Rund 100 Kilo Heroin in Bad Bentheim beschlagnahmt
In Bad Bentheim beschlagnahmte das grenzüberschreitende Polizeiteam (GPT) rund 100 Kilogramm Heroin im Wert von etwa 4,1 Millionen Euro. Die gemeinsame Operation deutscher und niederländischer Fahnder führte zur Festnahme eines mutmaßlichen Drogenkuriers.
Drogenkurier an der Grenze festgenommen
Am Mittwochnachmittag kontrollierte das GPT einen 25-jährigen Mann, der versuchte, das Heroin über die deutsch-niederländische Grenze zu schmuggeln. Der Mann reiste in einem in Berlin zugelassenen PKW über die Autobahn 30 aus den Niederlanden nach Deutschland ein. Gegen 15 Uhr stoppten die Beamten das Fahrzeug auf dem Parkplatz Bentheimer Wald.
Drogentransport gestoppt
Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs entdeckten die Polizisten auf der Rückbank und im Kofferraum mehrere Taschen voller Betäubungsmittel. Insgesamt stellten sie rund 100 Kilogramm Heroingemisch und knapp 100 Kilogramm Streckmittel sicher. Der Fahrer wurde festgenommen und das Rauschgift beschlagnahmt. Die weiteren Ermittlungen übernahm das Zollfahndungsamt Essen.
Erfolgreiche Zusammenarbeit
Durch den Fahndungserfolg des Grenzüberschreitenden Polizeiteams konnte verhindert werden, dass Heroin im Wert von etwa 4,1 Millionen Euro in den illegalen Drogenhandel gelangt. Polizeioberrat Michael Schimkatis, Leiter der Bundespolizeiinspektion Bad Bentheim, betonte die Bedeutung der behördenübergreifenden Zusammenarbeit: „Die größten Erfolge entstehen immer dann, wenn wir Hand in Hand arbeiten.“
Weiterführende Ermittlungen
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück wurde der mutmaßliche Drogenschmuggler einem Haftrichter beim Amtsgericht Nordhorn vorgeführt, der Haftbefehl gegen den 25-Jährigen erließ. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Die abschließenden Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Essen.
Grenzüberschreitendes Polizeiteam Bad Bentheim
Das Grenzüberschreitende Polizeiteam (GPT) Bad Bentheim ist eine Kooperation zwischen der Koninklijken Marechaussee (NL), der Politieeenheid Oost-Nederland (NL), der Bundespolizeidirektion Hannover, der Polizeidirektion Osnabrück (Niedersachsen) und der Kreispolizeibehörde Borken (Nordrhein-Westfalen).
Ziel ist die Bekämpfung grenzüberschreitender Delikte wie Drogenhandel, Menschenhandel und Kfz-Kriminalität.
Brückensanierung in Raesfeld: Erneuerung der Heetwissenweg-Brücke sichert Tragfähigkeit für landwirtschaftliche Fahrzeuge
Aktuell wird in Raesfeld eine Brücke saniert, die in die Jahre gekommen war und ihre Tragfähigkeit zu verlieren drohte. Die Brücke am Heetwissenweg wird seit Mitte August umfassend erneuert, da Schäden an Beton und Stahl festgestellt wurden, die ihre Nutzung für landwirtschaftliche Fahrzeuge in naher Zukunft unmöglich gemacht hätten.
Foto: Gemeinde Raesfeld
Kompletterneuerung statt Sanierung
Da die Sanierungskosten hoch waren und weitere Kosten zu erwarten gewesen wären, entschied die Gemeinde Raesfeld, die Brücke komplett zu erneuern. Dadurch soll sichergestellt werden, dass auch schwere Fahrzeuge die Brücke weiterhin uneingeschränkt befahren können.
Bauarbeiten verlaufen ohne Probleme
Bislang verlaufen die Bauarbeiten ohne Probleme, wie die Gemeinde Raesfeld mitteilte. Zuerst wurde die alte Brücke abgerissen, und anschließend begannen die Vorarbeiten für den Ersatzbau. Kürzlich wurden die neuen Brückenteile, die bis zu 38 Tonnen wiegen, mit einem Schwerlast-Autokran eingebaut.
Die Kosten für den Neubau der Brücke am Heetwissenweg belaufen sich auf 205.000 Euro und waren planmäßig im diesjährigen Gemeindehaushalt vorgesehen.
Am Donnerstag gegen 16:30 Uhr verlor ein 61-jähriger Mann aus Raesfeld die Kontrolle über sein Fahrzeug, als er in Hünxe die Dinslakener Straße in Richtung Drevenack befuhr.
Kurz nach dem Passieren der Einmündung Alte Dinslakener Straße geriet er nach links von der Fahrbahn ab und prallte frontal gegen einen Baum.
Nachdem die Feuerwehr den Fahrer aus seinem Fahrzeug befreit hatte, wurde er mit einem Rettungswagen in ein örtliches Krankenhaus zur stationären Behandlung gebracht.
Peter Malzbender fordert entschlossenes Handeln: „Gloria soll ‚gekillt‘ werden, wenn sie es denn war“, so Peter Malzbender, NABU Vorsitzender Kreis Wesel. Das schönere Wort „Entnahme“ lehnte er ab.
Diese klare Forderung verdeutlicht die angespannte Lage für die Schafhalter in der Region. Die jüngsten Wolfsrisse haben die Debatte um den Schutzstatus des Wolfes erneut angefacht und zeigen den dringenden Handlungsbedarf auf.
Gloria soll „gekillt“ werden, so NABU-Kreisvorsitzender Peter Malzbender (mitte). Das schönere Wort „Entnahme“ lehnte er ab. Foto Bosse
Unter dem Titel „Hat die Schafzucht am Niederrhein noch Zukunft?“ luden betroffene Weidetierhalter aus dem Kreis Wesel zu einem Pressegespräch auf den Hof der Familie Specht in Gartop-Bühl am Donnerstag (29.8.) ein.
Wie können Schafhalter ihre Tiere schützen?
Stephan Steinkühler moderierte das Gespräch und stellte die zentrale Frage: Wie können Schafhalter ihre Herden schützen? Anwesend waren Vertreter aus Politik und Naturschutzverbänden sowie der Schafzüchter Erich Specht und sein Sohn Moritz, die die aktuellen Herausforderungen der Schafzucht in der Region diskutierten.
Anlass des Treffens waren die jüngsten Wolfsrisse, bei denen Erich Specht sieben Zuchtschafe in jüngster verloren hat. Zuletzt am 24. und 25. August. Jahrzehntelang weideten die Schafe friedlich in den Lippeauen, doch die zunehmende Wolfspräsenz stellt die Züchter vor existenzielle Herausforderungen.
Schafzucht von Specht in Gartrop Bühl. Foto: Specht
Schutzmaßnahmen am Limit
Erich Specht schilderte die Situation eindrucksvoll. Seit dem Auftauchen der Wölfin im Jahr 2018 wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen. „Wir haben alle Flächen und Gebäude mit Herdenschutzzäunen versehen“, erklärte Specht. Diese Maßnahmen kosteten bereits rund 50.000 Euro, von denen nur 20.000 Euro durch Materialförderung gedeckt wurden. Bis 2023 seien die Kosten auf insgesamt 60.000 Euro angestiegen, mit zusätzlichen 7.000 Euro allein in diesem Jahr für die Erneuerung und Pflege der Zäune. Diese Summe übersteigt die bisherigen Unterhaltungskosten von 3.000 bis 5.000 Euro deutlich.
Zäune können Schafe am Niederrhein nicht mehr vor Wolfsangriffe schützen. Foto: Petra Bosse
Maximum an Schutzmaßnahmen erreicht
Trotz dieser Maßnahmen gelang es einem oder mehreren Wölfen, die 1,20 Meter hohen Zäune zu überwinden. „Wir haben das Maximum an Schutzmaßnahmen erreicht“, so Specht. Die Frage, wie die Tiere nachts noch besser geschützt werden könnten, blieb unbeantwortet. Höhere Zäune, insbesondere in Naturschutzgebieten, seien problematisch. Auch der Einsatz von Herdenschutzhunden wurde als keine universelle Lösung angesehen, da ihr Einsatz vom jeweiligen Betrieb abhänge.
Schäfer in Not am Niederrhein. Fünf wertvolle Zuchtschafe in Gartrop-Bühl wurden binnen kurzer Zeit vom Wolf gerissen.
Keine schnellen Lösungen in Sicht
Im Verlauf des Pressegesprächs herrschte Einigkeit darüber, dass es aktuell keine sofort umsetzbaren Maßnahmen für die betroffenen Schafzüchter gebe. Der bestehende Wolfsmanagementplan in Nordrhein-Westfalen stammt aus dem Jahr 2016 und bezieht sich nur auf durchziehende Wölfe, obwohl mittlerweile feste Rudel in der Region leben. Seit 2016 habe es in diesem Bereich keine Weiterentwicklung gegeben, was starke Kritik hervorrief. Die passive Herangehensweise des Landes beim Wolfsmanagement wurde als unzureichend und reformbedürftig bezeichnet.
Große Probleme mit dem Wolf hat seit einigen Wochen der Züchter Erich Specht (r.) , worüber er an diesem Tag ausführlich berichtete.
Forderung nach Anpassung des europäischen Schutzes
Ein zentraler Konsens unter den Teilnehmern war die Forderung nach einer Anpassung des Schutzstatus des Wolfes auf europäischer Ebene. In anderen Ländern ist es unter bestimmten Bedingungen möglich, Wölfe zu entnehmen, während dies in Deutschland derzeit nicht erlaubt ist. „Alle politischen Ebenen – ob Landes-, Bundes- oder europäische Ebene – müssen aktiv werden, um den Weidetierhaltern den notwendigen Schutz zu bieten“, lautete die einhellige Meinung.
Die Lippeauen sind nicht Überschwemmungs- sondern auch Naturschutzgebiet. Foto: Petra Bosse
Malzbender fordert: Problemwolf Gloria bei Nachweisen abknallen
Besonders kontrovers wurde die Situation um die auffällige Wölfin Gloria diskutiert. Peter Malzbender, Kreisvorsitzender des NABU Wesel, äußerte sich diesmal ungewöhnlich deutlich. „Gloria soll ‚gekillt‘ werden, wenn sie es denn war“, so Peter Malzbender, NABU Vorsitzender Kreis Wesel. Das schönere Wort „Entnahme“ lehnte er ab. Natürlich nur dann, sofern der gesetzliche Rahmen dies zulasse.
Zum ersten Mal stellte sich Malzbender offen auf die Seite der Schafzüchter und Weidetierhalter. Allerdings blieb offen, ob tatsächlich mehrere Rudel in diesem Gebiet beheimatet seien, wie Stephan Steinkühler vom Bürgerforum Gahlen Wolf betonte. Malzbender forderte zudem ein professionelles Monitoring: „Wir brauchen ein Monitoring, das von Amts wegen erfolgen muss, damit wir überhaupt wissen, worüber wir sprechen.“
Wie hoch müssen Zäune sein, damit diese nicht überwunden können, fragen sich besonders betroffene Weidetierhalter am Niederrhein. Foto: Petra Bosse
Rechtliche Hürden blockieren den Schutz der Weidetiere
Klaus Horstmann vom Kreis Wesel, Fachbereich Naturschutz, Landwirtschaft, Jagd und Fischerei, wies auf die rechtlichen Hindernisse hin, die den Schutz der Schafhalter erschweren. Viele der auf Grundlage des Beschlusses der Umweltministerkonferenz erlassenen Verfügungen würden von Gerichten wieder einkassiert. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in einem Fall aus Österreich, das besagt, dass Wölfe nicht erschossen werden dürfen, verdeutliche die Schwierigkeit, einen Wolf zur Entnahme freizugeben. Horstmann betonte, dass Gesetze von oberster Ebene angepasst werden müssten, um rechtliche Grundlagen zu schaffen, die vor Gericht Bestand haben. Bisher wurden alle entsprechenden Verfügungen gerichtlich gekippt.
Peter Malzbender spricht sich dagegen aus, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Foto: Petra Bosse
Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google übermittelt.
Wann geht es endlich los? Der Start des Bauprojekts HUB Erle lässt weiter auf sich warten. Laut Oliver Göttlicher, Vorstandsmitglied der Bürgergenossenschaft Erle, stehe ein Termin für den Baubeginn noch nicht fest.
Trotzdem laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, und alle Beteiligten warten darauf, dass die Genehmigung erteilt wird, um mit dem Bau des Dorfgemeinschaftshauses zu beginnen.
Zustimmung der Genossenschaft zum Bauprojekt HUB Erle
Gut zwei Monate sind seit der Generalversammlung der Bürgergenossenschaft Erle vergangen. Dort stimmten die Mitglieder für den Bau des neuen Dorfgemeinschaftshauses und der geplanten Dorfgastronomie, die von Christian Lipfert unter dem Namen Hub Erle geführt werden soll.
Fortschritte bei den Bauvorbereitungen
Seitdem hat sich einiges getan. Noch am Abend der Generalversammlung setzten Aufsichtsrat und Vorstand die Rahmenbedingungen für den Bau des Projekts. Dazu zählte unter anderem die Beauftragung der ersten Gewerke sowie notwendige Änderungen im Bauantrag aufgrund von Anpassungen am Projekt.
Verzögerung durch fehlende Genehmigung
„Die Firmen für die ersten Bauabschnitte stehen bereit, sobald die Genehmigung da ist. So lange müssen wir uns noch gedulden“, erklärt Andreas Grotendorst. Auch Peter Stöbel, der nun offiziell als Prokurist der Genossenschaft eingetragen ist, fügt hinzu: „Wir stehen momentan in engem Kontakt mit den beteiligten Firmen und dem Architekturbüro Thieken, damit wir schnellstmöglich mit dem Bau beginnen können.“
Noch kein Termin für den Spatenstich
Auf die Frage nach dem offiziellen Spatenstich gibt es jedoch weiterhin keine klare Antwort. „Wir werden mit dem Bau nicht aufgrund von Terminschwierigkeiten warten. Sobald gebaut werden kann und darf, rollen die Bagger!“, betont Oliver Göttlich.
Aufruf zur Zeichnung der Genossenschaftsanteile
Ab sofort werden alle Genossinnen und Genossen sowie alle Neumitglieder postalisch angeschrieben, um die Zeichnungen ihrer Anteile offiziell zu vollziehen, nachdem bisher nur Absichtserklärungen abgegeben wurden. Die ausgefüllten Formulare können in den Filialen der Volksbank in Erle und Raesfeld abgegeben werden. Im Anschluss werden die entsprechenden Einzüge der Anteile erfolgen.
Sommerfest im Bürgerpark – Montag, 2. September 2024, 14:30 – 17:00 Uhr
Am kommenden Montag verwandelt sich der Bürgerpark am Raesfelder Wasserschloss in eine bunte Meile. Nicole Höbing, die Integrationsbeauftragte der Gemeinde Raesfeld, lädt alle Interessierten herzlich ein, von 14:30 bis 17:00 Uhr das Sommerfest zu besuchen.
An verschiedenen Mitmachstationen können die Gäste bei einer Spiele-Rallye Spaß haben. Zudem sorgen das Kinderschminken und das Raesfelder Spielemobil für gute Laune. Für das leibliche Wohl gibt es Snacks aus verschiedenen Nationen.
Sozialprojekt „Wir für andere“
Nicole Höbing erhält Unterstützung von vierzehn Schülerinnen und Schülern der Julia-Koppers-Gesamtschule, die sich im Rahmen des Sozialprojekts „Wir für andere“ engagieren. Sie helfen bei der Organisation und Durchführung des Sommerfestes. „Wir alle freuen uns auf ein schönes Fest in lockerer Atmosphäre und hoffen, dass viele Bürgerinnen und Bürger, insbesondere viele Kinder, unserer Einladung folgen“, sagt Nicole Höbing und blickt bereits mit Vorfreude auf einen schönen Nachmittag.
Vermehrte Wolfsrisse im Wolfsgebiet Schermbeck: Hohe Kosten, wenige Ergebnisse – Umweltminister Krischer gibt unklare Antworten
Die Häufung von Wolfsrissen im Wolfsgebiet Schermbeck – aktuell 15 Risse seit dem 19.07.2024 – hat Weidetierhalter, Landwirte und Anwohner alarmiert. Trotz erheblicher Investitionen in Schutzmaßnahmen bleiben die Ergebnisse unbefriedigend. In einer Presseanfrage an NRW-Umweltminister Oliver Krischer wollten wir genauer wissen, welche Maßnahmen das Ministerium plant, um der Situation Herr zu werden. Die Antworten blieben jedoch enttäuschend vage, während die Kosten für den Herdenschutz weiter steigen, ohne den gewünschten Erfolg zu zeigen.
Widersprüche zwischen hohen Investitionen und mangelnder Effektivität
Ein Vorfall in Schermbeck, bei dem ein vom Land finanzierter Schutzzaun im Wert von rund 30.000 Euro von einem Wolf übersprungen wurde, stellt die Wirksamkeit der bisherigen Schutzmaßnahmen ernsthaft in Frage und lässt vermuten, dass hier Steuergelder umsonst ausgegeben wurden. Trotz hoher Investitionen in Zäune zur Abwehr von Wolfsangriffen zeigen die jüngsten Ereignisse, dass diese Maßnahmen in der Praxis oft versagen. Dies wirft nicht nur Fragen nach der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen auf, sondern auch nach der Sinnhaftigkeit der bisher getätigten hohen Ausgaben.
Kostenintensive Schutzmaßnahmen ohne garantierten Erfolg
Die öffentlichen Ausgaben für den Herdenschutz in Nordrhein-Westfalen sind erheblich. Im Jahr 2022 wurden rund 430.000 Euro für Herdenschutzmaßnahmen ausgezahlt, im Jahr 2023 stieg dieser Betrag auf rund 600.000 Euro.
Für das Jahr 2024 stehen sogar Fördermittel in Höhe von einer Million Euro zur Verfügung. Diese Gelder fließen in die Errichtung von Schutzzäunen, den Einsatz von Elektrozäunen sowie die Anschaffung und Ausbildung von Herdenschutzhunden. Doch trotz dieser massiven Investitionen bleibt die Frage nach der Wirksamkeit offen, wie der jüngste Vorfall in Schermbeck zeigt.
Unzureichender Herdenschutz: Hohe Kosten, aber weiterhin große Schäden
Umweltminister Krischer betonte in seiner Antwort, dass unzureichend geschützte Weidetiere die Mehrzahl der Schadensfälle ausmachten. Der Vorfall in Schermbeck, bei dem ein eigentlich ausreichend geschützter Zaun überwunden wurde, lässt jedoch Zweifel an dieser Aussage aufkommen. Auf unsere Frage, wie die Landwirte ihre Tiere in Zukunft besser schützen können, gab es keine konkrete Antwort. Der Minister bat lediglich um Geduld, da der konkrete Fall noch in Bearbeitung sei. Konkrete Handlungsempfehlungen oder Überlegungen zu effektiveren Schutzmaßnahmen blieben aus.
Überprüfung und Anpassung der Förderrichtlinien: Fehlende Klarheit
Auch auf die Frage nach einer möglichen Überprüfung und Anpassung der Förderrichtlinien für Schutzmaßnahmen blieb die Antwort des Ministers diffus. Er gab zwar detaillierte Informationen über die in den letzten Jahren ausgezahlten Fördermittel, ließ aber offen, ob die bestehenden Richtlinien an die aktuellen Herausforderungen angepasst werden sollen. Angesichts der hohen Investitionen ist eine solche Anpassung jedoch dringend erforderlich, um einen effektiven Wolfsschutz zu gewährleisten.
Fazit: Hohe Kosten, wenig greifbare Ergebnisse
Die finanzielle Förderung von Herdenschutzmaßnahmen in Nordrhein-Westfalen ist zwar beachtlich, doch die jüngsten Vorfälle im Wolfsgebiet Schermbeck lassen erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit aufkommen. Umweltminister Krischer vermied es, klare Antworten auf die drängenden Fragen zu geben und konkrete Lösungsvorschläge für die betroffenen Landwirte zu unterbreiten. Stattdessen wurden bekannte Informationen zu Förderungen und Maßnahmen wiederholt, ohne auf die konkreten Herausforderungen einzugehen. „Die Landesregierungen, so auch Nordrhein-Westfalen, entwickeln das Wolfsmanagement inkl. Herdenschutzförderung permanent weiter, um Praxistauglichkeit und Rechtssicherheit entsprechend des Erfahrungs- und Informationszuwachses kontinuierlich anzupassen und zu verbessern“, so Oliver Krischer.
Die bisher entstandenen hohen Kosten stehen in keinem Verhältnis zu den immer noch auftretenden Schäden, was den dringenden Handlungsbedarf des Ministeriums unterstreicht.
In der nordrhein-westfälischen Stadt Solingen ereignete sich kürzlich ein tragischer Vorfall, bei dem drei Menschen auf einem Stadtfest durch eine Messerattacke getötet wurden.
Der mutmaßliche Täter, ein Flüchtling aus Syrien, wurde festgenommen, und der sogenannte Islamische Staat beanspruchte die Tat für sich. Bundeskanzler Olaf Scholz nutzte einen Gedenkbesuch am Tatort, um eine schnellere Abschiebung abgelehnter Asylbewerber zu fordern.
Doch wie sieht die aktuelle Lage im deutschen Asylrecht aus?
Quelle: Bamf
Die Asylsituation in Deutschland
Deutschland hat in diesem Jahr – Stand Juli 2024, bereits 153.361 Asylanträge erhalten. Hinzu kommen 56.705 Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind. Die Mehrheit der Asylantragsteller stammt aus Syrien und Afghanistan, rund 70.000. In NRW lagen die Asylantragzahlen von Januar bis Juli 2024 mit 28.409 (20 Prozent im Vergleich zu den andren Bundesländern) gefolgt von Bayern (16,3 Prozent) am höchsten.
Im bisherigen Berichtsjahr 2024 waren 72,1 Prozent der einen Asylerstantrag stellenden Personen jünger als 30 Jahre, 36,3 Prozent waren minderjährig. 67,9 Prozent aller Erstantragstellenden waren männlich.
Im bisherigen Berichtsjahr 2024 sind folgende Staatsangehörigkeiten bei den Asylerstanträge am stärksten vertreten:
Syrien: 44.191 Erstanträge
Im Vorjahr: 51.692 Erstanträge
Veränderung: -14,5 %
Rang im Vorjahr: 1
Afghanistan: 22.698 Erstanträge
Im Vorjahr: 31.334 Erstanträge
Veränderung: -27,6 %
Rang im Vorjahr: 2
Türkei: 18.042 Erstanträge
Im Vorjahr: 23.082 Erstanträge
Veränderung: -21,8 %
Rang im Vorjahr: 3
Fakt ist, dass etwa jeder 13. Antrag aus Syrien und jeder dritte Antrag aus Afghanistan erfolgreich war. Der Grund dazu ist, dass diese Menschen als verfolgt gelten und in Deutschland bleiben dürfen. Selbst wenn sie Straftaten begehen, können sie nicht in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden.
Subsidiärer Schutz und Duldung
Nicht alle Asylanträge aus Syrien und Afghanistan werden automatisch abgelehnt. Die meisten Antragsteller erhalten entweder subsidiären Schutz oder eine Duldung. Dies bedeutet, dass sie in Deutschland bleiben dürfen, weil ihnen in ihrer Heimat Krieg, Folter oder andere gefährliche Bedingungen drohen. Ausnahmen gibt es nur in sehr wenigen Fällen, beispielsweise wenn eine Person als Terrorgefahr eingestuft wird.
Flüchtlingssituation in Raesfeld: Stand Juli/August 2024
In Raesfeld leben derzeit insgesamt 368 Flüchtlinge (Stand: Juli/August 2024). Diese Zahl umfasst sowohl Personen, die gemäß der Aufnahmeverpflichtung durch das Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG) zugewiesen wurden, als auch Flüchtlinge mit einer Wohnsitzauflage.
Aufnahmeverpflichtung gemäß FlüAG
Gemäß § 1 des Flüchtlingsaufnahmegesetzes (FlüAG) sind die 396 Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen verpflichtet, ausländische Flüchtlinge aufzunehmen und unterzubringen. Die Verteilung der Flüchtlinge erfolgt durch die Bezirksregierung Arnsberg.
Für Raesfeld sieht die Aufnahmeverpflichtung aktuell vor, 239 Personen aufzunehmen. Insgesamt leben in der Gemeinde 217 Asylsuchende nach der Aufnahmeverpflichtung.
Wohnsitzauflage in Raesfeld und NRW
Zusätzlich gibt es in Raesfeld 151 Personen, die unter die Regelung der Wohnsitzauflage fallen (zum Vergleich: Am 1. Januar 2024 waren es 135 Personen). Die Wohnsitzauflage verpflichtet Flüchtlinge, ihren Wohnsitz in einem festgelegten Gebiet, wie einer bestimmten Stadt oder einem bestimmten Landkreis, zu nehmen und dort zu bleiben. Dies dient der gleichmäßigen Verteilung und Integration der Flüchtlinge.
Flüchtlinge aus der Ukraine
Aktuell fallen auch die Flüchtlinge aus der Ukraine unter die Wohnsitzauflage. Diese Menschen erhalten Schutz in Deutschland aufgrund der EU-Massenzustrom-Richtlinie, die durch § 24 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) umgesetzt wird. Diese Regelung bietet ukrainischen Flüchtlingen schnellen und unkomplizierten Schutz, ohne dass sie ein reguläres Asylverfahren durchlaufen müssen.
11 Jahre Kunstroute in Raesfeld – 7./8. September 2024. Einblick in die Welt der Kunst
Am ersten September-Wochenende 2024 findet erneut die beliebte KunstRoute statt, die in den Städten Dorsten, Bottrop, Kirchhellen, Haltern und Raesfeld Kunstliebhaber begeistert. Diese Veranstaltung bietet eine einmalige Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und das kreative Schaffen zahlreicher Künstler hautnah zu erleben.
Raesfeld: Zwei Ausstellungen, die begeistern
In Raesfeld gibt es in diesem Jahr zwei besondere Ausstellungen zu entdecken. Die Künstlerin Marie-Luise Stötzel öffnet wieder ihr „Atelier unterm Dach“ Hoher Weg 59a. Zeitgleich stellt Marion Katzbrowski ihre neuesten Werke in der Truvenne 33 aus.
Marion Katzbrowski: Kunst als Spiegel der Welt
„In meiner Kunst finde ich einen Ort der Ruhe und des Nachdenkens.“ so Marion Katzbrowski. „Dieses Jahr habe ich viele Farben und Materialien kombiniert. Unterschiedliche Motive sind entstanden, die die Komplexität unserer Welt widerspiegeln. Die abstrakten Paare und die Kinderfiguren, die auf dem Foto zu sehen sind, stehen für die Sehnsucht nach Harmonie und Sicherheit. Ich hoffe, meine Arbeiten können dazu beitragen, dass wir uns bewusst machen, wie wichtig ein friedliches Miteinander ist.“
Weiter Blick von Marie-Luise Stötzel
Marie-Luise Stötzel: Kreative Vielfalt im Atelier
Marie-Luise Stötzel freut sich besonders auf den Austausch mit den interessierten Besuchern. Sie arbeitet in verschiedenen Techniken, darunter Acryl, Aquarell, Pastell und Mischtechniken. Dabei nutzt sie auch unkonventionelle Bildgründe, was ihre Arbeiten besonders spannend macht.
Verbindung
„Aquarell auf Kunststoff? Hält das denn?“ Wer daran Zweifel hat, kann gerne vorbeikommen und sich selbst überzeugen – EINFACH GUCKEN KOMMEN!!
Marie-Luise Stötzel: Die BildERfinderin
Zur Person: Marie-Luise Stötzel nennt sich selbst BildERfinderin. Sie findet Motive im Alltag oder erfindet sie, wie beispielsweise für die 7. Raesfelder Kunstbörse in der Villa Becker im April dieses Jahres, bei der das Thema „Verbindung“ im Mittelpunkt stand. Sie ist Mitbegründerin von „dasselbe anders“, Raesfeld, sowie Mitglied bei Virtuell-Visuell, Dorsten, und im Hamaland Kunstkreis, Rhede.
Die Berufsbildung im Kreis Borken und in ganz Nordrhein-Westfalen durchläuft einen bemerkenswerten Wandel. Neuste Statistik belegen, dass der Anteil neuer Auszubildender mit Hauptschulabschluss rückläufig ist.
Während der Anteil neuer Auszubildender mit Hauptschulabschluss sinkt, gewinnen Realschulabschlüsse und die (Fach-)Hochschulreife zunehmend an Bedeutung. Dieser Trend zeigt sich auch im Kreis Borken, der für seine vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten bekannt ist.
Rückgang des Hauptschulabschlusses bei neuen Auszubildenden
Die neuesten Zahlen der Berufsbildungsstatistik in Nordrhein-Westfalen belegen, dass der Anteil neuer Auszubildender mit Hauptschulabschluss rückläufig ist. Nur noch ein kleiner Teil der Azubis im Jahr 2023 brachte diesen Schulabschluss mit, während Realschulabschlüsse und die (Fach-)Hochschulreife auf dem Vormarsch sind. Auch im Kreis Borken ist dieser Trend zu beobachten. Junge Menschen mit einem höheren Bildungsabschluss sehen zunehmend in der dualen Ausbildung eine attraktive Alternative zu einem rein akademischen Bildungsweg.
Steigender Anteil von Azubis mit (Fach-)Hochschulreife
Im Vergleich zu vor zehn Jahren hat sich der Anteil neuer Auszubildender mit Realschulabschluss in NRW leicht erhöht. Doch der auffälligste Anstieg ist bei denjenigen mit (Fach-)Hochschulreife zu verzeichnen. Im Jahr 2023 hatten 40,7 Prozent der Azubis in NRW diesen Abschluss, was auch im Kreis Borken spürbar ist. Im Jahr 2014 lag dieser Anteil noch bei 38,4 Prozent. Besonders bemerkenswert ist, dass im Jahr 2021 sogar 42,7 Prozent aller neuen Azubis eine (Fach-)Hochschulreife vorweisen konnten. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass immer mehr junge Menschen mit Abitur oder Fachabitur eine Ausbildung als einen vielversprechenden Karriereweg sehen.
Unterschiede zwischen Ausbildungsbereichen
Die schulische Vorbildung der Azubis variiert stark je nach Ausbildungsbereich. Im öffentlichen Dienst ist der Anteil der Auszubildenden mit (Fach-)Hochschulreife am höchsten. Im Jahr 2023 hatten mehr als zwei Drittel der neuen Azubis in diesem Bereich diesen Schulabschluss. Anders sieht es im Handwerk aus, wo nur 22,6 Prozent der Auszubildenden eine (Fach-)Hochschulreife besaßen, während knapp ein Drittel der Azubis einen Hauptschulabschluss vorwies.
Berufsbildungsstatistik 2023 Kreis Borken
Auch im Kreis Borken zeigt sich diese Differenzierung deutlich. Laut der Berufsbildungsstatistik 2023 gab es im Kreis Borken insgesamt 8.094 Auszubildende.
Davon entfielen
3.996 auf den Bereich Industrie und Handel,
1.383 auf das Handwerk,
309 auf den öffentlichen Dienst,
592 auf die freien Berufe, 117 auf die Landwirtschaft und
39 auf sonstige Bereiche.
Geschlecht und Nationalität als Faktoren der schulischen Vorbildung
Ein weiterer interessanter Aspekt ist der Unterschied in der schulischen Vorbildung zwischen männlichen und weiblichen Auszubildenden sowie zwischen deutschen und ausländischen Azubis. Über alle Ausbildungsbereiche hinweg hatten fast die Hälfte der weiblichen Azubis in NRW 2023 die (Fach-)Hochschulreife, während es bei den männlichen Auszubildenden nur etwas mehr als ein Drittel waren. Ähnliche Unterschiede zeigen sich zwischen deutschen und ausländischen Auszubildenden, wobei letztere häufiger einen Hauptschulabschluss mitbrachten. Diese Unterschiede spiegeln sich auch in den Auszubildendenzahlen im Kreis Borken wider und zeigen, dass Bildungszugänge weiterhin ungleich verteilt sind.
Eine Zukunft mit höheren Bildungsabschlüssen
Die Berufsbildungsstatistik 2023 zeigt eine deutliche Verschiebung hin zu höheren Bildungsabschlüssen bei neuen Auszubildenden in NRW und auch im Kreis Borken. Während der Hauptschulabschluss an Bedeutung verliert, entscheiden sich immer mehr Jugendliche mit Realschulabschluss oder (Fach-)Hochschulreife für eine duale Ausbildung. Dieser Trend könnte die Bildungslandschaft in den kommenden Jahren nachhaltig verändern und auch die Anforderungen an die Ausbildungsbetriebe im Kreis Borken weiter erhöhen. (Quelle: IT:NRW)
Der Förderverein der St. Sebastian Grundschule in Raesfeld veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Ortsmarketing Raesfeld e. V. den 12. Kinderflohmarkt in Raesfeld.
Diese beliebte Veranstaltung bietet Kindern die Möglichkeit, ihre alten Spielsachen, Bücher und Kleidung zu verkaufen.
Datum und Uhrzeit des Kinderflohmarkts in Raesfeld
Am Samstag, dem 31. August 2024, von 11:00 bis 14:00 Uhr, verwandelt sich die St. Sebastian Grundschule in Raesfeld in einen lebhaften Marktplatz. Unter dem Motto „Kleine handeln wie die Großen“ haben Kinder die einmalige Gelegenheit, ihre Spielzeuge und anderen Schätze zu verkaufen. Käufer können nach einzigartigen Schnäppchen suchen, die sie auf diesem Flohmarkt für Kinder finden.
Standgebühr und Teilnahmebedingungen beim Kinderflohmarkt
Für eine geringe Standgebühr von nur 1,00 € pro Tisch oder Decke (2 Meter) können Kinder und Jugendliche von der 1. bis zur 10. Klasse ihre Waren anbieten. Tisch oder Decke müssen selbst mitgebracht werden. Der Aufbau und die Platzvergabe beginnen bereits ab 10:00 Uhr, und eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
Ein Erlebnis für die ganze Familie
„Der Kinderflohmarkt in Raesfeld ist nicht nur eine wunderbare Möglichkeit für die Kleinen, in die Welt des Kaufens und Verkaufens einzutauchen, sondern auch ein tolles Erlebnis für die ganze Familie“, erklärt Nicole Hutton, Vorsitzende des Fördervereins der St. Sebastian Grundschule.
Angebote und Verpflegung auf dem Flohmarkt für Kinder
Kinder können auf dem Flohmarkt in Raesfeld ihre Spielzeuge, Bücher, Kleidung und vieles mehr verkaufen. Dieser Flohmarkt bietet eine großartige Gelegenheit, das Taschengeld der Kinder aufzubessern. Der Eintritt ist kostenlos, und Eltern sowie Kinder sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen, zu stöbern und das ein oder andere Schnäppchen zu ergattern.
Erlös für den guten Zweck und weitere Angebote
Der Erlös der Veranstaltung kommt den Förderprojekten der St. Sebastian Grundschule zugute. Vor Ort werden außerdem Kaffee, Kaltgetränke und Kuchen gegen eine Spende angeboten, was das Erlebnis für alle Besucher noch angenehmer macht.
Ein dringender Hilferuf von Pfarrer Charles Osire aus Kumi, im Osten von Uganda erreichte die Kumi-Hilfe und verdeutlicht die dramatische Lage in mehreren Dörfern, die von massiver Verschlammung betroffen sind.
Hilferuf von Pfarrer Charles: Dörfer in großer Not
Die dramatische Situation in acht Dörfern, ausgelöst durch massive Verschlammung nach heftigen Regenfällen, hat die Notlage der Bewohner auf ein neues, erschütterndes Niveau gehoben. Über 1.000 Einwohner wurden durch die Verschlammung vertrieben, während mehr als 1.500 Häuser zerstört wurden. Diese Katastrophe hat die Bewohner gezwungen, in nahegelegene Grundschulen und Handelszentren zu flüchten, um dort Schutz zu finden.
Zerstörte Existenzen und dringender Hilfsbedarf
Die Situation in den Dörfern ist verheerend. Die Verschlammung hat nicht nur die Häuser, sondern auch die Lebensgrundlagen der Menschen zerstört. Insgesamt wurden 3.845 Gärten, die hauptsächlich Maniok, Erdnüsse und Süßkartoffeln anbauten, stark beschädigt. Die betroffenen Familien sind dringend auf Hilfe angewiesen. Benötigt werden vor allem Zelte, Planen, Moskitonetze, Decken und Kanister. Darüber hinaus sind Medikamente und Wasserreiniger essenziell, um den drohenden Ausbruch von wasserübertragenen Krankheiten zu verhindern.
Gesundheitskrise und drohende Hungersnot
Die hygienischen Bedingungen in den Dörfern verschlechtern sich zusehends. Durch die Überschwemmungen sind zahlreiche Latrinen eingestürzt, was das Risiko von Krankheitsausbrüchen massiv erhöht. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme von Malariafällen, die bereits zum Tod von Kleinkindern geführt hat. Zudem droht eine Hungersnot, da die meisten Feldfrüchte zerstört wurden und die nächste Ernte unsicher ist.
Hoffnung auf Unterstützung: Ein dringender Appell
Pfarrer Charles Osire, Gemeindepfarrer der betroffenen Region, appelliert eindringlich an die internationale Gemeinschaft und Hilfsorganisationen, den Menschen in dieser Krisenzeit beizustehen. Die „Brot für Kumi“-Aktion ruft zu Spenden auf, um den Bewohnern der Dörfer in dieser schweren Zeit zu helfen. (Fotos: Kumi Hilfe).
Spendenkonto:
Volksbank Coesfeld BIC: GENODEM1BOB IBAN: DE86 4286 1387 0561 8862 00 Verwendungszweck: Brot für Kumi
Brot für Kumi – Herbst-Aktion auf dem Bauernmarkt in Erle
Neue Sitzgarnituren für den Kindergarten St. Nikolaus in Erle
Im Juni hat der Förderverein für jede Kindergartengruppe eine neue Sitzgarnitur aus Douglasienholz angeschafft. Diese Investition ermöglicht es den Kindern, bei schönem Wetter draußen zu frühstücken, zu verweilen und gemeinsam zu basteln. Der Kindergarten hatte sich diese Sitzgelegenheiten gewünscht, um das Außengelände noch intensiver nutzen zu können.
Dank der großzügigen Unterstützung der Sparkasse Westmünsterland, die 750 Euro beisteuerte, sowie der Bürgerstiftung Raesfeld-Erle-Homer, die 300 Euro spendete, konnte ein großer Teil der Kosten gedeckt werden. Den verbleibenden Betrag von rund 2.600 Euro hat der Förderverein aus eigenen Mitteln finanziert. Wir bedanken uns herzlich bei allen Spendern für ihre wertvolle Unterstützung.
Gemütlicher Spaziergang der AWO Raesfeld am 31.08.2024
Am Samstag, den 31. August 2024, lädt die AWO Raesfeld wieder zu einem gemütlichen Spaziergang ein. Treffpunkt ist um 10:00 Uhr auf dem Kirchplatz in Raesfeld-Erle. Der Rundgang, der etwa zwei Stunden dauert, führt über befestigte Wege und bietet Gelegenheit für entspannte Gespräche und Bewegung an der frischen Luft.
Die Teilnahme ist kostenfrei und offen für alle, auch Nicht-Mitglieder der AWO sind herzlich willkommen. Wer möchte, darf gerne seinen Hund mitbringen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Für Rückfragen steht Sonja Köhler unter der E-Mail-Adresse [email protected] oder telefonisch unter 0170 1968262 zur Verfügung.
Am Sonntag, 01.09.2024 findet die dritte Raesfelder Höferallye statt, ein Event, das nicht nur Landwirte und Tierfreunde begeistert.
Zwei Höfe öffnen ihre Tore, um Interessierten umfassende Informationen zu Kühen, Schweinen und allem, was damit zusammenhängt, zu bieten.
Eröffnung und Programm
Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst der Katholischen Kirchengemeinde St. Martin auf dem Hof Schmäing. Ab 11 Uhr sind die Höfe offiziell für Besucher geöffnet und bieten stündlich spannende Hofführungen an. Hier erhalten die Teilnehmer nicht nur Einblicke in den jeweiligen Betrieb, sondern auch detaillierte Informationen zu den einzelnen Betriebszweigen.
Mitwirkende Vereine und Kinderprogramm
Auch die Raesfelder Vereine sind vertreten: Die Imker, der Hegering und die Kitzrettung stellen ihre Arbeit vor. Für Kinder gibt es zahlreiche Spielmöglichkeiten auf beiden Höfen, darunter Hüpfburgen, Wettmelken, Dosenwerfen und ein Glücksrad. Zudem steht an allen Stationen eine Auswahl an Kaltgetränken bereit, um die Gäste zu erfrischen.
Kulinarisches Angebot
Auf dem Hof Strothmann verwöhnt die Fleischerei Bickert die Besucher mit Spießbraten und Currywurst. Bis 14 Uhr werden auf dem Hof Schmäing leckere Heidelbeerpfannkuchen serviert, bevor das Angebot am Nachmittag in Kaffee und Kuchen übergeht.
Gewinnspiel und Verlosung
Ein Highlight der Veranstaltung ist das Gewinnspiel, bei dem Gutscheine des Ortsmarketings, gesponsert von der LVM Fasselt, verlost werden. Auf jedem Hof liegen Stationskarten bereit, die die Besucher ausfüllen können. Mit den richtigen Antworten und einem Stempel von jeder Station nimmt man automatisch an der Verlosung teil. Darüber hinaus können Teilnehmer ihr Glück beim Bullen schätzen oder im Wettmelken versuchen, um zusätzliche Preise zu gewinnen. Die Übergabe der Gewinne erfolgt am 05.09. um 16 Uhr auf dem Hof Schmäing.
Die Höferallye verspricht auch in diesem Jahr ein spannendes und informatives Erlebnis für die ganze Familie zu werden.
69. Sommerfest in Erle auf dem Gelände der Silvesterschule, ausgerichtet von der Kolpingfamilie Erle und unter Beteiligung der örtlichen Vereine
Am 25. August fand das 69. Sommerfest in Erle statt, auf dem Gelände der Silvesterschule. Die Veranstaltung startete um 10:30 Uhr mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel, der auf dem Gelände der Grundschule abgehalten wurde. Im Anschluss waren die Gäste zum Frühschoppen eingeladen.
Aktivitäten für Groß und Klein
Im Laufe des Tages brachten sich die verschiedenen Erler Vereine in die Festlichkeit ein und boten zahlreiche Aktivitäten an, die besonders die kleinen Gäste erfreuten. Es gab eine Hüpfburg, ein Karussell, Kinderschminken und ein Instrumentenkarussell. Eine der neuen Attraktionen in diesem Jahr war „Opa’s Heu Presse“, bei der Kinder Heu zu Würfeln pressen konnten. Zudem gab es eine Malstation und eine Steckenpferd-Strecke, auf der die Kinder sich kreativ und sportlich ausleben konnten.
Opas Strohpresse von Manfred Schreiber war zum 1. Mal auf dem Sommerfest. Foto: Petra Bosse
Kulinarische Vielfalt und Verkaufsstände
Das kulinarische Angebot umfasste kalte Getränke, Salate, Reibeplätzchen, Pommes und Waffeln. Am Nachmittag wurde in den Räumlichkeiten der OGS auch Kaffee und Kuchen angeboten. Darüber hinaus war die Feuerwehr vor Ort und begeisterte mit ihrem großen Löschfahrzeug sowohl die jungen als auch die älteren Besucher. Auf dem Sommerfest waren auch vier Verkaufsstände vertreten, die eine breite Palette von Häkeleien bis hin zu Fair Trade Produkten anboten.
Eisdiele und das Stück „Isskolt erwischt“ von den Brejpottspöller kam bei den Besuchern gut an. Foto: Petra Bosse
Unterhaltung durch die Brejpottspöller und Grundschüler
Für gute Stimmung sorgten um 15 und 16 Uhr die Brejpottspöller. Die Grundschüler der Plattdeutsch AG brachten die Sage „Rattenfänger vom Hameln“ auf die Bühne und ernteten dafür viel Applaus. Um 16 Uhr standen die Erwachsenen im Mittelpunkt, die sich mit dem Thema „Sommer“ beschäftigten und dazu unterhaltsame Sketche aufführten. Besonders das Stück „Isskolt erwischt“ in einer Eisdiele sorgte für viele Lacher. Auch der Bewegungsrhythmus zum Thema „Sommer“ und „Schwimmen gehen“ kam gut an und wurde nach Zugabe-Rufen sogar noch einmal wiederholt.
Positive Resonanz und langjährige Tradition
Ingrid Horstmann zeigte sich sehr zufrieden mit der Leistung der Brejpottspöller. Die Theatergruppe spielt schon seit über 20 Jahren bei den Sommerfesten in Erle mit und begeistert jedes Jahr aufs Neue Jung und Alt.
Messerattacke in Solingen: Drei Tote und mehrere Verletzte – Generalbundesanwalt ermittelt wegen Terrorverdachts.Bei einer Messerattacke in Solingen sind am Freitagabend drei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Der mutmaßliche Täter, ein 23-jähriger Syrer, wird verdächtigt, aus terroristischen Motiven gehandelt zu haben. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.
Messerangriff in Solingen fordert mehrere Todesopfer
Bei einer brutalen Messerattacke auf dem Solinger Stadtfest sind am Freitagabend drei Menschen ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Polizei um eine 56-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 67 und 56 Jahren. Neben den Toten wurden vier Menschen lebensgefährlich, zwei weitere schwer und zwei leicht verletzt.
Haftbefehl gegen mutmaßliches IS-Mitglied erlassen und vollzogen
Die Bundesanwaltschaft hat heute, 25. August 2024, beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs einen Haftbefehl gegen den syrischen Staatsangehörigen Issa Al H. erwirkt. Ihm wird die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vorgeworfen. Darüber hinaus wird ihm Mord in drei Fällen sowie versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung in acht weiteren Fällen zur Last gelegt.
Tatmotiv und Ablauf des Angriffs
Issa Al H. soll sich der Ideologie der ausländischen terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ (IS) angeschlossen haben. Aus radikal-islamistischen Motiven soll er am 23. August 2024 auf dem Stadtfest in Solingen den Entschluss gefasst haben, möglichst viele Menschen zu töten, die er für Ungläubige hielt. Der Beschuldigte habe mit einem Messer gezielt in den Hals- und Oberkörperbereich der Festivalbesucher eingestochen.
Ermittlungsstand und weitere Schritte
Die Bundesanwaltschaft übernahm das Verfahren am frühen Morgen des 25. August 2024 von der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf. Issa Al H. war am Abend des 24. August 2024 in Solingen vorläufig festgenommen worden. Er wurde heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der Haftbefehl erlassen und Untersuchungshaft angeordnet hat.
Neugestaltung der Ortsmitte Raesfeld: Aktualisierte Planung vorgestellt und neue Vorschläge diskutiert.
Die Planungen für die Dorfentwicklung in Raesfeld schreiten voran. Am Mittwoch, 21. August 2024, wurde im Rahmen der zweiten Bürgerversammlung zur Dorfgestaltung die aktualisierte Planung für die Umgestaltung der Raesfelder Ortsmitte vorgestellt. Die umfangreiche Baumaßnahme, die sich über einen Zeitraum von rund vier Jahren erstrecken soll, wird den Ortskern – zusätzlich zu den laufenden Bauarbeiten am Rathausparkplatz – grundlegend verändern.
Durch die Umgestaltung der Parkfläche mit schattenspendenden Bäumen und mehr Grün und dem Einbau einer Zisterne soll das Kleinklima im Ortskern verbessert werden. Die Bauarbeiteten starteten am 19. August. Foto: Petra Bosse
Zweite Bürgerversammlung: Aktualisierter Plan vorgestellt
Bei der Veranstaltung stellte Bernd Roters, Bauamtsleiter der Gemeinde Raesfeld, die überarbeitete Planung vor. Nach der ersten Informationsveranstaltung im Juli, bei der zahlreiche Änderungswünsche eingegangen waren, hatte das Bauamt diese auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und in die neue Entwurfsfassung eingearbeitet. Diese wurde den rund 70 anwesenden Bürgerinnen und Bürgern in einer rund dreistündigen Präsentation ausführlich vorgestellt.
Viele Fragen gab es zur Neugestaltung bei der 1. Bürgerversammlung, die jetzt alle diskutiert und in den neuen Plan eingearbeitet wurden. Foto: Petra Bosse/Archiv
Intensive Diskussion und Überarbeitung
Im Verlauf der Veranstaltung wurde der rund zehnseitige Fragenkatalog gemeinsam mit Bernd Roters und Bürgermeister Martin Tesing Punkt für Punkt durchgegangen. Alle Änderungen wurden in den neuen Plan eingearbeitet und anschließend erneut vorgestellt und diskutiert.
Foto: Petra Bosse
Schwerpunkt der Diskussion, so Tesing, sei neben der geplanten Umgestaltung der Borkener Straße die Frage nach der Notwendigkeit von Parkplätzen im Bereich des Froschbrunnenplatzes gewesen. „Auf Wunsch der umliegenden Geschäftswelt hat die Verwaltung die Anzahl der Parkplätze auf dem Froschbrunnenplatz um drei und im angrenzenden Umfeld um weitere fünf gegenüber der im Juli vorgestellten Entwurfsfassung erhöht“, ergänzt Tesing.
Ausblick: Weitere Schritte der Planung
Bürgermeister Martin Tesing fasste die Diskussion auf Anfrage der Redaktion als „sehr sachlich und konstruktiv“ zusammen. Im nächsten Schritt werden die Diskussionsergebnisse am 9. September im zuständigen Planungsausschuss beraten. Die abschließende Beschlussfassung im Gemeinderat ist für den 23. September vorgesehen.
Raesfeld hat wieder gezeigt, wie man den Sommer feiert! Sieben Mal „Raesfeld in Sommerlaune“ – und jedes Mal waren die Veranstaltung gut besucht.
Am Freitagabend ging die beliebte Veranstaltungsreihe schließlich mit einem festlichen Abschluss zu Ende. Die Fanfarencorps Raesfeld und die Raesfelder Burgmusikanten sorgten auf dem Rathausplatz für einen stimmungsvollen Ausklang.
Den Start machte das Fanfarencorps Raesfeld am Freitagabend auf dem Rathausplatz bei Raesfeld in Sommerlaune 2024. Foto: Petra Bosse
Musik für jeden Geschmack
Die musikalische Vielfalt der Sommerlaune war auch in diesem Jahr beeindruckend. Von Rock über Pop bis hin zu Klaviermusik und gefühlvollen Songs – für jeden Geschmack war etwas dabei. An verschiedenen Orten in Raesfeld und Erle kamen die Besucher in den Sommerferien voll auf ihre Kosten. Besonders bemerkenswert: Jede Veranstaltung zog trotz wechselhaftem Wetter zahlreiche Musikliebhaber an.
Hahn im Korb an diesem Abend war der stellv. Bürgermeister Hans-Dieter Strothmann Foto: Petra Bosse
Ein voller Erfolg trotz Wetterkapriolen
„Alle Veranstaltungen der Sommerlaune waren trotz der unbeständigen Wetterlage in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg“, resümierte Maria Kowalsky, Vorsitzende des Ortsmarketings, zufrieden. Auch der stellvertretende Bürgermeister Hans-Dieter Strothmann zeigte sich begeistert. Gemeinsam mit den Angestellten der Verwaltung und Bürgermeister Tesing genoss er den Abend in gemütlicher Runde. „Ich muss sagen, das war hier heute ein ganz toller Abschluss. Wir können dankbar sein dafür, dass wir in Raesfeld über die Ferienzeit diese Veranstaltung hatten“, so Strothmann. Er hob hervor, dass das Dorfleben in Raesfeld auch in den Ferien lebendig bleibe. „Die Bürger dieser Gemeinde haben sich voll eingebracht in diese Veranstaltung. Ich finde es klasse, und ich bin dankbar dafür, dass diese musikalischen Abende auch in diesem Jahr wieder so erfolgreich waren“.
Die Raesfelder Burgmusikanten verlängerten ihr Konzert wegen guter Stimmung um eine halbe Stunde. Foto: Petra Bosse
Blasmusik mal anders: Die Burgmusikanten verlängern spontan
Dass Blasmusik alles andere als langweilig ist, bewiesen die Burgmusikanten eindrucksvoll. Die Veranstaltung war so gut besucht, dass die Musiker kurzerhand beschlossen, länger zu spielen. „Es war ein toller Abend und eine großartige Veranstaltung. Deswegen haben wir gesagt, komm, wir machen einfach eine halbe Stunde länger“, erklärte Matthias Sümpelmann von den Burgmusikanten. Das Publikum bedankte sich mit kräftigem Applaus, und selbst als gegen 22:30 Uhr der Regen einsetzte, ließen sich einige Unentwegte nicht davon abhalten, das Tanzbein zu schwingen – ganz nach dem Motto: „Dancing in the Rain“.
Raesfelder Sommerlaune: Ein Gemeinschaftswerk
Die Abende der „Raesfelder Sommerlaune“ wurden von den örtlichen Gastronomen in Zusammenarbeit mit dem Ortsmarketing Raesfeld organisiert. Die Veranstaltungen fanden immer freitags von 17 bis 22 Uhr in den Sommerferien statt und waren ein echter Publikumsmagnet. Möglich gemacht wurde „Raesfeld in Sommerlaune“ durch die großzügige Unterstützung zahlreicher Sponsoren, die das Gemeinschaftsgefühl in der Region weiter stärken.
Dank an die Unterstützer
Ein herzlicher Dank geht an die Unterstützer, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben:
Volksbank Raesfeld und Erle eG
Brauerei C. & A. VELTINS GmbH & Co. KG
Pass Möbelbau GmbH
Stadtwerke Borken
Autohaus Josef Gudel GmbH & Co. KG
Sparkasse Westmünsterland
Bäckerei Spangemacher
Mersmann & Möllmann GmbH & Co. KG
Baumeister GaLa GmbH & Co. KG
Druckerei Hemmerich
Schöner Leben
Vorholt Wasser- und Wärmetechnik GmbH
Finale Raesfeld in Sommerlaune 2024. Fotos: Petra Bosse
Schafzucht in Gefahr? 14. Wolfsriss binnen gut von zwei Wochen im Wolfsgebiet Schermbeck
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag geschah es erneut: Drei Schafe aus einer 19-köpfigen Herde wurden von einem Wolf gerissen. Diese erneute Attacke, mitten in den Lippeauen bei Hünxe-Gartrop, erhöht die Anzahl der Übergriffe in der Region Wesel/Schermbeck/Raesfeld auf mittlerweile 14 Fälle seit dem 19. Juli 2024. Fast im Zwei-Tage-Takt schlagen die Wölfe zu, und die Schafzüchter sind am Ende ihrer Kräfte.
Die Sorgen des Schafzüchters
„Das waren mit die besten Zuchttiere“, erklärt Erich Specht, der betroffene Schafzüchter, voller Verzweiflung. Die gerissenen Tiere waren nicht nur wertvolle Muttertiere, sondern trugen auch zur Erhaltung der Schwarzkopf-Rasse Suffolk bei, die Specht mit Leidenschaft züchtet. „Als die Wölfin hier auftauchte, wussten wir, dass wir den Wert unserer Schafe nie ersetzt bekommen“, fügt er hinzu. Für Specht und viele andere in der Region bedeutet jeder Angriff nicht nur einen emotionalen Verlust, sondern auch einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden.
Foto: Bürgerforum Gahlen Wolf
Überwindung von Schutzmaßnahmen
Was die Situation noch frustrierender macht, ist die Tatsache, dass selbst die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzzäune keine Sicherheit mehr bieten. In Spechts Fall wurden die Schafe durch einen 1,20 Meter hohen Zaun mit einer stromführenden Litze von 6000 Volt geschützt – doch das reichte nicht. „Stromführende Zäune von 90 bis 160 Zentimeter Höhe werden problemlos überwunden“, erklärt Specht, der sichtlich um die Sicherheit seiner restlichen Herden, die nicht in den Lippeauen stehen, besorgt ist. Trotz all dieser Schutzmaßnahmen schaffte es der Wolf, in die Umzäunung einzudringen und drei der wertvollen Muttertiere zu reißen.
Eine Region in Aufruhr
Nicht nur Specht, sondern auch andere Schafhalter in der Region teilen seine Sorgen. Schafe spielen eine entscheidende Rolle in der lokalen Ökologie, und die regelmäßigen Wolfsangriffe gefährden dieses fragile Gleichgewicht. „Wir machen uns große Sorgen für alle Schafhalter im Schermbecker Wolfsgebiet“, so Specht weiter.
Foto: Bürgerforum Gahlen Wolf
Besonders besorgniserregend ist, dass die Schafzucht in der Region bereits durch andere Probleme wie die Blauzungenkrankheit stark belastet ist. Diese Seuche hat in den letzten Wochen zahlreiche Tiere dahingerafft und die Lage für die Schäfer noch prekärer gemacht. „Wir haben wirklich Sorge, dass die Schafhaltung hier bei uns im Gebiet wegbricht“, sagt Specht und weist darauf hin, dass einige Züchter in den letzten Wochen bereits aufgegeben haben.
Die Zukunft der Schafhaltung steht auf dem Spiel
Erich Specht und seine Familie haben in den letzten Jahren viel in den Schutz ihrer Herden investiert. Vor fünf Jahren wurden alle Zäune wolfssicher erneuert. Ihre Betriebsfläche ist ein Naturschutzprojekt unter anderem mit Insektenhotel und Blühwiesen, die sowohl im Winter und Frühjahr von den Schafen abgeweidet werden kann. Darüber hinaus pflegt die Familie Specht mit ihren Schafen die Naturschutzflächen in der Lippeaue.
Doch trotz dieser Bemühungen bleibt die Bedrohung durch den Wolf allgegenwärtig. Die Situation ist ernst, und viele Schafhalter fragen sich, wie lange sie dem Druck noch standhalten können.
Während die Wölfe immer wieder zuschlagen, schwindet die Hoffnung der Schäfer in der Region. Die Kombination aus Wolfsangriffen und Krankheiten bedroht nicht nur ihre Existenz, sondern auch eine jahrhundertealte Tradition. Die Zukunft der Schafhaltung im Schermbecker Wolfsgebiet steht auf der Kippe, und die Sorgen der Züchter sind mehr als berechtigt.
Wolfschutz im Naturschutzgebiet „Lippeaue“ und Umgebung
Das Naturschutzgebiet „Lippeaue“ in Hünxe und Schermbeck sowie das angrenzende Naturschutzgebiet „Loosenberge“ umfassen gemeinsam rund 1004 Hektar und sind Teil eines großen Fauna-Flora-Habitat-Gebietes (FFH-Gebiet). Diese Gebiete, zusammen mit weiteren Naturschutzflächen im Kreis Wesel, wie der Dingender Heide, dem Diersfordter Wald und der Üfter-, Rüster- und Emmelkämper Mark, unterliegen strengen Schutzbestimmungen, die sowohl die Flora und Fauna als auch die menschlichen Aktivitäten regulieren.
Wolfschutz im Naturschutzgebiet „Lippeaue“ und Umgebung
Das Wolfsgebiet Schermbeck umfasst mehrere bedeutende Naturschutzflächen im Kreis Wesel, darunter das Naturschutzgebiet „Lippeaue“ in Hünxe und Schermbeck sowie das angrenzende Naturschutzgebiet „Loosenberge“. Diese Gebiete erstrecken sich über rund 1004 Hektar und sind Teil eines großen Fauna-Flora-Habitat-Gebiets (FFH-Gebiet), das unter besonderem Schutz steht. Innerhalb dieses Schutzraums gelten spezifische Regelungen, um die Balance zwischen Naturschutz und menschlichen Aktivitäten zu wahren, insbesondere im Hinblick auf den Schutz vor und den Umgang mit Wölfen.
Zusätzlich zu diesen Gebieten gibt es im Wolfsgebiet Schermbeck und im Kreis Wesel weitere bedeutende Naturschutzflächen, die ebenfalls strengen Schutzbestimmungen unterliegen:
Dingender Heide: 211 Hektar
Loosen Berge (Schermbeck): 12,5 Hektar
Diersfordter Wald: 926,60 Hektar
Torfvenn/Rehrbach: 266 Hektar
Üfter-, Rüster- und Emmelkämper Mark: 1060 Hektar
Lippeauen (Hünxe): 742 Hektar
Maximale Zaunhöhe und Genehmigungspflicht
Maximale Höhe: In den Naturschutzgebieten dürfen Zäune in der Regel nicht höher als 1,20 Meter sein, um die Bewegungsfreiheit der Wildtiere, insbesondere bodenbewohnender Arten, nicht unnötig einzuschränken. Allerdings kann im Zusammenhang mit dem Schutz vor Wölfen eine höhere Zaunhöhe von bis zu 1,40 Metern genehmigt werden, wenn dies zum Schutz von Weidevieh erforderlich ist.
Genehmigungspflicht: Für die Errichtung von Zäunen in diesen Gebieten ist eine Genehmigung der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde erforderlich. Dabei muss der Antrag die genaue Höhe, das Material sowie den Standort des Zauns umfassen. Die Behörde prüft, ob der Zaun den Anforderungen des Naturschutzes entspricht.
Material und Gestaltung
Natürliche Materialien: Zäune sollten bevorzugt aus natürlichen Materialien wie Holz errichtet werden, um das Landschaftsbild nicht zu beeinträchtigen. Drahtzäune sind zulässig, solange sie keine negativen Auswirkungen auf die Natur haben.
Elektrifizierung: Wenn höhere Zäune zum Schutz vor Wölfen errichtet werden, wird oft eine Elektrifizierung empfohlen. Diese soll sicherstellen, dass Wölfe nicht durch den Zaun brechen können. Dabei müssen mehrere stromführende Litzen im Abstand von etwa 20 bis 30 cm installiert werden.
Durchlässigkeit für Wildtiere
Wildtierfreundliche Gestaltung: Zäune müssen so gestaltet sein, dass sie die Wanderbewegungen und Lebensräume von Wildtieren nicht beeinträchtigen. Dies kann durch Lücken oder flexible Elemente gewährleistet werden, die kleineren Tieren den Durchgang ermöglichen.
Nutzungseinschränkungen
Zeitliche und örtliche Einschränkungen: In bestimmten Fällen kann die Nutzung von Zäunen zeitlich oder örtlich eingeschränkt werden, insbesondere während der Brut- und Aufzuchtzeiten gefährdeter Arten, um den Naturschutzbelangen Rechnung zu tragen.
Sanktionen bei Verstößen
Verstöße gegen diese Vorschriften können erhebliche Geldbußen nach sich ziehen. Zäune, die unrechtmäßig errichtet wurden, müssen in der Regel entfernt werden. Es ist daher ratsam, sich im Vorfeld umfassend über die geltenden Regelungen zu informieren und die notwendigen Genehmigungen einzuholen.
Gesetzliche Grundlagen
Die oben genannten Regelungen basieren auf dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und dem Landesnaturschutzgesetz NRW (LNatschG NRW). Diese Gesetze regeln den Umgang mit Naturschutzgebieten in Nordrhein-Westfalen und legen spezifische Bestimmungen für den Zaunbau fest. Weitere Informationen und rechtliche Details finden sich in den entsprechenden Verordnungen und Gesetzen.