Herakles: Ein besonderer Schatz im Verlies von Schloss Raesfeld
Einmalige Einblicke in das Schloss und seine Geschichte: Wer an einer Führung durch Schloss Raesfeld teilnimmt, bekommt nicht nur Räume und Werkstätten zu sehen, sondern auch einen besonderen Schatz, den barocken Herakles aus Baumberger Sandstein. Der Raum, in dem er steht, ist sonst verschlossen und öffnet nur bei Schlossführungen.
Vom Skulpturengarten nach Raesfeld
Die Statue wurde im 18. Jahrhundert für den Skulpturengarten des Hauses Hamen bei Havixbeck geschaffen. Über Haus Diepenbrock gelangte sie schließlich nach Schloss Raesfeld. Dort steht sie heute im Verlies der Akademie des Handwerks und gehört zu den eindrucksvollsten Objekten des Schlosses.

Bei besonderen Anlässen öffnet die Akademieleiterin Dr. Ing. Christiane Bucher selbst die schweren Türen des Schlosses. Dann führt sie Besucher durch die historischen Räume, vorbei an Werkstätten, Seminarräumen und in das Verlies, wo der Herakles wacht.
Restauriert und bewahrt
Der Herakles ist aus Baumberger Sandstein gefertigt, einem Material, das nur begrenzt wetterbeständig ist. Ganz unversehrt sei die Figur jedoch nicht geblieben. „Was ihm fehlt, ist seine Kugel. Die hat er schon lange eingebüßt“, erklärt Bucher. Der Sandstein habe stark unter der Witterung und den Einflüssen der Industrialisierung gelitten und „ist umfangreich restauriert worden“, berichtet Bucher. Heute zeigt sich der Herakles wieder in einer nahezu ursprünglichen Fassung. Damit der antike Held den kommenden Jahren standhält, steht er nun geschützt im trockenen Gewölbe des Schlosses.
Der Mythos des Herakles
Herakles war der Sohn des Zeus und galt in der griechischen Mythologie als der einzige Sterbliche, der durch seine Taten Unsterblichkeit erlangte. Eine seiner berühmtesten Aufgaben bestand darin, die goldenen Äpfel aus dem Garten der Hesperiden zu holen.
Dort traf er auf Atlas, der das Himmelsgewölbe trug. Herakles bot ihm an, die schwere Last für eine Weile zu übernehmen, während Atlas die Äpfel holen sollte. Als Atlas mit den Äpfeln zurückkehrte, wollte er die Last nicht wieder aufnehmen. Doch Herakles überlistete ihn: Unter dem Vorwand, sein Löwenfell zurechtrücken zu müssen, ließ er Atlas erneut das Himmelsgewölbe schultern und entkam mit den goldenen Äpfeln.
So wurde Herakles zum Sinnbild für Kraft, List und Durchhaltevermögen, Werte, die bis heute beeindrucken.
Infokasten: Der Mythos des Helden
Bezeichnung: Barocke Figur des „Herakles“ (oft irrtümlich „Atlas“ genannt)
Entstehungszeit: 18. Jahrhundert
Material: Baumberger Sandstein
Herkunft: Haus Hamen bei Havixbeck, später Haus Diepenbrock
Heutiger Standort: Verlies im Schloss Raesfeld
Thema: Herakles begegnet Atlas im Garten der Hesperiden
Besonderheit: Eines der ältesten und am besten erhaltenen Skulpturenstücke im Schloss
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