Start Blog Seite 12

Ja, ich will! Wedding-Festival verwandelt Schloss Raesfeld in eine Hochzeitswelt

Mehr als 40 Aussteller haben am Sonntag beim fünften Wedding-Festival am Schloss Raesfeld aktuelle Ideen und die neusten Trends rund um den Hochzeitstag vorgestellt. Die Messe war gut besucht, das Wetter spielte bis zum frühen Abend mit. Hier gibt es die schönsten Bilder der Veranstaltung.

Brautkleid auf dem Laufsteg beim Wedding-Festival Raesfeld
Foto: Ute Heidermann-Rösler

Hochzeitsideen vor historischer Kulisse

Die Kulisse vor dem Schloss Raesfeld bot den passenden Rahmen für die Hochzeitsmesse. Zahlreiche Besucher aus der Region und darüber hinaus nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren, Angebote zu vergleichen und mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen.

Auf dem Gelände drehte sich alles um die Planung des Hochzeitstages. Die Aussteller präsentierten Brautmode, festliche Kleidung für Damen, Anzüge für Herren, Trauringe, Tischdekorationen, Blumenarrangements und Hochzeitstorten.

Wedding-Festival am Schloss Raesfeld gut besucht
Foto: Ute Heidermann-Rösler

Vom Brautkleid bis zum Hochzeitsauto

Der Brautausstatter „About The Bride“ zeigte aktuelle Brautmode. Foto- und Videografen stellten ihre Arbeiten vor, Trauredner informierten über freie Trauungen. Auch Anbieter von Hochzeitsfahrzeugen und unterschiedlichen Dekorationskonzepten waren vertreten.

Für Getränke sorgten unter anderem eine Getränke-Ape und eine Kaffee-Ape. Als besondere Attraktion konnten sich Besucher über Hochzeitsfotos mit einem Greifvogel informieren.

Traumkulisse für Traumhochzeiten: Wedding-Festival in Raesfeld
Foto: Ute Heidermann-Rösler

Mehr als 40 Aussteller beim fünften Festival

Beim fünften Wedding-Festival präsentierten mehr als 40 Firmen und Dienstleister ihre Angebote. Im Mittelpunkt standen aktuelle Hochzeitstrends und die Planung des großen Tages.

Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google übermittelt.

Angehende Brautpaare konnten viele Ansprechpartner an einem Ort kennenlernen. Die Angebote verteilten sich übersichtlich rund um die historische Schlossanlage.

Auch das Wetter spielte mit. Erst gegen Abend setzte Regen ein.

Hochzeitsträume vor Schloss Raesfeld: Wedding-Festival begeistert
Foto: Ute Heidermann-Rösler

Die schönsten Bilder vom Wedding-Festival

Brautmode, Blumenschmuck, festliche Kleidung und zahlreiche Ideen für die Hochzeitsfeier: Unsere Bildergalerie zeigt Eindrücke vom Wedding-Festival am Schloss Raesfeld.

Fotos: Ute Heidermann-Rösler

Neue Euro-Banknoten: EZB zeigt Entwürfe und startet Umfrage

Die Europäische Zentralbank zeigt zehn Entwürfe für neue Euro-Banknoten. Bis zum 21. September 2026 können Bürger in einer Online-Umfrage bewerten, welche Gestaltung ihnen am besten gefällt.

Die Vorschläge sind Teil der nächsten Euro-Banknotenserie. Nach Angaben der EZB beruhen sie auf zwei Themen: „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“. Die Motive sollen zeigen, wie die künftigen Scheine aussehen könnten. Eine endgültige Entscheidung ist das noch nicht.

Entwürfe für neue Euro-Banknoten zu 5, 10 und 20 Euro
Entwürfe für mögliche neue Euro-Banknoten zu 5, 10 und 20 Euro. Grafik: Europäische Zentralbank
Entwürfe für neue Euro-Banknoten zu 50, 100 und 200 Euro
Entwürfe für mögliche neue Euro-Banknoten zu 50, 100 und 200 Euro. Grafik: Europäische Zentralbank

Neue Euro-Banknoten: zehn Entwürfe in der Auswahl

Die Endauswahl entstand nach einem EU-weiten Designwettbewerb. Mehr als 1200 Grafikdesigner hatten sich beworben, 25 wurden zur Ausarbeitung von Vorschlägen eingeladen. Eine unabhängige Jury mit 21 Fachleuten wählte anschließend zehn Designs aus.

Alle Menschen in Europa können die Entwürfe online ansehen und ihr Feedback abgeben. Parallel lässt die EZB eine repräsentative Befragung im Euroraum durchführen. Die Ergebnisse beider Umfragen sollen veröffentlicht werden, sobald das endgültige Gestaltungskonzept ausgewählt ist.

Umfrage läuft bis September

Die öffentliche Umfrage läuft bis Montag, 21. September 2026. Der EZB-Rat will voraussichtlich gegen Ende des Jahres entscheiden, welcher Vorschlag weiterverfolgt wird. Danach werden das ausgewählte Design weiterentwickelt, technisch geprüft und für die spätere Produktion vorbereitet.

  • Öffentliche Umfrage: bis 21. September 2026
  • Entscheidung über das Design: voraussichtlich gegen Ende 2026
  • Einführung der neuen Banknoten: erst in den darauffolgenden Jahren
  • Bisherige Euro-Banknoten behalten ihren Wert und bleiben im Umlauf

Warum die Euro-Scheine neu gestaltet werden

Die neue Serie soll laut EZB sicherer, haltbarer und besser nutzbar werden. Geplant sind neue Sicherheitsmerkmale, eine leichtere Echtheitsprüfung und Verbesserungen für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. Zudem will die EZB den ökologischen Fußabdruck der Banknoten senken.

Die aktuelle Neugestaltung wäre die erste vollständige Überarbeitung der Euro-Banknoten seit der Ausgabe im Jahr 2002. Die Entwürfe und die Umfrage sind auf der offiziellen EZB-Seite zu den neuen Euro-Banknoten abrufbar. Direkt zur Beteiligung geht es über die Online-Umfrage der EZB.

Sommerlaune auf dem Vennekenhof begeistert viele Besucher

Bei herrlichem Sommerwetter ist „Raesfeld in Sommerlaune“ am Freitag auf dem Vennekenhof in die zweite Runde gegangen. Viele Gäste nutzten den Abend für Musik, Gespräche und gesellige Stunden. Auch für Kinder gab es einiges zu erleben. Böhmische Blasmusik im Münsterland? Das passte an diesem Abend bestens zusammen und sorgte von Beginn an für gute Stimmung.

Sommerlaune auf dem Vennekenhof gut besucht

Nach dem gelungenen Auftakt auf dem Hof Breil in Erle fand die Veranstaltungsreihe nun ihre Fortsetzung auf dem Vennekenhof. Gastgeber waren der Bauernhof Süthold und der Vennekenhof Bleker.

Böhmische Runde bei der Sommerlaune auf dem Vennekenhof in Raesfeld
Die Böhmische Runde des Musikvereins Rhedebrügge sorgte bei der Sommerlaune auf dem Vennekenhof für gute Stimmung.. Foto: Ute Heidermann-Rösler

Zahlreiche Besucher kamen zusammen, trafen Freunde und Bekannte oder machten es sich auf dem Hof gemütlich. Damit knüpfte die zweite Ausgabe nahtlos an den erfolgreichen Start der Sommerlaune an.

Böhmische Runde bei der Sommerlaune auf dem Vennekenhof in Raesfeld
Foto: Ute Heidermann-Rösler

Für Essen und Getränke war ebenfalls bestens gesorgt. Während einige Gäste miteinander ins Gespräch kamen, nutzten andere die Gelegenheit für eine Runde Schach.

Böhmische Runde sorgt für Stimmung

Für die musikalische Unterhaltung sorgte die „Bö-Ru, Böhmische Runde“ des Musikvereins Rhedebrügge. Die Musiker spielten traditionelle böhmische Blasmusik sowie Polkas, Märsche und Walzer.

Die Egerländergruppe wurde 2013 gegründet und besteht aus rund 20 Musikern. Mit ihrem abwechslungsreichen Repertoire traf sie den Geschmack des Publikums und heizte den Gästen ordentlich ein.

Böhmische Runde bei der Sommerlaune auf dem Vennekenhof in Raesfeld
Foto: Ute Heidermann-Rösler

Die Musik trug viel zur lockeren Atmosphäre bei. Viele Besucher blieben lange auf dem Hof und genossen den gemeinsamen Abend.

Lose, Hüpfburg und eine Runde Schach

Auch abseits der Musik wurde einiges geboten. Unter den Gästen wurden Lose verteilt. Wer Glück hatte, durfte sich über einen Gewinn freuen.

Die jüngeren Besucher hatten vor allem auf der Hüpfburg ihren Spaß. Während die Kinder spielten, nutzten die Erwachsenen den Abend für Gespräche unter Freunden.

Böhmische Runde bei der Sommerlaune auf dem Vennekenhof in Raesfeld
Die vier Losverkäufer sorgten bei der Sommerlaune auf dem Vennekenhof für Spannung und verteilten die Lose an die Gäste.Foto: Ute Heidermann-Rösler

So wurde die Sommerlaune auf dem Vennekenhof zu einem Treffpunkt für alle Generationen.

Kruse und Blanke spielen an der Freiheit

Die Veranstaltungsreihe geht bereits am Freitag, 31. Juli 2026, weiter. Dann tritt das Akustikduo Kruse & Blanke ab 17 Uhr an der Freiheit 24 auf.

Fotos: Ute Heidermann-Rösler

Nachgefragt: Warum Schockanrufe vor allem ältere Menschen treffen

0

Nach einer Vielzahl von Schockanrufen im Kreis Borken warnt die Polizei vor Betrügern, die ihre Opfer mit erfundenen Notlagen unter Druck setzen. Auf Nachfrage der Redaktion bestätigt die Kreispolizeibehörde: Schockanrufe und andere betrügerische Anrufe erreichen die Betroffenen fast ausschließlich über das Festnetz.

Kurze Rufnummern können auf ältere Menschen hinweisen

Die Polizei bestätigt, dass die Täter gezielt nach älteren Menschen suchen. Als Anhaltspunkt dienten ihnen öffentlich zugängliche Telefonbuchverzeichnisse.

„Besonders kurze Festnetznummern mit nur drei oder vier Ziffern nach der Ortsvorwahl können darauf hindeuten, dass der Anschluss schon lange besteht und einer älteren Person zugeordnet ist“, sagt Thorsten Ohm von der Pressestelle der Polizei im Kreis Borken.

Auch die im Telefonbuch aufgeführten Vornamen könnten Rückschlüsse auf das Alter der Anschlussinhaber ermöglichen.

Auch andere Betrugsmaschen betreffen Festnetzanschlüsse

Kriminelle könnten ihre Opfer zwar auch über Mobiltelefone kontaktieren, die Polizei beobachte jedoch eine klare Tendenz. „Nicht nur Schockanrufe, sondern auch andere betrügerische Anrufe gehen auffallend häufig über das Festnetz ein“, erklärt Ohm. Das Mobiltelefon spiele bei diesen Betrugsversuchen eine deutlich geringere Rolle.

Telefonbucheintrag ändern oder löschen

Laut Polizeilicher Kriminalprävention sollten Betroffene ihren Telefonbucheintrag überprüfen. Sie könnten den Vornamen abkürzen oder streichen sowie den Eintrag vollständig löschen lassen. Damit werde es Betrügern erschwert, anhand des Namens oder einer kurzen Rufnummer gezielt nach älteren Anschlussinhabern zu suchen. Eine Änderung oder Löschung könne beim jeweiligen Telefonanbieter beantragt werden.

Vermehrte Schockanrufe im Kreis Borken: Polizei warnt vor Betrügern

In den vergangenen Tagen haben Betroffene im Kreis Borken rund 20 Schockanrufe bei der Polizei gemeldet. Die Betrüger gaben sich am Telefon unter anderem als Polizeibeamte oder Ärzte aus.

Seniorin übergibt hochwertigen Schmuck

In einem Fall brachten die Täter eine Seniorin um hochwertigen Schmuck. Am Telefon behaupteten sie, Ärzte zu sein. Eine nahe Angehörige der Frau sei an Krebs erkrankt und benötige ein teures Medikament. Die Seniorin müsse die Kosten für das angebliche Heilmittel übernehmen.

Kurze Zeit später erschien eine unbekannte Frau auf dem Privatgrundstück der Seniorin. In der Hoffnung, ihrer Angehörigen zu helfen, übergab die Seniorin der Betrügerin hochwertigen Schmuck.

Täter setzen ihre Opfer gezielt unter Druck

Der Fall zeigt nach Angaben der Polizei die systematische und psychologisch ausgeklügelte Vorgehensweise der Kriminellen. Mit erfundenen Notlagen versuchten die Täter, ihre Opfer emotional zu überrumpeln.

Bei anderen Schockanrufen gäben sich Betrüger als Polizeibeamte aus. Sie behaupteten beispielsweise, ein Sohn, eine Tochter oder ein Enkelkind habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Dabei sei ein Mensch ums Leben gekommen. Anschließend forderten die vermeintlichen Polizeibeamten eine „Kaution“.

Polizei bittet Angehörige um Unterstützung

Die Polizei appelliert an Angehörige, ihre Eltern, Großeltern und andere ältere Familienmitglieder über Schockanrufe zu informieren.

„Sprechen Sie mit Ihren Eltern, Großeltern und anderen älteren Familienmitgliedern. Sensibilisieren Sie sie für mögliche Schockanrufe“, rät die Polizei. Familien sollten gemeinsam besprechen, wie sie bei einem verdächtigen Anruf vorgehen.

Ein persönliches Familienpasswort könne dabei helfen, die Identität des Anrufers zu überprüfen. Auch der Satz „Ich beende jetzt das Gespräch und rufe zurück“ könne Betroffenen helfen, sich aus der Drucksituation zu lösen. Angehörige könnten diesen Satz gemeinsam mit älteren Familienmitgliedern einüben.

Nummer einer Vertrauensperson bereitlegen

Die Polizei empfiehlt außerdem, einen Zettel mit der Telefonnummer einer Vertrauensperson neben das Telefon zu legen. Der vertraute Name könne die betroffene Person daran erinnern, das Gespräch zu beenden und anschließend selbst unter der notierten Nummer anzurufen.

Opfer müssten sich nicht schämen. Die Täter setzten gezielt auf Angst, Zeitdruck und emotionale Ausnahmesituationen. Jedes Gespräch innerhalb der Familie könne helfen.

Tiergarten Raesfeld: Umgestürzte Eiche sorgt für Ärger – Sperrungen werden ignoriert

Immer wieder sorgen sich die Verantwortlichen des Tiergartens am Schloss Raesfeld über das Verhalten einzelner Besucher. Absperrungen würden trotz bestehender Gefahren missachtet, Pylonen entfernt und Müll im Wald hinterlassen. Förster Christoph Beemelmans, Projektleiter der Stiftung Ferdinand von Raesfeld, appellierte deshalb beim Pressetermin an die Vernunft der Besucher.

Umgestürzte Eiche blockierte den Weg

Erst kürzlich war eine große Eiche am Teich umgestürzt und ist quer über einen Weg gefallen. Die Gemeinde Raesfeld sperrte den Bereich aus Sicherheitsgründen sofort ab. Dennoch ignorierten einige Besucher die Sperrung.

Christoph Beemelmans
Foto: Petra Bosse

Förster Christoph Beemelmans schilderte die Situation: „Die Gemeinde hat den Weg nach dem Umstürzen des Baumes sofort gesperrt. Diese Sperrung wurde von einigen Besuchern jedoch nicht beachtet. Das halte ich für problematisch, denn es bestand eine konkrete Gefahr. Der Baum lag so über dem Weg, dass man darüberklettern oder darunter hindurchkriechen musste.“

Videos für soziale Medien und Glasscherben im Wald

Besonders geärgert habe ihn das Verhalten einiger Besucher nach dem Sturm. „Besonders ärgerlich ist es, wenn sich Menschen dort für soziale Medien filmen, Alkoholflaschen mitbringen und anschließend Glasscherben liegen bleiben. Auch Zigarettenstummel haben im Wald nichts zu suchen.“

Nach Angaben der Stiftung wurden zudem Absperrpylonen in den Graben geworfen. Trotz der Sperrung versuchten auch Radfahrer immer wieder, den Weg weiter zu nutzen.

Absperrungen dienen der Sicherheit

Beemelmans betonte, dass es der Stiftung nicht darum gehe, Besucher ständig mit Verboten zu konfrontieren. Bei zeitlich begrenzten Sperrungen gehe es jedoch ausschließlich um die Sicherheit.

„Es geht uns nicht darum, ständig auf Verbote hinzuweisen. Für die Missachtung einer zeitlich begrenzten Sperrung habe ich jedoch wenig Verständnis. Die Absperrung dient der Sicherheit der Besucher. Trotzdem werden Pylonen in den Graben geworfen und Radfahrer versuchen weiterhin, den gesperrten Weg zu benutzen.“

Feuerwehr fällte massiven Baum im tiergarten
Fotos: Feuerwehr/Archiv

Arbeiten auch am Wochenende notwendig

Da Schäden nach Unwettern oder durch umgestürzte Bäume nicht planbar seien, müssten Mitarbeiter der Stiftung auch an Wochenenden im Tiergarten arbeiten.

„Ich bitte deshalb um Verständnis, wenn wir gelegentlich auch an Samstagen oder Sonntagen im Wald arbeiten müssen. Wir können jedoch nicht an jedem Wochenende sofort vor Ort sein. Auch Forstleute brauchen gelegentlich einen Samstag oder Sonntag, an dem sie nicht im Wald im Einsatz sind.“

Beemelmans appelliert an alle Besucher, Sperrungen konsequent zu beachten und den Tiergarten respektvoll zu behandeln. Nur so könnten Gefahren vermieden und die Natur langfristig geschützt werden.

Totholz gehört zu einem gesunden Wald

Ein weiteres Thema, das immer wieder Fragen von Besuchern auslöst, ist Totholz. Nach Angaben von Christoph Beemelmans werde die Stiftung regelmäßig auf abgestorbene Bäume angesprochen. Viele Menschen gingen davon aus, dass diese grundsätzlich entfernt werden müssten.

Tiergarten Schloss Raesfeld
©Petra Bosse

„Im Wald haben wir Produktionszeiträume, die bis zu 200 Jahre oder länger gehen. Hier gibt es noch eine Spezifikät, auf die kommen wir bei dem Stichwort Totholz zu sprechen. Auch das wird eines der Themen sein, die Wanderer immer wieder bewegt. Ich bekomme immer wieder Anrufe oder werde angehalten, wenn ich mit meinen Leuten unterwegs bin. Hören Sie mal, da ist ein toter Baum. Ganz fürchterlich, tote Bäume will ich im Wald.“

Totholz im Tiergarten Raesfeld dient als wertvoller Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen.
Totholz bleibt im Tiergarten am Schloss Raesfeld als wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tier-, Pilz- und Pflanzenarten im Wald erhalten. Foto: Petra Bosse

Tatsächlich erfüllt Totholz im Wald wichtige ökologische Aufgaben. Abgestorbene Bäume bieten Lebensraum für zahlreiche Käfer, Pilze, Moose und Flechten sowie für Spechte, Fledermäuse und viele weitere Tierarten. Während der langsamen Zersetzung werden Nährstoffe an den Waldboden zurückgegeben. Gleichzeitig speichert Totholz über viele Jahre Kohlenstoff, hält Feuchtigkeit im Wald und trägt damit zur Stabilität des Ökosystems sowie zur Anpassung an den Klimawandel bei. Deshalb gehört eine angemessene Menge an Alt- und Totholz heute zu einem naturnah bewirtschafteten Wald.

Totholz im Tiergarten Raesfeld dient als wertvoller Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen.
Foto: Petra Bosse

Hitzeschutz in Raesfelder Kitas: Rat fordert schnelle Lösungen

0

Der Hitzeschutz in den Raesfelder Kindertagesstätten beschäftigte den Gemeinderat in seiner letzten Sitzung (13.7.) vor den Sommerferien. Anlass war eine Anregung des Elternrats der Kindertagesstätte „Villa Purzelbaum“. Der Rat beauftragte die Verwaltung einstimmig, kurzfristige Übergangslösungen zu ermitteln und weitere Maßnahmen zu prüfen.

Elternrat meldet bis zu 32 Grad

Der Elternrat der Raesfelder Kindertagesstätte „Villa Purzelbaum“ hatte die Gemeinde gebeten, die Installation von Klimageräten zu prüfen. Das Gebäude gehört der Gemeinde Raesfeld.

Nach Angaben des Elternrats heizen sich die Gruppenräume während längerer Hitzeperioden stark auf. Messungen im Juni 2026 hätten bereits morgens um 7.30 Uhr Temperaturen von bis zu 28 Grad ergeben. Am Nachmittag seien bis zu 32 Grad erreicht worden. Besonders betroffen seien die Räume im Obergeschoss.

Auch in den Schlafräumen der jüngeren Kinder werde es zeitweise so warm, dass ein erholsamer Mittagsschlaf kaum möglich sei. Nachts könne das Gebäude nicht gelüftet werden, da sich außerhalb der Öffnungszeiten keine Mitarbeiter vor Ort befänden.

Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus

Der Kreissportbund als Träger der Einrichtung habe bereits zusätzliche Bäume gepflanzt sowie Sonnenschutzfolien, Vorhänge und Sonnensegel angebracht.

Diese Maßnahmen reichen nach Einschätzung des Elternrats nicht aus. Hohe Temperaturen, eine starke UV-Belastung und erhöhte Ozonwerte schränkten zugleich den Aufenthalt der Kinder im Außenbereich ein.

Schulausschuss tagt erst im Dezember

Andreas Erzkamp (SPD) verwies darauf, dass der zuständige Schulausschuss erst wieder im Dezember tage. Deshalb müsse geklärt werden, wie die Gemeinde kurzfristig auf die hohen Temperaturen reagieren könne.

Ursula Weiß (UWG) berichtete, dass die Belastung nicht nur die „Villa Purzelbaum“ betreffe. Auch in anderen Kindertagesstätten fehlten Bäume und Sonnensegel. Wegen der Hitze und erhöhter Ozonwerte hielten sich die Kinder häufig in den Gebäuden auf.

Aus Sicht von Weiß benötigt die Gemeinde ein umfassendes Klimaanpassungskonzept. Für die nächste Sitzung des Schulausschusses regte sie eine Beratung über mobile Klimageräte für die Schlafräume an.

Bürgermeister kündigt umfassende Prüfung an

Bürgermeister Dirk Kuhmann erklärte, die Anregung des Elternrats sei erst am Freitag vor der Ratssitzung bei der Gemeinde eingegangen. Vor einer Entscheidung müssten mehrere Aspekte berücksichtigt werden.

Dazu gehörten energetische Maßnahmen, die Finanzierung, zusätzliche Beschattungsmöglichkeiten und der mögliche Einsatz von Photovoltaikanlagen. Auch andere Kindertagesstätten, die Grundschulen und gegebenenfalls die Seniorenzentren sollten in die Überlegungen einbezogen werden.

Die Verwaltung werde die verschiedenen Möglichkeiten prüfen und das Ergebnis dem zuständigen Ausschuss vorlegen.

FDP fordert weitere Informationen

Christoph Stephan, Fraktionsvorsitzender der FDP, sprach sich dafür aus, zunächst weitere Informationen einzuholen. Das Thema müsse grundsätzlich betrachtet werden und dürfe sich nicht auf eine einzelne Einrichtung beschränken.

Der Markt für Klimaanlagen sei derzeit zudem weitgehend leergefegt. Den Einsatz einer Photovoltaikanlage halte die FDP-Fraktion für sinnvoll.

Grüne sehen Anstoß für Hitzeschutzplanung

Henry Tünte führte für die Fraktion der Grünen aus, der Antrag der Kindertagesstätte könne ein erster Anstoß sein, sich mit einer kommunalen Hitzeschutzplanung zu befassen.

Von einem kurzfristigen Kauf einzelner Geräte solle die Gemeinde zunächst absehen. Vorher müssten die technischen Voraussetzungen, weitere Einzelheiten und mögliche langfristige Lösungen geklärt werden.

Klimaanpassungskonzept für die Gemeinde

Daniel Knufmann von der Gemeindeverwaltung verwies auf die Aktualisierung des Klimaanpassungsgesetzes durch das Land. Danach seien die Kommunen verpflichtet, ein Klimaanpassungskonzept zu erstellen.

Die Beratungen über den Hitzeschutz in den Kindertagesstätten könnten damit in eine umfassendere kommunale Planung einfließen.

Antrag auf mobile Klimageräte

Volker van Wasen beantragte, bis zur nächsten Ratssitzung die kurzfristige Anschaffung mobiler Klimageräte für die Kindertagesstätten prüfen zu lassen.

Zuvor sollten Gespräche mit den Trägern stattfinden. Dabei müsse auch geklärt werden, wer die laufenden Kosten für die Geräte übernehme.

Kreissportbund will Kosten nicht übernehmen

Jörg Heselhaus von der Gemeindeverwaltung berichtete von bereits geführten Gesprächen mit dem Kreissportbund. Der Träger wolle weder die Anschaffungskosten noch die Folgekosten einer Klimaanlage übernehmen.

Der Erste Beigeordnete Markus Büsken ergänzte, nach den vertraglichen Bestimmungen müsse der Kreissportbund voraussichtlich für die Folgekosten aufkommen. Möglichen baulichen Veränderungen müsse der Träger ebenfalls zustimmen.

Einstimmiger Auftrag an die Verwaltung

Volker van Wasen zog seinen Antrag zurück, nachdem Bürgermeister Dirk Kuhmann eine Prüfung möglicher Übergangslösungen und weiterer Maßnahmen bis zur nächsten Ratssitzung zugesagt hatte.

Der Rat beauftragte die Verwaltung anschließend einstimmig, kurzfristige Übergangslösungen zu ermitteln und weitere Maßnahmen zum Hitzeschutz zu prüfen. Enthaltungen gab es nicht.

Über die Anschaffung konkreter Klimageräte entschied der Rat noch nicht. Die Verwaltung soll zunächst mögliche Lösungen sowie die Kosten und Zuständigkeiten klären.

Tiergarten Raesfeld: Wellbrock-Quelle soll naturnäher werden

Auf zahlreichen Internetseiten wird die Wellbrock-Quelle als sehenswertes Ziel für Spaziergänger und Ausflügler beschrieben. Was viele Besucher dabei offenbar nicht wissen: Die Quelle liegt mitten im Naturschutzgebiet des Tiergartens am Schloss Raesfeld. Das Betreten der geschützten Waldflächen sei grundsätzlich verboten.

Beim Pressetermin und Rundgang durch den Tiergarten stellte die Stiftung Ferdinand von Raesfeld ihre Pläne für den Bereich vor. Ingo Büning vom Büro biopace erläuterte, warum die Wellbrock-Quelle künftig naturnäher gestaltet und der Zugang neu geordnet werden soll.

Die Wellbrock-Quelle liegt mitten im Naturschutzgebiet im Tiergarten von Schloss Raesfeld
Die Wellbrock-Quelle liegt mitten im Naturschutzgebiet im Tiergarten von Schloss Raesfeld. Foto: Petra Bosse

Quelle liegt mitten im Naturschutzgebiet

Die Wellbrock-Quelle ist derzeit über mehrere Wege und Stufen erreichbar. Das Wasser fließt durch einen Granitstein mit zwei Öffnungen, den der Heimatverein vor vielen Jahren eingebaut hatte. Nach Auffassung der Stiftung und der Fachplaner entspricht diese Gestaltung jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine naturnahe Quelle.

Ingo Büning, der auch das Konzept für den naturnahmen Erhalt des Tiergartens erarbeiet hat, beobachtet regelmäßig Besucher an der Quelle. Auch Schulklassen würden den Bereich aufsuchen und dort unter anderem mit Keschern Tiere im Wasser suchen.

„Viele wissen gar nicht, wie es hier aussieht. Woher sollen sie das auch wissen? Hier gibt es richtige Stufen. Bei Besichtigungen haben wir gesehen, dass sogar ganze Schulklassen zum Keschern hierher geführt werden. Grundsätzlich bin ich ein großer Befürworter umweltpädagogischer Angebote. Nur ist das aus meiner Sicht der falsche Standort dafür.“

Naturerlebnis ja, aber nicht im Schutzgebiet

Nach Auffassung Bünings soll die Quelle weiterhin für Besucher sichtbar bleiben. Gleichzeitig müsse das empfindliche Naturschutzgebiet besser geschützt werden.

„Wir möchten den Menschen die Quelle natürlich weiterhin zeigen. Hier wurde seinerzeit ein Granitstein mit zwei Öffnungen eingebaut, damit man das plätschernde Wasser gut sehen kann. Aus historischer Sicht kann ich das nachvollziehen. Die Menschen, die das damals gemacht haben, haben sich etwas dabei gedacht. Das möchte ich auch gar nicht kritisieren. Damals entsprach das dem damaligen Verständnis.“

Heute sehe man Quellen jedoch anders. „Heute würde man das so nicht mehr umsetzen. Deshalb möchten wir die Steine entfernen, weil sie hier nicht hingehören. Unser Ziel ist es, den Besuchern eine naturnahe Quelle zu zeigen, so, wie sie sich auf natürliche Weise entwickelt. Das Wasser tritt weiterhin aus, man kann die Quelle also auch ohne diese baulichen Elemente gut erleben.“


Ingo Bünning erläutert Pläne für die Wellbrock-Quelle
Viele Gefahren bergen die hölzernen Brücken zur Quelle. Foto: Petra Bosse

Nur noch ein Weg zur Quelle

Nach den Plänen der Stiftung soll künftig nur noch ein Weg zur Quelle führen. Mehrere Zugänge durch das Naturschutzgebiet sollen entfallen. „Dafür reicht ein Weg zur Quelle und wieder zurück. Man muss die Fläche nicht auf mehreren Wegen betreten.“ Hinzu komme, dass die vorhandenen Stege und Querungsbauwerke inzwischen erhebliche Schäden aufwiesen.

„Wir haben bereits gesehen, dass die Querungsbauwerke inzwischen stark baufällig sind. Das stellt auch ein Sicherheitsrisiko dar. Deshalb muss der Eigentümer hier handeln.“

Bereich soll abgegrenzt werden

Um Besucher besser zu lenken, könne sich Büning eine kleine Absperrung an der bestehenden Plattform vorstellen.

„Denkbar wäre, den Bereich an der Plattform mit einem kleinen Zaun abzugrenzen. So wäre deutlich erkennbar: Bis hier kann man die Quelle besichtigen, die dahinterliegende Fläche als Naturschutzgebiet sollte jedoch nicht betreten werden.“

Nach den bisherigen Planungen soll die Wellbrock-Quelle auch künftig für Besucher erlebbar bleiben. Gleichzeitig möchte die Stiftung die künstlichen Einbauten entfernen, die Wegeführung auf einen Zugang beschränken und den sensiblen Bereich des Naturschutzgebietes dauerhaft besser schützen.

Ausflugtipp Wellbrockquelle im Tiergarten von Schloss Raesfeld
Ausflugsziel für viele Tiergartenbesucher – Die Wellbrockquelle im Tiergarten. Foto: Petra Bosse (Archiv)

Info: Wellbrock-Quelle

Die Wellbrock-Quelle im Tiergarten am Schloss Raesfeld ist eine artesische Quelle. Das Wasser steigt aus einer Tiefe von rund zehn Metern selbstständig an die Oberfläche. Vor vielen Jahren wurde die Quelle durch einen Granitfindling mit einer Bohrung gestaltet, sodass das Wasser sichtbar aus dem Stein austritt. Die Quelle gilt als beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Spaziergänger. Nach den Plänen der Stiftung Ferdinand von Raesfeld soll sie künftig wieder naturnäher gestaltet werden.

Tiergarten Raesfeld: Stiftung plant neuen Zaun und verteidigt historisches Konzept

Beim Pressetermin der Stiftung Ferdinand von Raesfeld führte Projektleiter und Förster Christoph Beemelmans die Teilnehmer zu mehreren Stationen im Tiergarten. Ein Schwerpunkt des Rundgangs war der Zaun rund um das historische Gelände. Dabei erläuterten die Verantwortlichen den Zustand der Einzäunung, die geplante Erneuerung sowie die Gründe, warum die Stiftung den Zaun trotz kontroverser Diskussionen erhalten möchte.

Zaun soll in den nächsten Jahren erneuert werden

Die heutige Zaunanlage entstand vor mehr als 20 Jahren. Inzwischen weist sie an zahlreichen Stellen Schäden auf. Nach Angaben von Förster Christoph Beemelmans, Berater der Stiftung, arbeitet die Stiftung bereits an den notwendigen Genehmigungsverfahren für eine Erneuerung.

„Ich hatte noch in dieser Woche einen Beschwerdeführer hier, der gesagt hat: ‚Unmöglich, dieser Zustand. Was wollen Sie eigentlich erreichen? Sie machen ja gar nichts.‘ Ich glaube, ich konnte ihm den Wind aus den Segeln nehmen. Denn auch dafür gibt es Genehmigungsverfahren. Daran arbeiten wir gerade.“

Nach den Planungen soll die Zaunlinie innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre vollständig erneuert werden. Läuft das Genehmigungsverfahren zügig, könnte dies nach Einschätzung der Stiftung auch früher gelingen.

„Unser Ziel ist es, diese Zaunlinie innerhalb der nächsten zwei, vermutlich drei Jahre zu erneuern. Ich denke aber, dass uns das vielleicht schon im nächsten oder übernächsten Jahr gelingen kann, wenn wir jetzt alles nacheinander hinbekommen.“

Rückbau wurde geprüft

Während des Rundgangs kam auch die Frage auf, ob der Zaun vollständig zurückgebaut werden könnte. Nach Angaben der Stiftung wurde diese Möglichkeit geprüft.

Beemelmans verwies dabei unter anderem auf die Situation beim Schwarzwild. Wildschweine seien bereits im Tiergarten vorhanden und wanderten aufgrund des beschädigten Zaunes ein und aus.

„Wenn ich das Thema Landwirtschaft nehme, sagen mir die Landwirte: ‚Sauen im Gatter haben wir nichts gegen, am liebsten aber gar keine.‘ Das lässt sich in diesem Raum aber nicht mehr verhindern, weil Sauen einfach zuwandern.“

Rotwild-im-Tiergarten--Raesfeld
Foto: Petra Bosse/Archiv

Damwild soll für Besucher erlebbar bleiben

Nach Auffassung der Stiftung erfüllt der Zaun nicht nur eine Funktion für das Wildtiermanagement, sondern auch für Besucher. Tiere wie Damwild ließen sich in einem frei zugänglichen Wald deutlich seltener beobachten.

„Vor dem Hintergrund der Erlebbarkeit sollte ein Stück weit ein Wildtiererlebnis möglich sein. Das wird normalerweise im Wald nicht ohne Weiteres gelingen.“ Gleichzeitig machte Beemelmans deutlich, dass der Zaun aus Sicht der Eigentümer keine wirtschaftlichen Vorteile bringe. Bau, Pflege und Unterhaltung verursachten erhebliche Kosten. „Wir müssen ihn nicht nur bauen, sondern anschließend auch instand und in Ordnung halten.“

Historischer Tiergarten spricht für den Zaun

Auch der Biologe Ingo Büning vom Planungsbüro biopace sprach sich dafür aus, den Zaun nicht allein unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten zu bewerten. Der Tiergarten gehöre zu den bedeutenden historischen Tiergärten in Nordrhein-Westfalen. „Man kann natürlich trefflich darüber streiten, ob der Zaun sinnvoll ist oder nicht.“

Nach seinen Worten sei bei der Erarbeitung des Entwicklungskonzeptes immer wieder der historische Charakter der Anlage berücksichtigt worden. „Eine Zaunanlage kann dazu beitragen, den Charakter dieses Tiergartens, wie er ursprünglich konzipiert war, zu erhalten.“

Büning räumte ein, dass ein Verzicht auf den Zaun aus Sicht einzelner Tierarten Vorteile haben könne. Gleichzeitig gebe es aus denkmalpflegerischer Sicht gute Gründe, die historische Einfriedung zu erhalten.

Diskussion über Damwild

Während des Rundgangs wurde auch die Haltung von Damwild angesprochen. Beemelmans widersprach dabei der Einschätzung, Damwild sei keine heimische Wildart. „Damwild ist eine Wildart der Parklandschaft und kommt an verschiedenen Stellen im Münsterland vor. Wir haben ein autochthones Vorkommen.“

Die Stiftung kündigte an, die Diskussion über die zukünftige Gestaltung des Tiergartens weiterhin offen führen zu wollen. Fest steht nach den bisherigen Planungen jedoch, dass der Zaun auch künftig Bestandteil des historischen Tiergartens bleiben soll.

Tiergarten Raesfeld: Beemelmans stellt Konzept für neuen Mischwald vor

Beim Pressetermin im Tiergarten am Schloss Raesfeld stellte Projektleiter und Geschäftsführer der Stiftung Ferdinant von Raesfeld“ Christoph Beemelmans zum Gesamtkonzept Tiergarten die Entwicklung einer rund vier Hektar großen Waldfläche vor. Während des Rundgangs erläuterte er, welche Baumarten künftig wachsen sollen und warum die Stiftung keinen neuen Reinbestand anlegen will.

Frühere Fichtenfläche entwickelt sich neu

Der frühere Fichtenbestand sei infolge von Dürre, Schädlingsbefall und weiteren Schäden bereits vor einigen Jahren verloren gegangen. Seitdem habe sich die Fläche nach und nach auf natürliche Weise neu entwickelt.

„Die Fläche ist kalamitätsbedingt vor acht oder zehn Jahren abgenommen worden. Ich kann das zeitlich nicht ganz exakt einordnen. Offensichtlich handelte es sich überwiegend um einen Fichtenreinbestand, leicht gemischt mit einzelnen Eichen und etwas Lärche“, erklärte Beemelmans.

Wald-Bestand Tiergarten Schloss Raesfeld
Foto: Petra Bosse

Inzwischen wachsen auf der Fläche wieder junge Bäume. Lärchen, Birken, einzelne Eichen und vereinzelt auch Fichten hätten sich durch natürliche Verjüngung angesiedelt.

„Hier hat sich bereits eine natürliche Verjüngung eingestellt. Man kann sagen, dass eine Sukzession begonnen hat. Die Fläche würde sich langsam wieder zu Wald entwickeln“, sagte Beemelmans.

Die vorhandenen jungen Bäume sollen jedoch nicht vollständig sich selbst überlassen bleiben. Die Stiftung will die Entwicklung gezielt begleiten und einzelne Bereiche neu gestalten.

Eiche wird wichtigste Zielbaumart

Die Eiche soll auf der Fläche künftig eine zentrale Rolle übernehmen. Sie komme nach Einschätzung der Fachleute mit den Standortbedingungen besonders gut zurecht.

„Die wichtigste Zielbaumart wird hier im Großen und Ganzen die Eiche sein. Die Eiche kommt mit diesem Standort sehr gut zurecht“, erklärte Beemelmans.

Die Stiftung wolle jedoch keinen neuen Reinbestand anlegen. Anders als beim früheren Fichtenwald sollen künftig mehrere Baumarten nebeneinander wachsen.

„Unser Ziel ist ausdrücklich nicht, hier Tabula rasa zu machen“, betonte Beemelmans.

Die bereits vorhandene Vegetation soll deshalb teilweise erhalten bleiben. Lärchen, Birken und andere junge Bäume könnten an geeigneten Stellen weiterwachsen. An anderen Stellen müsse die Stiftung eingreifen, um Platz für die geplanten Laubbäume zu schaffen.

Keine neue Monokultur

Beemelmans machte deutlich, dass die Stiftung weder ausschließlich Lärchen noch ausschließlich Buchen oder Eichen pflanzen wolle.

„Wir wollen hier nicht nur Lärchen oder nur Buchen pflanzen. Genau das ist nicht unser Ziel. Die verschiedenen Baumarten sollen vielmehr schrittweise ineinander übergehen, abhängig von den jeweiligen Standortbedingungen.“

Die Stiftung wolle die Fläche mosaikartig entwickeln. Unterschiedliche Baumarten sollen in kleineren Gruppen wachsen. Dazwischen könnten freie Bereiche oder Flächen mit natürlicher Vegetation bestehen bleiben.

„Wenn ich von Gruppen oder Horsten spreche, meine ich kleine Gruppen mit zehn, 20 oder 30 Pflanzen. Dazwischen bleiben auch einmal Flächen frei. An anderer Stelle wird punktuell wieder eine Baumart eingebracht. So entsteht ein wechselndes Bild aus verschiedenen Baumarten“, erklärte Beemelmans.

Lichte Waldränder und Heckenstrukturen

Entlang der Wege und an den Waldrändern plant die Stiftung lichte Bereiche mit verschiedenen Bäumen und Sträuchern. Diese Übergangszonen sollen Lebensräume für Tiere schaffen und zugleich die Struktur des Waldes verbessern.

Tiergarten -Lichte Waldränder und Heckenstrukturen
Lichte Waldränder und Heckenstrukturen. Foto: Petra Bosse

„Hier kann gerne die Birke aufkommen. Auch ein Ahorn wäre eine gute Ergänzung. Holunder kann mitwachsen. Wir wollen mehrere Bäume zweiter Ordnung einbringen und zugleich Heckensträucher ergänzen“, sagte Beemelmans.

Zu den vorgesehenen Sträuchern gehören Weißdorn, Schwarzdorn, Holunder und Hasel. Wo sich die Hasel nicht von selbst ansiedele, könne sie gezielt in die Waldränder gepflanzt werden.

„Dazu gehören Weißdorn, Schwarzdorn, Holunder und Hasel. Wo die Hasel nicht von selbst wächst, kann sie punktuell in die Waldränder eingebracht werden“, erklärte Beemelmans.

Neben der ökologischen Funktion sollen die Waldränder einen fließenden Übergang zwischen Wegen, offenen Bereichen und dichterem Wald schaffen.

Mehrere Baumarten für einen stabilen Wald

Im Inneren der Fläche soll die Eiche den Schwerpunkt bilden. Weitere Baumarten sollen den Bestand ergänzen und für mehr Vielfalt sorgen.

„Der Schwerpunkt der Fläche soll später mosaikartig aufgebaut sein. Wir wollen mit Eiche und Vogelkirsche arbeiten. Dazwischen kann auch einmal eine Linde stehen. Die Hainbuche ist ebenfalls eine sehr gute ergänzende Baumart“, erklärte Beemelmans.

Auch die Flatterulme komme mit den Bedingungen auf der Fläche zurecht. Auf diese Weise könne ein Bestand aus mehreren unterschiedlichen Baumarten entstehen. „So kommen wir schnell auf ein Potpourri von vier, fünf, sechs oder sieben verschiedenen Baumarten“, sagte Beemelmans.

Die Stiftung will die Arten nicht flächendeckend voneinander getrennt pflanzen. Stattdessen sollen sie sich kleinräumig abwechseln und gemeinsam einen vielfältigen Waldbestand bilden.

Gelenkte natürliche Entwicklung

Die Verantwortlichen sprechen bei dem Konzept von einer gelenkten Sukzession. Die natürliche Entwicklung soll grundsätzlich weiterlaufen, die Stiftung greift jedoch dort ein, wo bestimmte Baumarten zu stark aufkommen oder gewünschte Arten keinen Platz finden.

Beemelmans verwies auf junge Lärchen, die bereits auf der Fläche wachsen. „Wir sehen hier vielleicht zehn, 15 oder 20 junge Lärchen. Wenn wir nichts daran verändern würden, könnten wir sie einfach weiterwachsen lassen. In einem Privatwald würde ich einem Eigentümer vermutlich genau dazu raten und sagen: Das ist uns von selbst zugewachsen, das nehmen wir mit.“

Im Tiergarten verfolge die Stiftung jedoch einen anderen Ansatz.

„Wir werden an einigen Stellen Lärchen stehen lassen. Ein Teil wird jedoch entfernt, damit wir dort gezielt die gewünschten Laubbäume einbringen können“, erklärte Beemelmans.

Auch stark wachsende Brombeeren müsse die Stiftung punktuell zurücknehmen. Teilweise erreichten die Bestände bereits Mannshöhe und könnten die Entwicklung junger Bäume behindern.

Widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Schädlinge

Mit dem geplanten Aufbau will die Stiftung langfristig einen stabilen, klimaangepassten und artenreichen Wald schaffen. Die Mischung verschiedener Baumarten soll verhindern, dass Krankheiten, Trockenheit oder Schädlinge erneut große Teile des Bestandes gleichzeitig treffen. Der frühere Fichtenreinbestand habe gezeigt, wie anfällig eine Monokultur unter veränderten klimatischen Bedingungen sein könne. Der neue Wald soll deshalb aus mehreren Arten und unterschiedlich aufgebauten Bereichen bestehen.

Die Entwicklung werde sich über viele Jahre erstrecken. Die Stiftung wolle vorhandene natürliche Prozesse nutzen, neue Baumarten gezielt ergänzen und die Fläche schrittweise in einen vielfältigen Mischwald überführen.

Stiftung stellt Gesamtkonzept für den Tiergarten Raesfeld vor

Die Stiftung Ferdinand von Raesfeld will den Tiergarten am Schloss Raesfeld in den kommenden Jahren schrittweise weiterentwickeln. Bei einem Pressetermin stellten Vertreter der Stiftung und Fachplaner die Grundzüge des Konzeptes vor. Im Mittelpunkt stehen Natur- und Artenschutz, Waldentwicklung, Umweltbildung und der historische Charakter der Anlage.

Die KORTE-Stiftung aus Essen hatte das Gelände im Sommer 2023 vom früheren Eigentümer Thomas von Landsberg-Velen erworben. Seit 2026 koordiniert die eigens gegründete Stiftung Ferdinand von Raesfeld die Arbeiten im Tiergarten.

An dem Rundgang nahmen Christian Große-Kreul, Geschäftsführer der Stiftung Ferdinand von Raesfeld, Projektleiter Christoph Beemelmans sowie Ingo Büning vom Büro biopace für Planung, Ökologie und Umwelt teil. Der Biologe Büning begleitet das Vorhaben aus naturschutzfachlicher Sicht.

Tiergarten Raesfeld-Stiftung stellt Projekte vor
Foto: Petra Bosse

Eigenes Projekt der KORTE-Stiftung

Der Tiergarten nimmt innerhalb der KORTE-Stiftung eine besondere Rolle ein. Die Stiftung unterstützt normalerweise gemeinnützige Organisationen und externe Projekte. In Raesfeld setzt sie erstmals ein eigenes Vorhaben auf einer eigenen Fläche um.

„Mit dem Tiergarten in Raesfeld setzen wir unsere Ziele in den Bereichen Tierschutz, Naturschutz und Landschaftspflege erstmals auf einer eigenen Fläche und in einem eigenen Projekt um“, sagte Christian Große-Kreul.

Die KORTE-Stiftung bleibt Eigentümerin des Geländes. Die Stiftung Ferdinand von Raesfeld übernimmt die Aufgaben vor Ort und soll künftig stärker sichtbar werden. Geplant sind unter anderem neue Informationstafeln und ein einheitlicher Auftritt auf Fahrzeugen und Arbeitskleidung.

„Der Name Ferdinand von Raesfeld macht deutlich, dass es hier um Wald, Wild und Natur geht“, erklärte Große-Kreul.

Christoph Große-Kreul, Geschäftsführer Christoph Beemelmans und Ingo Bönning stellen Gästen aus Politik und Verwaltung die Pläne für den Tiergarten am Schloss Raesfeld vor.
Foto: Petra Bosse

Planungen brauchen Abstimmung

Zwischen dem Erwerb der Flächen und dem Beginn der sichtbaren Arbeiten lagen umfangreiche Planungen. Die Stiftung musste Konzepte erarbeiten, Maßnahmen abstimmen und Genehmigungen einholen.

„Wir können natürlich nicht ohne die zuständigen Behörden mit der Umsetzung beginnen“, sagte Große-Kreul. „Es ist ein Prozess, bis die eigene Planung steht, die Abstimmung mit den Behörden erfolgt ist und die erforderlichen Genehmigungen vorliegen.“

Die Stiftung will die einzelnen Maßnahmen in einer fachlich festgelegten Reihenfolge umsetzen. Dabei gehe es nicht darum, möglichst schnell sichtbare Ergebnisse zu schaffen. Natürliche Abläufe und rechtliche Vorgaben bestimmten das Tempo.

Große-Kreul verwies auf Fragen aus der Bevölkerung. „Wann geht was vorwärts? Warum passiert etwas und warum passiert manches noch nicht? Genau diese Fragen wollen wir beantworten.“

Stiftung stellt Pläne für den Tiergarten Raesfeld vor
Foto: Petra Bosse

Keine grundlegende Umgestaltung

Projektleiter Christoph Beemelmans machte deutlich, dass die Stiftung den Wald nicht kurzfristig und großflächig verändern wolle.

„Wenn jemand glaubt, da ist jetzt ein neuer Waldbesitzer und der schmeißt den ganzen Wald durcheinander, kann ich diese Angst nehmen“, sagte Beemelmans. „Wald sind Prozesse.“

Während sich landwirtschaftliche Flächen innerhalb eines Jahres bestellen und abernten ließen, entwickele sich ein Wald über Jahrzehnte oder Jahrhunderte. Die Verantwortlichen müssten deshalb jede Maßnahme langfristig planen. „Im Wald haben wir Entwicklungszeiträume, die bis zu 200 Jahre oder länger gehen“, erklärte Beemelmans.

Die Stiftung will natürliche Entwicklungen zulassen und nur dort gezielt eingreifen, wo dies fachlich erforderlich ist. „Unser Ziel ist ausdrücklich nicht, hier Tabula rasa zu machen“, betonte Beemelmans.

Tiergarten Raesfeld: Beemelmans erklärt Konzept für klimaresistenten Mischwald
Tiergarten Raesfeld: Beemelmans erklärt Konzept für klimaresistenten Mischwald. Foto: Petra Bosse

Umweltbildung im Tiergarten

Die Stiftung will den Tiergarten künftig stärker für Umweltbildung nutzen. Besonders der Bereich rund um das Naturhaus und den Waldkindergarten eigne sich dafür.

„Wir wollen den Wald mit Kindern erleben und mit Umweltpädagogik verbinden“, sagte Beemelmans.

Die Stiftung muss dabei jedoch die Vorgaben des Natur- und Artenschutzes beachten. Nicht jede geschützte Fläche eignet sich für Besuchergruppen oder praktische Angebote. Deshalb wollen die Verantwortlichen Naturerlebnis und empfindliche Bereiche deutlicher voneinander trennen.

Ingo Büning erklärte, der Eingangsbereich biete dafür gute Voraussetzungen. „Wir haben alte Bäume und alle Möglichkeiten, dass Kinder Wald und Natur erleben können. Deshalb ist es sinnvoll, das Naturerlebnis in diesem Bereich zu konzentrieren.“

Geschichte und Naturschutz verbinden

Neben der ökologischen Entwicklung spielt auch die Geschichte des Tiergartens eine Rolle. Nach Angaben der Fachplaner gehört die Anlage zu den bedeutenden historischen Tiergärten in Nordrhein-Westfalen.

Die Stiftung muss deshalb verschiedene Anforderungen miteinander verbinden. Dazu gehören Natur- und Artenschutz, Denkmalschutz, Waldentwicklung, Wildtiermanagement und die Nutzung durch Besucher.

„Man kann über einzelne Maßnahmen trefflich streiten“, sagte Jens Büning, Landschaftsökologe und Geschäftsführer des Planungsbüros biopace. „Für den historischen Charakter des Tiergartens gibt es jedoch ebenfalls gute Gründe, bestimmte Strukturen zu erhalten.“

Entwicklung über mehrere Jahre

Die Stiftung rechnet mit einem mehrjährigen Prozess. Erste Arbeiten haben bereits begonnen. Weitere Vorhaben befinden sich noch in der Planung oder im Genehmigungsverfahren.

Die Verantwortlichen wollen die Öffentlichkeit künftig über den Stand der Arbeiten informieren. Während des Pressetermins stellten sie mehrere Bereiche vor, die sie in den kommenden Jahren schrittweise entwickeln wollen.

Die Stiftung Ferdinand von Raesfeld plant außerdem einen weiteren Termin, bei dem sie interessierten Bürgern die vorgesehenen Maßnahmen im Tiergarten vorstellen möchte. Ein genauer Termin steht noch nicht fest und soll rechtzeitig bekannt gegeben werden.

Mehr zum Thema Tiergarten:

Mehr zum Thema Tiergarten Schloss Raesfeld:

Beemelmans stellt Konzept für neuen Mischwald vor

Stiftung plant neuen Zaun und verteidigt historisches Konzept

Wellbrock-Quelle soll naturnäher werden

Raesfeld in Sommerlaune bringt Blasmusik zum Vennekenhof

Die Veranstaltungsreihe „Raesfeld in Sommerlaune“ macht am Freitag, 24. Juli 2026, Station am Vennekenhof. Ab 17 Uhr stehen böhmische Blasmusik, gastronomische Angebote und ein Programm für Kinder auf dem Plan. Der Eintritt ist frei.

Böhmische Runde spielt Polkas, Märsche und Walzer

Für die Musik sorgt die „Bö-Ru – Böhmische Runde“ des Musikvereins Rhedebrügge. Die Egerländergruppe wurde 2013 gegründet und besteht aus rund 20 Musikern. Ihr Repertoire umfasst traditionelle böhmische Blasmusik sowie Polkas, Märsche und Walzer.

Maßbier, Hüpfburg und Glücksrad

Gastgeber sind der Bauernhof Süthold, der Vennekenhof Bleker sowie Jubel und Trubel. Die Besucher erwartet ein gastronomisches Angebot mit frisch gezapftem bayerischem Maßbier. Für Kinder stehen eine Hüpfburg und ein Glücksrad mit kleinen Gewinnen bereit.

Die Veranstaltungsreihe wird von örtlichen Gastronomen und dem Ortsmarketing Raesfeld organisiert. An wechselnden Orten in der Gemeinde verbinden die Veranstalter Livemusik mit gastronomischen Angeboten.

Kruse & Blanke spielen an der Freiheit

Am Freitag, 31. Juli 2026, wird „Raesfeld in Sommerlaune“ fortgesetzt. Das Akustikduo Kruse & Blanke tritt ab 17 Uhr an der Freiheit 24 auf.

Wechseltrick in Raesfelder Café: Unbekannte erbeutet Geld

0

Eine Unbekannte hat am Dienstag gegen 18 Uhr eine Mitarbeiterin eines Cafés in Raesfeld mit einem Wechseltrick betrogen. Die Polizei warnt vor hektischen und komplizierten Geldwechselvorgängen.

Kundin bezahlte mit 200-Euro-Schein

Nach Angaben der Polizei betrat die Frau das Café, bestellte Getränke und wollte mit einem 200-Euro-Schein bezahlen. Bei der Herausgabe des Wechselgeldes habe sie einen der Scheine zerrissen und die Mitarbeiterin in ein wirres Gespräch verwickelt.

Kurz darauf habe die Frau ihre Bestellung zurückgenommen und die Rückgabe ihres Geldes verlangt. Später habe die Mitarbeiterin festgestellt, dass sowohl die zum Bezahlen verwendete Banknote als auch die vermeintliche Kundin verschwunden gewesen seien.

Beschreibung der Tatverdächtigen

Die Polizei beschreibt die Frau wie folgt:

  • etwa 1,65 Meter groß
  • 35 bis 40 Jahre alt
  • lange, schwarze und glatte Haare
  • weißes T-Shirt
  • schwarze Hose

Polizei warnt vor Wechseltrick

Beim sogenannten Wechseltrick versuchten Täter, ihre Opfer durch hektische Geldwechselvorgänge und verwirrende Gespräche abzulenken. Dabei nähmen sie unbemerkt Geld an sich oder verschwänden mit einer Banknote.

Die Polizei rät, Geld stets in Ruhe und vor den Augen des Kunden nachzuzählen. Bei ungewöhnlichen oder komplizierten Wechselwünschen sollten Beschäftigte vorsichtig sein und den Vorgang im Zweifel abbrechen.

Doc Brock aus Borken dreht Liebeslied-Video in Düsseldorf

Der Borkener Chefarzt Dr. Alexander Brock, alias Sänger DOC BROCK, hat in Düsseldorf das Video zu seinem aktuellen Song „Was man Liebe nennt“ aufgezeichnet. Das Ergebnis ist eine musikalische Liebeserklärung aus der Landeshauptstadt.

Drehorte in der Landeshauptstadt

Der Singer-Songwriter beschäftigt sich in dem Lied im Blues-Stil mit Liebe und Beziehungen. Videoproduzent Alexes Feelmo wählte dafür mehrere Drehorte in der Nordrhein-Westfälischen Landeshauptstadt aus.

Das Video zeigt unter anderem Szenen im Medienhafen, im Nordpark und auf der Königsallee. Düsseldorf habe das Team als Kulisse für ein Musikvideo zu diesem Thema überzeugt, erklärt Doc Brock.

Borkener Sänger schrieb das Lied selbst

„Lasst euch verzaubern von ‚Was man Liebe nennt‘“, lädt der Sänger sein Publikum ein. Das Lied stammt aus seiner eigenen Feder. Doc Brock ist Mediziner und tritt zugleich als Sänger und Songwriter auf. Überregionale Aufmerksamkeit erhielt er nach Angaben der Pressemitteilung unter anderem durch seine Bewerbung für den Eurovision Song Contest.

Das Musikvideo zu „Was man Liebe nennt“ ist im Internet zu sehen.

Beim Laden des Videos werden Daten an YouTube/Google übermittelt.

Eintracht Erle löst Fußballabteilung auf: TSV widerspricht Darstellung

Eintracht Erle löst seine Fußballabteilung mit den Bereichen Jugend und Senioren auf. Als Gründe nennt der Vorstand eine fehlende sportliche Perspektive, unverhältnismäßig hohe Kosten und den Schutz des Ehrenamtes. Der TSV Raesfeld übernimmt die Abteilung nach Angaben seines zweiten Vorsitzenden Karsten Meyer nicht, heißt mögliche neue Mitglieder aus Erle jedoch willkommen.

Vorstand informiert Eltern über Auflösung

Der Vorstand von Eintracht Erle hat die Eltern und die fußballspielenden Kinder schriftlich über die Auflösung der Fußballabteilung informiert. Bereits bei der Jahreshauptversammlung am 10. April 2026 habe der Verein angekündigt, sein Sportangebot im Bereich Fußball zu reduzieren.

Kosten für die Sportanlage

Mit Schreiben vom 20. Juni teilte der Gesamtvorstand mit, dass Eintracht Erle die Fußballabteilung mit den Bereichen Jugend und Senioren auflöse. Die Entscheidung sei notwendig, um im Sinne des gesamten Vereins, der verbleibenden Mitglieder und Abteilungen auch künftig verantwortungsvoll handeln zu können.

Als Gründe nennt der Vorstand eine fehlende sportliche Perspektive und den Schutz des Ehrenamtes. Ziel sei es, Kindern auch künftig langfristig gute Sportmöglichkeiten anbieten zu können.

Kosten für die Sportanlage

Zudem verweist der Vorstand auf die laufenden Ausgaben für die Sportanlage an der Westerlandwehr. Diese fielen unabhängig davon an, wie viele Mannschaften dort spielten. Für drei Jugendjahrgänge stünden die Kosten nach Darstellung des Vereins nicht mehr im Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen.

Dem Vorstand sei bewusst, dass die Entscheidung für die betroffenen Kinder und Eltern enttäuschend sein müsse. Kündigungen der betroffenen Mitgliedschaften wolle Eintracht Erle entgegen seiner Satzung auch nach dem 30. Juni 2026 akzeptieren.

Karsten Meyer - 2. Vorsitzender TSV Raesfeld
Karsten Meyer. 2. Vorsitzender TSV Raesfeld. Foto: Petra Bosse/Archiv

Unterschiedliche Sicht auf die Zusammenarbeit

In dem Schreiben an die Eltern heißt es: „Eine weitere, kooperative Zusammenarbeit war nicht im Interesse des TSV Raesfeld.“

Karsten Meyer sieht dies anders. Wie der TSV-Vorsitzende gegenüber der Redaktion erklärt, sei der Verein grundsätzlich an einer vertrauensvollen und konstruktiven Zusammenarbeit interessiert. Für den TSV stünden der Sport, die Sportler und die Ehrenamtlichen im Mittelpunkt.

Kooperationen und Partnerschaften verstehe der Verein als Chance. Meyer betont: „Unser Fokus liegt nicht auf vereins- oder organisationspolitischen Interessen, sondern auf dem, was den Menschen und dem Sport in unserer Gemeinde nachhaltig zugutekommt.“

Der TSV fühle sich der Gemeinde und ihren Bürgern verpflichtet. Deshalb wolle der Verein auch künftig jede Möglichkeit nutzen, das sportliche Angebot gemeinsam weiterzuentwickeln und den Vereinssport in Raesfeld langfristig zu stärken.

TSV übernimmt die Fußballabteilung nicht

Auf Fragen der Redaktion stellt Meyer klar, dass der TSV Raesfeld die Fußballabteilung von Eintracht Erle nicht übernehme. Zwischen beiden Vereinen bestehe im Jugendbereich bereits seit mehreren Jahren eine Jugendspielgemeinschaft.

Getreu seinem Motto „Menschen zusammen und in Bewegung bringen“ heiße der TSV alle sportbegeisterten Menschen willkommen. Das gelte selbstverständlich auch für Menschen aus Erle.

Sportplatz von Eintracht Erle an der Westerlandwehr in Raesfeld-Erle
Foto: Petra Bosse

Überlegungen seit Mitte 2025 bekannt

Dem Vorstand des TSV Raesfeld sei seit Mitte 2025 bekannt gewesen, dass Eintracht Erle über eine mögliche Auflösung der Fußballabteilung nachgedacht habe. Wann die Entscheidung endgültig festgestanden habe, könne nur Eintracht Erle beantworten.

Zu den Beweggründen und vereinsinternen Entscheidungen von Eintracht Erle könne der TSV keine weiteren Angaben machen. Diese Fragen müsse der Vorstand von Eintracht Erle beantworten.

Mannschaften sollen möglichst bestehen bleiben

Für den TSV Raesfeld stehe das Wohl der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt. Der Verein wolle allen Mitgliedern und insbesondere möglichen neuen Mitgliedern aus Erle ein attraktives sportliches Angebot machen.

Viele Kinder seien bereits seit Jahren gemeinsam in der Jugendspielgemeinschaft aktiv. Deshalb wolle der TSV bestehende Mannschaften möglichst unverändert fortführen. Für die Kinder solle sich möglichst wenig ändern, damit sie ihr gewohntes sportliches Umfeld behalten könnten.

Wie viele Fußballmannschaften künftig antreten, lasse sich derzeit noch nicht verlässlich beantworten. Da keine Übernahme der Fußballabteilung erfolge, sei offen, für welchen Verein sich die bisherigen Mitglieder von Eintracht Erle entscheiden würden.

Einige Familien könnten sich für andere Vereine entscheiden. Ebenso sei es möglich, dass einzelne Kinder ihre sportliche Laufbahn beendeten. Belastbare Angaben könne der TSV erst nach Abschluss der Mannschaftsmeldungen für die neue Saison machen.

Meyer erklärt, der TSV freue sich über jede Familie, die sich für den Verein entscheide. Der TSV wolle alles daransetzen, für alle Kinder ein attraktives sportliches Zuhause zu schaffen.

Zukunft der Sportanlage noch offen

Die Sportanlage in Erle befindet sich im Eigentum der Gemeinde Raesfeld. Sie wurde Eintracht Erle auf Grundlage eines Nutzungsvertrages überlassen.

Nach Kenntnis des TSV Raesfeld sei dieser Vertrag gekündigt worden und ende zum 31. Dezember 2026. Der TSV sei grundsätzlich bereit, die Sportanlage künftig zu nutzen. Zunächst seien jedoch weitere Gespräche und Abstimmungen mit der Gemeinde Raesfeld als Eigentümerin erforderlich.

Wasserentnahmeverbot im Kreis Borken wird ausgeweitet

Das Wasserentnahmeverbot im Kreis Borken wird ab Mittwoch, 22. Juli 2026, auf weitere Flüsse und Bäche ausgeweitet. Wie van Dijk mitteilt, reagiert der Kreis damit auf die anhaltende Trockenheit, niedrige Wasserstände und die hohen Temperaturen. Betroffen sind unter anderem die Ahauser Aa, die Berkel, die Dinkel und die Schlinge.

Der Kreis Borken erlässt dazu eine weitere Allgemeinverfügung. Sie gilt zunächst bis zum 31. Oktober 2026.

Bereits seit dem 1. Juli ist es verboten, Wasser aus der Bocholter Aa und den weiteren Oberflächengewässern in ihrem Einzugsgebiet zu entnehmen.

Wasserentnahmeverbot im Kreis Borken betrifft weitere Gewässer

Ab dem 22. Juli gilt das Verbot auch für die Ahauser Aa, die Berkel, die Dinkel und die Schlinge. Einbezogen sind zudem die weiteren Oberflächengewässer in ihren Einzugsgebieten sowie das Einzugsgebiet der Lippe im Kreis Borken.

Nach Angaben der Kreisverwaltung ist eine Entspannung der Situation derzeit nicht absehbar. Die zunehmende Trockenheit belaste den Naturhaushalt bereits erheblich. Weitere Wasserentnahmen könnten die Lage zusätzlich verschärfen und die Lebensgrundlagen von Tieren und Pflanzen gefährden.

Auch kleine Wassermengen dürfen nicht entnommen werden

Das Verbot gilt für den Gemeingebrauch sowie für den Eigentümer- und Anliegergebrauch. Auch bestehende Erlaubnisse zur Wasserentnahme sind von der Allgemeinverfügung betroffen.

Untersagt ist damit nicht nur die Entnahme größerer Wassermengen zur Feldberegnung. Auch Wasser für die Bewässerung privater Gärten darf nicht aus den betroffenen Gewässern entnommen werden.

Ausgenommen sind das Tränken von Vieh und das Schöpfen mit Handgefäßen.

Niedrige Pegel gefährden Tiere und Pflanzen

Mit dem Wasserentnahmeverbot im Kreis Borken sollen die bereits stark belasteten Gewässer vor weiteren Beeinträchtigungen geschützt werden.

Besonders kleine Flüsse und Bäche können durch zusätzliche Wasserentnahmen weiter austrocknen. Dadurch besteht die Gefahr, dass Fische und andere Wasserlebewesen verenden.

Stellenweise sind Gewässer im Kreisgebiet bereits trockengefallen. Der lebensnotwendige Wasserzu- und -abfluss für Fische, Kleinstlebewesen und Pflanzen ist nicht mehr überall gewährleistet.

Verstöße können bis zu 50.000 Euro kosten

Der Kreis Borken wird die Einhaltung des Verbots kontrollieren. Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Die Kreisverwaltung beobachtet regelmäßig verschiedene Daten zum Wasserhaushalt. Dazu gehören Niederschlagsmengen, Bodenfeuchte, Grundwasserentwicklung, Pegelstände und Wetterprognosen.

Die Auswertung dieser Daten habe ergeben, dass eine weitere Allgemeinverfügung notwendig sei.

Regen verbessert die Lage kaum

Nach Angaben des Kreises lagen die Niederschlagsmengen in den vergangenen Wochen unter dem Durchschnitt. Gleichzeitig führten die hohen Temperaturen zu einer zunehmenden Bodentrockenheit.

Auch örtliche Regenfälle reichen derzeit nicht aus, um die Situation dauerhaft zu verbessern. Ein großer Teil des Niederschlags werde von der Vegetation aufgenommen und gelange nicht in die Gewässer.

Die geringen Wassermengen beeinträchtigen zudem die natürliche Selbstreinigungskraft der Flüsse und Bäche. Mit steigenden Wassertemperaturen sinkt gleichzeitig der Sauerstoffgehalt. Dadurch droht eine weitere Verschlechterung des ökologischen und chemischen Zustands der Gewässer.

Drei Polizeikräfte aus Borken und Rhede verhindern Suizidversuch

Polizeioberkommissar Markus Kemper und Polizeikommissarin Hannah Lütfrink aus Borken sowie Polizeikommissarin Ronja van der Heiden aus Rhede haben gemeinsam mit einem weiteren Beamten einer jungen Frau das Leben gerettet. Ministerpräsident Hendrik Wüst zeichnete die vier Polizeikräfte dafür mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen aus.

Die Ehrung fand am Montag, 20. Juli 2026, während einer Feierstunde im Maxhaus in Düsseldorf statt.

Polizeikommissar entdeckt vermisste Patientin

Der Einsatz begann laut Staatskanzlei am 1. August 2023. Eine Patientin des St. Vinzenz-Hospitals in Rhede habe die Klinik verlassen und sei als vermisst gemeldet worden. Ein Polizeikommissar habe die junge Frau nach seinem Dienstschluss auf dem Weg zum Sport entdeckt.

Der Beamte habe sofort seine Dienststelle informiert, sein Auto abgestellt und die Frau zu einer Baustelle verfolgt. Dort sei sie auf ein Baugerüst geklettert und habe versucht, sich das Leben zu nehmen.

Hannah Lütfrink sucht das Gespräch

Markus Kemper, Hannah Lütfrink und Ronja van der Heiden seien kurze Zeit später an der Baustelle eingetroffen. Hannah Lütfrink habe sofort das Gespräch mit der Frau gesucht. Dadurch habe sie Zeit gewonnen und zunächst verhindert, dass die Frau in die Tiefe sprang.

Ronja van der Heiden sei auf das Gerüst geklettert und habe die Beine der Frau in Höhe des dritten Stockwerks umklammert. Gleichzeitig sei Markus Kemper bis in den vierten Stock geklettert. Dort habe er den Oberkörper der Frau mit seinen Armen und Beinen festgehalten.

Auch Hannah Lütfrink sei auf das Gerüst gestiegen und habe die Frau aus der akuten Gefahr befreit. Der zuerst eingetroffene Polizeikommissar habe Ronja van der Heiden unterstützt und die Frau zusätzlich gesichert.

Einsatzkräfte ziehen die Frau auf das Gerüst

Die junge Frau habe sich mit aller Kraft gewehrt. Trotzdem hätten die vier Polizeikräfte sie gemeinsam auf das Gerüst gezogen und auf dem schmalen Holzboden festgehalten.

Kurz darauf seien Feuerwehr und Rettungsdienst mit einer Drehleiter und einem Rettungskorb eingetroffen. Die Einsatzkräfte hätten die Frau mit dem Korb vom Gerüst geholt. Ein Notarzt und Markus Kemper hätten sie bei der Bergung begleitet.

Durch ihr entschlossenes und koordiniertes Handeln hätten die vier Polizeikräfte den Suizidversuch verhindert, heißt es in der Laudatio. Hendrik Wüst zeichnete Markus Kemper, Hannah Lütfrink, Ronja van der Heiden und den weiteren Polizeikommissar mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen aus.

Raesfelder Andreas Höing erhält Rettungsmedaille des Landes NRW

Andreas Höing aus Raesfeld hat am Montag, 20. Juli 2026, die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten. Er hatte einen bewusstlosen Freund aufgefangen, der kopfüber von einem Hausdach stürzte.

Bewusstlos vom Hausdach gestürzt

Der Vorfall ereignete sich laut Staatskanzlei am 29. Mai 2023. Andreas Höing und seine Ehefrau hätten an diesem Tag Besuch von einem Freund bekommen. Dieser habe dabei helfen wollen, eine Satellitenschüssel auf dem Hausdach zu befestigen.

Über eine Leiter sei der Mann auf das Dach gestiegen. Als er den Antennenmast erreicht habe, sei ihm schlecht geworden. Er habe das Bewusstsein verloren, sei nach hinten gekippt und mit dem Kopf voran das Dach hinuntergerutscht. Dabei sei sein Kopf gegen die Dachrinne geprallt. Anschließend sei er kopfüber vom Dach gestürzt.

Andreas Höing aus Raesfeld erhält die Rettungsmedaille des Landes NRW
Rettungsmedaille für Andreas Höing aus Raesfeld. Foto: Privat

Andreas Höing fängt seinen Freund auf

Andreas Höing sei nach vorne gesprungen und habe seinen bewusstlosen Freund noch vor dem Aufprall auf dem Boden aufgefangen. Beide seien rückwärts zu Boden gefallen. Höing habe sich mit dem Mann im Arm noch abrollen können. Seine Ehefrau habe sofort den Rettungsdienst verständigt.

Der Verunglückte habe eine stark blutende Wunde am Hinterkopf erlitten und sei zunächst bewusstlos geblieben. Nach einiger Zeit sei er wieder zu sich gekommen und habe über Schmerzen im Nacken und im Rippenbereich geklagt. Der Rettungsdienst habe ihn notärztlich versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Staatskanzlei sei der Mann wieder vollständig genesen.

Ohne das schnelle und beherzte Handeln von Andreas Höing hätten die Verletzungen lebensbedrohlich oder sogar tödlich sein können, hieß es in der Laudatio.

Rettungsmedaille für Andreas Höing aus Raesfeld
Foto: Privat

Auszeichnung in Düsseldorf überreicht

Ministerpräsident Hendrik Wüst zeichnete Andreas Höing und 24 weitere Personen am Montagabend während einer Feierstunde im Maxhaus in Düsseldorf aus. Sie hätten unter Einsatz ihres eigenen Lebens andere Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet. Zusätzlich sprach das Land sechs Öffentliche Belobigungen aus.

„Das entschlossene Handeln Einzelner kann Leben retten. Genau das haben die Menschen, die mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet werden, eindrucksvoll bewiesen“, erklärte Wüst.

Ministerpräsident Hendrik Wüst überreicht Andreas Höing aus Raesfeld die Rettungsmedaille
Foto: Privat

Die Geehrten hätten hingesehen, Verantwortung übernommen und Mut bewiesen. Ihr Einsatz stehe beispielhaft für Mitmenschlichkeit und Zivilcourage, so der Ministerpräsident weiter.

Die Rettungsmedaille wird seit 1951 auf Grundlage des Gesetzes über die staatliche Anerkennung für Rettungstaten des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Einschließlich der aktuellen Verleihung wurden nach Angaben der Landesregierung bislang 1.435 Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet.

Friedel Sebastian berichtet über Bahnprobleme und Barrierefreiheit

0

Friedel Sebastian ist dem Ahrtal familiär verbunden und besuchte die Region in den vergangenen vier Jahren regelmäßig. Bei seiner Reise mit dem Rollstuhl und öffentlichen Verkehrsmitteln rückten vor allem die Barrierefreiheit, der Mobilitätsservice der Deutschen Bahn und die Schwierigkeiten beim Umsteigen in den Mittelpunkt. Zugleich schildert er, wie weit der Wiederaufbau im Ahrtal vorangekommen ist und welche Angebote Menschen mit Behinderung dort vorfinden.

Seinen persönlichen Erfahrungsbericht veröffentlichen wir nachfolgend unverändert und vollständig im Wortlaut.

Mit ÖPNV und ALS ins Ahrtal

Mit ÖPNV und ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) ins Ahrtal

Als Kind und auch als Erwachsener habe ich zahlreiche Urlaube im Geburtsort meines Vaters, Walporzheim im Ahrtal, verbracht. Auch nach meiner Erkrankung mit ALS fanden sich Mittel und Wege, zu Besuchen ins Ahrtal zu gelangen.

Solch einem „Neuanfang“ sollte auch den Menschen mit Beeinträchtigungen Rechnung getragen werden. Über meine Familie erfuhr ich von den Fortschritten des Wiederaufbaus. Daher kam ich auf die Idee, den Versuch zu wagen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖPNV) ins Ahrtal zu reisen.

Mit ÖPNV und ALS ins Ahrtal

Im Rahmen der Planung wurden alle Zugverbindungen dem Mobilitätsservice der DB gemeldet. Meine Schwester als Begleitperson und ich fanden uns pünktlich zur Abfahrt in Raesfeld (Westf.) an der Bushaltestelle ein, um nach Wesel zu fahren. Obgleich ich mit Sicherheit nicht zu übersehen war, öffnete der Fahrer nur die vordere Tür und war im Begriff, wieder abzufahren, wenn meine Schwester nicht nach vorne gelaufen wäre und ihm verdeutlicht hätte, dass wir auch mitfahren wollten.

Daraufhin öffnete er die mittlere Tür. Erst nach nochmaliger Aufforderung kam er dem Wunsch nach, die Rampe herauszuklappen. Gleiches erfuhren wir bei unserer Ankunft in Wesel, wo er die Rampe erst betätigte, nachdem meine Schwester ihm mitteilte, dass sie es nicht könne.

Mit ÖPNV und ALS ins Ahrtal

Von Wesel sollte die Weiterfahrt mit dem Regionalexpress nach Bonn erfolgen. Hier erfuhren wir dann, dass der Zug ausfällt. Mobilitätsservice oder Information: Fehlanzeige.

Ab Oberhausen wollten sich mein Bruder und seine Frau unserer Fahrt anschließen. Insoweit fuhren wir mit dem nächsten Zug dorthin. Aber auch dort keine Information, wie oder wann man weiterkäme, nur der Hinweis, es würde sich vor Düsseldorf aufgrund einer Störung alles stauen. Es sei erwähnt, dass der 22. Juni ein extrem heißer Tag war und eine Umkehr durchaus überlegenswert war.

Mit ÖPNV und ALS ins Ahrtal

Bruder und Frau rieten, ob der jahrelangen Erfahrung mit dem ÖPNV auf der Strecke Oberhausen/Düsseldorf/Köln, erst einmal bis Düsseldorf zu fahren, da der Zug nach Bonn dort wohl eingesetzt werden beziehungsweise fahren würde. Dieser Zug war aufgrund der Störung überfüllt und die Klimaanlage defekt.

In Düsseldorf fuhr dann der Zug RE 5 tatsächlich, aber von einem anderen Gleis, was erst kurz vorher bekannt wurde. Aufgrund meiner nun dreiköpfigen Begleitung konnte ich den Zug erreichen, aber nur, weil einer sich in die Tür gestellt hat und die Abfahrt verhinderte. Der Hinweis, dass weitere Reisende (Rollstuhl, Kinderwagen) noch kämen, wurde ignoriert.

Der Rest der Fahrt verlief dann problemlos. Nach dem Umstieg in Bonn erreichten wir mit der gut klimatisierten Ahrtalbahn mit zwei Stunden Verspätung Walporzheim. Für 180 Kilometer hatten wir 7,5 Stunden gebraucht. Ohne Streckenkenntnis und Beweglichkeit wäre es noch eine Stunde mehr geworden.

Ungeachtet des freundlichen Empfangs durch die Familie war die Ankunft in Walporzheim deshalb besonders erbaulich, da der Bahnsteig „barrierefrei“ gestaltet war. Nachdem die Flut dort alles weggespült hatte, hatte sich der Ort Walporzheim für einen langsam ansteigenden, gepflasterten Bahnsteigzugang eingesetzt. Die DB hatte dort ursprünglich einen Aufzug geplant, welcher im Gegensatz zur Rampe oftmals defekt ist.

Mit ÖPNV und ALS ins Ahrtal

Die nächsten Tage waren der Besichtigung des Wiederaufbaus im Kreis Ahrweiler gewidmet. Dabei ist positiv zu vermerken, dass die Straßen und Geschäfte nahezu barrierefrei sind. Die Kirche, in der das Wasser über 1,30 Meter hoch stand, verfügt über drei behindertengerechte Eingänge. Der Radweg an der Ahr entlang, auch für Rollstühle gut befahrbar, ist fast vollständig wiederhergestellt. Der Kurpark in Bad Neuenahr ist noch nicht fertig, aber ein großer Teil bereits wieder nutzbar.

Das Jugendgästehaus, direkt an der Ahr gelegen, ist voll auf Menschen mit Handicap eingerichtet. Empfehlenswert ist das „Hotel zum Weinberg“, ein Hotel der Bethel-Stiftung. Absolut behinderten- und seniorengerecht. Große Zimmer und Bäder, nettes Personal. Bei rechtzeitiger Planung kann vor Ort ein Pflegedienst bestellt werden.

Da die Bahnsteige nach der Flut fast alle bereits wiederhergestellt sind, wurde eine Fahrt bis Ahrbrück (Oberahr) ins Auge gefasst. Die Zugänge sind, mit wenigen Ausnahmen, barrierefrei (Rampen). Allerdings fahren hier diverse Zugtypen, sodass für einen problemlosen Einstieg eben doch wieder eine Rampe erforderlich ist. Die Zugbegleitungen in der Ahrtalbahn waren superfreundlich und kamen sofort aus dem Zug, um dort, wo erforderlich, die Rampe anzulegen. Da es an den Tagen extrem heiß war, hat uns die funktionierende Klimaanlage fast dazu verleitet, in den Zügen die Ahr rauf und runter zu fahren.

Wiederaufbau im Kreis Ahrweiler

Im oberen Ahrtal hat sich, wie man vom Zug aus sehen konnte, ebenfalls einiges getan. Allerdings sind die Schäden der Flut noch deutlicher zu sehen. Dann stand die Rückreise an. Abfahrt Bad Neuenahr: Kein Zugbegleiter war zu sehen, daher musste der Lokführer gebeten werden, die Rampe zu holen. Seine Bedenken, er kenne die Rampe nicht, konnten entkräftet werden, da wir ja nun mehrfach auf der Strecke ein- und ausgestiegen waren.

Er hat dann allerdings in Bonn Bescheid gegeben, wo ich dann tatsächlich einmal den „Mobilitätsservice“ der DB erfahren durfte. Sehr nett haben sie mich zum Zug und in ein Abteil gebracht, welches sie trotz Rückfrage meiner Schwester als das richtige ansahen. Das war leider falsch, sehr zum Leidwesen des Zugbegleiters, der aber so freundlich war und die Rampe in Wesel aus dem letzten Abteil zum Anfang des Zuges tragen durfte. Die Rückfahrt mit dem Bus verlief planmäßig und der Busfahrer war nett und hilfsbereit.

Wiederaufbau im Kreis Ahrweiler

Fazit dieser Reise

Ich kann keinem empfehlen, mit der DB im Rollstuhl zu fahren. Durch ausfallende Züge, Gleisänderungen und unterschiedlich hohe Bahnsteige ist es ein teilweise schwieriges Unterfangen. Wie überall habe ich einige wirklich hilfsbereite Zugbegleiter (Ahrtalbahn) getroffen. Dennoch ist das Personal trotz Planung und Information des Mobilitätsservices größtenteils nicht auf Menschen mit Behinderung vorbereitet. Ob es an der mangelnden Information darüber, wo sich die Rampe oder das Abteil befindet, oder an fehlender Schulung für den Umgang mit diesen Kunden liegt, vermag ich nicht zu beurteilen.

Wiederaufbau im Kreis Ahrweiler

Dennoch hat sich die Reise gelohnt

Eine Naturkatastrophe hinterlässt immer Wunden, ob bei den Menschen, Gebäuden oder der Infrastruktur. Wunden heilen zwar, aber sie hinterlassen Narben. Man kann sich noch so bemühen, die Narben bleiben. Danke an die vielen Menschen, die spontan ehrenamtlich angepackt haben. Sie haben den Bewohnern des Ahrtals einen großen Dienst erwiesen.

Wiederaufbau im Kreis Ahrweiler

Fünf Jahre nach der Flut gibt es zwar noch viel zu tun, aber es lohnt sich schon jetzt, ins wunderschöne Ahrtal zu fahren. Der größte Teil ist fertig, barrierefrei und seniorenfreundlich. Ich bin mir sicher: Noch weitere fünf Jahre und das Ahrtal ist erholsam, attraktiv und einer der schönsten Flecken Deutschlands. Allen gebührt Dank, die sich am Wiederaufbau beteiligt haben.
Fotos: Privat

Wiederaufbau im Kreis Ahrweiler

Mehr Sicherheit in Erle: Neue Wegsperre bremst Radfahrer aus

An der Schermbecker Straße in Erle soll sich die Verkehrssicherheit an zwei Stellen verbessern. Eine der beschlossenen Maßnahmen setzte die Gemeinde am Montag, 20. Juli 2026, am Fußweg zur Sagemüllerstraße um.

Neue Sperre vor der Schermbecker Straße

Der Fußweg von der Sagemüllerstraße trifft unmittelbar hinter einer leichten Rechtskurve auf die Schermbecker Straße. Autofahrer können Radfahrer und Fußgänger, die sich der Fahrbahn nähern, an dieser Stelle nur schwer erkennen.

Bislang sorgten weder Poller noch eine Umlaufsperre dafür, dass Radfahrer vor der Einmündung langsamer fuhren. Der Haupt- und Finanzausschuss sprach sich deshalb im April einstimmig für eine Wegsperre aus. Diese soll verhindern, dass Radfahrer ungebremst auf die Schermbecker Straße fahren.

Rückblick: CDU stellte Antrag für mehr Sicherheit

Die CDU Raesfeld hatte beantragt, eine versetzte Absperrung am Ende des Fuß- und Radwegs der Sagemüllerstraße zu prüfen. Als mögliche Lösungen nannte die Fraktion eine Umlaufsperre oder eine Polleranlage.

Nach dem Antrag sollte der Pollererlass des Landes Nordrhein-Westfalen berücksichtigt werden. Lastenräder, Dreiräder und Rollstühle sollten die Stelle weiterhin passieren können.

Tempo 30 ebenfalls vorgesehen

Der Haupt- und Finanzausschuss befasste sich im April mit einer weiteren Maßnahme für die Schermbecker Straße. Zwischen den Hausnummern 16 und 42 soll künftig Tempo 30 gelten. Die Geschwindigkeitsbegrenzung soll die Sicherheit in diesem Abschnitt zusätzlich erhöhen.

Klick mich