zimtigen Teigscheiben zusammengesetzte duftende Brot.

Die ganze Familie hat Scheibchen für Scheibchen vom lauwarmen Brot abgezupft, so dass ich nicht einmal sagen kann, wie es abgekühlt oder nach einem Tag schmeckt!

Zutaten für den Teig:

20 g Frischhefe, 150 ml Milch, 50 g Zucker, 375 g Mehl, 1/2 TL Salz, 2 Eier, 50 g Butter, geschmolzen

 Für die Füllung:

75 g geschmolzene Butter, 100 g brauner Zucker, 1 TL Zimt (oder mehr), ergibt 16 kl. Scheiben

Zubereitung

Eine kleine Kastenform (20–22 cm) einfetten und beiseitestellen.

Die Hefe in der lauwarmen Milch mit einer Prise Zucker auflösen und kurz ruhen lassen, bis sich Schaum bildet. Anschließend mit den restlichen Teigzutaten – die Butter sollte ebenfalls nur lauwarm sein – zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig in eine leicht geölte Schüssel geben, abdecken und etwa 1 bis 1,5 Stunden gehen lassen, bis er sich deutlich vergrößert hat.

Den gegangenen Teig kurz durchkneten und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck von etwa 0,5 cm Dicke ausrollen. Mit der flüssigen Butter bestreichen (etwas Butter zurückbehalten) und mit der Zucker-Zimt-Mischung bestreuen (ebenfalls einen kleinen Rest aufheben).

Den Teig in Streifen schneiden, die der Breite der Kastenform entsprechen, und die Streifen anschließend aufeinanderlegen. Diese dann in Abschnitte schneiden, die etwa der Höhe der Kastenform entsprechen. Die Teigstücke hochkant hintereinander in die Form setzen, sodass sie locker aneinanderliegen. Noch einmal 30 bis 60 Minuten gehen lassen, bis die Form gut gefüllt ist.

Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und das Brot auf der zweiten Schiene von unten 30 bis 35 Minuten backen. Anschließend 20 bis 30 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann vorsichtig auf ein Kuchengitter stürzen.

Wer es schafft, das Brot vollständig auskühlen zu lassen, ohne schon die ersten Streifen abzuzupfen und zu probieren, verdient besondere Anerkennung.

Das Rezept und Foto stellte mir freundlicher Weise Gabi Frankemölle zur Verfügung. Mehr Rezepte auf >>>klick hier>>>USA Kulinarisch

Mut, Herz und Heimat: Olga Zaiats engagiert sich von Erle aus für die Ukraine

Seit mehr als drei Jahren lebt Olga Zaiats mit ihrer Familie nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine in Erle. Zwischen ihrem neuen Alltag und der Sorge um die Heimat bewegt sie sich in zwei Welten. Regelmäßig sammelt sie Spenden für Soldaten an der Front, eine Aufgabe, die ihr zur Lebensaufgabe geworden ist. Für ihr Engagement erhielt sie nun eine Auszeichnung aus ihrer Heimatstadt Lwiw (Lemberg).

Anerkennung für bürgerschaftliches Engagement

„Ich habe in dieser Woche eine Auszeichnung des Bürgermeisters Andrij Sadowyj meiner Heimatstadt Lwiw bekommen, für mein aktives bürgerschaftliches Engagement und die Unterstützung unserer Truppen in dieser schwierigen Zeit“, berichtet Olga Zaiats. Die Urkunde sei an ihren Vater übergeben worden, der sie stellvertretend entgegennahm. „Diese Auszeichnung gehört allen, die unsere Spendenaktionen bisher unterstützt haben“, betont sie. „Vielen Dank von den Soldaten an vorderster Front. Wir danken den Bürgern in der Gemeinde herzlich für die Leckereien. Gott schütze Sie!“

Urkunde
DANKSAGUNG: Für ihre aktive bürgerschaftliche Haltung, umfassende Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte, gezeigte Einheit und Standhaftigkeit in schwierigen Kriegszeiten sowie anlässlich des 585. Jahrestages der ersten historischen Erwähnung des Dorfes Weliki Hrybowytschi. Bürgermeister der Stadt Lwiw Andrij Sadowyj (Siegel: Stadtgemeinde Lwiw, 2025)

Ein neues Leben in Erle

Die mittlerweile 42-jährige Olga Zaiats ist Mutter von drei Kindern im Alter von 20, 16 und 6 Jahren, die hier zur Schule gehen, oder arbeiten. Im März 2022 floh sie nach dem Angriff auf die Ukraine mit ihrer Familie nach Deutschland. Ihr Mann arbeitete damals bereits als Lkw-Fahrer für eine polnische Spedition. „Er rief früh am Morgen an, es war Mittwoch, gegen fünf Uhr“, erinnert sie sich. „Er sagte: ‚Mach dich bereit, mein Freund kommt und bringt euch an die polnische Grenze. Dann sehen wir weiter, wohin wir gehen.‘“

Heute lebt die Familie seit über dreieinhalb Jahren in Erle. Olga arbeitet in der Baumschule Grunewald, ihr Mann seit nahezu Beginn ihres Aufenthalts als Lkw-Fahrer bei einer Firma in Wulfen. „Ich bin mit meiner Arbeit zufrieden, weil ich in meinem erlernten Beruf tätig bin“, sagt sie. In Lwiw habe sie die Universität abgeschlossen und sei froh, hier eine passende Anstellung gefunden zu haben.

Spenden für die Soldaten an der Front in der Ukraine
Weitere Pakete stehen bereit für die Soldaten an der Front in der Ukraine. Foto: Privat

Hilfe für die Menschen in der Heimat

Viele hätten sie gefragt, warum sie sich so stark für Hilfsaktionen engagiere. Olga erklärt: „Ich kann nicht einfach hier sitzen und zusehen, während in meiner Heimat Freunde, Angehörige und Nahestehende getötet werden. Sehr viele Menschen in der Ukraine brauchen unsere Hilfe.“

Was mit einer spontanen Idee begann, ist inzwischen gut organisiert. „Wir haben bereits in diesem Jahr eine große Menge an Lebensmitteln gesammelt, nämlich 52 Kisten“, erzählt sie. Zunächst habe sie auf eigene Faust begonnen, später Nachbarinnen und Nachbarn um Unterstützung gebeten. Zuerst halfen ihr die Nachbarin Marie-Teres Nagel, in diesem Jahr auch Ilona Schmidt.

Von Erle direkt an die Front zu den Soldaten

Gespendete Lebensmittel, Medikamente, Pflaster und Verbandsmaterial bringt die Familie nach Düsseldorf. Von dort aus werden die Hilfsgüter per Bus in die Ukraine transportiert. „Mein Vater holt sie ab und bringt sie zu einem ehrenamtlichen Helfer, dem Vorsitzenden des Gemeinderats“, berichtet Olga. „Gemeinsam mit Freiwilligen fahren sie an die Frontlinie und übergeben alles an die Soldaten.“

Besonders benötigt würden derzeit Medikamente und haltbare Lebensmittel, erzählt sie. Auch warme Socken seien für die Soldaten an der Front wichtig, um sie in der kalten Jahreszeit zu unterstützen.

Zwischen zwei Welten

„Wir müssen einander helfen, denn das Gute rettet die Welt. Wenn wir das nicht tun, kommt der Krieg in unser Haus“, sagt Olga Zaiats nachdenklich. In Erle hat sie eine neue Heimat gefunden, ohne ihre Wurzeln zu vergessen. Arbeit, Familie und ihr Engagement prägen ihren Alltag. Ihre Geschichte zeigt, dass Integration nicht nur durch Worte entsteht, sondern durch gelebte Gemeinschaft, und durch Menschen, die bereit sind, Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Spendenmöglichkeit in Erle

Weihnachten steht vor der Tür und wer ebenfalls noch Spenden für die Soldaten an der Front abgeben möchte, kann dies im EDEKA-Markt Beyer in Erle tun. Besonders gefragt sind haltbare Lebensmittel, warme Socken, Medikamente, Desinfektionsmittel und Schokolade.

RRZ hat ein neues Kinderprinzenpaar: Hannes I. und Maja I. übernehmen das Zepter

Im Gemeinschaftshaus Martinus wurde es am Sonntag richtig närrisch. Der Raesfelder Rosenmontagszug RRZ hat sein neues Kinderprinzenpaar vorgestellt.

Ab sofort regieren Prinz Hannes I. Grotendorst und Prinzessin Maja I. Gröniger über das junge Narrenvolk. Unterstützt werden sie dabei von Hofmarschall Henri Paß und Hofdame Thea Niehues. Das Quartett startet gemeinsam in die Session 2025/26.

Neues Kinderprinzenpaar vom RRZ - Raesfelder Rosenmontagszug 2025
Foto: Petra Bosse

Kinderprinzenpaar: Zwei Kinder, zwei große Träume

Für Hannes und Maja geht damit ein echter Wunsch in Erfüllung. Der zehnjährige Hannes hatte sich schon vor zwei Jahren beim RRZ-Vorstand schlau gemacht. „Ich habe einfach mal gefragt, wie ich Prinz werden kann. Und hier bin ich“, erzählte er lachend und sichtlich stolz.

Auch Maja, neun Jahre alt, hatte den Karneval längst im Blick. „Ich finde den Rosenmontagszug einfach spannend und wollte immer schon mal im Froschwagen mitfahren, den mein Opa Alois gebaut hat“, verriet sie. Die Begeisterung für das närrische Treiben liegt bei ihr in der Familie. Papa Wim tanzt bei der Prinzengarde, Mama Alexandra war vor 16 Jahren selbst Prinzessin, gemeinsam mit André Szczesny.

Vorstand Raesfelder Rosenmontagszug 2025
Foto: Petra Bosse

Vorstand bleibt dem RRZ treu

Neben der Vorstellung des Kinderprinzenpaars stand bei der Generalversammlung auch die Vereinsarbeit im Mittelpunkt. Lars Melis bleibt zweiter Vorsitzender, Thomas Höting weiterhin Geschäftsführer. Die Beisitzer Marianne Szczesny, Britta Terhart, Kerstin und Michael Butenweg sowie Alexander Kruse wurden ebenfalls bestätigt. Neu im Team sind Michaela und Dirk Prost, die künftig als Beisitzer mitarbeiten.

Kasse stimmt, Beiträge steigen leicht

Kassenwart Thomas Stenert legte einen soliden Bericht vor, verbunden mit einem kleinen Appell. Die Ausgaben stiegen von Jahr zu Jahr, erklärte er, während Einnahmen schwieriger zu erzielen seien. Der Verein wolle deshalb mehr Werbung machen, um neue Mitglieder und Sponsoren zu gewinnen. Derzeit zählt der RRZ rund 230 Mitglieder. „Habt Mut, auch mal neue Wege zu gehen, dann wird es den Umzug auch in den nächsten 30 Jahren geben“, so Stenert.

Ein weiteres Thema war die Beitragserhöhung. Erwachsene zahlen künftig zehn Euro statt acht, Kinder sechs statt vier Euro, der Familienbeitrag steigt von zwanzig auf sechsundzwanzig Euro. „Das ist eine moderate Anpassung“, betonte Stenert. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Raesfelder Rosenmontagszug 2025
Aufbruchstimmung für die anstehende Session in Raesfeld 2025/25. Foto: Petra Bosse

Bewährte Route für 2026

Auch beim Blick auf den kommenden Rosenmontagszug bleibt vieles wie gehabt. Die Route und die Familienzone haben sich bewährt und bleiben bestehen. Zwei Moderatoren sorgen erneut für Stimmung. Einer steht vor der Dorfkneipe Anton an der Kreuzung Borkener Straße, der andere am Rathaus vor dem Tribünenwagen.

Mit Hannes und Maja an der Spitze ist der närrische Nachwuchs bestens gerüstet. Und wer weiß, vielleicht hat sich schon das nächste Kind beim RRZ erkundigt, wie man Prinz oder Prinzessin wird.

Prinzenpaare Raesfeld 2025-RRZ und RCV
Mit dem neuen Prinzenpaar des RRZ Hannes I. und Maja I., sowie dem RCV-Prinzenpaar, Paul I. Stegerhoff und Caro I. Discher, scheint der Karneval in Raesfeld bestens gerüstet zu sein. Foto: Petra Bosse

RRZ Termine im Überblick

  • 15.11.2025 (Samstag) RRZ Kinderprinzenproklamation
  • 16.02.2026 (Rosenmontag) Rathaussturm und ab 12.33 Uhr Start Rosenmontagszug mit anschließender Zeltparty mit DJ auf der Festwiese Zum Michael.

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