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Mut, Herz und Heimat: Olga Zaiats engagiert sich von Erle aus für die Ukraine

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Olga sammelt Spenden für die Soldaten an der Front in der Ukraine. Fotos: Privat

Seit mehr als drei Jahren lebt Olga Zaiats mit ihrer Familie nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine in Erle. Zwischen ihrem neuen Alltag und der Sorge um die Heimat bewegt sie sich in zwei Welten. Regelmäßig sammelt sie Spenden für Soldaten an der Front, eine Aufgabe, die ihr zur Lebensaufgabe geworden ist. Für ihr Engagement erhielt sie nun eine Auszeichnung aus ihrer Heimatstadt Lwiw (Lemberg).

Anerkennung für bürgerschaftliches Engagement

„Ich habe in dieser Woche eine Auszeichnung des Bürgermeisters Andrij Sadowyj meiner Heimatstadt Lwiw bekommen, für mein aktives bürgerschaftliches Engagement und die Unterstützung unserer Truppen in dieser schwierigen Zeit“, berichtet Olga Zaiats. Die Urkunde sei an ihren Vater übergeben worden, der sie stellvertretend entgegennahm. „Diese Auszeichnung gehört allen, die unsere Spendenaktionen bisher unterstützt haben“, betont sie. „Vielen Dank von den Soldaten an vorderster Front. Wir danken den Bürgern in der Gemeinde herzlich für die Leckereien. Gott schütze Sie!“

Urkunde
DANKSAGUNG: Für ihre aktive bürgerschaftliche Haltung, umfassende Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte, gezeigte Einheit und Standhaftigkeit in schwierigen Kriegszeiten sowie anlässlich des 585. Jahrestages der ersten historischen Erwähnung des Dorfes Weliki Hrybowytschi. Bürgermeister der Stadt Lwiw Andrij Sadowyj (Siegel: Stadtgemeinde Lwiw, 2025)

Ein neues Leben in Erle

Die mittlerweile 42-jährige Olga Zaiats ist Mutter von drei Kindern im Alter von 20, 16 und 6 Jahren, die hier zur Schule gehen, oder arbeiten. Im März 2022 floh sie nach dem Angriff auf die Ukraine mit ihrer Familie nach Deutschland. Ihr Mann arbeitete damals bereits als Lkw-Fahrer für eine polnische Spedition. „Er rief früh am Morgen an, es war Mittwoch, gegen fünf Uhr“, erinnert sie sich. „Er sagte: ‚Mach dich bereit, mein Freund kommt und bringt euch an die polnische Grenze. Dann sehen wir weiter, wohin wir gehen.‘“

Heute lebt die Familie seit über dreieinhalb Jahren in Erle. Olga arbeitet in der Baumschule Grunewald, ihr Mann seit nahezu Beginn ihres Aufenthalts als Lkw-Fahrer bei einer Firma in Wulfen. „Ich bin mit meiner Arbeit zufrieden, weil ich in meinem erlernten Beruf tätig bin“, sagt sie. In Lwiw habe sie die Universität abgeschlossen und sei froh, hier eine passende Anstellung gefunden zu haben.

Spenden für die Soldaten an der Front in der Ukraine
Weitere Pakete stehen bereit für die Soldaten an der Front in der Ukraine. Foto: Privat

Hilfe für die Menschen in der Heimat

Viele hätten sie gefragt, warum sie sich so stark für Hilfsaktionen engagiere. Olga erklärt: „Ich kann nicht einfach hier sitzen und zusehen, während in meiner Heimat Freunde, Angehörige und Nahestehende getötet werden. Sehr viele Menschen in der Ukraine brauchen unsere Hilfe.“

Was mit einer spontanen Idee begann, ist inzwischen gut organisiert. „Wir haben bereits in diesem Jahr eine große Menge an Lebensmitteln gesammelt, nämlich 52 Kisten“, erzählt sie. Zunächst habe sie auf eigene Faust begonnen, später Nachbarinnen und Nachbarn um Unterstützung gebeten. Zuerst halfen ihr die Nachbarin Marie-Teres Nagel, in diesem Jahr auch Ilona Schmidt.

Von Erle direkt an die Front zu den Soldaten

Gespendete Lebensmittel, Medikamente, Pflaster und Verbandsmaterial bringt die Familie nach Düsseldorf. Von dort aus werden die Hilfsgüter per Bus in die Ukraine transportiert. „Mein Vater holt sie ab und bringt sie zu einem ehrenamtlichen Helfer, dem Vorsitzenden des Gemeinderats“, berichtet Olga. „Gemeinsam mit Freiwilligen fahren sie an die Frontlinie und übergeben alles an die Soldaten.“

Besonders benötigt würden derzeit Medikamente und haltbare Lebensmittel, erzählt sie. Auch warme Socken seien für die Soldaten an der Front wichtig, um sie in der kalten Jahreszeit zu unterstützen.

Zwischen zwei Welten

„Wir müssen einander helfen, denn das Gute rettet die Welt. Wenn wir das nicht tun, kommt der Krieg in unser Haus“, sagt Olga Zaiats nachdenklich. In Erle hat sie eine neue Heimat gefunden, ohne ihre Wurzeln zu vergessen. Arbeit, Familie und ihr Engagement prägen ihren Alltag. Ihre Geschichte zeigt, dass Integration nicht nur durch Worte entsteht, sondern durch gelebte Gemeinschaft, und durch Menschen, die bereit sind, Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Spendenmöglichkeit in Erle

Weihnachten steht vor der Tür und wer ebenfalls noch Spenden für die Soldaten an der Front abgeben möchte, kann dies im EDEKA-Markt Beyer in Erle tun. Besonders gefragt sind haltbare Lebensmittel, warme Socken, Medikamente, Desinfektionsmittel und Schokolade.

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