Tempo 30 Schermbecker Straße steht im Fokus des Hauptausschusses am 27. April. Die Verwaltung möchte eine Geschwindigkeitsreduzierung im Ortskern von Erle anregen. Ziel sei es, mehr Sicherheit für Fußgänger zwischen zentralen Einrichtungen.
Beim Thema Tempo 30 Schermbecker Straße geht es um die Balance zwischen Verkehr und Aufenthaltsqualität im Dorfkern.
Verwaltung schlägt Tempo 30 auf Teilstück vor
Nach dem Beschlussvorschlag soll die Verwaltung beim Kreis Borken anregen, das Tempo auf der Schermbecker Straße zu senken. Statt 50 km/h könnten im ersten Schritt zwischen den Hausnummern 16 und 28 künftig 30 km/h gelten.

Ein Alternativvorschlag sieht vor, die Strecke bis zur Einmündung Marienthaler Straße auszuweiten. Dann würde Tempo 30 zwischen den Hausnummern 16 und 42 gelten. Grundlage sind bereits geführte Gespräche zwischen Verwaltung, Straßenverkehrsbehörde und Straßen.NRW. Dabei wurde deutlich, dass eine Reduzierung im engeren Abschnitt grundsätzlich vorstellbar ist.
Viele Einrichtungen auf engem Raum
Die Schermbecker Straße (L607) teilt den Ortskern von Erle in zwei Bereiche mit zahlreichen öffentlichen, sozialen und kulturellen Einrichtungen.
Auf der einen Seite liegen unter anderem Kirche, Pfarrheim, Bücherei, betreutes Wohnen sowie die Kornbrennerei Böckenhoff. Gegenüber befinden sich Bäckerei, Volksbank, Grundschule, Feuerwehr, Jugendhaus und das neu errichtete Dorfgemeinschaftshaus HUB.
Zwischen diesen Einrichtungen herrscht ganzjährig reger Fußgängerverkehr. Mit der Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses dürfte dieser weiter zunehmen.

„Tempo 30 würde bestehendes Fahrverhalten absichern“
Norbert Altrogge von der Ordnungs- und Sozialverwaltung erklärte, man empfehle für diesen Bereich eine entsprechende Anregung beim Kreis Borken. Eine Reduzierung auf 30 km/h sei zwischen den Hausnummern 16 und 28 grundsätzlich vorstellbar.
Das rund 200 Meter lange Teilstück ist kurvig und werde bereits heute von vielen Verkehrsteilnehmern langsamer als mit 50 km/h befahren. Eine offizielle Begrenzung würde dieses Verhalten rechtlich absichern und für mehr Klarheit sorgen.
Erweiterung rechtlich möglich, aber umstritten
Im weiteren Verlauf befindet sich auf Höhe der Häuser 33 und 36 ein Fußgängerüberweg. Nach Angaben des Kreises Borken können Tempo-30-Abschnitte in solchen Bereichen auf bis zu 300 Meter ausgeweitet werden. Damit wäre eine Verlängerung bis zur Marienthaler Straße grundsätzlich möglich.
Gleichzeitig mache der Straßenbaulastträger deutlich, dass keine baulichen Veränderungen vorgesehen seien. Die Straße sei in diesem Abschnitt gerade, gut einsehbar und mit rund 7,50 Metern vergleichsweise breit.
Die Verwaltung geht deshalb davon aus, dass eine reine Beschilderung ohne zusätzliche Maßnahmen wie Verengungen oder Aufpflasterungen nur begrenzt wirken würde. Zudem könnte eine längere Tempo-30-Strecke von Verkehrsteilnehmern als überzogen wahrgenommen werden.
Aus diesen Gründen empfiehlt die Verwaltung, auf die erweiterte Variante zu verzichten und sich auf den kürzeren Abschnitt zu konzentrieren.
Rückblick
Im Dezember 2018 hat der Rat der Gemeinde Raesfeld das Dorfentwicklungskonzept „Gemeinde Raesfeld Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept“ beschlossen.

Darin war vorgesehen, die Femeiche stärker in den Fokus zu rücken. Unter anderem war angedacht, ergänzende Infrastruktur für Einheimische und Gäste aller Generationen in räumlicher Nähe zu schaffen (Stand Juni 2020).
Verbindung zwischen Femeiche und Dorfmitte
In diesem Zusammenhang sollte auch die Verbindung zwischen Femeiche und Dorfmitte gestärkt und attraktiver gestaltet werden. Der Verlauf der Schermbecker Straße zwischen der Kornbrennerei und der ehemaligen Hofstelle Böckenhoff führte bislang zu einer deutlichen Barrierewirkung im Ortskern von Erle.
Diese sollte nach den damaligen Überlegungen in enger Abstimmung mit dem Straßenbaulastträger Straßen.NRW durch eine Reduzierung der Geschwindigkeit sowie durch unterstützende bauliche Maßnahmen verringert werden.



























