Wer auf seinem privaten Grundstück einen geschützten Baum fällen möchte, benötigt in Raesfeld bislang eine Befreiung von der Baumschutzsatzung. Das gilt auch, wenn der Baum einem späteren Bauvorhaben im Weg steht. Der Rat entscheidet am Montag, 21. September 2026, endgültig darüber, ob diese Regelung aufgehoben wird.
Laut Vorlage genehmigte der zuständige Ausschuss seit 2023 alle 15 Fällanträge privater Grundstückseigentümer. Ablehnungen gab es in diesem Zeitraum nicht.
CDU beantragt Aufhebung der Satzung
Die CDU-Fraktion hatte beantragt, die Baumschutzsatzung aufzuheben. Grundstückseigentümer müssten dann keine Befreiung von der kommunalen Baumschutzsatzung mehr beantragen. Andere gesetzliche Schutzvorschriften gelten weiterhin.
Der Bau- und Umweltausschuss diskutierte den Antrag am 7. September, traf jedoch keine Entscheidung. Er vertagte das Thema in die Ratssitzung am 21. September. SPD, Bündnis 90/Die Grünen und UWG forderten gemeinsam weitere Angaben zur bisherigen Anwendung der Satzung. Daraufhin legte die Verwaltung Zahlen zu den Anträgen, Entscheidungen und Ersatzpflanzungen vor.
Ausschuss genehmigte alle privaten Anträge
Seit 2023 beriet der Ausschuss laut Vorlage über 15 Anträge privater Grundstückseigentümer. Dabei zählt jeder betroffene Baum als einzelner Antrag. Wer zwei Bäume fällen möchte, stellt demnach zwei Anträge.
Im Jahr 2023 genehmigte der Ausschuss einen Antrag. 2024 stimmte er drei Anträgen zu, 2025 waren es vier und 2026 bislang sieben. Damit genehmigte der Ausschuss alle 15 Anträge. Keinen lehnte er ab.
Für die Fällungen verlangte die Gemeinde 15 Ersatzpflanzungen: eine im Jahr 2023, fünf im Jahr 2024, drei im Jahr 2025 und sechs im Jahr 2026.
Wie viele Bäume fällte die Gemeinde selbst?
Diese Frage beantwortet die Statistik nicht vollständig. Sie erfasst Anträge und politische Entscheidungen, aber nicht alle tatsächlich ausgeführten Fällungen. Wie viele gemeindliche Bäume seit 2016 gefällt wurden, lässt sich daraus nicht ablesen.
Über die Fällung gemeindlicher Bäume entschied laut Verwaltung grundsätzlich der Ausschuss. Musste die Gemeinde einen Baum wegen einer akuten Gefahr für die Verkehrssicherheit sofort entfernen, war kein vorheriger Ausschussbeschluss erforderlich. An diesem Verfahren will die Verwaltung auch nach einer möglichen Aufhebung der Baumschutzsatzung festhalten. Der Ausschuss soll somit weiterhin über geplante Fällungen gemeindlicher Bäume entscheiden.
Zwei Anträge betrafen Gemeindebäume
Seit 2023 beantragten Privatpersonen in zwei Fällen die Fällung geschützter Bäume auf gemeindlichen Flächen. Einen Antrag lehnte der Ausschuss ab, dem anderen stimmte er zu.
44 Anträge seit 2016
Zwischen 2016 und 2026 gingen laut Vorlage 44 Anträge auf Baumfällungen ein. Davon betrafen 34 Anträge private und zehn Anträge öffentliche Bäume.
Die zuständigen Gremien genehmigten 36 Anträge und lehnten acht ab. Bei den privaten Bäumen standen 32 Genehmigungen zwei Ablehnungen gegenüber. Bei öffentlichen Bäumen gab es vier Genehmigungen und sechs Ablehnungen.
Die vier Genehmigungen für öffentliche Bäume bedeuten nicht automatisch, dass die Gemeinde diese Bäume selbst fällte. Auch Privatpersonen konnten die Entfernung eines Baumes auf einer öffentlichen Fläche beantragen.
Krankheiten waren häufigster Grund
Erkrankte Bäume waren mit 15 Fällen der häufigste Grund für eine Genehmigung. In 14 Fällen standen die beantragten Fällungen im Zusammenhang mit einem Bauvorhaben. Sieben Anträge genehmigten die zuständigen Gremien wegen einer Gefährdung.
Die Gemeinde ordnete im gesamten Zeitraum 42 Ersatzpflanzungen an. Nach Angaben der Verwaltung ließ sich nur vereinzelt nachvollziehen, ob die Antragsteller diese tatsächlich umsetzten. Eine genaue Zahl liegt nicht vor. Ausgleichszahlungen verlangte die Gemeinde nicht.
Rund zwei Arbeitsstunden pro Antrag
Die Verwaltung benötigte für jeden Antrag etwa zwei Arbeitsstunden. Bis zur Entscheidung konnten jedoch bis zu zwei Monate vergehen, weil der Ausschuss die Anträge in seinen Sitzungen beriet. Gebühren erhob die Gemeinde dafür nicht. Laut Verwaltung wurden nur vereinzelt ungenehmigte Fällungen oder andere Verstöße bekannt. Konkrete Zahlen liegen nicht vor.
Rat entscheidet am 21. September
Stimmt der Rat der Aufhebung zu, tritt die Aufhebungssatzung am Tag nach ihrer Bekanntmachung in Kraft. Die seit Dezember 1996 geltende und 2001 geänderte Baumschutzsatzung wäre damit außer Kraft.
In den Räumen der Kita „Villa Purzelbaum“ stiegen die Temperaturen im Sommer auf mehr als 30 Grad. Der Raesfelder Rat berät deshalb am Montag, 21. September 2026, über das weitere Vorgehen. Die Verwaltung schlägt ein Klimaanpassungskonzept für alle kommunalen Gebäude vor.
Ausgangspunkt ist eine Anregung des Elternrates der Kita „Villa Purzelbaum“. Dieser hatte den Rat im Juli gebeten, Klimageräte in den Räumen installieren zu lassen. Die Gemeinde ist Eigentümerin des Gebäudes, Mieter und Träger ist der Kreissportbund Borken.
Der Rat beauftragte die Verwaltung daraufhin, Übergangslösungen und weitere Maßnahmen zur Klimaanpassung zu prüfen. Nun liegt das Ergebnis für die öffentliche Ratssitzung vor.
Obergeschoss besonders von Hitze betroffen
Nach Angaben der Kita-Leitung seien die Temperaturen während der Hitzeperiode am Nachmittag auf mehr als 30 Grad gestiegen. Betroffen waren vor allem zwei Gruppenräume und ein Schlafraum im Obergeschoss.
Der Kreissportbund habe in den vergangenen Jahren bereits zusätzliche Bäume gepflanzt, Sonnenschutzfolien anbringen lassen sowie Vorhänge und Sonnensegel installiert. Weitere Investitionen könne der Träger nach eigener Aussage nicht aus den gesetzlich festgelegten Pauschalen des Kinderbildungsgesetzes finanzieren.
Nach dem Mietvertrag müsste der Kreissportbund die Kosten für Eingriffe in die technische Gebäudeausstattung übernehmen. Dazu zählen Arbeiten an Elektrik, Heizung und Lüftung. Auch die katholische Kirchengemeinde, die mehrere Kitas in Raesfeld betreibt, setze vorrangig auf baulichen und technischen Sonnenschutz.
Nachtauskühlung könnte Alternative sein
Als mögliche Alternative zu klassischen Klimaanlagen nennt die Verwaltung eine aktive Nachtauskühlung. In jedem der drei betroffenen Räume könnten zwei Ventilatoren eingebaut werden. Ein Gerät würde nachts kühlere Außenluft hineinführen, das andere die warme Raumluft nach außen leiten.
Die geschätzten Kosten liegen laut Vorlage zwischen 5.000 und 6.000 Euro. Wie wirksam das System arbeitet, hänge von den nächtlichen Temperaturen ab. Beim Neubau der Kita „Holzwurm“ in Erle plant die Gemeinde bereits eine solche Anlage.
Ob die Ventilatoren auch in der „Villa Purzelbaum“ eingebaut werden, soll jedoch erst im Rahmen des geplanten Klimaanpassungskonzeptes geprüft werden.
Klimaanlagen könnten die Raumtemperatur zwar wirksam senken. Nach den Gesprächen der Verwaltung mit Trägern und Fachfirmen gebe es jedoch unterschiedliche Einschätzungen zu ihrem Einsatz in Kindertagesstätten. Berücksichtigt werden müssten gesundheitliche, technische, energetische und wirtschaftliche Aspekte.
Konzept soll alle öffentlichen Gebäude erfassen
Die Verwaltung möchte den Hitzeschutz nicht allein für die „Villa Purzelbaum“ untersuchen. Der Gemeinde gehören zahlreiche öffentliche Gebäude, darunter Schulen, weitere Kindertagesstätten, Sporthallen, Jugendhäuser, Museen und das Rathaus.
Das Klimaanpassungskonzept soll zunächst den Handlungsbedarf erfassen und mögliche Maßnahmen nach Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit bewerten. Anschließend könne die Gemeinde Prioritäten festlegen. Die Anregung des Elternrates soll ausdrücklich in die Untersuchung einfließen.
Hintergrund ist die im Sommer 2026 beschlossene Klimaanpassungskonzeptverordnung. Sie soll voraussichtlich am 1. Januar 2027 in Kraft treten und Kommunen zur Erstellung eines solchen Konzeptes verpflichten.
Der Beschlussvorschlag sieht vor, die Verwaltung mit den notwendigen Vorbereitungen zu beauftragen. Für die Kita „Villa Purzelbaum“ sollen insbesondere der sommerliche Wärmeschutz und die aktive Nachtauskühlung geprüft werden. Über den Vorschlag entscheidet der Rat am 21. September.
Westlich der Stockbreede soll ein neues Wohngebiet entstehen. Bevor erste Entwürfe vorliegen, will die Gemeinde Raesfeld die Bürger nach ihren Wünschen und ihrem Wohnbedarf fragen. Der Planungsausschuss stimmte diesem Vorgehen am 7. September einstimmig zu.
Der Gemeinde stehen im Ortsteil Raesfeld derzeit keine weiteren eigenen Wohnbaugrundstücke zur Verfügung. Das Vergabeverfahren am Levi-Schwarz-Weg sei nahezu abgeschlossen. Sämtliche Grundstücke seien verkauft.
Neue Möglichkeiten bieten Flächen westlich der Stockbreede. Bevor dort gebaut werden kann, muss die Gemeinde das Planungsrecht schaffen. Außerdem muss sie die Kläranlage erweitern. Die Vorbereitungen dafür liefen bereits.
Bürgermeister Dirk Kuhmann erklärte, die Verwaltung sei mehrfach auf unterschiedliche Wohnformen angesprochen worden. Diesen Wunsch greife die Vorlage auf. Bei der Entwicklung müsse die Gemeinde zugleich die Belange der Landwirtschaft beachten.
Wie das Gebiet später aussehen werde, stehe noch nicht fest. „Wir werden sehen, wie die Bedarfe der Bürger sind“, sagte Kuhmann. Auch Vertreter der Wirtschaft sollten sich nach seinen Worten in den Prozess einbringen.
Henry Tünte von den Grünen sprach sich für Angebote aus, die sich an junge und ältere Menschen richten. Auch Alleinstehende, Alleinerziehende und Menschen mit Interesse an alternativen Wohnformen sollten berücksichtigt werden.
Sonja Köhler von der SPD begrüßte die geplante Bedarfsabfrage. Sie wünsche sich ein gemischtes Quartier für Jung und Alt. Dort könnten öffentlich geförderte und frei finanzierte Wohnungen nebeneinander entstehen. Auch die UWG unterstützte die frühe Bürgerbeteiligung.
Ausschussmitglied Christian Becker (FDP) erinnerte an einen früheren Antrag zum sozialen Wohnungsbau. Zudem regte er an, das Flurstück 125 möglicherweise nicht in das Gebiet einzubeziehen. Eine Bebauung könne dort sehr nah an einen landwirtschaftlichen Betrieb heranrücken.
Foto: Petra Bosse
Bürgerveranstaltung als erster Schritt
Die Verwaltung will noch keine engen Vorgaben machen. Die beauftragten Planungsbüros sollten genügend Raum für unterschiedliche Entwürfe erhalten, erklärte Kuhmann. Fragen zu Gebäudearten, Grundstücksgrößen und Wärmeversorgung würden erst im weiteren Verfahren beantwortet.
Den Auftakt bildet eine Bürgerveranstaltung, die Anfang 2027 stattfinden soll. Eine externe Moderation soll die Ideen und Wünsche der Teilnehmer sammeln. Zur Diskussion stehen Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Mehrfamilienhäuser. Auch die Wärmeversorgung, der Flächenverbrauch und die Begrünung sollen eine Rolle spielen.
Nach der Veranstaltung sollen drei Stadtplanungsbüros Entwürfe für das Gebiet erarbeiten. Die Verwaltung legt diese gemeinsam mit den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung den politischen Gremien vor. Der ausgewählte Entwurf soll später als Grundlage für das Bauleitplanverfahren und die Planung der Wärmeversorgung dienen.
Der Planungsausschuss stimmte der Bürgerveranstaltung und der Bereitstellung von Haushaltsmitteln für 2027 einstimmig zu. Damit kann die Gemeinde den Planungsprozess für die Wohnbauflächen westlich der Stockbreede vorbereiten.
Die Borkener Straße bildet den dritten Bauabschnitt bei der Neugestaltung der Raesfelder Ortsmitte. Am 21. September entscheidet der Rat über die geänderte Planung. Zudem muss er 2,3 Millionen Euro für die Arbeiten bereitstellen.
Derzeit laufen die Arbeiten im Teilabschnitt „Kirche Süd“. Danach folgt die Borkener Straße. Der Bau- und Umweltausschuss stimmte der überarbeiteten Planung einstimmig zu. Gibt der Rat das Geld frei, kann die Verwaltung die Arbeiten ausschreiben.
Foto: Petra Bosse
Fahrradständer ziehen zum Martinushaus um
Die Planung für die Borkener Straße beschloss der Rat bereits am 24. März 2025. Seitdem hätten sich einige Details geändert, berichtete Bauamtsleiter Bernd Roters im Ausschuss.
Die Fahrradständer können nicht am ursprünglich vorgesehenen Standort stehen. Dort reichen die Wurzeln der Bäume in die geplante Fläche. Deshalb zieht die Abstellanlage in Richtung Martinushaus um. Auch ein Müllunterstand und ein Stromanschluss für die Märkte gehören zur Planung.
Teile des Parkplatzes sollen um rund 50 Zentimeter verschoben und neu angeordnet werden. Die Änderungen an den Baumstandorten und die Verlegung der Fahrradständer hätten laut Roters keine Auswirkungen auf die veranschlagten Kosten.
Die Pflanzflächen im östlichen Bereich werden vergrößert. Roters versicherte, dass die vorhandenen Bäume erhalten blieben. In Richtung Borken sollen weitere Hainbuchen gepflanzt werden. Eine andere Baumart sei an dieser Stelle nicht sinnvoll, da dort bereits Hainbuchen stünden.
Technische Anlagen und die Trafostation sollen durch Hecken abgeschirmt werden. Sonja Köhler von der SPD regte an, dabei auch die sichtbaren Türen gestalterisch einzubeziehen. Zudem wünsche sie sich mehr Grün und Schatten, damit sich die Fläche im Sommer weniger stark aufheize.
Die Fahrbahn wird im Bereich der Ortsmitte angehoben. Dadurch sinkt die Höhe des Bordsteins von etwa zehn auf zwei zwei Zentimeter. Straße und Gehweg unterscheiden sich künftig vor allem durch ihre Gestaltung.
An der Mittelinsel bleibt ein fünf Zentimeter hoher Bordstein. Die Alexanderstraße wird an der Einmündung von sechs auf fünf Meter verengt. Rampen an den Zufahrten kennzeichnen die Tempo-20-Zone.
Henry Tünte von den Grünen fragte, ob eine andere Oberfläche die Kosten senken könne. Roters erklärte, Änderungen müssten mit der Bezirksregierung abgestimmt werden. Der Wechsel vom Kopfsteinpflaster zum Klinkerpflaster sei Bestandteil des geförderten Gesamtkonzepts. Das Programm umfasse fünf Bauabschnitte, die vollständig umgesetzt werden müssten.
Ampel bleibt auf dem Schulweg erhalten
Die Ampel sorgte im Ausschuss für eine längere Diskussion. Die Verwaltung hatte zunächst vorgeschlagen, sie wegen der geplanten Tempo-20-Zone zu entfernen. Nach Angaben des Ersten Beigeordneten Markus Büsken könne auch die Straßenverkehrsbehörde auf die Anlage verzichten. Henry Tünte von den Grünen widersprach. Die Ampel erhöhe besonders auf dem Schulweg die Sicherheit. Auch Sonja Köhler von der SPD setzte sich für den Erhalt ein. Die CDU hielt dagegen sowohl die Ampel als auch einen Zebrastreifen für entbehrlich.
Schließlich sprach sich der Ausschuss für die Ampel aus. Der geplante Zebrastreifen entfällt. Die Mittelinsel bleibt bestehen. Sie wird so angepasst, dass die Anlieger ihre Grundstücke weiterhin erreichen können.
Regenwasser soll auf dem Parkplatz versickern
In der Mitte des Parkplatzes ist eine größere Versickerungsanlage geplant. Dort soll das anfallende Regenwasser aufgenommen und in den Boden geleitet werden.
Gegenüber der Einfahrt in die Marbecker Straße sind zwei öffentliche Behindertenparkplätze vorgesehen. Diese seien für Besucher der Ortsmitte und nicht ausschließlich für Patienten der Augenklinik bestimmt, erklärte Roters. Die geplante Wartehalle soll ein Gründach erhalten. Radboxen seien dort nicht vorgesehen.
Der Gedenkstein an der Borkener Straße bleibt an seinem bisherigen Standort. Die Hecke soll entfernt werden, damit der Stein wieder besser sichtbar ist. Eine weitere gestalterische Veränderung sei nicht vorgesehen, erklärte Bauamtsleiter Bernd Roters. Bürgermeister Dirk Kuhmann erinnerte an die bei einem Ortstermin besprochene Idee, den Gedenkstein künftig anzustrahlen.
Die endgültige Entscheidung trifft der Rat am 21. September. Stimmt er der Planung zu und stellt 2,3 Millionen Euro bereit, kann die Verwaltung den Umbau ausschreiben.
Alle Jahre wieder kommt das Christuskind … und macht nichts als Ärger. Streitende Familien, brennende Tannenbäume und gestresste Menschen, die in der Vorweihnachtszeit durch Innenstädte hetzen, auf der verzweifelten Suche nach Geschenken. Wenn wir ehrlich sind, hat man in der Adventszeit den Eindruck, Bethlehem war eine Filiale von REWE.
Und wenn dann alle fix und fertig sind vom Einkaufsmarathon, fällt am Heiligabend die Familie ein: Die alleinerziehende Schwester, die schlecht hörende Oma und die zickige Patentante mit ihrem Schoßhündchen.
Mama kocht, was das Zeug hält und Papa ist total genervt, weil die Gans nicht auf dem Teller liegt, sondern neben ihm sitzt. Ideale Voraussetzungen für ein ‚rohes Fest‘ …
Stephan Bauers erstes Weihnachtsprogramm ist die gnadenlos komische Antwort auf die apokalyptischen Seiten des Weihnachtsfestes – mit nur einem Ziel: Dass es in dieser Zeit wenigstens einmal ordentlich was zu lachen gibt.
Raus also aus der Weihnachtsdepression! Lasst uns dieses Fest mit der winterlichen Idylle, Tannenbaum und Schneeflocken wieder genießen – solange es der Klimawandel noch zulässt.
Denn spätestens in 50 Jahren kommt der Weihnachtsmann mit dem Surfbrett!
Das Bildungswerk Raesfeld bietet diese Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Nießing Gastronomie GmbH am Sonntag, den 22.11.2026 von 18:00 Uhr bis 20:30 Uhr im Hecheltjen`s Hof, Isseltalweg 9 in 46499 Hamminkeln-Brünen an. Einlass ist um 17:00 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 25,00 €. Karten für diese Veranstaltung erhalten Sie im Sekretariat des Bildungswerkes unter der Tel.-Nr. 02865 10073. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.bw-raesfeld.de.
In Raesfeld entstehen derzeit vier neue Windräder. Vier weitere Anlagen sind bereits genehmigt. Eine geplante Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes könnte neue Windkraftprojekte jedoch weniger rentabel machen.
Der Grund überrascht: Die Bundesregierung will den Kreis Borken bei der Windkraft als „Küstenregion“ einstufen. Das steht in Anlage 4 des neuen Gesetzentwurfs. Der Kreis Borken ist dort der einzige Kreis aus Nordrhein-Westfalen.
In Raesfeld entstehen weitere Windräder
Der Ausbau der Windenergie ist rund um Raesfeld deutlich sichtbar. Nach Angaben des Betreibers sei die Anlage „Bürgerwind Hösel“ nordöstlich von Raesfeld im März 2026 in Betrieb gegangen. Sie verfüge über eine Leistung von sechs Megawatt.
Vier weitere Windräder befinden sich im Bau. Drei davon entstehen im Windpark Erler Lohr an der Marienthaler Straße. Die rund 250 Meter hohen Anlagen sollen in der zweiten Jahreshälfte 2027 Strom liefern. Auch im Bereich Schulten Matt wird ein rund 250 Meter hohes Windrad errichtet. Die Anlage soll bis Ende 2026 fertig sein.
Für vier weitere Windräder in Lanzenhagen liegt seit Dezember 2025 eine Genehmigung des Kreises Borken vor.
Zahlreiche Windräder rund um die Gemeinde Raesfeld. Foto: Petra Bosse
Auch die Gemeinde setzt auf Windenergieprojekte. Der Rat beschloss am 13. Juli 2026 die Beteiligung der Gemeinde beziehungsweise der Gemeindewerke Raesfeld an vier Gesellschaften.Dazu gehören Bürgerwind Hösel sowie die Windenergieprojekte Erler Bruch, Lanzenhagen und Kierit.
Küstenregion trotz 150 Kilometern Entfernung
Der Kreis Borken liegt rund 150 Kilometer von der Nordsee entfernt. Dennoch soll er bei der Förderung von Windkraftanlagen künftig wie eine Küstenregion behandelt werden.
Das Bundeswirtschaftsministerium begründe die Einteilung mit den Windverhältnissen. Im Kreis Borken könne demnach vergleichsweise viel Strom aus Wind erzeugt werden. Deshalb soll die Förderung für weniger ertragreiche Standorte im Kreis sinken. Vereinfacht gesagt: Windräder, die weniger Strom erzeugen als Anlagen an besonders guten Standorten, erhalten bislang einen finanziellen Ausgleich. Dieser Ausgleich soll im Kreis Borken künftig kleiner werden.
Der Gesetzentwurf enthält dazu eine Beispielrechnung. Bei einem bestimmten Zuschlagswert könne die Vergütung bisher auf bis zu 7,81 Cent je Kilowattstunde steigen. Nach der neuen Regelung wären höchstens 6,40 Cent möglich. Für Projekte, die vor dem 1. Januar 2029 einen Zuschlag erhalten, ist eine Übergangsregelung vorgesehen.
Welche Folgen hat das für Raesfeld?
Die geplante Regelung würde den Bau neuer Windräder nicht verhindern. Sie könnte jedoch dazu führen, dass neue Projekte einen geringeren finanziellen Ausgleich erhalten. Ob die bereits laufenden, im Bau befindlichen oder genehmigten Anlagen in Raesfeld betroffen wären, hängt unter anderem vom Zeitpunkt ihres Zuschlags ab.
Da die Gemeinde beziehungsweise die Gemeindewerke an vier Windenergiegesellschaften beteiligt sind, könnten auch deren erwartete Erträge berührt sein. Konkrete finanzielle Folgen für Raesfeld sind bislang nicht bekannt.
Nach Angaben des Kreises Borken gegenüber dem WDR könnten mindestens 15 Windparkprojekte im Kreisgebiet betroffen sein. Die Verantwortlichen eines geplanten Bürgerwindparks in Heek rechnen nach eigenen Angaben mit rund 300.000 Euro weniger Einnahmen pro Jahr. Diese Berechnung lässt sich jedoch nicht direkt auf die Projekte in Raesfeld übertragen.
Die Bundesregierung wolle mit der Änderung bessere Bedingungen für Windkraftprojekte im Süden Deutschlands schaffen. Der Gesetzentwurf soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Endgültig beschlossen ist die Neuregelung noch nicht.
Eine Spende der KFD-Theatergruppe Raesfeld verbessert die Erste-Hilfe-Ausbildung beim Deutschen Roten Kreuz. Von den Erlösen ihrer Theaterabende konnte eine moderne Trainingspuppe für die Herz-Lungen-Wiederbelebung und Beatmung angeschafft werden. Die DRK Raesfeld Spende kommt auch dem Jugendrotkreuz zugute.
DRK Raesfeld: Spende fließt in Erste-Hilfe-Ausbildung
Das Deutsche Rote Kreuz in Raesfeld kann bei seiner Ausbildung künftig eine neue Trainingspuppe einsetzen. Möglich wurde die Anschaffung durch eine Spende der KFD-Theatergruppe Raesfeld.
Das Geld stammt aus den Erlösen der Theaterabende der Gruppe. Damit konnte das DRK ein sogenanntes „Ambu-Manikin“ anschaffen. Die Trainingspuppe wird für Übungen zur Herz-Lungen-Wiederbelebung und Beatmung eingesetzt. „Die Neuanschaffung kommt sowohl dem Jugendrotkreuz als auch den Erste-Hilfe-Kursen für die breite Bevölkerung zugute“, so Michael Weddeling, 1. Vorsitzender des DRK Raesfeld.
Digitale Technik gibt direkt Rückmeldung
Die neue Trainingspuppe verfügt über eine digitale Ausstattung. Über eine verknüpfte App können die Teilnehmer während der Übungen kontrollieren, ob die Drucktiefe bei der Herzdruckmassage stimmt. Auch die Luftzufuhr bei der Beatmung lässt sich überprüfen. Damit erhalten die Teilnehmer unmittelbar eine Rückmeldung darüber, wie die Wiederbelebungsmaßnahmen ausgeführt werden.
„Durch dieses direkte visuelle Feedback können die Lebensretter von morgen noch präziser und effektiver für den Ernstfall üben“, so Manuel Nagel, Ausbildungsleiter beim DRK.
DRK Raesfeld dankt der KFD-Theatergruppe
Die DRK Raesfeld Spende soll damit langfristig der Ausbildung vor Ort zugutekommen. Sowohl Nachwuchskräfte des Jugendrotkreuzes als auch Teilnehmer der Erste-Hilfe-Kurse können künftig mit der neuen Puppe trainieren.
Das DRK Raesfeld bedankt sich bei den Akteuren der KFD-Theatergruppe. Mit ihrer Spende haben sie die Anschaffung der neuen Trainingsausstattung ermöglicht.
Das DRK Raesfeld bietet am Samstag, 19. September 2026, einen neuen Erste-Hilfe-Kurs an. Der Lehrgang richtet sich unter anderem an Führerscheinbewerber, betriebliche Ersthelfer und alle, die ihre Kenntnisse in Erster Hilfe auffrischen möchten.
Erste-Hilfe-Kurs beim DRK Raesfeld
Der Ortsverein Raesfeld des Deutschen Roten Kreuzes veranstaltet am Samstag, 19. September, einen Erste-Hilfe-Lehrgang im Rotkreuzhaus an der Weseler Straße 38 in Raesfeld.
Der Kurs beginnt um 8 Uhr und endet um 15.30 Uhr.
Der Lehrgang des DRK Raesfeld eignet sich für verschiedene Zwecke. Teilnehmen können unter anderem Führerscheinbewerber aller Klassen sowie Personen, die einen Erste-Hilfe-Nachweis für ihre Tätigkeit als Ersthelfer im Betrieb, für das Studium oder für den Lkw-Führerschein benötigen.
DRK Raesfeld lädt auch Interessierte ein
Darüber hinaus steht der Erste-Hilfe-Kurs allen Interessierten offen, die ihre Kenntnisse auffrischen oder erweitern möchten. Ziel ist es, im Ernstfall richtig reagieren und notwendige Erste-Hilfe-Maßnahmen sicher anwenden zu können.
Anmeldung ausschließlich online
Eine Anmeldung zum Erste-Hilfe-Kurs beim DRK Raesfeld ist ausschließlich über die Homepage des Ortsvereins DRK Raesfeld möglich.
Termin: Samstag, 19. September 2026 Uhrzeit: 8 bis 15.30 Uhr Ort: Rotkreuzhaus Raesfeld, Weseler Straße 38
Der Projektchor Erle erinnert am Sonntag, 4. Oktober 2026, an Franz von Assisi. Genau 800 Jahre nach seinem Tod widmet ihm der Chor in der Silvesterkirche in Erle einen musikalischen Bilderbogen mit Musik, Bildern und Texten. Beginn ist um 17 Uhr, der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden sind willkommen.
Am 4. Oktober 1226 starb Franz von Assisi. Genau 800 Jahre später erinnert der Projektchor Erle an den Heiligen und fragt zugleich, was seine Gedanken uns heute noch sagen können.
Dabei geht es nicht nur um sein Leben und seinen Glauben. Auch aktuelle Themen spielen eine Rolle. Kriege, Krisen, Klimawandel, Umweltkatastrophen, Individualismus und aufkeimender Rechtsextremismus beschäftigen viele Menschen. „Dieser Franziskus hat für uns auch 800 Jahre nach seinem Tod eine Menge zu sagen“, sagt Klaus Kriebel.
Der Projektchor möchte zeigen, wer Franz von Assisi war, was ihn geprägt hat und warum seine Gedanken bis heute aktuell geblieben sind. Musik, Bilder und Texte führen durch den Abend.
Seit vielen Jahren auf den Spuren von Franziskus
Die Verbindung zu Franz von Assisi hat in der Region eine lange Geschichte. Bereits seit 1981 machen sich Jugendliche und Erwachsene aus dem Kreis Borken auf seine Spuren. Auch aus Erle und Raesfeld sind in den vergangenen Jahren viele Menschen nach Italien gereist und haben sich dort mit seinem Leben beschäftigt. Diese Erfahrungen fließen auch in den musikalischen Bilderbogen in der Silvesterkirche ein.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann am Ende freiwillig spenden. Die Spenden gehen an das afrikanische Projekt „Teaching love, für einen gewaltfreien Umgang in der Familie“.
Das Projekt wird in der Erzdiözese Mbarara im Südwesten Ugandas vom Misereor-Partner St. Francis Family Helper Programme durchgeführt. Nach aktuellem Stand wird auch eine Projektverantwortliche von Misereor bei der Veranstaltung in Erle dabei sein.
Unterstützt wird der Abend außerdem von der Sparkasse Westmünsterland. Sie hat mit einer Spende die Veranstaltungskosten übernommen.
Veranstaltung am 4. Oktober in Erle
Der musikalische Bilderbogen des Projektchors Erle zu Franz von Assisi beginnt am Sonntag, 4. Oktober 2026, um 17 Uhr in der Silvesterkirche in Erle. Der Eintritt ist frei. Freiwillige Spenden für das Projekt in Uganda sind willkommen.
Axtschläge, dröhnende Motorsägen, Kühe im Schauring und Kinder mit Kälbchen: Beim Tag der Landwirtschaft auf dem Hof Schulze-Beikel in Borken-Marbeck gab es am Sonntag, 13. September, viel zu sehen. Moderne Landtechnik, Tiere, Direktvermarkter und Mitmachangebote für Kinder bestimmten das Bild. Nur der Nieselregen machte es Besuchern und Ausstellern zunächst schwer.
Kühe im Schauring und Kinder mit Kälbchen: Beim Tag der Landwirtschaft auf dem Hof Schulze-Beikel in Borken-Marbeck gab es am Sonntag, viel zu sehen. Foto: Petra Bosse
Wenn die Axt den Baum zu Fall bringt
Lautes Knattern ist schon von Weitem zu hören. Am Stihl-Stand haben sich Besucher versammelt und schauen zu, wie ein Baum nicht mit der Motorsäge, sondern mit der Axt bearbeitet wird. Schlag für Schlag arbeitet sich der Sportler durch das Holz. Wenig später kommt eine große Motorsäge zum Einsatz. Ein dicker Stamm wird in Baumscheiben zerlegt.
Foto: Petra Bosse
Der Moderator warnt vorher: Bei dieser Vorführung sollten sich die Zuschauer besser die Ohren zuhalten. Sekunden später wird klar, warum. Der Lärm übertönt fast alles auf dem Gelände.
In der Stihl-Timbersports-Arena geht es um Axt, Säge, Kraft und Technik. Auf der großen Wiese stehen Traktoren, Maschinen und neue Technik dicht an dicht. Besucher schauen sich die Geräte an und kommen mit den Ausstellern ins Gespräch. An anderen Ständen bieten Direktvermarkter ihre Produkte an.
Grand Champion Fanny von der Welsing Milch GbR aus Bocholt. Foto: Petra Bosse
Vom Motorsägenlärm in den Schauring
Ein anderes Bild zeigt sich bei den Tieren. Kühe werden in den Ring geführt, Züchter stehen bei ihren Tieren, Preisrichter schauen genau hin. Alpakas, Kälber, Hasen, Hühner und weiteres Geflügel gehören ebenfalls zur Schau.
Doch wonach wird entschieden, welche Kuh am Ende gewinnt? „Die Kühe werden hier nach ihrem Aussehen bewertet. Dabei schauen die Preisrichter auf das Gebäude, das Euter und darauf, wie die Tiere laufen. Diese Kriterien fließen in die Bewertung und Einklassifizierung ein. Am Ende gewinnt eine Kuh und wird Grand Champion“, erklärt Dr. Jens Baltissen von der Rinderunion West.
Foto: Petra Bosse
An diesem Sonntag geht der Titel nach Bocholt. Fanny von der Welsing Milch GbR wird Grand Champion. Ihr Vater ist Simba P., ihre Mutter RW Fanta.
Hermann Olbing aus Raesfeld-Erle ist mit elf Kühen angereist. Drei seiner Tiere holen einen Klassensieg. Grund zur Enttäuschung sieht er nicht. Im Gegenteil. „Ich bin froh, dass es nur drei Siegerkühe geworden sind, weil Borken extrem viele gute Zuchtbetriebe und extrem viele gute Kühe hat.“
Bei einer früheren Schau habe sein Betrieb fast alles abgeräumt. Diesmal freue er sich, dass die Preise an mehrere Betriebe gehen. „Ich bin heute richtig zufrieden. Wir haben gut abgeschnitten und die Preise sind gut verteilt.“ Den Grand Champion stellt diesmal die Welsing Milch GbR. „Die schönste Kuh des westlichen Münsterlandes kommt von Martin und Heinrich Welsing aus Bocholt“, sagt Olbing.
Foto: Petra Bosse
Abby ist kleiner und braun
Zwischen den vielen schwarz-weißen Milchkühen fällt Abby auf. Die rund fünf Jahre alte Jersey-Kuh vom Hof Heller in Borken ist kleiner und braun. Auch sie verlässt die Schau nicht ohne Auszeichnung: Abby erhält einen 1B-Preis.
Züchter Bernd Heller hält rund 60 Milchkühe. Jerseys seien besonders wegen der Fett- und Eiweißgehalte ihrer Milch interessant. Seine Tiere leben in einem Boxenlaufstall und kommen auch nach draußen. „Wir haben einen Boxenlaufstall und dort kommen die Kühe rein und raus“, sagt Heller. Auch Weidegang gehöre auf seinem Betrieb dazu.
Abby erhält einen 1B-Preis. Foto: Petra Bosse
Kleine Hände führen kleine Kälber
Dann gehört der Ring dem Nachwuchs. Nach den erwachsenen Kühen sind die Bambinis an der Reihe. Kinder führen ihre Kälbchen vor den Zuschauern entlang. Konzentriert halten sie die Tiere am Strick und präsentieren, was sie zuvor mit ihnen geübt haben.
Auch auf dem übrigen Gelände richtet sich vieles an Kinder. Im Pellet-Sandkasten kann gebuddelt werden, im Heu darf getobt werden und auf dem Kettcar-Parcours geht es auf vier Rädern weiter. Viele Aussteller haben eigene Aktionen vorbereitet.
Für die Milchkühe ist der Tag nach ihrem Auftritt im Ring noch nicht vorbei. Ihre Euter sind inzwischen gut gefüllt, die Melkmaschinen stehen bereit. Rund 25 Liter Milch gibt eine Milchkuh durchschnittlich am Tag.
Foto: Petra Bosse
Erst Regen, dann trocknet es ab
Der Nieselregen begleitet die Veranstaltung über Stunden. Erst gegen 16 Uhr hört er auf. Vor allem am Anfang bleiben dadurch Besucher fern. Schade für die vielen Aussteller, die auf dem weitläufigen Gelände ihre Stände und Aktionen aufgebaut haben.
Unter dem Motto „Innovation säen. Zukunft ernten“ will der Verein zur Förderung der Tierzucht und Tierhaltung im Kreis Borken zeigen, wie Landwirtschaft heute arbeitet. Dabei geht es nicht nur um große Maschinen. Verbraucher können mit Erzeugern sprechen, Tiere aus der Nähe sehen und erfahren, was auf den Höfen produziert wird.
Wer über das Gelände läuft, erlebt diese Landwirtschaft ganz praktisch: laut an der Motorsäge, technisch zwischen den Maschinen, ruhig bei den Tieren und spätestens bei den Bambinis auch aus der Perspektive der nächsten Generation.
Ein Telefon im Flur, Niederländer auf dem Fahrrad, ein Bürgermeister mit kleinen Schwierigkeiten bei der niederländischen Aussprache und 1.600 Tulpenzwiebeln: Beim 40-jährigen Jubiläum der Partnerschaft zwischen Raesfeld und Wehl ging es am Samstag im HUB Erle nicht nur um Urkunden und Unterschriften. Vor allem ging es um Menschen, die sich über vier Jahrzehnte immer wieder begegnet sind.
Niederländische Freundschaft zwischen Raesfeld und Wehl erneut besiegelt. Foto: Petra Bosse
Damals klingelte es noch im Flur
1986. Dirk Kuhmann ging noch zur Grundschule, Smartphones kannte niemand und an WhatsApp war nicht zu denken. Wer damals Kontakt zu den neuen Freunden auf der anderen Seite der Grenze aufnehmen wollte, musste telefonieren. Und das Telefon stand, daran erinnerte Kuhmann, meistens mitten im Flur. Wer gerade vorbeikam, konnte mithören.
„Eine Partnerschaft besteht letztendlich aus Menschen. Nicht aus WhatsApp-Gruppen und auch nicht aus Urkunden, die unterzeichnet werden. Eine Partnerschaft besteht aus Begegnungen“, sagte Kuhmann. Davon habe es seit 1986 viele gegeben. Vereine hätten sich gegenseitig besucht, Menschen kennengelernt und aus Bekanntschaften seien Freundschaften entstanden.
Bürgermeister Dirk Kuhmann setzt seine Unterschrift unter die Urkunde zur Fortsetzung der Partnerschaft zwischen Raesfeld und Wehl.
Niederländer relaxed, Deutsche lieber gut vorbereitet
Ganz gleich seien sich Deutsche und Niederländer allerdings nicht, stellte Kuhmann fest. „Ihr Niederländer seid so relaxed.“ Die Deutschen seien dagegen, vorsichtig ausgedrückt, manchmal etwas steifer und förmlicher. Selbst beim Fahrradfahren will Kuhmann Unterschiede ausgemacht haben. Bevor Deutsche losführen, werde gerne erst geklärt: „Wo fahren wir hin? Gibt es dort etwas zu sehen? Kann man da zur Toilette? Gibt es Kaffee und Kuchen?“ Die Gäste lachten.
Wichtiger seien jedoch die Gemeinsamkeiten. Raesfeld und Wehl lägen in einer gemeinsamen Region und beide Seiten verbinde die europäische Idee. „Freundschaften kennen keine Grenzen“, sagte Kuhmann. Gerade in einer Zeit, in der Europa einen Rechtsruck erlebe, müsse diese Freundschaft weiter gepflegt werden. Kuhmann wünsche sich, dass dies auch in den nächsten 40 Jahren gelinge.
Freude über das Wiedersehen: Doetinchems Bürgermeister Marc Boumans (l.) im Gespräch mit Raesfelds ehemaligem Bürgermeister Andreas Grotendorst.. Foto: Petra Bosse
Jetzt sind die Jüngeren gefragt
Dabei hatte Kuhmann besonders die nächste Generation im Blick. Junge Menschen aus Raesfeld und Wehl sollten sich kennenlernen, gemeinsam feiern, lachen oder Sport treiben. Tennis und Fußball nannte er als Beispiele. Erfahrungen mit dem sportlichen Ehrgeiz der Nachbarn gebe es bereits. Bei einer Veranstaltung habe eine Delegation aus Wehl gleich mehrere vordere Plätze abgeräumt. „Genauso muss es ja sein“, kommentierte Kuhmann.
Sein Dank galt den Menschen, die 1986 den Anfang gemacht hatten, ebenso den Vereinen und Ehrenamtlichen, die anschließend immer wieder für Begegnungen gesorgt hätten. 40 Jahre gemeinsam einen Weg zu gehen, sei keine Selbstverständlichkeit.
Doetinchems Bürgermeister Marc Boumans unterzeichnet die Urkunde zur Verlängerung der 40-jährigen Partnerschaft zwischen Raesfeld und Wehl. Foto: Petra Bosse
Warum gute Nachbarschaft wichtig bleibt
Doetinchems Bürgermeister Mark Boumans erinnerte an die Anfänge der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Kulturelle und sportliche Begegnungen hätten dabei früh eine wichtige Rolle gespielt. Später seien weitere Kontakte und gemeinsame Aktivitäten hinzugekommen. Die Welt habe Mitte der 1980er-Jahre anders ausgesehen. Der Kalte Krieg und die Berliner Mauer hätten damals die internationale Lage bestimmt. Gute Beziehungen zu den unmittelbaren Nachbarn seien auch heute wichtig, machte Boumans deutlich.
Ein Beispiel dafür seien die Gedenkfeiern am 4. Mai in Wehl. Vertreter aus Raesfeld nähmen seit Langem daran teil. Das sei für deutsche Gäste früher keineswegs selbstverständlich gewesen. Über die Jahre seien aus Begegnungen Freundschaften und persönliche Beziehungen entstanden. Boumans dankte den Menschen in Raesfeld, die sich dafür eingesetzt hätten.
Joop Buiting war schon bei den Anfängen dabei
Joop Buiting war schon dabei, als Anfang der 1980er-Jahre in Wehl die Idee für eine Partnerschaft entstand. Der heute 83-Jährige erinnerte sich an den damaligen Vereinigungsrat, in dem zahlreiche Vereine vertreten waren. Viele Kommunen hätten zu dieser Zeit Partnerschaften mit Orten im Ausland aufgebaut. Also habe sich auch in Wehl die Frage nach einer passenden Gemeinde gestellt.
Joop Buiting unterzeichnet die Urkunde zur Partnerschaft zwischen Raesfeld und Wehl.. Foto: Petra Bosse
Nur allzu weit entfernt sollte sie nicht liegen. Schließlich wollte man sich nicht nur schreiben, sondern sich auch besuchen und gemeinsam etwas unternehmen können. Die Suche führte nach Raesfeld. Es folgten Gespräche, Besuche und weitere Treffen. Dabei habe für Buiting und seine Mitstreiter früh festgestanden: Die Partnerschaft dürfe nicht nur zwischen Bürgermeistern, Gemeinderäten und Verwaltungen stattfinden. Die Menschen sollten mitmachen. Ebenso die Vereine.
Foto: Petra Bosse
Zwischen den Reden gehört die Bühne den Tänzerinnen
Zwischen den Reden gehörte die Bühne den Tanzgruppen den Kids vom RRZ. Die Tänzerinnen bekamen viel Beifall. Auch musikalisch wurde die Feier begleitet. Der Raesfelder Sänger Michael Kruse griff zur Gitarre und wählte passend zum Thema der grenzüberschreitenden Freundschaft den Simon & Garfunkel-Song „Bridge over Troubled Water“. Damit griff er den Gedanken des Brückenbauens zwischen Raesfeld und Wehl auch musikalisch auf.
Auch der Karneval gehört seit Jahren zu den Kontakten zwischen beiden Orten. Viele Gäste im HUB kannten sich längst von gegenseitigen Besuchen und gemeinsamen Veranstaltungen.
Foto: Petra Bosse
Niederländisch mit kleiner Nachhilfe
Ganz ohne Urkunde ging es an diesem Nachmittag dann doch nicht. Raesfeld und Wehl wollten ihre Partnerschaft erneut schriftlich bekräftigen. Dirk Kuhmann übernahm dabei auch den niederländischen Text. Plattdeutsch und Niederländisch ähneln sich zwar. Bei einigen Wörtern half Kuhmann das jedoch wenig. Er stockte, vom niederländischen Bürgermeister bekam er prompt Unterstützung. Die Gäste lachten, Kuhmann machte weiter.
In dem Vertrag bekräftigen beide Seiten, ihre Zusammenarbeit fortzusetzen. Persönliche Kontakte und gemeinsame Aktivitäten sollen bleiben. Auch Begegnungen in den Bereichen Bildung, Kultur, Sport und Wirtschaft gehören dazu. Offenheit, Wertschätzung, Respekt, Vertrauen und Dialog sollen weiterhin die Grundlage bilden. Dann kamen die Unterschriften darunter. Die Partnerschaft zwischen Raesfeld und Wehl war erneut besiegelt. Anschließend trugen sich die Anwesenden in das Goldene Buch der Gemeinde ein.
Joop Buiting (4. v. l.) gemeinsam mit Mitarbeitern und Vertretern der Verwaltungen aus Raesfeld und Wehl. Zum Jubiläum gab es kleine Präsente als Erinnerung an 40 Jahre Partnerschaft. Foto: Petra Bosse
1.600 Tulpen zum Abschied
Joop Buiting hatte noch eine Überraschung dabei. Lange habe er überlegt, was er Raesfeld zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft schenken könne. Schließlich sei ihm in den Niederlanden die passende Idee gekommen: Tulpen. Und davon nicht nur eine Handvoll. 1.600 Tulpenzwiebeln schenkte Buiting der Gemeinde.
Sein Vorschlag: Die Tulpen könnten in Raesfeld in Form eines Herzens gepflanzt werden. So würde das Geschenk im kommenden Frühjahr nicht nur für Farbe sorgen, sondern zugleich an die Freundschaft zwischen Raesfeld und Wehl erinnern.
Foto: Petra Bosse
Für den 83-Jährigen war die Feier zugleich ein Abschied. Buiting gab bekannt, seinen Vorsitz bei den „Vrienden van Raesfeld“ abzugeben. Im kommenden Frühjahr dürfte dann zu sehen sein, ob aus seinem Vorschlag tatsächlich ein niederländisches Tulpenherz in Raesfeld wird.
Die Diskussion rund um die Baumschutzsatzung spitzt sich in der Kommunalpolitik zu, doch von den Bürgerinnen und Bürgern hört man bisher relativ wenig. In etlichen Gesprächen auf unterschiedlichen Ebenen habe ich bisher keine Begeisterungsstürme über den CDU-Antrag zur Aufhebung der Satzung wahrgenommen – ebenso wenig wie eine große Aufregung über deren bloße Existenz. Wo also liegt hier das Problem? Und wer hat es eigentlich?
Immer wieder wird vonseiten der CDU und auch der FDP die „Mündigkeit des Bürgers“ beschworen. Irritierend ist: Einerseits traut man den Bürgerinnen und Bürgern zu, eigenverantwortlich und nachhaltig für den Baumschutz zu sorgen. Andererseits unterstellt man ihnen, bei einem Fortbestehen der Satzung, Bäume prophylaktisch zu fällen, bevor diese geschützt sind. Ja, was denn nun?
Wäre ein Bürgerentscheid bei einem so emotionalen und wichtigen Thema nicht genau das richtige Instrument? Ein Ratsbürgerentscheid – beispielsweise gekoppelt an die Kommunalwahlen im kommenden Frühjahr – würde nur geringe zusätzliche Kosten verursachen. Dafür ist eine Dreiviertelmehrheit im Rat nötig, stimmt, aber das dürfte doch mit einer Partei, die sich selbst als bürgerorientiert versteht, zu machen sein oder?
Das einzige echte Hindernis, das sich mir im Moment offenbart, ist der enorme Zeitdruck. Es wird allerhöchster Wert darauf gelegt, dass über den Antrag bereits am 21. September beschieden wird – und das bei einer relativ ungeklärten Datenlage. Eine „unverzügliche“ und „sofortige Aufhebung“ wird gefordert. Warum hat man es so eilig? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Zum ersten Mal haben sich im Silvesterhaus in Erle rund 25 Frauen zu einem neuen Line-Dance-Kurs getroffen. Für einen Schnupperabend kamen erstaunlich viele Teilnehmerinnen. Noch saß nicht jeder Schritt, dafür gab es von Beginn an viel Gelächter und Bewegung.
Erst die Grundschritte, dann kommt „Y.M.C.A.“
Zunächst bleibt die Musik aus. Lennard Likuski steht vorne und zeigt die Grundschritte. Rechts, links, zurück, drehen. Die Teilnehmerinnen schauen genau hin und machen die Bewegungen nach.
Nicht bei jeder sitzt die Abfolge sofort. Mal geht ein Fuß zu früh nach vorn, mal dreht sich jemand in die falsche Richtung. Immer wieder wird gelacht.
Foto: Petra Bosse
Dann kommt die Musik dazu. Schon beim zweiten Song wird es deutlich schwungvoller: „Y.M.C.A.“ von den Village People sorgt für Tempo. Die Schritte greifen plötzlich besser ineinander, die Reihen bewegen sich fast gleichzeitig durch den Raum. Nach den ersten noch etwas holprigen Versuchen sieht das Ganze schon beinahe choreografisch aus.
Ganz fehlerfrei läuft es noch nicht. Das stört beim Schnupperabend aber offenbar niemanden.
Auffällig: Männer sind an diesem Abend nicht dabei. Auf der Tanzfläche stehen ausschließlich Frauen.
Foto: Pera Bosse
Lennard tanzt seit elf Jahren
Lennard Likuski ist 16 Jahre alt, kommt aus Erle und tanzt bereits seit elf Jahren. Über seine Familie sei er zum Tanzen gekommen. Auf eine Tanzrichtung habe er sich dabei nie festgelegt. Neben Modern Line Dance tanze er auch Hip-Hop, Latein und Paartanz.
„Das Besondere an Line Dance ist, dass man keinen Partner braucht“, sagt Lennard. Wer Spaß am Tanzen mitbringe, könne schnell einsteigen. Gerade das mache für ihn den Reiz aus. Die Schritte seien so aufgebaut, dass sich andere spontan anschließen könnten.
„Egal ob auf einer Party, auf einem Geburtstag oder im Urlaub: Wenn das Lied oder ein passender Rhythmus kommt, kann man den Tanz ansetzen und dann kommen meistens Leute dazu“, sagt Lennard. „Das macht einfach Spaß und vereint verschiedenste Menschen.“
Die Idee entstand im Salon
Mit ins Leben gerufen hat den Kurs Yvonne Hohnerbom. Die Idee sei in ihrem Salon entstanden, wo Lennard Kunde gewesen sei. „Lennard hatte Lust, so einen Kurs zu machen“, sagt Hohnerbom. Da ihm zunächst ein geeigneter Raum gefehlt habe, habe sie ihn bei der Organisation unterstützt.
Auch Pastor Fabian Tilling unterstützte die Idee. Die Kirchengemeinde stellte das Silvesterhaus für den Kurs zur Verfügung.
Foto: Petra Bosse
So viele Teilnehmerinnen hatte Honerbom nicht erwartet
Die große Resonanz überraschte Yvonne Honerbom. „Absolut nicht. Ich habe nicht gedacht, dass wir so viele Leute sind“, sagt sie. Lennard habe ihr zudem erzählt, dass noch weitere Interessierte gerne mitgemacht hätten. Rund 25 Teilnehmerinnen kamen zum Schnupperabend.
Viel mehr Platz bietet der Raum allerdings kaum. „Wir sind jetzt 25 und ich finde, der Raum ist eigentlich schon zu voll“, sagt Honerbom. Der erste Abend dient zunächst zum Ausprobieren. In der kommenden Woche werde sich zeigen, wie viele tatsächlich weitermachen möchten.
Zehn Termine sind zunächst geplant
Bei genügend Interesse soll der Kurs zunächst zehnmal stattfinden, voraussichtlich immer mittwochs zur gleichen Uhrzeit. Ein Verein steht nicht hinter dem Angebot. Lennard organisiert den Kurs selbst und arbeitet dabei mit der Kirchengemeinde zusammen.
Foto: Petra Bosse
Interessierte können sich über die E-Mail-Adresse melden, die auf den ausgehängten Plakaten steht. Dort können sie auch nachfragen, ob möglicherweise ein zweiter Kurs zustande kommt.
Im Silvesterhaus läuft inzwischen längst die nächste Musik. Lennard zählt die Schritte vor, die Reihen setzen sich wieder in Bewegung. Und die Füße wissen inzwischen deutlich besser, wohin sie sollen.
Foo: Petra Bosse
Kontakt und Kursinformationen
Der Line-Dance-Kurs findet im Silvesterhaus in Erle statt. Vorgesehen ist eine Kursgröße von etwa 20 Personen, die Kursdauer beträgt jeweils 45 bis 60 Minuten. Der Kurs soll zunächst über zehn Termine laufen, voraussichtlich mittwochs zur gleichen Uhrzeit um 19.15 Uhr.
Der Bücherkeller St. Martin bekommt ein neues Zuhause in der ehemaligen „Sängersakristei“. Nach dem erfolgreichen Büchermarkt bittet das Team zugleich dringend um neue Bücherspenden.
Bücherkeller St. Martin braucht Nachschub
Nach dem erfolgreichen Verkauf beim Büchermarkt sind die Vorräte deutlich geschrumpft. „Unsere Kartons sind leer“, berichtet das Team des Bücherkellers 2.0.
Gesucht werden deshalb ab sofort vor allem aktuelle Romane und Krimis als Taschenbücher. Angenommen werden Bücher ab dem Erscheinungsjahr 2020.
Nicht mehr benötigt werden Nachschlagewerke wie Lexika sowie Bildbände und Ratgeber aller Art.
Neues Quartier in der ehemaligen Sängersakristei
Der Bücherkeller St. Martin zieht in die alte „Sängersakristei“, in der früher der Chor Believe und der Kinderchor probten. In den kommenden Wochen soll der kleinere Raum gemütlich eingerichtet werden.
Sobald die Baustelle am Kirchplatz abgeschlossen ist, soll es einen direkten Zugang über die kleine Treppe an der Südostseite der Kirche geben.
Ab dem Kappesmarkt am 7. November ist der Bücherkeller 2.0 zentral am Kirchplatz zu finden.
Wie viele Schüsse braucht es in diesem Jahr, bis der hölzerne Vogel fällt? Dauert es wieder bis in die Abendstunden oder machen die Junggesellenschützen diesmal kurzen Prozess? Vom 18. bis 20. September 2026 feiert Raesfeld das Junggesellen Schützenfest. Drei Tage stehen Vogelschießen, Festbälle, Musik und der Festumzug auf dem Programm.
Foto: Petra Bosse (Archiv)
Am Freitag gehört die Bühne noch dem amtierenden König
Zum Auftakt steht zunächst König Peter Timmermann mit Königin Meike Terhardt im Mittelpunkt. Zum Thron gehören außerdem Leah Leiting und Milan Hoffmann sowie Rieke Butenweg und Frank Möllmann.
Am Freitag treten die Schützen um 17.30 Uhr am Festzelt an. Anschließend holen sie den König ab. Es folgt die traditionelle Kranzniederlegung auf dem Friedhof. Danach darf gefeiert werden. Um 19 Uhr startet der große Festball im Festzelt. Die Liveband Like This sorgt für die Musik.
Im vergangenen Jahr fiel der Vogel überraschend früh
Dass sich an der Vogelstange kaum vorhersagen lässt, wie lange das Ringen um die Königswürde dauert, zeigte sich im vergangenen Jahr.
Die Bratwurst war noch warm, die Erbsensuppe gerade leer und die Latten Bier frisch an den Tischen verteilt, da fiel der Vogel bereits. Dabei hatten sich die Junggesellen eigentlich auf einen längeren Nachmittag eingestellt. Vier Königsanwärter standen bereit.
Doch Peter Timmermann machte kurzen Prozess. Mit dem 183. Schuss holte er den Vogel von der Stange und sicherte sich die Königswürde.
Foto: Petra Bosse (Archiv)
Wer folgt Peter Timmermann auf den Thron?
Am Samstag beginnt die Suche nach Timmermanns Nachfolger. Um 10 Uhr marschieren die Schützen vom Festzelt zur Vogelstange im „Pastors Busch“.
Um 12 Uhr beginnt das Vogelschießen. Dann zeigt sich, wie hartnäckig sich der hölzerne Vogel in diesem Jahr hält und wie viele Bewerber um die Königswürde antreten.
Nach der Entscheidung an der Vogelstange geht die Feier weiter. Ab 20 Uhr beginnt der Partyabend mit PLOHR.
Silberkönig Christian Willing. Foto: Presse
Gold und Silber feiern mit
Das Schützenfest bietet zugleich ein Wiedersehen mit ehemaligen Königspaaren. Den Silberthron bilden Königin Anne Potthoff und Christian Willing, Steffi Willing (geborene Welsing), mit Jan-Bernd Hinzelmann sowie Nina Olbing (geborene Freitag), mit Marc Stolbrink.
Ein besonderes Jubiläum feiert auch das Goldkönigspaar Ludwig Gülker und Christel Neuhaus. Zu den Ehrengefolgen gehören Bernhard Brockmann und Klara Finke sowie Klemens Gesing und Christa Heselhaus.
Sonntag wird auch für Familien einiges geboten
Der Sonntag beginnt um 9.45 Uhr mit dem Festhochamt in der St. Martin Kirche. Ab 11 Uhr läuft das Frühkonzert im Festzelt mit dem Fanfarenkorps und den Burgmusikanten.
Foto: Petra Bosse
Während die Erwachsenen beim Frühschoppen zusammensitzen, wartet draußen ein Programm auf die jüngeren Besucher. Die Kinderbelustigung mit Hüpfburgen und weiteren Angeboten ist komplett kostenlos. Familien können damit auch unabhängig vom weiteren Festprogramm vorbeikommen und den Vormittag am Festzelt verbringen.
Um 14 Uhr treten die Schützen am Festzelt an. Danach folgen die Parade auf dem Sportplatz und der Festumzug durch das Dorf.
Ab 19 Uhr beginnt der abschließende Festball. Noch einmal übernimmt die Liveband Like This die Musik.
Foto: Petra Bosse (Archiv)
Frühkonzert und Festumzug am Sonntag
Der Sonntag startet um 9.45 Uhr mit dem Festhochamt in der St. Martin Kirche. Um 11 Uhr beginnt das Frühkonzert im Festzelt mit dem Fanfarenkorps und den Burgmusikanten. Für Kinder stehen draußen Hüpfburgen und weitere Angebote bereit.
Um 14 Uhr treten die Junggesellen am Festzelt an. Anschließend geht es zur Parade auf dem Sportplatz und mit dem Festumzug durch das Dorf.
Ab 19 Uhr steigt zum Abschluss noch einmal ein Festball. Die Liveband Like This begleitet auch den letzten Abend des Schützenfestes.
Drei Tage Schützenfest vom 18. bis 20. September
Damit wartet auf die Junggesellen und ihre Gäste ein volles Wochenende. Die spannendste Frage dürfte sich am Samstag an der Vogelstange beantworten: Wie viele Schüsse braucht es 2026, bis Raesfeld einen neuen Junggesellenkönig hat?
Grußwort des Päsidenten Simon Paschen
Sehr geehrte Schützen, liebe Raesfelder, liebe Freunde und Gäste von nah und fern,
auch in diesem Jahr ist es wieder soweit: Unser Junggesellen Schützenfest steht vor der Tür! Vom 18. bis 20. September wollen wir gemeinsam mit euch drei besondere Tage erleben – Tage voller Tradition, Geselligkeit, Freundschaft und gelebter Gemeinschaft. Das Schützenwesen ist weit mehr als das gemeinsame Feiern auf der Festwiese. Es steht für Zusammenhalt, Eintracht, Verbundenheit und gelebte Tradition. Werte, die nicht nur hier bei uns in Raesfeld einen festen Platz haben, sondern die weit über die Grenzen unseres schönen Münsterlandes hinaus gepflegt und von Generation zu Generation weitergetragen werden.
Gerade in einer Zeit, in der vieles immer schnelllebiger und unpersönlicher wird, sind solche Momente des Miteinanders etwas ganz Besonderes. Gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, Wochen und Monate zu planen, Vorfreude zu teilen, Traditionen zu bewahren und schließlich gemeinsam auf das Fest hinzufiebern – was gibt es Schöneres? Denn ein Schützenfest lebt vor allem von den Menschen, die es mit Leben füllen. Von denjenigen, die mit anpacken, organisieren und vorbereiten. Von den Schützen, die im weißen Hemd und mit grüner Krawatte voller Stolz ihre Verbundenheit zeigen. Und von den Familien, Freunden und Bekannten, die gemeinsam feiern.
Und natürlich von all unseren Gästen, die die Festwiese und die Vogelstange besuchen und mit ihrer guten Laune und ihrer Verbundenheit zu einer ganz besonderen Atmosphäre beitragen. Jeder Einzelne trägt seinen Teil dazu bei. Jeder Handgriff, jede helfende Hand, jedes Gespräch und jedes Lachen gehört zu unserem Fest. Erst durch all diese Menschen und ihre Begeisterung wird aus einem Fest ein Stück gelebte Heimat – und aus einer Tradition eine Gemeinschaft, die uns verbindet. So freuen wir uns schon jetzt darauf, mit euch drei unvergessliche Tage zu verbringen. Tage, an denen wir die Alltagssorgen für einen Moment hinter uns lassen, alte Freundschaften pflegen, neue Bekanntschaften schließen und vor allem eines tun: gemeinsam feiern und unsere Gemeinschaft hochleben lassen.
Lasst uns die Tradition bewahren, die Eintracht stärken und die Freude am gemeinsamen Miteinander in den Mittelpunkt stellen. Lasst uns gemeinsam auf unseren Verein, unsere Heimat und auf all diejenigen anstoßen, die dieses Fest jedes Jahr aufs Neue möglich machen.
Wir freuen uns auf zahlreiche Schützen, Freunde, Familien und Gäste aus Raesfeld und darüber hinaus.
Der schwere Verkehrsunfall in Heiden vom 25. August hat ein Todesopfer gefordert. Der damals schwer verletzte 62-jährige Pedelecfahrer aus Raesfeld sei am Donnerstag, 10. September, seinen Verletzungen erlegen, teilte die Polizei mit.
Zusammenstoß mit Motorrad auf Kreuzung
Der Unfall hatte sich am Abend des 25. August auf der Kreuzung Lembecker Straße und Schafsweg in Heiden ereignet. Dort waren der 62-jährige Pedelecfahrer aus Raesfeld und ein Motorradfahrer zusammengestoßen.
Der Raesfelder erlitt bei der Kollision schwere Verletzungen. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn nach dem Unfall in die Universitätsklinik Münster. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, sei der 62-Jährige dort am 10. September an den Folgen seiner schweren Verletzungen verstorben.
Überfüllte Altkleidercontainer sorgen im Kreis Borken immer wieder für Beschwerden. Das Rote Kreuz erklärt nun, warum die Leerung schwieriger geworden sei und welche Probleme durch Fremdmüll und abgestellte Säcke entstünden.
Mehr Kleidung, schlechtere Qualität
Nach Angaben des Roten Kreuzes habe sich die Situation bei der Altkleidersammlung in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Durch Fast Fashion und veränderte Konsumgewohnheiten lande mehr Kleidung in den Sammelcontainern. Gleichzeitig habe die Qualität vieler Textilien nachgelassen.
Hinzu komme, dass sich gewerbliche Anbieter zunehmend aus der Altkleidersammlung zurückgezogen hätten. Nach Einschätzung des Roten Kreuzes sei die Sammlung für viele Unternehmen wirtschaftlich nicht mehr attraktiv.
„Wir verstehen, dass ein voller Container für Bürgerinnen und Bürger ärgerlich ist. Gleichzeitig ist von außen häufig nicht sichtbar, vor welchen Herausforderungen wir bei der Altkleidersammlung inzwischen stehen“, erklärt Sabina Pohla, Leiterin Inklusionsbetriebe beim Roten Kreuz im Kreis Borken.
Container werden wöchentlich geleert
Die Container des Roten Kreuzes würden grundsätzlich einmal pro Woche geleert. Wenn Personal und Logistik es zuließen, organisiere das DRK zusätzliche Fahrten.
Eine kurzfristige Sonderleerung könne jedoch nicht für jeden Standort und zu jedem Zeitpunkt zugesichert werden.
Ein überfüllter Altkleidercontainer an der Silvesterstraße: Vor dem Behälter stapeln sich Tüten mit unbrauchbarer Kleidung und weiterem Abfall. Weil die Einwurfklappen häufig nicht mehr schließen, landen immer mehr Säcke daneben. Von einer geordneten Altkleidersammlung kann hier kaum noch die Rede sein. Foto: Petra Bosse
Fremdmüll kostet zusätzliche Zeit
Ein weiteres Problem sei der zunehmende Anteil an Fremd und Restmüll in und neben den Containern. Mitarbeitende fänden dort unter anderem Essensreste, Spielzeug, Plastik, Verpackungen, Windeln und weiteren Restmüll.
„Das Aussortieren und Entsorgen von Fremdmüll kostet Zeit, die anschließend bei der Leerung anderer Container fehlt“, sagt Pohla. „Wenn unsere Mitarbeitenden weniger Zeit mit diesen zusätzlichen Arbeiten verbringen müssten, könnten sie in derselben Zeit mehr Container leeren und schneller auf volle Standorte reagieren.“
Das Rote Kreuz bittet darum, nur saubere und tragbare Kleidung in verschlossenen und gut zugebundenen Beuteln einzuwerfen. Stark verschmutzte, zerschlissene oder nicht mehr tragbare Textilien gehörten je nach Entsorgungsmöglichkeit in den Restmüll oder in dafür vorgesehene Sammelcontainer.
Keine Säcke vor volle Container stellen
Ist ein Altkleidercontainer bereits voll, sollten Säcke nicht davor oder daneben abgestellt werden. Diese müssten von den Mitarbeitenden zusätzlich aufgenommen und sortiert beziehungsweise entsorgt werden.
Das DRK empfiehlt, nach Möglichkeit einen anderen Altkleidercontainer in der Umgebung zu nutzen. Volle Container könnten außerdem beim Roten Kreuz gemeldet werden. Anschließend werde geprüft, ob eine zusätzliche Leerung möglich sei.
Gut erhaltene und hochwertige Kleidung könne auch direkt in den KARO Second Hand Kaufhäusern des Roten Kreuzes in Bocholt und Borken abgegeben werden.
DRK fordert langfristige Lösung für Textilsammlung
Zusätzliche Leerungen allein könnten die Probleme nach Ansicht des Roten Kreuzes nicht dauerhaft lösen. Hoffnung setze der Verband unter anderem auf die geplante erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien.
Hersteller sollen künftig stärker an den Kosten für Sammlung, Sortierung und Verwertung beteiligt werden. Die daraus entstehenden Mittel sollten aus Sicht des Roten Kreuzes dazu beitragen, bestehende Sammelstrukturen zu sichern und gemeinnützige Träger zu unterstützen.
„Wir tun vor Ort alles, was im Rahmen unserer Möglichkeiten machbar ist, um die Altkleidersammlung aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig braucht es langfristig Lösungen, die die gesamte Struktur der Textilsammlung in den Blick nehmen“, betont Sabina Pohla.
Weitere Informationen und Antworten auf häufige Fragen stellt das Rote Kreuz im Kreis Borken auf seiner Internetseite bereit: Fragen und Antworten
Zwei Künstler, unterschiedliche kulturelle Einflüsse und Arbeiten aus mehreren Stilrichtungen: Am 12. und 13. September öffnet die Ausstellung „ART HETKAMP“ an der Weseler Straße 8 in Raesfeld. Duvan und Isel Lübke-Rivera sind an beiden Tagen vor Ort.
Künstler aus Kolumbien und Kuba stellen gemeinsam aus
In den ehemaligen Räumen des Einrichtungshauses Hetkamp treffen am Wochenende Kunst und südländisches Flair aufeinander. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der ARTGALERIE Borken und Anita Gronek.
Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Raesfeld, Ralf Kock, eröffnet die Ausstellung am Samstag offiziell. Gerda Siebelt gibt am Samstag und Sonntag jeweils um 12 Uhr eine Einführung in die gezeigten Arbeiten.
Duvan verbindet Malerei, Skulptur und Poesie
Duvan wurde 1954 in Kolumbien geboren und arbeitet als Maler, Bildhauer und Poet. Seit rund 20 Jahren lebe und arbeite er in Spanien. Sein Atelier befinde sich im katalanischen Besalú.
Foto: Presse
Seine großformatigen Werke seien häufig von der Pflanzenwelt seiner kolumbianischen Heimat geprägt. Daneben fertige der Künstler minimalistische Tuschezeichnungen und Federzeichnungen mit einer reduzierten Linienführung an. Auch digitale Techniken nutze er als eigenständige Ausdrucksform.
Duvans Arbeiten seien bereits in Städten wie New York, Paris, Barcelona, Seoul und Bogotá gezeigt worden.
Isel Lübke-Rivera ergänzt die Ausstellung
Gemeinsam mit Duvan präsentiert Isel Lübke-Rivera ihre Arbeiten. Die aus Kuba stammende und in Deutschland lebende Künstlerin war bereits bei früheren Ausstellungen in Raesfeld vertreten.
Die gemeinsame Schau verbinde unterschiedliche kulturelle Hintergründe und künstlerische Ausdrucksformen. Beide Kunstschaffenden stehen während des Wochenendes für Gespräche mit den Gästen bereit. Spanischer Wein und Käse begleiten die Ausstellung.
Öffnungszeiten von „ART HETKAMP“
Die Ausstellung ist zu folgenden Zeiten geöffnet:
Samstag, 12. September 2026, von 12 bis 20 Uhr
Sonntag, 13. September 2026, von 12 bis 18 Uhr
Veranstaltungsort ist Hetkamp, Weseler Straße 8 in Raesfeld.
Soll besonders alter Baumbestand in Raesfelder Gärten weiterhin durch die Baumschutzsatzung geschützt werden? Diese Frage sorgte am Montagabend im Bau- und Umweltausschuss für eine lange und teilweise emotionale Diskussion. CDU und FDP wollen Grundstückseigentümern mehr Entscheidungsfreiheit geben. Grüne, SPD und UWG wollen die Baumschutzsatzung Raesfeld grundsätzlich erhalten. Eine Entscheidung wurde auf die Ratssitzung am 21. September vertagt.
Baumschutzsatzung Raesfeld sorgt für lange Diskussion
Die Fronten waren schnell klar. Ausgangspunkt der Debatte war ein Antrag der CDU-Fraktion, die seit 1996 bestehende Baumschutzsatzung Raesfeld abzuschaffen. Diese regelt, unter welchen Voraussetzungen besonders alter Baumbestand auf privaten Grundstücken gefällt werden darf.
Bürgermeister Kuhmann ging zu Beginn auf die bereits öffentlich geführte Debatte ein. Das Thema sei inzwischen stark auf einer emotionalen Ebene angekommen. Umso wichtiger sei es, wieder zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren.
Dass dies nicht ganz einfach werden würde, zeigte sich im Verlauf der Sitzung. Neben dem eigentlichen Baumschutz ging es immer wieder um den bisherigen Umgang miteinander und die Diskussion in den sozialen Medien.
Honvehlmann: Eigentümer sollen selbst entscheiden können
Tobias Honvehlmann machte für die CDU deutlich, dass seine Fraktion weiterhin hinter dem Antrag steht. Es gehe darum, Eigentum zu achten, Bürokratie zu reduzieren und den Bürgern mehr Entscheidungsfreiheit auf dem eigenen Grundstück zu geben.
Zugleich kritisierte Honvehlmann die teilweise polemisch geführte öffentliche Auseinandersetzung. Bei einem wichtigen Thema müsse es möglich sein, Sachargumente auszutauschen. „Da sollten wir bei einem sachlichen Diskurs bleiben“, sagte Honvehlmann.
Die CDU stellt zudem infrage, dass eine Abschaffung der Baumschutzsatzung automatisch dazu führen würde, dass mehr alte Bäume gefällt werden. „Wir wollen Bürger nicht unter Generalverdacht stellen“, betonte Honvehlmann. Statt auf Verbote setzt die CDU auf Beratung und Anreize. Bürger sollen dabei unterstützt werden, neue und klimaresiliente Bäume auf ihren privaten Grundstücken zu pflanzen.
FDP unterstützt den CDU-Antrag
Klare Unterstützung bekam die CDU von Christian Becker und der FDP. „Wir unterstützen den Antrag, wollen das Recht der Bürger nicht einschränken“, sagte Becker.
Für die FDP steht ebenfalls die Entscheidungsfreiheit auf dem eigenen Grundstück im Vordergrund. Becker machte deutlich, dass Bürger selbst entscheiden sollten, ob sie einen Baum pflanzen oder fällen. „Jeder, der natürlichen Schatten möchte, pflanzt sich einen Baum“, sagte Becker.
UWG will Schutz alter Bäume erhalten
Ganz anders sieht es die UWG. Gerade in einer Zeit steigender Temperaturen und eines sich verändernden Klimas sei es das falsche Signal, alte Bäume aus dem bestehenden Schutz herauszunehmen.
Dabei geht es der UWG nicht darum, die bisherige Satzung unverändert für alle Zeiten festzuschreiben. Einer Modernisierung steht die Fraktion offen gegenüber. Die Baumschutzsatzung habe in den vergangenen Jahren ihren Dienst geleistet. Gerade Bäume, die bereits 40, 50 Jahre oder noch älter seien, hätten eine besondere Bedeutung.
Auch die Art der bisherigen Kommunikation wurde angesprochen. Ein UWG-Ausschussmitglied wies den Vorwurf zurück, dass Gespräche nicht gesucht worden seien. Vielmehr habe man bereits im Vorfeld versucht, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Foto: Petra Bosse
Henry Tünte: „Die Satzung ist kein Fällverbot“
Deutlich gegen eine Abschaffung positionierte sich Henry Tünte, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. „Die Satzung ist kein Fällverbot“, stellte Tünte klar.
Die bestehende Regelung lasse begründete Ausnahmen zu. Zudem bestehe die Möglichkeit, gefällte Bäume durch Jungbäume oder einen anderen Ausgleich zu ersetzen. Auch beim Argument der Eigentumsrechte widersprach Tünte der CDU. „Eigentum verpflichtet auch“, sagte er.
Besonders kritisch sieht Tünte die Begründung, mit der Abschaffung der Satzung Bürokratie reduzieren zu wollen. Er warf der CDU vor, Bürokratieabbau als Selbstzweck zu nutzen, um etablierte Natur- und Umweltschutzregelungen abzubauen.
Die Grünen haben sich intensiv mit der bisherigen Baumschutzsatzung beschäftigt und dazu ein 27 Seiten umfassendes Papier erarbeitet. Darin wollen sie die Wirksamkeit der bestehenden Regelung darlegen.
Grüne bringen Bürgerbegehren ins Spiel
Tünte machte keinen Hehl daraus, dass der Baumschutz für seine Fraktion ein wichtiges Thema ist. Entsprechend deutlich fiel auch seine Ankündigung für den Fall aus, dass die CDU an der Abschaffung festhält.
Zunächst steht die Möglichkeit eines Ratsbürgerentscheids im Raum. Honvehlmann bezeichnete diesen für die CDU als ein „legitimes, demokratisches Mittel“. Er verwies allerdings auch auf die notwendige Zweidrittelmehrheit im Rat sowie die damit verbundenen Kosten und den organisatorischen Aufwand.
Sollte die Baumschutzsatzung abgeschafft werden und kein Ratsbürgerentscheid zustande kommen, wollen die Grünen notfalls selbst aktiv werden und Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammeln.
Auch SPD und UWG wollen die Baumschutzsatzung grundsätzlich erhalten. Eine Modernisierung der bestehenden Regelung schließen die drei Fraktionen nicht aus.
Büsken will belastbare Zahlen und Fakten
Im Laufe der Diskussion rückte zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, wie sich die Baumschutzsatzung in der Praxis überhaupt ausgewirkt hat.
Wie viele Anträge gab es? Wie viele Fällungen wurden genehmigt? Wie hoch ist der tatsächliche Aufwand für die Verwaltung? Und welche Einsparungen wären bei einer Abschaffung überhaupt zu erwarten? Der Erste Beigeordnete Markus Büsken machte deutlich, dass für eine solche weitreichende Entscheidung eine belastbare Grundlage notwendig sei.
Die Verwaltung wolle Zahlen und Fakten zusammentragen, auf deren Grundlage die Politik anschließend eine bessere Entscheidung treffen könne. Genau diese Evaluation soll nun erfolgen. Die Verwaltung wurde beauftragt, die bisherige Anwendung der Baumschutzsatzung auszuwerten und die entsprechenden Daten dem Rat vorzulegen.
Kuhmann: Zeit bis zur Ratssitzung ist knapp
Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht. Die nächste Ratssitzung findet bereits am 21. September statt. Bürgermeister Kuhmann machte deutlich, dass die Aufarbeitung in der kurzen Zeit einen erheblichen Aufwand für die Verwaltung bedeutet.
Es sei ein „sportlicher Aufwand“, die gewünschten Informationen bis dahin zusammenzutragen. Die Verwaltung werde aber ihr Möglichstes tun.
CDU beantragt Vertagung
Schließlich schlug die CDU vor, die Entscheidung über ihren Antrag bis zur Ratssitzung zu vertagen. Bis dahin sollen die Fraktionen noch einmal miteinander ins Gespräch kommen. Außerdem erhält die Verwaltung Zeit, die vorgelegten Ausführungen der Grünen und die bisherige Anwendung der Satzung zu prüfen.
SPD, Grüne und UWG stimmten der Vertagung zu.
Christian Becker und die FDP wollten dagegen bereits im Ausschuss eine Entscheidung. Mit einer Gegenstimme der FDP wurde die Entscheidung schließlich auf die Ratssitzung am 21. September vertagt. Eine Annäherung in der eigentlichen Frage war am Ende der Diskussion allerdings kaum zu erkennen.
Förderprogramm für neue Bäume wird aufgestockt
Während die Entscheidung über die Baumschutzsatzung Raesfeld vertagt wurde, ging es anschließend um eine weitere Frage: Wie können Bürger unterstützt werden, wenn sie neue Bäume auf ihren Grundstücken pflanzen?
Die CDU setzt hier auf finanzielle Anreize. Tobias Honvehlmann verwies darauf, dass man Bürger nicht nur beraten, sondern auch beim Pflanzen klimaresilienter Bäume unterstützen wolle. Für das Förderprogramm waren zunächst 5.000 Euro vorgesehen. Aufgrund der Nachfrage soll dieser Betrag auf 10.000 Euro erhöht werden.
Bürgermeister Kuhmann begründete die Aufstockung mit dem großen Interesse. Mit 5.000 Euro könnten lediglich etwa 15 bis 20 Bäume gefördert werden.
FDP hält Baumförderung für unnötig
Die FDP sieht auch dieses Förderprogramm kritisch. Christian Becker hält eine Förderung von bis zu 250 Euro für die Anschaffung eines Baumes nicht für notwendig. Für ihn sind dies Kosten, auf die die Gemeinde verzichten könne.
Henry Tünte sieht das genau anders. Aus Sicht der Grünen sei die Förderung von Bäumen eine sinnvolle und lohnenswerte Investition. Allerdings kritisierte er die bisherige Liste der Bäume, die für eine Förderung infrage kommen. Einige der aufgeführten Arten seien für private Gärten ungeeignet.
Biologische Station soll bei neuer Baumliste helfen
Tünte sprach sich dafür aus, bei der Auswahl geeigneter Baumarten stärker auf vorhandenen regionalen Sachverstand zurückzugreifen. Dafür müsse nicht erst ein Professor hinzugezogen werden. Auch die Biologische Station könne die Gemeinde fachlich beraten.
Wie wichtig die passende Auswahl ist, machte Tünte mit einem Vergleich deutlich: „Man stelle sich vor, man würde auf dem Raesfelder Kirchplatz eine Chinesische Pagode aufstellen.“ Die Verwaltung soll nun eine neue Liste geeigneter klimaresilienter Bäume erstellen und dabei die Biologische Station einbeziehen. Für die Förderung sollen insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Die FDP stimmte dagegen.
Entscheidung über Baumschutzsatzung fällt im Rat
Damit sind zumindest die Weichen für die Förderung neuer Bäume gestellt. Die deutlich grundsätzlichere Frage bleibt dagegen offen.
Soll Raesfeld alte Bäume auf privaten Grundstücken weiterhin über eine Satzung schützen oder sollen die Eigentümer künftig weitgehend selbst entscheiden?
CDU und FDP stehen auf der einen Seite, Grüne, SPD und UWG auf der anderen. Ob die von der Verwaltung nun zusammengetragenen Zahlen und weitere Gespräche noch Bewegung in die verhärteten Positionen bringen, dürfte sich spätestens am 21. September zeigen.
Wir wollen Bürger nicht unter Generalverdacht stellen
Der TSV Raesfeld hat am Dienstag, 8. September, eine neue Sportabzeichen-Challenge gestartet. Unternehmen und Einrichtungen aus Raesfeld sollen Dreierteams aufstellen, die Disziplinen des Deutschen Sportabzeichens absolvieren und anschließend weitere Teilnehmer nominieren.
TSV Raesfeld gibt den Startschuss
Mit der Challenge möchte der TSV Raesfeld mehr Menschen für das Sportabzeichen gewinnen und gleichzeitig Unternehmen und Einrichtungen miteinander ins sportliche Rennen schicken.
Zum Auftakt nominierte der Verein die Volksbank Raesfeld-Erle und die Gemeinde Raesfeld. Beide sollen nun jeweils drei Mitarbeiter aufstellen, die sich den Anforderungen des Sportabzeichens stellen.
Drei Teilnehmer bilden ein Team
Für die Challenge stellt jedes nominierte Unternehmen oder jede Einrichtung drei Teilnehmer. Diese absolvieren die erforderlichen Disziplinen für das Sportabzeichen.
Danach geht die Herausforderung weiter: Die Teilnehmer sollen innerhalb von 24 Stunden das nächste Unternehmen oder die nächste Einrichtung nominieren. So soll sich die Challenge Schritt für Schritt durch Raesfeld und die Umgebung bewegen.
Der TSV bittet die Teilnehmer außerdem darum, den Verein in ihren Beiträgen zu markieren. So kann der Verein verfolgen, wer die Challenge annimmt und an wen die nächste Nominierung geht.
Auch ohne Nominierung kann jeder mitmachen
Die Challenge richtet sich zwar gezielt an Unternehmen und Einrichtungen. Das Sportabzeichen selbst steht aber allen Interessierten offen.
Wer seine Fitness testen oder das Deutsche Sportabzeichen ablegen möchte, kann zu den angebotenen Terminen des TSV Raesfeld kommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Treffpunkt ist die IBO Technik Arena des TSV Raesfeld, Zum Michael 23 in Raesfeld.
Drei Termine stehen noch an
Der TSV bietet im September mehrere Termine für das Sportabzeichen an. Nach dem Termin am 2. September folgen noch:
9. September 2026
16. September 2026
23. September 2026
Damit können auch Teilnehmer, die erst jetzt auf die Challenge aufmerksam werden, kurzfristig einsteigen.
Wer wird als Nächstes nominiert?
Mit der ersten Nominierung ist die Challenge gestartet. Nun kommt es darauf an, welche Unternehmen und Einrichtungen die Herausforderung annehmen und wen sie anschließend ins Rennen schicken.
Weitere Informationen zum Sportabzeichen stellt der TSV Raesfeld auf seiner Internetseite bereit.