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Wechsel an der Spitze der CDU in Raesfeld: Marc Ketteler übernimmt

Wechsel an der Spitze des CDU-Ortsverbandes Raesfeld: Beim Gemeindeparteitag am Samstag wurde Marc Ketteler zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der Vorstandswechsel markiert einen klaren Neustart für die CDU in Raesfeld, Erle und Homer, mit Kontinuität im Team.

Neuer Vorsitzender: Marc Ketteler übernimmt in Raesfeld

Laut Mitteilung vom Samstag hat der CDU-Gemeindeverband Raesfeld-Erle-Homer einen neuen Vorsitzenden. Marc Ketteler, seit 13 Monaten Mitglied der CDU, übernimmt die Führung des Ortsverbandes. Die Mitglieder sprachen ihm ihr Vertrauen einstimmig mit einer Enthaltung aus.

Mit dem Wechsel an der Spitze des CDU-Ortsverbandes Raesfeld rückt ein neues Gesicht in die erste Reihe der kommunalpolitischen Arbeit.

Staffelstab von Dr. Altenhoff-Weber an Ketteler übergeben

Die bisherige Vorsitzende Dr. Gerswid Altenhoff-Weber, die den Gemeindeverband in den vergangenen zwei Jahren geführt hat, bleibt dem Vorstand erhalten. Sie übernimmt künftig das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden.

Gemeinsam mit Norbert Böckenhoff und Tobias Honvehlmann gehört sie weiterhin dem geschäftsführenden Vorstand an und bringt ihre Erfahrung in die politische Arbeit ein.

CDU-Ortsverband Raesfeld zählt 191 Mitglieder

Der CDU-Gemeindeverband Raesfeld-Erle-Homer verfügt aktuell über 191 Mitglieder. Davon sind 127 männlich (66 Prozent) und 64 weiblich. Der Vorstand sieht sich damit gut aufgestellt für die politische Arbeit in Raesfeld, Erle und Homer.

Weitere Vorstandsposten neu besetzt

Neben dem geschäftsführenden Vorstand wurden weitere Funktionen neu besetzt oder bestätigt:

  • Maria Kowalsky, Mitgliederbeauftragte
  • Arno Brömmel, stellvertretender Mitgliederbeauftragter
  • Bärbel Unnebrink, Schriftführerin
  • Patricia Funke, stellvertretende Schriftführerin
  • Kathrin Bonhoff, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Maria Leveling-Hoppe, Beisitzerin
  • Andre Olbing, Beisitzer
  • Tobias Nießing, Beisitzer

Dem erweiterten Vorstand gehören zudem Bürgermeister Dirk Kuhmann sowie Dr. Bernhard Bonhoff, Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, kraft ihres Amtes an.

Neuer Vorsitzender blickt nach vorn

Marc Ketteler bedankte sich nach seiner Wahl für das Vertrauen der Mitglieder. „Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit mit einem starken Team. Unser Ziel ist es, die politischen Anliegen der Menschen in Raesfeld, Erle und Homer engagiert und verlässlich zu vertreten“, erklärte der neue Vorsitzende.

Mit dem Wechsel an der Spitze des CDU-Ortsverbandes Raesfeld startet der Gemeindeverband in eine neue Amtsperiode.

Raesfeld erhält 267.000 Euro Fördergeld für Wirtschaftsweg Zum Schelderhoff

Mit Fördergeld des Landes Nordrhein-Westfalen modernisiert die Gemeinde Raesfeld einen Wirtschaftsweg Zum Schelderhoff. Die Bezirksregierung Münster bewilligt dafür mehr als 267.000 Euro.

Raesfeld profitiert von einem Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen zur Modernisierung ländlicher Infrastruktur. Für den Wirtschaftsweg Zum Schelderhoff erhält die Gemeinde Fördergeld in Höhe von rund 267.506 Euro. Die Maßnahme umfasst eine Strecke von rund 0,9 Kilometern bei Gesamtkosten von 469.321,13 Euro.

Wirtschaftsweg Zum Schelderhoff Raesfeld
Foto: Petra Bosse/Archiv

Die Förderung ist Teil eines Gesamtpakets für neun Kommunen im Münsterland. Insgesamt bewilligte die Bezirksregierung Münster rund 2,38 Millionen Euro für die nachhaltige Modernisierung von Wirtschaftswegen.

Förderbescheide in Münster überreicht

Die Förderbescheide übergab Regierungspräsident Andreas Bothe am 21. Januar in den Räumen der Bezirksregierung Münster. Neben Raesfeld erhielten auch die Kommunen Beelen, Billerbeck, Emsdetten, Hörstel, Ostbevern, Rosendahl, Westerkappeln und Wettringen entsprechende Zusagen.

Bothe betonte bei der Übergabe die Bedeutung gut ausgebauter ländlicher Wege. Diese seien wichtig für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung, für den eingeschränkten Kraftfahrzeugverkehr sowie für den Radverkehr. Den Kommunen wünschte er für die Umsetzung ihrer Projekte viel Erfolg.

Landesprogramm fördert ländliche Infrastruktur

Die Maßnahmen werden über das Förderprogramm zur nachhaltigen Modernisierung ländlicher Infrastruktur gefördert. Ziel ist es, den ländlichen Raum als Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum zu sichern und weiterzuentwickeln. Dabei sollen unter anderem die Agrarstruktur gestärkt, die Infrastruktur verbessert und die regionale Wirtschaft nachhaltig unterstützt werden.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau und der Befestigung bestehender Wirtschaftswege. Voraussetzung für die Förderung ist ein anerkanntes Wegenetzkonzept. Zudem müssen Aspekte der Raumordnung, des Natur- und Umweltschutzes, der demografischen Entwicklung sowie eine sparsame Flächennutzung berücksichtigt werden.

Interview mit Michael Weddeling: „Ohne Kneipe wird aus dem Dorf schnell ein Schlafdorf“

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Michael Weddeling, Vorstand der Volksbank Raesfeld und Erle, erinnert sich an die ersten Gespräche mit Arno Brömmel über die Zukunft der Dorfkneipe. Im Interview erklärt er, warum eine Sanierung des alten Gebäudes keine realistische Option war, weshalb die Bürgergenossenschaft zur entscheidenden Finanzierungsbasis wurde und wieso das HUB nur als Gesamtkonzept aus Gastronomie, Dorfplatz und Tourismus funktionieren kann.

Oliver Borgwardt / Heimatmedien:
Heute ist der 23. Januar 2026. Ich bin hier in der Volksbank Raesfeld und Erle und begrüße mir gegenüber sitzend den Vorstand der Volksbank Raesfeld und Erle, Michael Weddeling. Hallo Michael.

Michael Weddeling:
Hallo.

Borgwardt:
Wir sprechen heute über das HUB Erle. Da hast du ja quasi von Anfang an eine persönliche Perspektive drin. Arno Brömmel hat mir erzählt, er hätte mit dir mal ein paar Gedanken geteilt und dann wäre die Sache ins Rollen gekommen. Kannst du dich daran erinnern, wie das war?

Weddeling:
Ja, durchaus. Das war so 2018. Da kam Arno zu uns und sagte: Mensch, ich möchte irgendwann in Ruhestand gehen und ich habe keinen Nachfolger. Und wie kann denn so eine Situation ohne eine Kneipe im Dorf überhaupt aussehen?

Da haben mein Vorstandskollege Herr Steiger und ich gesagt: Mensch, da müssen wir eine Lösung finden, wie das Ganze aussehen kann. Dann haben wir uns die ersten Gedanken gemacht, ob so ein Bestandsgebäude überhaupt eine Chance hat, weiter als Gaststätte zu fungieren. Das hat sich dann irgendwann so herausgestellt, dass das nicht funktioniert.

Und dann gingen die Überlegungen weiter, ein neues Gebäude zu errichten. Das hat sich dann mit dem Platz von Johannes Böckenhoff irgendwann angeboten. Daraufhin sind dann so die anderen Dinge zusammengekommen, inklusive der Gründung der Bürgergenossenschaft, die wir dann zusammen mit dem Genossenschaftsverband angegangen sind.

Borgwardt:
Du hast einen schönen Überblick gegeben. Gehen wir mal ein bisschen ins Detail. Die erste Überlegung war: Könnte man das alte Gebäude retten? Wie seid ihr da vorgegangen?

Weddeling:
Arno hatte dann einen Architekten aus dem Ort dazu geholt, der sich die Sachen angeguckt und bewertet hat. Der hat aus seiner Sicht als Architekt definitiv gesagt, was da an Optionen möglich wäre, und was man reinstecken müsste, wenn so ein Gebäude modernisiert und renoviert werden würde, nach heutigen Ansprüchen.

Und da hat sich schnell herausgestellt, dass das ins Unermessliche gegangen wäre, also ein Betrag, bei dem ein Neubau deutlich billiger gewesen wäre als die Renovierung des Bestandsgebäudes. Es wäre dann zwar ein altes Gebäude gewesen, das renoviert worden wäre, und so haben wir jetzt ein neues Gebäude, wo wir erstmal für die nächsten Jahre durchaus sehr viel Luft haben, dass wir da nichts machen müssen.

Also war schnell klar: Es muss ein neues Gebäude geschaffen werden. Und der Platz hatte sich dann auch angeboten. Das war auch so ein Zufall, dass Johannes Böckenhoff gesagt hätte: Ich möchte auch mit dem Platz irgendwas machen. Die Räumlichkeiten, die da waren, die beiden Scheunen, waren nicht mehr so stark in Nutzung wie vorher. Es war vorher auch ein Stall mit dabei, der nicht mehr genutzt worden ist.

Da wollte er eigentlich auch was machen, durchaus Wohnbereich, und dann haben wir gesagt: Mensch, können wir da nicht überlegen, an einer Stelle auch so ein Gebäude als Bürgerhaus, wie auch immer, zu bauen und zu machen? Da wurde er schnell Feuer und Flamme und fand die Idee sehr gut, mit dem Dorfplatz dabei, mit einem Gebäude, das alle nutzen können.

Wie das dann richtig aussah, stand am Anfang noch gar nicht fest. Das hat sich erst nach und nach entwickelt.

Borgwardt:
Jetzt bist du in der Sache ja nicht nur leidenschaftlich verbunden, sondern als Finanzexperte natürlich auch jemand, der aufs Geld schaut. Es geht um die Finanzierung. Wie war die Ausgangssituation?

Weddeling:
Die Ausgangssituation war, dass wir da einen Batzen Geld stehen hatten, 2,5 Millionen für das Gebäude, das wir irgendwoher holen mussten. Und natürlich ist klar: Umso mehr ich aus Eigenkapital hole, umso besser ist es für die Genossenschaft oder fürs Gebäude.

Und da war die Überlegung: Wie machen wir das Ganze, wie können wir das hinkriegen? Daraufhin haben wir diese Bürgergenossenschaft eG gegründet, um alle wirklich an diesem Projekt zu beteiligen. Alle gleich, egal wie viel die geben und wie viele letztendlich sich an dem Gebäude beteiligen wollen, auch mit kleinen Beträgen, mit großen Beträgen.

Und dann haben wir über Jahre das entwickelt, dass wir wirklich dann diese stolzen zwei Millionen am Ende des Tages zusammen bekommen haben.

Borgwardt:
Das war dann 2019, glaube ich. Dann kam aber ein Ereignis, das euch ziemlich aus der Bahn geschmissen hat.

Weddeling:
Ja, 2019 waren wir lange nicht so weit. Diesen Betrag hätten wir gerne gehabt. Wir waren aber zwischenzeitlich über die Zinsen auch so weit, dass wir sagen: Wir können uns finanzieren. Dann kamen steigende Zinsen, dann kam Corona, und das hat natürlich immer richtig zurückgeworfen.

Dann hat sich das Projekt zwischenzeitlich sehr schleppend weiterentwickelt, bis dann wirklich nochmal richtig Drive reinkam vor knapp anderthalb, zwei Jahren. Da haben wir wirklich nochmal die Werbetrommel gerührt, gemacht, getan: Wir wollen dieses Projekt alle. Dann hat es auch wirklich funktioniert, und auch so, dass es tragbar ist, finanziell tragbar ist, und am Ende des Tages für alle eine Bereicherung im Ort ist.

Und das war ja auch der Gedankengang: Dorfentwicklung zu betreiben. Wir wissen alle: Ein Dorf ohne Kneipe ist fast ein totes Dorf. Sonst haben wir irgendwann nur noch ein Schlafdorf, wo die Leute nur noch wohnen und nichts passiert.

Und mit dem, was in der Kneipe bei Arno stattgefunden hat, war es uns superwichtig, dass dieses Dorfleben bestehen bleibt. Das macht das Dorf am Ende attraktiver, die Leute fühlen sich wohler, es gibt mehr Gemeinschaft, die Leute bleiben im Dorf, ziehen nicht weg. Das sind alles Folgen.

Und das ist auch für uns als Bank ein wichtiges Kriterium. Ein Schlafdorf hilft uns auch nicht weiter, sondern wir brauchen ein Dorf, das weiterentwickelt ist, das wächst und am Ende wirtschaftlich gut dasteht.

Borgwardt:
Nochmal zum wirtschaftlichen Faktor. Christian Lipfert hat erzählt: Wenn man einfach nur Wirt ist und so ein Projekt als Einzelperson starten will, hat man bei der Bank kaum Chancen. Gastronomie ist ein sehr schwieriges Feld, erst recht, wenn man noch ein Gebäude finanzieren müsste. Was sind denn die Haupthindernisse?

Weddeling:
Die Haupthindernisse sind natürlich, dass die Gastronomie ein sehr schwieriges Umfeld ist. Viele Pleiten, Konzepte passen nicht. In der Gastronomie gibt es einen ganz vielfältigen Rahmen, und das macht bei Existenzgründungen deutliche Abstufungen, auch bei Förderbanken, die sagen: Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas nicht funktioniert, ist sehr hoch, weil die Gastronomie ein schwieriges Feld ist.

Und das hat wahrscheinlich auch dazu geführt, dass das Konzept vom HUB nicht nur Gastronomie beinhaltet, sondern weiter darüber hinausgeht.

Borgwardt:
Das war auch das Ziel, dass alles verknüpft wird?

Weddeling:
Genau. Das war auch in den Gesprächen mit der Gemeinde immer wieder ein großes Thema: Das Dorf attraktiver zu machen mit den Sachen, die da sind. Ob es die Femeiche ist, ob es das Schloss ist, ob es die Brennerei ist. Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Leute mit ihren Bussen zur Brennerei kommen, eine Besichtigung machen, anschließend im HUB essen gehen, Seminare machen. Das war ein Gesamtkonzept.

Der Radweg, der jetzt wieder in der Diskussion ist, von Dorsten nach Erle, ist auch ein wichtiger Kontakt Richtung Ruhrgebiet. Und Leute aus den umliegenden Orten mit ins Dorf reinzuziehen. Das ist dieses Gesamtkonzept. Und das sind Rahmenbedingungen, die sehr, sehr gut sind. Da kann man ein breites Umfeld mit einbeziehen und viele gute Dinge miteinander verknüpfen.

Borgwardt:
Das heißt, die Zukunftsfähigkeit des HUB Erle siehst du als durchaus gegeben.

Weddeling:
Ja, auf jeden Fall. Ein zukunftssicheres Konzept ist die Grundlage dafür, die Voraussetzungen sind sehr gut. Und jetzt liegt es an allen, das Projekt so anzunehmen, umzusetzen und am Ende das zu nutzen, was wir da geschaffen haben.

Borgwardt:
Ihr seid ja ein bisschen abgesichert durch die Bürgergenossenschaft. Das ist ein Konzept, das eher ungewöhnlich ist. Kannst du noch zwei, drei Worte sagen, warum die Bürgergenossenschaft zur Lösung beigetragen hat?

Weddeling:
Die Konstellation war, dass alle am Ende irgendwie mit im Boot sind. Und wir haben über die eingetragene Genossenschaft eine riesige Chance, alle gleichberechtigt zu integrieren.

Jeder kann sich mit einem Beitrag von 300 Euro beteiligen, aber auch mit 600, 900, 1.000 Euro, und seinen Beitrag leisten. Das stellt das Ganze auf viele breite Schultern und holt alle mit ins Boot.

Und am Ende hat das eine Verbindlichkeit: Jeder sagt, ich bin irgendwie mit dran beteiligt. Der Stein gehört auch mir an diesem Gebäude. Diese Konstellation bietet Riesenvorteile, weil ich alle einbinden kann, ob klein oder groß, finanziell stark oder nicht so stark.

Und ich glaube auch: Wenn man einzelne Kapitalgeber gehabt hätte, wäre das schwierig geworden. Das Feld der Gastronomie ist nicht einfach. Leute zu finden, die das finanziell unterstützen oder Darlehen geben oder Eigenkapital reinbringen, wäre ohne Genossenschaft nicht machbar gewesen.

Und wir haben ein riesentolles Projekt. In dieser Größenordnung ist das einmalig. Das hat der Genossenschaftsverband mehrfach kundgegeben, dass es so ein Projekt in dieser Größenordnung noch nicht gegeben hat. Es gibt kleine Tante-Emma-Läden, kleinere Kneipen-Konstellationen, aber so ein Projekt und so ein Betrag, den wir über Geschäftsanteile gesammelt haben, das hat es so noch nicht gegeben.

Borgwardt:
Das Projekt soll ja auch viele Leute aus der Umgebung anziehen. Wie kann das gelingen, Leute aus dem Ruhrgebiet, dem weiteren Münsterland, vom Niederrhein nach Erle zu locken?

Weddeling:
Das geht nur über die Verknüpfungen, die wir haben. Die Gemeinde Raesfeld ist über die Grenzen hinaus bekannt. Ob die Klassiker sind, der Silvestermarkt oder Kappesmarkt, ob es das Schloss ist, Open-Air, Femeiche, Brennerei. Diese Komponenten muss man werbetechnisch vernünftig aufbereiten, ein gutes Konzept dahinter hängen, den Leuten Lösungen anbieten.

Wenn die nach Raesfeld kommen, kann man sagen: Pass auf, du kannst dir das Schloss angucken, anschließend Kaffee trinken gehen. Oder andersrum: Am Wochenende ist Kappesmarkt in Raesfeld. Du hast gute Möglichkeiten und Themenfelder, über die man das abdecken kann.

Das ist unsere Stärke im Münsterland, dass wir dieses Thema voranbringen und den Leuten erklären: Es lohnt sich, in die Gemeinde Raesfeld zu kommen, mit dem ganzen Drumherum, was wir anbieten können. Da greift jedes Rädchen ins andere. Nur gemeinsam können wir das schaffen.

Borgwardt:
Und am 7. Februar ist es dann soweit. Bei der Eröffnung des HUB: Worauf freust du dich am meisten?

Weddeling:
Ich freu mich jetzt schon tierisch, dass ich dieses Gebäude leibhaftig sehe, dass es da steht, dass es da ist. Nach den mehr oder weniger fast acht Jahren, wo wir darauf hingearbeitet haben.

Tolles Gefühl. Ich war ja auch beim ersten Testessen da. Toll, da zu sitzen und zu sagen: Hey, das Gebäude steht. Wir haben es geschafft. Wir haben so ein Riesenprojekt gestemmt, mit der Unternehmensform, mit dem ganzen Drumherum, mit der Gründung der Genossenschaft, was ein Riesenaufwand war.

Und am Ende können wir alle sagen: Da steht es jetzt. Und wir sagen immer so schön: Der Ball liegt jetzt auf dem Elfmeterpunkt. Wir haben alles geschafft, das Projekt hochzuziehen, und jetzt liegt es an allen, das zu leben und zu nutzen.

Borgwardt:
Dann hoffe ich, dass alle das in großem Maße tun werden. Ich bedanke mich ganz herzlich, dass du dir Zeit genommen hast, mit uns zu sprechen.

Weddeling:
Gerne.

Interview mit Peter Stöbel: „Unsere Dividende ist das Dorf“

Wie bleibt ein Ort lebendig, wenn sein zentraler Treffpunkt verschwindet? Die Antwort gaben über 2.000 Bürger selbst – mit der Gründung einer Bürgergenossenschaft, dem Bau eines neuen Dorfgemeinschaftshauses und dem HUB Erle. Im Gespräch mit Oliver Borgwardt (Redaktionsleiter der Heimatmedien) erklärt Peter Stöbel, Prokurist der Bürgergenossenschaft Erle, wie aus einer Idee ein Millionenprojekt wurde, warum es nicht um Rendite geht – und weshalb dieses Haus weit mehr ist als nur eine neue Kneipe.

Oliver Borgwardt:
Wir sitzen heute hier am 14. Januar zusammen mit Peter Stöbel, Prokurist der Bürgergenossenschaft Erle.
Peter, was ist eigentlich eine Bürgergenossenschaft?

Peter Stöbel:
Eine Bürgergenossenschaft ist eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Das ist ein rechtliches Konstrukt, ganz einfach gesagt. Das ist eine besondere Gesellschaftsform, die nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist, sondern wo ein besonderer Gedanke dahintersteht.

Bei uns ganz konkret haben sich über 2.000 Personen zusammengefunden, die ein gemeinsames Ziel haben. Wir wollten mit der Genossenschaft ein neues Dorfzentrum, unser Dorfgemeinschaftshaus und eine Kneipe bauen. Dazu haben sich diese über 2.000 Genossen zusammengeschlossen.

Wir sind nicht darauf ausgerichtet, eine maximale Dividende zu erzielen, sondern unsere Dividende ist im Grunde: Wir haben ein Dorfgemeinschaftshaus.

„Wir hätten keinen Treffpunkt mehr gehabt“

Borgwardt:
Warum ist das überhaupt nötig geworden? Warum hat man nicht einfach eine Kneipe gebaut und laufen lassen?

Stöbel:
Das ist eine längere Geschichte. Vor gut fünf Jahren – ich glaube, es war 2018 – hat man festgestellt, dass unser Dorfwirt Arno Brömmel irgendwann seine Gastwirtschaft schließen wird. Er hatte keine Nachfolger.

Damit hätten wir im Ort keinen Treffpunkt mehr gehabt – keine Möglichkeit mehr für persönliche Feiern, Trauerfeiern und Ähnliches. Da hat man gesagt: Wie können wir das lösen?

Man hat überlegt, ob man die alte Gaststätte weiterführen kann, aber das war nicht möglich. Das Gebäude ist über 100 Jahre alt und hätte den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprochen. Also war klar: Wenn, dann geht es nur mit einem Neubau.

Borgwardt:
Und dann kam die Idee der Genossenschaft?

Stöbel:
Ja. Eine Gruppe von etwa 15 bis 20 Leuten, die später auch die Gründungsmitglieder waren, hat sich zusammengesetzt. Einer davon war Johannes Böckenhoff von der Kornbrennerei. Er hat sein Grundstück in zentraler Lage an die Gemeinde verkauft.

Gemeinsam mit der Gemeinde hat man dann dieses Genossenschaftsmodell entwickelt, weil klar war: Einer allein kann so ein großes Projekt finanziell nicht stemmen. Und wir wollten eben keine Rendite erzielen, sondern einen Treffpunkt schaffen und zusehen, dass wir am Ende eine schwarze Null schreiben.

Borgwardt:
Wie habt ihr die Menschen in Erle davon überzeugt, mitzumachen?

Stöbel:
Natürlich musste man viel werben. Es gab viele Veranstaltungen und Treffen. Die Heimatmedien haben sehr geholfen, besonders Petra Bosse, die das Projekt von Anfang an unterstützt hat.

Man konnte Anteile zu je 300 Euro zeichnen, und so sind relativ schnell rund 1,5 bis 1,6 Millionen Euro zusammengekommen.

„Mit Corona drohte das Aus“

Borgwardt:
Dann kam Corona und alles wurde schwierig?

Stöbel:
Genau. Die Preise sind extrem gestiegen, die Zinsen auch. Unser damaliger Pächter ist abgesprungen. 2023 hatten wir eine Unterdeckung von 1,1 Millionen Euro und standen eigentlich vor dem Aus.

Auf der Generalversammlung im Oktober 2023 wurde dann der neue Pächter Christian Lipfert vorgestellt. Die Mitglieder waren begeistert und haben dem Vorstand den Auftrag gegeben, weiterzumachen und Kosten zu senken.

Borgwardt:
Und da bist du dazugekommen?

Stöbel:
Ja. Ich habe den Vorstand dann unterstützt, habe die Projektsteuerung übernommen, Angebote neu verhandelt, Kostenpläne aktualisiert. So konnten wir von den 1,1 Millionen rund 800.000 Euro auffangen – durch neue Anteile und durch massive Kostensenkungen.

Borgwardt:
Kurz zu deinem Hintergrund: Warum konntest du diese Aufgabe übernehmen?

Stöbel:
Ich war Steuerberater, leitender Angestellter bei E.ON und habe große internationale Projekte betreut. Projektmanagement, Kostenkontrolle, Verantwortung – das gehört zu meinem Berufsleben. Dazu kommt meine handwerkliche Erfahrung. Diese Kombination hat hier gut gepasst.

Borgwardt:
Wie ist die Finanzierung jetzt gesichert?

Stöbel:
Die Nettobaukosten liegen bei rund 2,5 Millionen Euro. 2,1 Millionen stammen aus den Anteilen der Genossen. Die restliche Lücke ist durch Darlehen, teils zinslos, geschlossen.
Wir verpachten das Gebäude an Christian Lipfert. Unser Ziel ist eine schwarze Null.

„Erle ist mehr als ein Schlafort“

Borgwardt:
Warum engagieren sich so viele Menschen für dieses Projekt?

Stöbel:
Weil Erle mehr sein soll als ein Schlafort. Wir brauchen einen Treffpunkt. Und viele sagen: Das ist etwas Besonderes. Menschen aus der Region und sogar aus dem Ausland haben Anteile gezeichnet, einfach um dieses Projekt zu unterstützen.

Borgwardt:
Wird diese Gemeinschaft weiter bestehen?

Stöbel:
Ja, absolut. Hier steckt unglaublich viel Herzblut drin – bei den Bürgern, bei den Unternehmen, bei allen Beteiligten. Das wird unser Dorf lange prägen.

Borgwardt:
Gab es Zweifel, ob das neue HUB an die alte Gaststätte Brömmel anknüpfen kann?

Stöbel:
Natürlich. Arno Brömmel war eine Institution. Aber wir wollten bewusst etwas Neues schaffen. Jede Veränderung braucht Zeit. Ich bin mir sicher: Das HUB wird angenommen. Spätestens bei der Eröffnung am 7. Februar.

Borgwardt:
Vielen Dank für das Gespräch.

Stöbel:
Sehr gern.

Interview mit Andreas Grotendorst: „Ein Dorf braucht Orte, an denen Leben entsteht“

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Der ehemalige Bürgermeister von Raesfeld und gebürtige Erler Andreas Grotendorst zählt zu den zentralen Impulsgebern des HUB. Im Interview spricht er über die ersten Gespräche an Theke und Schützenfest, über die Rolle der Bürgergenossenschaft und darüber, warum Treffpunkte entscheidend für die Zukunft eines Dorfes sind.

Oliver Borgwardt / Heimatmedien:
Heute ist der 21. Januar 2026. Ich bin Oliver Borgwardt, Redaktionsleiter der Heimatmedien, und heute habe ich am Telefon Andreas Grotendorst, den ehemaligen Bürgermeister von Raesfeld, gebürtiger Erler, der auch eine wichtige Rolle im Entstehen des HUB Erle gespielt hat. Herr Grotendorst, schön, dass Sie Zeit gefunden haben, mit uns zu sprechen.

Andreas Grotendorst:
Ja, guten Morgen.

Borgwardt:
Wie kam es dazu, dass das Projekt HUB Erle überhaupt ins Rollen gekommen ist?

Grotendorst:
Zunächst mal war es ja nicht das Projekt „HUB Erle“, sondern das war einfach die Idee, einen Ort zukunftsfähiger zu machen. Das war die Absicht.

Das war bei Brömmel-Wilms zu der Zeit 2015, 2016, wo die ersten Gedanken aufkamen: kein Nachfolger in Sicht. Da gab es dann diverse Gespräche an der Theke, an unterschiedlichen Schützenfesten in Raesfeld, in Erle und sonstwo. Wo man auch den Trend erkannt hat, dass man Gastronomie vielleicht nochmal etwas anders aufziehen muss.

Dann kam einmal die Idee: Ja, so eine Brauerei, wir brauchen ja auch nochmal was für Erle. Dann war aber sofort klar: Wir brauchen keine Brauerei, wir haben ja direkt eine Brennerei im Ort. Kann man da nicht was draus machen? Das war der Gedanke.

Und das haben wir dann in der Corona-Zeit ganz bitter erfahren müssen: Wenn es keine Orte gibt, wo Menschen zusammenkommen können, dann stirbt so ein Ort sehr schnell. Man braucht so einen Treffpunkt, wo Vereinsleben stattfinden kann, wo sich Gruppen treffen können, aber wo man auch mal alleine abends hingehen kann und sicher sein kann: Da treffe ich jemanden. Wo ich eine Örtlichkeit habe, wo ich Hochzeit feiern kann, wo ich nach der Beerdigung hingehen kann, wo ich einen Geburtstag feiern kann.

Dass jemand das in die Hand nimmt und diese Mittelpunkt-Geschichte einfach möglich macht, und wo dann andere auch mitkriegen: „Ey, da ist was los.“ Das sind Themen, über die man in so einem Dorf spricht.

Borgwardt:
Sie sind ja selber mit dem Landleben verwurzelt, von Kindesbeinen an. Sie sind in Erle, wenn ich das richtig gelesen habe, als Bauernkind groß geworden und von vornherein in der Dorfgemeinschaft verwurzelt gewesen. Wie war das denn für Sie, dieses Gefühl, dass Brömmel-Wilms ein Ende droht?

Grotendorst:
Das kriegt man insbesondere dann mit, wenn man im Rathaus arbeitet und sich im Grunde den ganzen Tag mit Dorfentwicklung befasst: Wie funktioniert ein Ort gut?

Ich habe mal ein Zitat von einem dänischen Architekten gelesen, der sagt: „Da, wo Menschen sind, kommen Menschen hin.“ Und wenn man diesen Gedanken verinnerlicht, dann sind zentrale Begegnungspunkte im Ort einfach wichtig für die Zukunft eines solchen Ortes.

In so einem Ort passiert ja auch was: Menschen ziehen weg, neue kommen hin. Und um gutes Leben zu haben, braucht man gute Beziehungen zu anderen Menschen. Es muss Aufgabe von Gesellschaft, Politik und Verwaltung sein, entsprechende Orte zu schaffen und den Menschen damit die Möglichkeit zu geben, sich zu treffen und miteinander in Beziehung zu kommen.

Das ist das, was man als Kind erlebt hat. Wir waren selbst eine große Familie, man hatte in der Nachbarschaft immer Kontakt zu anderen Menschen. Und wenn dann so ein zentrales Element droht wegzufallen, macht das Sorge.

Deswegen bin ich froh, dass wir über 2.000 Mitglieder in unserer Genossenschaft haben, die das genauso gesehen haben und gesagt haben: Da gehen wir dran, dann machen wir was.

Borgwardt:
Gab es Hürden, die sich dem in den Weg gestellt haben? Es musste ja erstmal ein Platz gefunden werden.

Grotendorst:
Ja. Die Idee schlummerte ja immer so ein bisschen herum. Und irgendwann kam dann die Zusammenarbeit mit Johannes Böckenhoff zustande. Und das muss man wirklich sagen: Das ist für so einen Ort wie Erle ein absoluter Glücksfall. Jemanden zu finden, der sagt: Ich habe da eine größere Fläche in bester Lage im Ort und ich kann die dafür nutzen.

Da gilt mein Dank nochmal ganz besonders Johannes Böckenhoff. Das war ein ganz, ganz wichtiger Schlüssel, um dieses Projekt überhaupt umsetzen zu können.

Borgwardt:
Sie hatten im Vorgespräch erzählt, dass Sie und viele andere sich auch Gastronomien in anderen Orten angeschaut haben. Was ist Ihnen dabei aufgefallen? Was ist wichtig für eine zukunftsfähige Gastronomie?

Grotendorst:
Wir haben uns andere Genossenschaften angeguckt. Ich bin sogar mal in den Westerwald gefahren und habe mir eine Vereinsgaststätte angeschaut, wo das nicht über eine Genossenschaft gemacht worden ist, sondern über einen Verein.

Wir haben uns auch die Kombination von Gastronomie und Brennerei angeschaut, sind da nochmal in den Westerwald gefahren, haben uns eine Brennerei angeguckt, die sehr viel auf Tourismus gesetzt hat.

Und ich habe mir zum Beispiel auch Bauerncafés angeschaut. Wenn man dann so fünf Minuten von der A43 ist und man sieht Dienstagmorgen um 11:30 Uhr 90 Gäste frühstücken, dann fragt man sich: Wie kriegen die das hin? Bei uns ist die A31 ja auch nur fünf Minuten von Erle entfernt. Kann man so ein Konzept nicht übernehmen? In ein bisschen anderer Form dann auch für Erle möglich machen? Das war der Ansatz für diese Dorfgastronomie.

Borgwardt:
Was glauben Sie: Was ist der Schlüssel, dass so etwas gelingen kann?

Grotendorst:
Der Schlüssel für uns ist die strategisch gute Lage. Wir liegen auf der Grenze zwischen Rheinland, Ruhrgebiet und Münsterland. Wenn man mal eine Autostunde um Erle zieht, haben wir ein riesiges Potenzial, das wir heben können.

Und wir haben mit dem neuen Film, dem eigenen Gelände, dem Heimatverein, dem Fehmeichenpark, der Kornbrennerei Böckenhoff, dem Heimatmuseum und so weiter schon vieles. Wenn man das Angebot für Besichtigungen noch deutlicher ausbaut, vielleicht nochmal neue Produkte mit rein nimmt, dann haben wir eine sehr gute Chance, auch wirtschaftlich davon zu profitieren.

Wir liegen fünf Minuten von der A31, eine Minute von der Bundesstraße, und dann ist man am HUB. Das haben viele andere nicht. Das können wir nutzen. Und man kann dann auch was nebenbei machen. Wer einen halben Tag Erle alles gesehen hat, kann weiter nach Raesfeld fahren. Auch das ist die Idee: der touristische Gedanke, Leute, die länger bleiben wollen, dass die dann auch nach Raesfeld gehen.

Und was auch entstanden ist: Die Idee stand vor Tagen noch groß in der Zeitung, dass endlich der Radweg zwischen Erle und Dorsten kommt. Ich fahre nach Borken natürlich häufig und sehe, wie viel Verkehr auf der Strecke ist. Wenn man den Radweg hat, ist man in unter einer halben Stunde von Dorsten bis Raesfeld, realistisch, und kann so eine Gastronomie nutzen und als Ziel ansteuern. Dann fährt man gemütlich wieder durch die Landschaft zurück oder umgekehrt.

Von der Konzeption her ist das ein breites Betätigungsfeld. Man kann sagen: Die große Schwester Raesfeld wird vom HUB Erle profitieren. Das Konzept ist so angelegt, dass das eine dem anderen Nutzen bringt. Wenn Menschen mal irgendwo sind und feststellen: Da gibt es noch mehr, dann kommen die wieder. In der Schlossfreiheit haben wir ja nicht nur eine Gastronomie, sondern mehrere. Und wer weiß, was noch kommt.

Irgendwann stand auch mal in einem Dorfentwicklungskonzept eine fußläufige Verbindung zwischen Raesfeld und Erle. Es gibt ja auch gute Radverbindungen zwischen Raesfeld und Marienthal oder Erle und Marienthal, wo das Kloster ist. Da sind ganz viele Sachen denkbar, da kann man Potenziale heben.

Borgwardt:
Zum Abschluss: Der Podcast wird in der ganzen Region gehört, nicht nur in Raesfeld und Erle. Was wäre Ihr Wunsch oder Ihre Aufforderung an die Menschen, die zuhören, aber keine Raesfelder oder Erler sind?

Grotendorst:
Kommt nach Erle und guckt, was Gemeinschaft bewegen kann. Wir hatten ja zwischendurch den Slogan „Werde Dorfmacher“. Jedes Dorf ist nur so gut wie die Menschen, die dort leben. Und in Erle haben die Menschen gezeigt, wie gut sie sind, was sie können, wie tatkräftig sie sind.

Und was mich auch beeindruckt: Wenn vor drei Jahren jemand gesagt hätte, das Lokal heißt „HUB“ und wir bekommen in einer Generalversammlung mit über 400 Menschen ein einstimmiges Ergebnis für diesen Namen, dann zeigt das ja nicht nur, dass die Menschen bodenständig sind, sondern auch offen für Neues und zukunftsorientiert denken. Das lohnt sich anzuschauen.

Und natürlich auch zu probieren. Nicht nur mit den Augen: In der Gastronomie ist der Gaumen wichtig. Ich war beim Testessen schon da, und da darf man auf viele gute Ideen gespannt sein.

Borgwardt:
Sehr schön. Dann würde ich mich dem anschließen und auch allen Nicht-Erlern und Nicht-Raesfeldern empfehlen, am 7.2. beim HUB Erle mal vorbeizuschauen und danach zur großen Eröffnung. Herr Grotendorst, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Interview mit Thieken Architekten: „Ein Haus für Begegnung entsteht nicht zufällig“

Bernfried Lammersmann und Tobias Göbel von der Firma Thieken Architekten und Ingenieure GmbH haben das HUB Erle von den ersten Entwürfen bis zur Fertigstellung begleitet. Sie berichten, wie sich aus einer Hofidee ein Dorfgemeinschaftshaus entwickelte, welche architektonischen Entscheidungen prägend waren und warum Funktion, Ortsbild und Gemeinschaft bei diesem Projekt untrennbar zusammengehören.

Oliver Borgwardt:
Heute ist der 20. Januar 2026. Ich sitze hier mit Bernfried Lammersmann, Diplom-Ingenieur und Architekt, sowie Tobias Göbel, ebenfalls Architekt von Thieken Architekten. Schön, dass Sie da sind.

Bernfried Lammersmann / Tobias Göbel:
Danke für die Einladung.

Borgwardt:
Heute geht es um das HUB Erle, dessen Bau Sie maßgeblich mitentwickelt haben. Man kann sagen, Sie haben das Projekt von Anfang an begleitet.

Ich hatte bereits Gelegenheit, mit dem früheren und dem jetzigen Wirt sowie mit einem Vertreter der Genossenschaft zu sprechen. Nun soll es um die eigentliche Bauabwicklung gehen.

Welche Herausforderung war es, aus dem alten Scheunengebäude – das ja noch im Bestand vorhanden war – das heutige HUB Erle zu entwickeln? Vielleicht können Sie dazu ein wenig erzählen.

Tobias Göbel:
Ich denke, man muss einen Schritt früher ansetzen. Im Grunde handelte es sich um eine komplette Grundstücksentwicklung. Zur Silvesterkirche hin standen auf der Nordseite des Grundstücks eine Scheune und auf der Südseite eine Remise.

Unser Büro hatte damals die Möglichkeit, auf der Südseite ein Mehrfamilienhaus zu planen. Das Ganze war immer als eine Art Hofsituation gedacht. Wir haben Perspektiven entwickelt, die zeigten, wie beide Gebäude – das Mehrfamilienhaus auf der einen Seite und der geplante Festsaal auf der anderen – zusammenwirken und in der Mitte ein Platz entsteht. Dieser Platz sollte von zwei giebelständigen Gebäuden gefasst werden, die beide zur Silvesterkirche ausgerichtet sind.

Zunächst haben wir das Mehrfamilienhaus auf der Südseite errichtet. 2018 entstanden dann die ersten Ideen für einen Festsaal.

Die Bestandsgebäude wurden nach und nach abgerissen, und schließlich konnten wir das HUB an dieser Stelle neu errichten.

Borgwardt:
Welche Vorgaben gab es zu Beginn? Stand von Anfang an fest, dass das Gebäude diese Größe haben sollte, oder entwickelte sich das schrittweise?

Göbel:
Der Prozess war immer stark betreiberorientiert. Der erste Betreiber, der später abgesprungen ist, bildete zunächst die Grundlage für unser Konzept.

Borgwardt:
Das war Herr Wachtmeister?

Göbel:
Genau. Damals war zum Beispiel nur eine kleinere, eher als Aufwärmküche gedachte Küche vorgesehen. Heute gibt es einen großen Küchenbereich im Nebengiebel zum Platz hin – eine echte Profiküche. Auch das Thema Keller war ursprünglich anders geplant.

Aufgrund der angrenzenden Gebäude – Apotheke und Straßenraum – ergab sich bereits eine gewisse Gebäudelänge. In der Mitte sollte weiterhin der Dorfplatz entstehen, sodass das Baufeld relativ klar definiert war.

Zum Platz hin haben wir den Nebengiebel entwickelt, um zusätzliche Fläche zu gewinnen. Dadurch konnten wir das Konzept später gemeinsam mit dem neuen Betreiber feinjustieren.

Die WC-Anlagen wurden schließlich in den Keller verlegt; zuvor waren sie im Erdgeschoss vorgesehen, weil die Küche kleiner geplant war. Mit der Entscheidung für eine Profiküche wurde dieser Bereich größer, und die verbleibende Fläche stand den Gästen zur Verfügung.

Das Gebäude war immer zoniert gedacht: Ein Teil als Festsaal mit bis zu 10,50 Metern lichter Höhe – ein multifunktionaler Raum für Hochzeiten und Veranstaltungen – und ein weiterer Teil für die Gastronomie.

Letzterer wurde über zwei Etagen organisiert, da zur Straße hin nur begrenzte Grundstückstiefen vorhanden waren. Genau an der Schnittstelle zwischen Eventbereich und Gastronomie liegt die Küche, um kurze Wege in beide Richtungen zu ermöglichen.

Borgwardt:
Durch Corona sind die Preise stark gestiegen, weshalb Anpassungen notwendig wurden. Welche Veränderungen hat es gegeben?

Göbel:
Ein konkretes Beispiel sind die Fenster. Ursprünglich waren komplette Rundbogenfenster vorgesehen. Später haben wir auf rechteckige Fenster umgestellt, bei denen der Bogen nur noch im Rahmen ausgebildet ist. Dadurch wurde jedes Element weniger speziell und günstiger.

Auch die Dachgestaltung wurde angepasst: Das Dach war zunächst höher angesetzt. Außerdem haben wir statt Naturstein Fliesen gewählt.

An vielen kleinen Stellschrauben beim Material haben wir gespart, an der Fläche selbst jedoch keine Abstriche mehr gemacht – sonst wäre die Nutzbarkeit zu stark eingeschränkt worden.

Borgwardt:
Ist das Gebäude vollständig unterkellert?

Bernfried Lammersmann:
Nein, es ist teilunterkellert. Dort befinden sich WCs, Lagerräume, Kühlräume, Technik und Hausanschlüsse.

Borgwardt:
War das von Anfang an so geplant?

Lammersmann:
Ja. Zwischendurch gab es die Idee, eine Kegelbahn einzubauen, das war aber finanziell nicht darstellbar.

Borgwardt:
Das Projekt lag bei rund 1,5 Millionen Euro?

Lammersmann:
Ja, allerdings ohne Einrichtung.

Borgwardt:
Wie lange dauerte der Prozess von der ersten Planung bis zur Schlüsselübergabe?

Lammersmann:
Begonnen haben wir etwa 2017. Der Entwurf, den wir 2018 auch im Rathaus vorgestellt haben, stammt aus diesem Jahr. Danach gab es längere Pausen, bis die Kosten erneut überarbeitet wurden und schließlich die Entscheidung zum Bau fiel.

Der Zeitpunkt war ungünstig: Nach dem Entwurf 2018 kam 2020 Corona, später der Ukraine-Krieg. Dadurch stiegen die Baukosten erheblich, und über die Genossenschaft musste zusätzliches Geld eingeworben werden.

Borgwardt:
Über welche Steigerung sprechen wir?

Lammersmann:
Etwa eine halbe Million – von 1,1 auf 1,5 Millionen Euro.

Borgwardt:
Zur Formensprache: Warum haben Sie sich für diese Dachformen entschieden?

Göbel:
Wir hatten zwei Varianten vorgestellt: eine moderne, angelehnt an das benachbarte Ärztehaus, mit Pfosten-Riegel-Fassade – und eine traditionelle, stärker ortstypische Version mit Dachüberstand und Rundbögen.

Die Verwaltung entschied sich für den traditionellen Entwurf, damit sich das Gebäude besser in den ländlichen Kontext einfügt.

Es war sogar gewünscht, die frühere Hofstelle wieder erkennbar zu machen. Die Ausrichtungen der alten Gebäude – Bullenstall und Scheune – spiegeln sich heute im Mehrfamilienhaus und im HUB wider. Der Nebengiebel zum Platz schafft Verbindung und zusätzliche Fläche: unten für die Küche, oben für Büros und Umkleiden.

Borgwardt:
Welche Materialien wurden verwendet?

Lammersmann:
Das Dach ist mit Tonziegeln der Firma Nelskamp gedeckt, die Fassade besteht aus Klinker. Am Eingang gibt es einen Natursteinsturz als Akzent.

Lammersmann / Göbel:
Die Fenster sind aus Kostengründen Kunststofffenster.

Göbel:
Innen wurden überwiegend Vinylböden und Fliesen verwendet, in den WCs sind die Wände komplett gefliest. Im Festsaal und Gastronomiebereich gibt es gestrichene Vliestapeten, teilweise Akzentwände mit Riemchen.

Beim Klinker haben wir uns am Mehrfamilienhaus orientiert: farblich abgestimmt, das HUB jedoch etwas traditioneller und wärmer. Die Muster wurden sogar in der alten Kneipe ausgelegt, und Mitglieder der Genossenschaft haben mitentschieden.

Borgwardt:
Gab es Überlegungen, das alte Brömmel-Wilms-Gebäude zu sanieren?

Göbel:
Kurzzeitig ja, als die Kosten stiegen. Aber der Sanierungsstau war so groß, dass es teurer geworden wäre als ein Neubau. Außerdem wäre Barrierefreiheit dort kaum umsetzbar gewesen. Der Neubau war zukunftsorientierter.

Borgwardt:
Welche Anforderungen gelten bei der Barrierefreiheit?

Göbel:
Entscheidend ist Schwellenlosigkeit. Wir können direkt vom öffentlichen Raum ebenerdig eintreten. Wichtig sind zudem ausreichende Bewegungsflächen.

Im Eingangsbereich gibt es ein barrierefreies WC, außerdem einen Plattformlift, der alle Ebenen erschließt. Auch Treppenbreite, automatische Türen und der Windfang wurden entsprechend geplant.

Borgwardt:
Was waren die größten Herausforderungen?

Göbel:
Vor allem der Betreiberwechsel und die gleichzeitigen Kostensteigerungen. Wir mussten Grundrisse neu ordnen, etwa wegen der Profiküche.

Trotz vieler Genossen als Bauherren gab es klare Strukturen. Mit Peter Stöbel hatten wir einen guten Ansprechpartner und kurze Entscheidungswege.

Borgwardt:
Und im Bauablauf?

Lammersmann:
Besonders die Lüftungsanlage war anspruchsvoll. Sie musste vor dem Richten in den Spitzboden eingebracht werden, weil sie später nicht mehr hineingepasst hätte.
Auch die Küchenplanung erforderte viel Abstimmung mit Hygieneamt und Technik.

Borgwardt:
Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis?

Lammersmann / Göbel:
Ja. Die Stimmung im Dorf ist sehr positiv.

Borgwardt:
Gibt es einen Punkt, auf den Sie besonders stolz sind?

Lammersmann:
Die Gründertafel wird sicher ein Highlight. Viele beteiligte Firmen kommen aus der Region.
Und architektonisch ist der Vorher-Nachher-Vergleich spannend – es gibt Fotos der alten Scheune und der heutigen Situation.

Göbel:
Von der Schermbecker Straße aus sieht man schön, wie HUB und Mehrfamilienhaus die frühere Hofstruktur neu interpretieren.

Lammersmann:
Auch der Blick von innen vor dem Giebelfenster ist beeindruckend.

Göbel:
Genau – von dort schaut man direkt in den Kern des Gebäudes.

Borgwardt:
Dann danke ich Ihnen herzlich für das Gespräch.

Interview mit Christian Lipfert: „Zeit für Neues braucht Mut“

Mit Christian Lipfert hat das HUB Erle einen Pächter gefunden, der Gastronomie, Dorfleben und Tourismus zusammendenkt. Im Gespräch erklärt er, warum die klassische Dorfkneipe an ihre Grenzen gestoßen ist, wie sein Konzept eines modernen Treffpunkts entstanden ist und weshalb er bewusst den sicheren Weg verlassen hat, um in Erle etwas Neues aufzubauen.

Oliver Borgwardt, Heimatmedien:
Wir haben heute den 14. Januar. Ich sitze hier mit Christian Lippert im HUB Erle. Ich freue mich, dass wir einen Termin gefunden haben. Ich bin jetzt zum ersten Mal hier und bin quasi noch so ganz „jungfräulich“. Ich weiß nur, dass es die Kneipe Brömmel-Wilms gibt, auf die ich jetzt aus dem Fenster schaue. Aber die ganze Geschichte des HUBs kenne ich noch nicht.

Das heißt, ich würde dich bitten, mir einfach mal einen Überblick zu geben, wie es dazu kam, dass wir heute hier sitzen können und du deinen Kaffee trinken kannst und ich mein Wasser.

Christian Lipfert:
Ja, machen wir das doch mal. Ich glaube, das Projekt ist entstanden, weil man bemerkt hatte, dass Arno Brömmel – der Wirt von Brömmel-Wilms – irgendwann gesagt hatte, er wird mal in Rente gehen wollen und findet keinen Nachfolger. Und dann hat Erle keine Kneipe mehr, weil das ist die letzte Kneipe, die Erle quasi hat – die letzte richtige Kneipe. Früher gab es hier, glaube ich, ganz viele, auch mal nebeneinander direkt.

Und da sind ein paar Leute wach geworden und sagten: „Oh, Taufe ohne Kneipe – hm, wo feiert man dann? Wo gehen die Leute abends hin? Wo geht man Bier trinken? Wo gehen die Stammtische hin? Wo kann ich meine Taufe später mit meinem Kind machen? Wo kann ich meine Hochzeitsfeier machen?“

Wir haben ja so viele Sachen hier – das sind ja nur Ausschnitte gerade. Auch Beerdigungen, die machen wir hier regelmäßig mit, mit den Beerdigungsinstituten vor Ort. Es kamen viele Sachen zusammen, wo man dann wirklich dachte: Das geht gar nicht ohne.

Wenn man keine Kneipe mehr hat, wenn man keine Apotheke mehr hat, wenn man keinen Einkaufsladen mehr hat – dann stirbt ein Dorf einfach. Dann ist es tot, dann ist es brach. Und da gab es eine kleine Gruppe, die sagte: Nee, da müssen wir was tun. Was machen wir?

„Gastronomen stehen auf einer Blacklist“

Borgwardt:
Und wie ging es dann weiter?

Lipfert:
Unter anderem gab es da Andreas Grotendorst – das war früher der Bürgermeister vor einiger Zeit hier im Dorf. Der ist immer total super drauf und macht sich schnell Gedanken. Der ist dann auf dieses Konzept gekommen mit der Bürgergenossenschaft Erle eG: Dass man eine Bürgergenossenschaft aufmacht, dass man Geld einsammelt.

Eine Gastronomie kann man heute so ohne Geld ja gar nicht mehr bauen. Es gibt keine Banken mehr, die das finanzieren. Wenn man als Gastronom in eine Bank reingeht, sagt die Bank: „Oh nee, schönes Leben noch, du kannst wieder gehen.“ Ein Gastronom kriegt absolut kein Geld mehr von der Bank. Die stehen quasi auf einer Blacklist. Und das ist genau das Problem in der Gastronomie.

Das wurde sofort erkannt. Und deswegen hat man gesagt: Wenn man das Konzept der Bürgergenossenschaft macht – wo man ja jetzt 2.100 Bürger hat – dann ist es für die Bank leichter, Geld abzugeben.

Und dieses Konzept wurde dann hier eingereicht. Eine Bürgergenossenschaft kann man nicht mal eben so gründen. Man muss sie richtig einreichen, da gibt es Regeln und Vorgaben. Dann wurde ein Vorstand gegründet – da braucht man auch schon viele Leute für. Und dann wurde angefangen.

Borgwardt:
Du sagst „angefangen“ – du warst aber am Anfang noch gar nicht dabei, oder?

Lippert:
Genau. Das war vor ungefähr vier Jahren. Damals gab es mich nicht. Damals gab es einen anderen Wirt, der dafür vorgesehen war. Der hat das mit angefangen zu planen. Und ungefähr nach zwei Jahren hat er das auf einmal aufgegeben. Corona kam dazwischen. Dieser vorgesehene Pächter hat ein anderes Objekt angenommen und hier in der Nähe eröffnet.

Und dann stand man da mit einem Projekt, mit einem geplanten Gebäude, und hatte keinen Pächter mehr. Und man hat gesagt: Wir bauen das erst, wenn wir einen Pächter haben. Weil was nützt es, wenn wir ein Haus bauen und dann gibt es keinen dafür?

„Christian, die suchen dich“

Borgwardt:
Wie bist du dann ins Spiel gekommen?

Lipfert:
Dann gab es eine Generalversammlung der Bürgergenossenschaft. Da hat man aufgerufen, dass alle mal rechts und links schauen – Familie, Freundeskreis – ob es da jemanden geben könnte, der das als Wirt machen könnte.

Und wenn man sich das Exposé durchliest, ist es ganz witzig: Man suchte quasi einen Gastronomen und gleichzeitig einen Tourismusbeauftragten. Also ganz viel mit Werbemaßnahmen und Umsetzung. Als Gastronom ist man eher im Service oder als Koch unterwegs und macht sich dann vielleicht als Wirt selbstständig. Was hier gesucht wurde, waren mehrere Berufe in einem.

Und meine Freundin Lara – die war einen Tag vorher auf der Generalversammlung – sagte zu mir: „Christian, die suchen dich.“ Ich so: „Wie, die suchen mich? Wer sucht überhaupt mich?“ Dann hat sie mir von dem Projekt erzählt.

Ich habe mir das Exposé durchgelesen und dachte: Das kann man ja gar nicht so machen, diese Person gibt es eigentlich gar nicht. Ich bin zufälligerweise gelernter Koch und gelernter Mediengestalter und habe Marketing dazugelernt. Ich habe diese Berufe, um das umzusetzen.

Ich war aber in einem super Job in Wesel – super Verdienst, man hätte mich bis zur Rente behalten können. Aber ich liebe die Herausforderung. Ich habe mir eine Woche Gedanken gemacht: wie man das umsetzen könnte, was man dazu machen müsste, was es kostet. Ich hatte immer mehr Lust darauf und war irgendwann selber überzeugt, dass das klappen kann.

Und dann bin ich spontan zu Arno Brömmel gegangen und habe gesagt: „Ihr sucht einen Wirt?“ Und er so: „Ja, suchen wir. Wer bist du denn?“ Ich stellte mich vor. Er sagte: „Ich dachte, ich kenne alle in Erle.“ Mich kannte man aber tatsächlich gar nicht.

„Dieser Dorfcharakter ist toll“

Borgwardt:
Du kommst aber ursprünglich aus Erle?

Lipfert:
Nein, ich komme nicht aus Erle. Ich wohne jetzt seit 13 Jahren hier in Erle. Ich komme eigentlich aus Oberhausen, hab zuletzt in Bochum gewohnt und bin dann durch eine Beziehung hier gelandet.

Ich komme aus dem Ruhrgebiet, bin aber nicht nur da aufgewachsen. Am Wochenende waren wir immer im Westerwald, zwischen den Bergen – da kommt meine Familie her. Da bin ich auf dem Dorf zwischen den Bergen aufgewachsen. Dieses Dorfleben kenne ich haargenau – nur wir hatten Berge dazwischen.

Als wir dann sagten, wir ziehen zusammen, war für mich klar: Ich ziehe nach Erle. Dieser Dorfcharakter ist toll. Ich habe den Flair hier direkt bemerkt. Das ist so ein Urlaubsort – das merkt man als Fremder: Mühle, alter Baum, Kornbrennerei. Die Leute grüßen einen. Man wird nicht schräg angeguckt. Alles ist noch so gesund hier im Dorf. Das hat mich fasziniert.

Borgwardt:
Und dann ging es weiter Richtung Genossenschaft?

Lipfert:
Ja. Arno Brömmel war total begeistert – wahrscheinlich auch, weil es hieß: Wir könnten eventuell einen Wirt haben. Er ist dann zum Vorstand gegangen und sagte: Da wäre jemand mit Interesse.

Wir haben uns zwei Wochen später getroffen, und ich hatte in den zwei Wochen schon ein fertiges Konzept gemacht. Dann habe ich das dem Vorstand vorgestellt – Andreas Grotendorst und Oliver Göttlich waren damals dabei, und Arno Brömmel auch. Wir saßen im alten Jagdzimmer bei Brömmel-Wilms.

Erst haben sie ihr Konzept vorgestellt. Das war so gedacht, dass man quasi Brömmel-Wilms neu haben wollte. Ich fand aber: Das kann man in einer neuen Welt gar nicht so integrieren. Ich hatte mein Konzept schon in der Tasche, mit einer Präsentation, Videos und allem.
Ich mache den Laptop auf – schwarzer Bildschirm – und als erstes kam: „Zeit für Neues.“ Dann war erstmal Funkstille. Drei bis fünf Sekunden. Zeit, das sacken zu lassen. Und dann fing meine Präsentation an. Ich habe gezeigt, was ich machen möchte, wie wir das aufdigitalisieren können, wie wir das umsetzen müssen, damit es in Zukunft funktioniert. Das waren so 20 Minuten.

„Ich dachte, alle waren schockiert“

Borgwardt:
Wie war die Reaktion?

Lipfert:
Sehr erstaunlich: Nach 20 Minuten haben alle eingepackt und sind ohne einen Ton nach Hause gegangen. Ich dachte: Okay, waren alle schockiert.

Zwei Wochen später meldeten sie sich wieder: Wir müssen uns treffen. Dann haben wir uns im Proberaum der Erler Jäger getroffen – im Keller, kalt. Wir saßen auf Bänken, haben eine Flasche Bier getrunken. Ich fragte irgendwann vorsichtig: Was ist denn jetzt mit dem Konzept? Und alle direkt: „Ja ne, machen wir!“ Das waren die Worte. Und dann ging es nach und nach weiter.

Ich habe dann erstmal Angebote eingeholt, Kostenaufstellungen gemacht: Was kostet das, ist das umsetzbar? Es stellte sich heraus: Es geht. Irgendwann kam in den Generalversammlungen die Entscheidung, dass das Haus gebaut werden kann.
Zwischendurch fehlte noch Geld – das war ein großes Problem. Das wurde dann in einem Jahr eingesammelt. Während der Schützenfestzeit haben wir eine riesige Werbetrommel gemacht, und das fehlende Geld kam wieder zusammen. Das war eine sehr schöne Aktion.

Dann wurde ich als Wirt vorgestellt – das war auch ein Überraschungspunkt. Und die große Frage war: Wer ist der denn? Die kannten mich nicht. Da steht auf einmal einer auf der Bühne, mit Videoshow, erzählt, was man jetzt machen müsste – und alle denken: Wer ist der?

Ich wusste: Das funktioniert so nicht. Also habe ich mir ein Jahr Zeit genommen und bin auf jede Veranstaltung gegangen. Überall. In Erle und Umgebung. Ich habe versucht, die Leute kennenzulernen, mich vorzustellen, damit sie mich sehen und Fragen stellen können. Nach einem halben Jahr haben mich alle mit Namen angesprochen. Das war viel Arbeit – ich habe ja nebenbei gearbeitet und musste mir Termine freinehmen. Aber mir war wichtig: Wenn ich das hier mache, dann müssen die Leute mich kennen wie Arno Brömmel.

„Das klassische Konzept funktioniert so nicht mehr“

Borgwardt:
Geh mit mir mal gedanklich durch dein Konzept. Warum funktioniert die klassische Dorfkneipe in der alten Form nicht mehr?

Lipfert:
Die alte Dorfkneipe ist eine klassische Theke, wo Menschen an der Theke hängen und Bier trinken. Das Leben hat sich gewandelt. Eltern wollen ihren Kindern sowas nicht mehr zeigen. Das ist ein großes Problem, weswegen Gäste ausbleiben. Viele wollen dieses Bild nicht sehen und wollen nicht in eine „alte Kneipe“ rein – obwohl das hier bei Brömmel-Wilms sehr gemütlich war, das muss man sagen.

Eine Kneipe kann man neu erfinden, das ist möglich, das ist sogar wieder im Kommen – aber nicht mit dem alten Konzept. Eine Dorfkneipe ist heute eigentlich eine Bar. Beides hat eine Theke, aber der Anspruch ist höher geworden: mehr Getränke, mehr Auswahl. Whisky, Tastings, Cocktails, Aperol Spritz – das muss laufen.

Das Wort „Kneipe“ bringt für viele mit: alt, kaputt, nicht mehr viele Gäste, verraucht. Die Erler haben das vielleicht nicht so im Kopf, weil es ihr Treffpunkt war. Aber wir können ja nicht nur die Erler als Gäste haben. Wir brauchen auch Gäste von außen, damit der Laden läuft – und die haben diese Bilder im Kopf. Deshalb haben wir gesagt: Dieses klassische Konzept funktioniert so nicht mehr.

Das HUB Erle will mehr als eine Dorfkneipe sein

Borgwardt:
Und was ist das neue Konzept?

Lipfert:
Nicht einfach „neue Dorfkneipe“, sondern: Wie machen wir einen Treffpunkt, einen Knotenpunkt, einen Mittelpunkt für Erle, wo alle hinwollen – aus der Umgebung: Schermbeck, Dorsten, Heiden, Marienthal, Raesfeld und natürlich Erle.
Wir haben ein Konzept für bis zu 50 Kilometer Umkreis. Es beinhaltet Tourismus: Fahrradtourismus, Reittourismus, Wandertourismus. Und Leute aus dem Ruhrgebiet, die eine kurze Auszeit wollen: Samstag eine halbe Stunde fahren und plötzlich in einer anderen Welt sein. Freundliche Leute, Dorf, Natur. Das können wir geben.

Erle hat so viele Punkte: die Mühle, den alten Baum – 1.500 Jahre –, Kornbrennerei-Führungen, Heimatmuseum. Dazu Essen: Kaffee und Kuchen, Schnitzel – wenn Leute ins Münsterland fahren, wollen die ein Schnitzel essen. Spargelhof, Spargel von Böckenhoff. Das sind Argumente, wo wir uns keine Sorgen machen, dass es nicht funktionieren kann.

Der Knotenpunkt als neues Leitmotiv

Borgwardt:
Der Name „HUB“ war für viele erst mal neu. Was steckt dahinter?

Lipfert:
HUB ist ein englisches Wort und heißt auf Deutsch Knotenpunkt. Knotenpunkt wollen wir sein: Treffpunkt, wo Leute zusammenkommen. Wir wollen ein Netzwerk bilden. Aus allen Orten kann man „die Straße runterfahren“ und landet in Erle – das ist ein fantastischer Ort dafür.

Und das ist auch unser Netz unter der Decke: Die Strukturen gehen zu allen Orten und treffen sich hier unter unserem Dach als Knotenpunkt wieder. Knotenpunkt war uns als Wort zu lang und zu deutsch, deshalb HUB. In der IT braucht man auch einen Hub, sonst kann man keine Netzwerke bilden – und genau so fühlen wir uns hier.

Und uns ist wichtig: Die Leute sollen hier nicht nur essen, sondern auch einfach sitzen, quatschen, Kaffee trinken, Kuchen essen, Wasser trinken – oder abends mit einer Clique Kartenspiele oder Gesellschaftsspiele spielen. Alles in einem modernen Gebäude.

„Man kommt herein in eine Wärme, in eine Gemütlichkeit“

Borgwardt:
Symbolisiert wird diese Netzwerkfunktion ja auch durch Lichtleisten im Gastraum. Beschreib doch mal für alle, die noch nicht hier waren: Wie sieht es aus, was erwartet einen?

Lipfert:
Man kommt rein in einen Raum, der lichtdurchflutet ist, wo man durch die Fenster Erle sehen kann – Natur und Ortskern. Und man kommt rein in eine Wärme, in eine Gemütlichkeit.

Wir haben am Eingang ein Foyer mit zwei Türen, damit es nicht zieht. Es gibt eine automatisierte Lüftungsanlage: kein Fenster aufmachen, Luft wird konstant ausgetauscht. Immer 22 Grad, immer frische Luft – man wird nicht müde.

Wir empfangen die Leute mit einem Willkommensmonitor, wir haben Beschilderung im ganzen Gebäude – schon die Frage „Wo sind die Toiletten?“ wird dadurch einfacher.

Im Restaurantbereich haben wir Naturtöne: Grüntöne aus der Natur, Kupfertöne auf den Tischen als Bezug zur Kornbrennerei (Kupferkessel). Naturholzboden-Optik – heute als versiegelter Vinylboden, weil echtes Holz zu teuer wäre.

Ganz wichtig ist die Theke: nicht normal, sondern groß – die längste Theke in Erle, und eine der längsten in der Umgebung. Rustikal, standhaft, mit Dorfcharakter. Auch die Fehmeiche soll sich darin wiederfinden: Baumstruktur, Rollen über der Couch als Anspielung auf Baumstämme.

Wir haben eine gemütliche Couch, Blumen, Natur – man soll die Zeit vergessen, so gemütlich ist es. Das merken wir schon bei Testgästen: „Boah, ist das gemütlich hier.“

Hinter der Theke präsentieren wir Produkte aus der Kornbrennerei und von Höfen aus Erle. Natürlich haben wir auch Klassiker, die Gäste erwarten – Baileys, Jack Daniels und so weiter – als Wiedererkennungswert. Aber wir führen Leute an unsere Produkte ran. Beispiel: Viele fragen nach Ouzo. Wir haben Kornanis von Böckenhoff – viel besser. Wenn die den probiert haben, wollen die keinen Ouzo mehr. Und dann kommen die wegen Kornanis – und der kommt aus Erle. Besser geht’s doch nicht.

Platz für große Gruppen

Borgwardt:
Ihr habt auch Säle und weitere Räume. Erzähl mal, was man hier mit größeren Gruppen machen kann.

Lipfert:
Wir haben insgesamt – zusätzlich zum Restaurant – drei weitere Räume.
Oben ist die Peterstube, benannt nach Peter Stöbel. Kurzer Einschub: Ich habe am Anfang vieles selbst geplant, aber bei der Umsetzung musste klar getrennt werden: Ich bin Pächter, die Genossenschaft ist Verpächter. Der Aufgabenbereich war so groß, dass wir jemanden brauchten – und Peter Stöbel ist genau die richtige Person gewesen. Er kann professionell umsetzen und auch klar sagen: „Christian, das geht so nicht.“ Der Vorstand hat ihn gefragt, und er hat zugesagt. Er war frisch in Rente – und hat das Projekt komplett durchgezogen.

Die Peterstube ist eine Restaurant-Erweiterung. Oben können nochmal 74 Personen sitzen, gleiche Atmosphäre wie unten. Es gibt eine große Panoramascheibe. Vor der Scheibe steht die Erler Tafel: fünf Tische für 20 Personen, die bleibt so stehen. Für Gruppen, Stammtische, Taufen, kleine Geburtstage, kleine Hochzeiten. Der Raum kann auch flexibel angepasst werden – mit Stellwänden, Nischen, alles mobil.

Unten haben wir einen großen Saal: über 10 Meter hoch, Decke frei, Akustikplatten, schöne Beleuchtung, geschwungene Theke. Die ist digitalisiert: Man kann über die Kasse buchen, man kann’s auch so freigeben, dass Gäste sich ein Bier zapfen und es automatisch in der Kasse landet.

Der Saal hat eine große Fensterfront, ist abtrennbar. Daneben ist der Meetingraum Andreas. Wenn wir beides öffnen, können wir an runden Tischen bis zu 130 Personen setzen, an eckigen bis zu 150. Stehend bis zu 199 Personen. Klimaanlage, Soundsystem integriert, DJ kann sich anschließen, Mikrofone, Headsets – da ist viel drin. Bestuhlung ist individuell, wir bauen es wie der Gast es braucht.

Der Meetingraum Andreas ist bei geschlossener Trennwand für etwa 30 Personen, mit großem Bildschirm, eigenem Surround-System, Mikrofonen und Headsets – auch für Unternehmen. Beispiel Volksbank gegenüber: Die haben nicht solche Räume, können hier rüberkommen und haben einen schalldichten Raum.

„Die Leute sollen sagen: Das ist lecker“

Borgwardt:
Und die Küche – was kann man hier essen?

Lipfert:
Die Küche ist nagelneu, auf dem neuesten Stand, auch digital. Ich nenne ein Gerät immer den „Thermomix für Große“ – ein iVario, das kann alles. Digitale Kombidämpfer, Kücheninsel, Fenster, lichtdurchflutet. Küchenmonitore, das System ist komplett integriert.
Die Köche dürfen die Karte verändern: pro Quartal eine neue Karte, leicht abgewandelt. Schnitzel bleibt – das lieben die Leute im Münsterland.

Mittags haben wir ab 12 Uhr geöffnet, mit Mittagstisch (immer ein Gericht) plus kleiner Karte. Abends dann à la carte, etwas gehobener.
Vom kleinen bis zum großen Portemonnaie, vom kleinen bis zum großen Hunger – alles dabei. Burger, Schnitzel, Steak, regionale Produkte. Kartoffeln von Hof Breil, Champignons aus Raesfeld, Eier von Hof Kruse – 200 Meter von hier, Erler Hühner. Dazu eine regionale Fleischerei aus dem Nachbarort. Lieber einen Euro weniger verdienen, aber die Leute sollen sagen: „Das ist lecker.“

Und wir machen Dinge selbst, die viele nicht mehr machen, zum Beispiel eine Hausmutter-Rinderroulade. Die kommt super an – auch bei Gästen aus dem Ruhrgebiet, die sagen: „Jahre nicht mehr gesehen.“

Die Testphase – ein gewolltes Durcheinander

Borgwardt:
Ihr seid ja jetzt in der Testphase vor der Eröffnung Anfang Februar. Wie läuft das bisher, und wo merkt ihr: Da müssen wir nacharbeiten?

Lipfert:
Viele würden sagen: Fang klein an. Ich fand das den falschen Weg. Deswegen haben wir Testspiele gemacht: eine fixe Karte, einen Monat lang gleich, damit wir üben und verbessern können. Und dann: Lass uns das Haus voll machen von Anfang an.
Am ersten Tag geht alles schief – längere Wartezeiten, Teller nicht perfekt – aber die Leute wissen: Testspiele. Es darf durcheinander sein. Und dann werden wir täglich besser und arbeiten die 1000 Punkte ab.

Am ersten Tag war es ein heilloses Durcheinander: neues Kassensystem, alle mit Ordermans, Speiseaufzug (nagelneu), alles muss da durch – ein Nadelöhr. Und wir haben festgestellt: Wenn oben 50 Leute sitzen, ist die Akustik noch zu schlecht, da müssen wir nachjustieren. Das hätten wir nicht gemerkt, wenn nur 10 Leute da wären.
Wir sind total dankbar für alle Testgäste. Die haben das mitgemacht und dafür sogar bezahlt. Am zweiten Tag hat schon vieles 50 Prozent besser geklappt.

Borgwardt:
Das heißt, du bist optimistisch, dass bei der Eröffnung am 7.2. alles funktioniert?

Lipfert:
Am 7.2. machen wir nicht à la carte. Da ist das Haus voll, alle wollen gucken. Es gibt eine kleine Karte, jeder kann was essen. Am 8.2. – ab da muss alles laufen. Dafür trainieren wir jetzt.

Borgwardt:
Gut, dann bedanke ich mich, wünsche viel Erfolg. Und wir sind alle gespannt auf das HUB Erle, das dann ab dem 7.2. für alle eröffnet sein wird.

Lipfert:
Ja, vielen Dank. Vielen Dank, dass ich mit dir reden durfte.

Borgwardt:
Gerne.

Hohe Mark RadRoute vier Sterne: ADFC bestätigt Premiumqualität

Die Hohe Mark RadRoute bleibt eine der bestbewerteten Radfernstrecken in der Region. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club hat die Route erneut mit vier Sternen ausgezeichnet und damit ihre Premiumqualität für weitere drei Jahre bestätigt.

Die Hohe Mark RadRoute verbindet insgesamt 17 Kommunen im Naturpark Hohe Mark und erstreckt sich über drei Regionen: den Niederrhein, das Münsterland und das nördliche Ruhrgebiet. Die rund 280 Kilometer lange Strecke führt durch schattige Wälder, farbenprächtige Heiden, vorbei an Seen und durch Moorlandschaften. Das Leitmotiv lautet „Aufsatteln und Abschalten“.

Hohe Mark RadRoute vier Sterne für weitere drei Jahre

Bereits bei der Erstzertifizierung überzeugte die Hohe Mark RadRoute den Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club als besondere „Fahrradsafari vor der eigenen Haustür“. Auch bei der aktuellen Bewertung bestätigte der ADFC die hohe Qualität der Streckenführung, die hervorragende Infrastruktur sowie das stimmige Gesamtkonzept der Route. Die Auszeichnung mit vier Sternen gilt für weitere drei Jahre.

Auszeichnung auf Reisemesse in Stuttgart

Die Urkunde für die erneute Zertifizierung überreichte der ADFC am vergangenen Wochenende im Rahmen der Messe „Fahrrad- und Wanderreisen“ auf der CMT Stuttgart. Bei einem Bühnenprogramm nahmen Dagmar Beckmann und Marianne Teltrop vom Naturpark Hohe Mark die Ehrung entgegen.

Anerkennung und Ansporn zugleich

Aus Sicht des Naturparks ist die Auszeichnung ein wichtiges Signal. „Die vier Sterne sind Anerkennung und Ansporn zugleich, unseren Gästen weiterhin eine echte ‚Extraspur Natur‘ zu bieten“, betont Christina Illenseer, Produktmanagement Hohe Mark RadRoute.

Auch die Zusammenarbeit mit den beteiligten Kommunen werde durch die erneute Zertifizierung bestätigt. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam dauerhaft hohe Qualitätsstandards sichern können. Die Hohe Mark RadRoute eröffnet neue Perspektiven auf die Natur und Landschaften unserer Region“, ergänzt Dagmar Beckmann, Geschäftsführerin Naturpark Hohe Mark.

Flexible Planung für Radurlaub und Tagesausflug

Neben dem Hauptkurs stehen Querspangen, Etappen und Tagestouren zur Verfügung. Dadurch lässt sich die Hohe Mark RadRoute flexibel planen und individuell anpassen. Start- und Zielpunkte sind frei wählbar. Die Wegekennzeichnung erfolgt durchgängig in Rot und Weiß, ergänzt durch das Routenlogo mit dem grünen Fahrrad.

Weitere Informationen zur Hohe Mark RadRoute, Tourenvorschläge, Kartenmaterial sowie Hinweise zu Gastgebern und Serviceangeboten finden Interessierte unter www.hohemarkradroute.de.

Interview mit Arno Brömmel: „Ein Dorf lebt von Veränderungen“

Arno Brömmel hat fast sein ganzes Leben in und mit der Gaststätte Brömmel Wilms verbracht. Im Gespräch blickt der langjährige Wirt auf den Abschied von der alten Kneipe, auf den Wandel der Dorf- und Kneipenkultur und auf seine Hoffnung, dass das HUB Erle den Geist der Gemeinschaft in neuer Form weiterträgt.

Oliver Borgwardt:
Heute ist der 15. Januar. Ich befinde mich hier in der alten Kneipe Brömmel-Wilms im Herzen von Erle. Hier ist schon ein bisschen Aufbruchstimmung, einiges ist schon weggeräumt. Mir gegenüber sitzt Arno Brömmel, den begrüße ich ganz herzlich. Ich freue mich sehr, dass Sie sich Zeit genommen haben für mich heute.

Arno Brömmel:
Ja, guten Morgen. Hallo.

Borgwardt:
Herr Brömmel, man sieht so ein bisschen: Die Zeit von Brömmel-Wilms geht ihrem Ende zu. Können Sie erzählen, wie es überhaupt dazu kam?

Brömmel:
Ja, wie kam es dazu? Ich denke mal, es ist so circa sieben Jahre her, da saß ich mit meinem Bankmenschen, dem Michael Weddeling von der Volksbank, zusammen. Wir haben gefachsimpelt: Das Haus müsste mal saniert werden, da müsste so vieles gemacht werden. Ich habe auch schon mein Alter, habe keinen, der es weitermacht – da wird es schwierig, sowas zu sanieren und vor allem weiterzuführen.

Michael sagte damals: Ein Dorf braucht doch auch eine Gaststätte, das gehört zur Infrastruktur. Dann habe ich überlegt: Was macht man?

Hier war es tatsächlich so: Wenn ich einen Blutsverwandten gehabt hätte, der das Lokal weiterführen will, wären die Auflagen vielleicht nicht ganz so schlimm geworden. Kommt aber ein Fremder rein, hätte ich so vieles machen müssen. Zum Beispiel das Treppenhaus zum Hotel – da hätte Beton gegossen werden müssen. Es wären viele Maßnahmen nötig gewesen, um das Geschäft weiterzuführen.

Und dann muss man bedenken: Das ist ein älteres Gebäude. Es hat den Krieg erlebt, ist bombardiert worden, hat eine Bombe mitgekriegt. Es ist hier und da notdürftig gepflegt worden, aber nach heutigem Stand nicht mehr tragfähig, nichts mehr, wo man drauf aufbauen könnte.

Dann kommt das Energetische dazu: Das Haus wird noch mit zwei alten Heizungen geheizt. Dieser große Kasten – das ist nicht mehr umweltgerecht, alles in die Jahre gekommen.

Und so fingen wir an zu überlegen. Wir haben das an der Theke erzählt, haben in unserem damaligen Bürgermeister Andreas Grotendorst schnell einen Freund gefunden, der das unterstützt hat. Viele Gäste sagten: Wir müssen etwas machen, wir müssen eine neue Gaststätte bauen.

Borgwardt:
Wie ging es dann konkret weiter?

Brömmel:
Damals kam mir die Idee, auf dem Hof Böckenhoff das alte Stallgebäude zu nutzen. Da war eine dicke Betondecke drin, da hätte man in zwei Etagen gut was machen können. Aber die Gedanken waren anders – man wollte dort ein Mietshaus bauen.

Dann wurde hier die alte Scheune abgerissen, und so hat sich das aufgebaut. Es wurde eine Genossenschaft gegründet. Und man muss sagen – das sage ich auch mit Stolz –, wie die Erler da zusammengehalten haben. Auch viele Freunde aus Schermbeck, Raesfeld, Dorsten – von überall her sind sie gekommen und haben gezeichnet, um das zu unterstützen. Das ist schon eine phänomenale Sache.

Aber der Ausgangspunkt war ja: Was passiert hier, wenn ich mal nicht mehr bin? Ich fühle mich zwar wohl, bin aber leicht gesundheitlich angeschossen. Das Ganze kann schon stressen – Feierlichkeiten, Vorbereitungen. Mein Arzt hat mir gesagt: „Herr Brömmel, wie lange wollen Sie eigentlich noch machen?“

Und dann ist man angefangen zu überlegen, zu denken: Was kann man machen?

Borgwardt:
Das muss für viele Erler ein Schock gewesen sein, als Sie gesagt haben: Ich werde bald aufhören. Wie haben die Leute reagiert?

Brömmel:
Letztendlich gar nicht so stark, weil es gar nicht so weit gekommen ist. Ich hatte die Idee ja schon im Kopf mit ein paar Leuten zusammen. Das ist schnell verflogen, weil man gesehen hat: Es geht weiter, nur anders.

Natürlich sind heute noch viele Gäste traurig. Dieser angestammte Platz hier hat ihnen gut gefallen, der hat Behaglichkeit ausgestrahlt. Ich selbst war jeden Tag hier drin, da wird man betriebsblind. Gäste von auswärts sagten oft: „Mein Gott, was ist das für eine schöne alte Gaststätte.“ Ich habe das nie so gesehen.

Auch heute sagen viele: Schade, dass es wegkommt. Die Theke hier, Ort der Geselligkeit – da trauern sie drum. Ich will hoffen, dass das im HUB weiterläuft. Es ist neu, es ist anders – wir gehen in neue Zeiten. Ein Dorf lebt von Veränderungen.

Borgwardt:
Wie lange waren Sie denn hier Wirt?

Brömmel:
Ich bin in diesem Haus geboren, wie meine Geschwister, meine Mutter auch. Ich habe hier meine Jugend gehabt, bin nach der Bundeswehr mit 21 eingestiegen, bin jetzt 67. Also 45 Jahre schnell.

Die Urkunde für 40 Jahre habe ich schon gekriegt, für 25 auch – über 45 Jahre habe ich es hier gemacht.

Borgwardt:
Sie haben einen Einblick über Jahrzehnte. Wie hat sich die Kneipenkultur verändert?

Brömmel:
Gravierend. Vor 20, 25 Jahren hatten sie abends noch einen Dämmerschoppen, da saßen sieben, acht, neun Mann an der Theke. Das ist heute nicht mehr.
Die Gaststätte hat als Ort der Geselligkeit verloren. Man trifft sich noch, aber anders. Heute findet mehr am Tisch statt. Klicken kommen wohl noch, aber Frühschoppen und Dämmerschoppen – das ist weggebrochen.

Früher hatten wir in Erle sechs Gaststätten, die waren alle glücklich. Heute muss eine noch überleben. Und da brauchen wir jetzt auch im HUB Christian Lipfert, der braucht unsere Unterstützung. Wir können nicht dran vorbeilaufen. Dafür haben wir es nicht gebaut. Wir müssen auch reingehen – vielleicht wird es neu belebt wie ein neues Kerngut.
Ich gönne es ihm von Herzen, dass es klappt.

Borgwardt:
Christian Lipfert hat von Ihrer ersten Begegnung erzählt. Wie haben Sie das erlebt?

Brömmel:
Wir haben von der Genossenschaft überlegt: Wer kann das machen? Dann kamen ein paar junge Frauen und sagten: Wir kennen da jemanden, der hätte Spaß dran.
Zu dem Zeitpunkt wohnte Christian schon zwölf Jahre in Erle, aber ich kannte ihn nicht. Ich habe ihm gesagt: Du hast dich gut versteckt.

Er stellte sich vor, machte sofort einen sympathischen Eindruck. Wir sind schnell zusammengewachsen. Natürlich gibt es Meinungsverschiedenheiten – ich habe meinen Drall, Christian seinen. Aber ich konnte mir Zeit lassen und sagen: Ich gebe ihm im nächsten Jahr die Gaststätte ab. Und so ist es jetzt auch.

Christian hat viel auf sich genommen, das muss man sagen. Ich wünsche ihm von Herzen alles Gute, dass das klappt – auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Bürgergenossenschaft wünsche ich mir das. Alle sollen Freude an dem Objekt haben, auch Christian, der muss es ja bezahlen mit der Pacht.

Borgwardt:
War es für Sie ungewohnt, dass es kein „Brömmel 2.0“ geben wird, sondern ein neues Konzept?

Brömmel:
Nein. Ein Dorf lebt von Veränderungen. Es kann nicht immer alles so bleiben, wie es ist.
Ich freue mich auf das, was kommt. Ich kann jetzt endlich Dinge machen, an denen ich immer Freude hatte. Und ich werde mich freuen, wenn ich bei Christian in die Gaststätte gehe und mit Erlern ein Bier trinke. Da habe ich kein Problem mit – ich bin froh, dass es so gekommen ist.

Borgwardt:
Was passiert mit dem alten Gebäude?

Brömmel:
Ich würde gern, dass es in der Familie bleibt. Ich möchte mir den Stress von Bauaktivitäten nicht mehr antun. Ich werde es an Familienangehörige abgeben, Namen möchte ich nicht nennen.

Hier soll ein Wohngebäude entstehen, Interessenten gibt es. Ich möchte selbst auch wieder hier wohnen. Was genau entwickelt wird, ist nicht mehr meine Sache.

Borgwardt:
Sie kommen jetzt von der Theke zurück ins Tageslicht. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Brömmel:
Ich habe immer Spaß an der Dorfgemeinschaft gehabt. Über 40 Jahre war ich im Schützenverein aktiv, 33 Jahre Präsident. Ich setze mich gern für mein Dorf ein.
Was ich jetzt vertiefen werde, ist meine Tätigkeit als Ratsmitglied im Rat der Gemeinde Raesfeld. Ich möchte mich noch nicht zur Ruhe setzen, aber das tun, was ich gern mache.

Borgwardt:
Dann wünsche ich Ihnen dafür alles Gute. Wir sind gemeinsam gespannt auf die Eröffnung des neuen HUB Erle am 7.2. Vielen Dank, Herr Brömmel.

Brömmel:
Ja, danke für Ihre Zeit.

Kartenvorverkauf für Karneval 2026 in Raesfeld startet am 25. Januar

Der Raesfelder Carnevals Verein beginnt frühzeitig mit den Vorbereitungen für die Karneval 2026. Am Sonntag, 25. Januar 2026, lädt der Verein zum Kartenvorverkauf für seine Karnevalsveranstaltungen ein.

Der Vorverkauf findet von 13 bis 15 Uhr im Rathaus Café in Raesfeld statt. Besucherinnen und Besucher können dort Eintrittskarten für insgesamt drei Veranstaltungen erwerben, die im Februar 2026 geplant sind.

Den Auftakt macht am Samstag, 7. Februar 2026, die traditionelle Galasitzung des Vereins. Die Veranstaltung beginnt um 19.11 Uhr, der Eintrittspreis beträgt 15 Euro. Am darauffolgenden Sonntag, 8. Februar 2026, steht der Kinderkarneval auf dem Programm. Beginn ist um 15.11 Uhr, der Eintritt kostet 7 Euro. Für musikalische Unterhaltung zum Karneval sorgt der Sänger Nilsen.

Ein weiterer Höhepunkt der Session ist für Samstag, 14. Februar 2026, geplant. Dann veranstaltet der Raesfelder Carnevals Verein die „Schräglage 11.0“. Als Stargast wird Rumbombe erwartet. Die Veranstaltung beginnt um 19.11 Uhr, der Eintrittspreis liegt bei 15 Euro.

Wer den Kartenvorverkauf im Rathaus Café nicht wahrnehmen kann, hat die Möglichkeit, Eintrittskarten über die Internetseite des Raesfelder Carnevals Vereins zu bestellen. Der Verein rechnet mit großem Interesse und blickt erwartungsvoll auf die kommende Karnevalssession 2026.

Neues Kürbis-Karottenbrot bereichert das Sortiment der Bäckerei Spangemacher

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Mit ihrem neuen Kürbis-Karottenbrot erweitert die Bäckerei Spangemacher ihr Angebot um eine herzhafte Brotspezialität.

Besonderheiten des Kürbis-Karottenbrots

Das Kürbis-Karottenbrot überzeugt durch eine saftig-weiche Krume mit Karotten und Saaten sowie eine kräftig gebackene Kruste mit feinen Röstaromen. Besonderen Wert legt die Bäckerei auf die Herstellung des Brotes. Durch die Langzeitführung gilt es als besonders bekömmlich. Zudem ist das Kürbis-Karottenbrot eiweißreich und enthält rund 11 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm. Für den nussigen Geschmack sorgen unter anderem hochwertige Kürbiskerne aus der Steiermark sowie ausgewählte Zutaten mit einem hohen Anteil gesunder Fette.

Kürbis-Karottenbrot: Zutaten und Herstellung

Die Kombination aus Karotten, Saaten und Kürbiskernen macht das Kürbis-Karottenbrot zu einer ausgewogenen Brotspezialität. Die handwerkliche Verarbeitung und die lange Teigruhe tragen wesentlich zur Qualität und zum intensiven Geschmack bei. Wer Wert auf eine herzhafte und zugleich ausgewogene Brotspezialität legt, findet hier im Sortiment eine neue, geschmackvolle Alternative.

Erhältlich ist das Kürbis-Karottenbrot immer dienstags und samstags. Angeboten wird der 750-Gramm-Laib zum Preis von 4,70 Euro.

Um mehr zu erfahren, klickt hier:

Filialen

Raesfeld (Hauptgeschäft)

Weseler Str. 30, 46348 Raesfeld
Tel.: 02865 390

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 5.30 – 18.30 Uhr
Samstag: 5.30 – 13 Uhr
Sonntag: 7.30 – 11 Uhr

Beim Laden der Karte werden Daten an Google uebermittelt.

Borken (Weseler Landstr.)

Weseler Landstraße 37, 46325 Borken
Tel.: 02861 8051162

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 6 – 18 Uhr
Samstag:  6 – 13 Uhr
Sonntag: 8 – 11 Uhr

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Borken (Dülmener Weg)

Dülmener Weg 48, 46325 Borken
Tel.: 02861 601143

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 6 – 18 Uhr
Samstag:  6 – 13 Uhr
Sonntag: 8 – 11 Uhr

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Erle

Silvesterstraße 1, 46348 Erle
02865 7347

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 6 – 18 Uhr
Samstag: 6 – 13 Uhr
Sonntag: 7.30 – 11 Uhr

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Pfarrgemeinde Raesfeld: Grüße aus Indien

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Viele Grüße aus Indien

Pastor Fabian Tilling und Pater Johnsun senden herzliche Grüße von unterwegs. Die Reisegruppe der Kirchengemeinde St. Martin ist mit 40 Teilnehmenden vom 15. bis 30. Januar in der Heimat von Pater Johnsun unterwegs und reist einmal quer durch das Land.

Auf dem 14 tägigen Programm stand auch ein Besuch des Taj Mahal. Foto; Privat.

Einbruch Raesfeld: Unbekannte dringen in Geschäftsräume ein

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In Raesfeld ist es in der Nacht zum Samstag zu einem Einbruch gekommen. Unbekannte Täter verschafften sich gewaltsam Zugang zu einem Geschäft an der Straße Schwietering. Die Polizei bittet um Hinweise.

Bei dem Einbruch drangen die Täter nach Angaben der Polizei in der Nacht zum Samstag in ein Geschäft in Raesfeld ein. Um in das Gebäude an der Straße Schwietering zu gelangen, machten sie sich an einem Fenster zu schaffen und überwanden dieses gewaltsam.

Täter stehlen Geräte und Bargeld

Nach ersten Erkenntnissen entwendeten die Unbekannten verschiedene Geräte sowie Bargeld. Angaben zur Höhe des Schadens liegen derzeit noch nicht vor. Die Ermittlungen dauern an.

Polizei bittet um Hinweise zum Einbruch Raesfeld

Das zuständige Kriminalkommissariat in Borken bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 02861 9000 bei der Polizei zu melden.

Pfarrgemeinde: Alle Gottesdienste und Termine auf einen Blick

Gottesdienste, Gebetszeiten und zahlreiche Treffen prägen die kommenden Tage in der Pfarrgemeinde. Die aktuellen Pfarrnachrichten geben einen kompakten Überblick über alle wichtigen Termine rund um den zweiten Sonntag im Jahreskreis.

Im Mittelpunkt stehen die Gottesdienste in den Kirchen St. Martin in Raesfeld, St. Silvester in Erle, St. Marien in Rhedebrügge sowie in der Schlosskapelle. Am zweiten Sonntag im Jahreskreis werden mehrere heilige Messen gefeiert, ergänzt durch Rosenkranzgebete und Gedenkmessen. Auch in der folgenden Woche setzt sich das regelmäßige liturgische Angebot mit Wort-Gottes-Feiern, Anbetungen und Andachten fort.

Treffen und Veranstaltungen

  • Mittwoch, 21. Januar
    • 16:00 bis 18:00 Uhr Bücherkeller geöffnet, Pfarrsaal Hohen Weg
  • Montag, 19. Januar
    • 18:00 Uhr Doppelkopf-Abend der Kolpingsfamilie, Martinushaus
  • Dienstag, 27. Januar
    • 15:00 Uhr Treffen der Seniorengemeinschaft St. Martin mit Gottesdienst und Kaffeetrinken
  • Samstag, 31. Januar
    • 15:00 Uhr Jahreshauptversammlung der KAB St. Martin Raesfeld, Gemeinschaftshaus Martinus
  • Dienstag, 10. Februar
    • 08:30 Uhr Frühstück der kfd Raesfeld mit Vortrag, Martinushaus

Gottesdienste und Gebetszeiten

  • Samstag, 17. Januar
    • 11:00 Uhr Goldhochzeit, Schlosskapelle
    • 17:30 Uhr Beichtgelegenheit, St. Martin
    • 18:00 Uhr Vorabendmesse, St. Martin
  • Sonntag, 18. Januar, 2. Sonntag im Jahreskreis
    • 07:30 Uhr Heilige Messe, St. Martin
    • 09:00 Uhr Heilige Messe, St. Marien
    • 10:30 Uhr Heilige Messe, St. Silvester
    • 14:30 Uhr Rosenkranz, St. Martin
  • Montag, 19. Januar
    • 08:30 Uhr Heilige Messe, St. Martin
    • 15:00 Uhr Gebetsstunde, St. Silvester
    • 17:30 Uhr Rosenkranz, St. Martin
  • Dienstag, 20. Januar
    • 08:30 Uhr Wort-Gottes-Feier, St. Martin
    • 10:00 Uhr Trauerfeier und Beerdigung Ingrid Stamm, Friedhof Raesfeld
    • 17:30 Uhr Rosenkranz, St. Martin
    • 18:30 Uhr Ökumenisches Friedensgebet, Lukaszentrum
    • 19:00 Uhr Heilige Messe mit Patronatsfest, Schlosskapelle
  • Mittwoch, 21. Januar
    • 08:30 Uhr Wortgottesdienst mit Kommunionfeier, St. Martin
    • 16:30 Uhr Heilige Messe, Seniorenhaus St. Martin
    • 17:30 Uhr Rosenkranz, St. Martin
  • Donnerstag, 22. Januar
    • 08:30 Uhr Wortgottesdienst, St. Martin
    • 09:00 Uhr Anbetung, St. Martin
    • 10:00 Uhr Heilige Messe, Haus an der Gartenstraße
    • 17:30 Uhr Rosenkranz, St. Martin
  • Freitag, 23. Januar
    • 08:30 Uhr Wort-Gottes-Feier, St. Martin
    • 09:15 Uhr Rosenkranz, Silvesterhaus
    • 09:45 Uhr Heilige Messe, Silvesterhaus
    • 14:30 Uhr Trauerfeier und Beerdigung Karin Habermehl, Friedhof Raesfeld
    • 15:00 Uhr Anbetung, St. Silvester
    • 17:30 Uhr Rosenkranz, St. Martin
  • Samstag, 24. Januar
    • 11:00 Uhr Trauerfeier und Urnenbeisetzung, Friedhofskapelle St. Silvester
    • 12:30 Uhr Andacht zur Eröffnung des neuen Außengeländes, Kita St. Marien
    • 14:30 Uhr Auswärtige katholische Trauung, Schlosskapelle
    • 17:30 Uhr Beichtgelegenheit, St. Silvester
    • 18:00 Uhr Vorabendmesse, St. Silvester
  • Sonntag, 25. Januar, 3. Sonntag im Jahreskreis
    • 07:30 Uhr Heilige Messe, St. Martin
    • 09:00 Uhr Heilige Messe, St. Marien
    • 10:30 Uhr Heilige Messe, St. Martin
    • 14:30 Uhr Rosenkranz, Friedhof Raesfeld
    • 17:00 Uhr Abendlob mit Hans-André Stamm, St. Martin

Gemeinde Raesfeld Teil des Münsterland-Auftritts auf der Grünen Woche in Berlin

Raesfeld ist Teil des münsterländischen Auftritts auf der Grünen Woche in Berlin. Zum 100-jährigen Jubiläum der Grüne Woche präsentiert der Regierungsbezirk Münster seine neun LEADER-Regionen, darunter auch die LEADER-Region Hohe Mark, zu der Raesfeld gehört. Damit wird sichtbar, wie europäische Fördermittel direkt im ländlichen Raum wirken.

Raesfeld in der LEADER-Region Hohe Mark verankert

Zur LEADER-Region Hohe Mark gehören neben Raesfeld die Städte und Gemeinden Dülmen, Dorsten, Haltern am See, Olfen, Heiden und Reken. Gemeinsam setzen sie auf Projekte, die den ländlichen Raum stärken, das Ehrenamt unterstützen und die Lebensqualität vor Ort sichern. Auch für Raesfeld eröffnet das Förderprogramm LEADER die Möglichkeit, lokale Ideen umzusetzen und langfristige Entwicklungen anzustoßen.

Münsterland präsentiert sich gemeinsam in Berlin

Am LEADER-Stand in Halle 5.2a, Stand 125, zeigen die neun Regionalmanagements, wie die Europäische Union und das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen die regionale Entwicklung fördern. Ergänzt wird der Auftritt durch die münsterländischen Kreise, den Münsterland e. V., die Bezirksregierung sowie das Landesministerium. Zur Eröffnung wird auch NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen vor Ort sein.

Für Kommunen wie Raesfeld bedeutet diese Präsenz zusätzliche Aufmerksamkeit für den ländlichen Raum und für Projekte, die häufig aus bürgerschaftlichem Engagement heraus entstehen.

Europa wirkt vor Ort auch in Raesfeld

„Mit unserer Präsenz auf der Grünen Woche möchten wir das Münsterland in den Fokus rücken und zeigen, wo die EU überall ’vor Ort‘ wirkt. Hinter jedem Förderprojekt stehen demokratische Prozesse – ob beispielsweise innerhalb des Freundeskreises, des Vereins oder in den politischen Gremien der Kommunen“, erklärt Dominik Olbrich, Sprecher der münsterländischen LEADER-Regionen.

Celina Bomers aus dem Sprecher-Duo ergänzt: „LEADER bringt Menschen und Ideen zusammen und macht den ländlichen Raum lebendig und zukunftsfähig – ohne die Unterstützung der EU und des Landes Nordrhein-Westfalens wären viele Projekte so nicht möglich gewesen.“

Gerade für kleinere Gemeinden wie Raesfeld sind diese Fördermöglichkeiten ein wichtiger Baustein, um eigene Schwerpunkte zu setzen und lokale Entwicklungen nachhaltig voranzubringen.

Besuch auf der Grünen Woche

Die Grüne Woche findet vom 16. bis 25. Januar 2026 in Berlin statt. Wer in dieser Zeit vor Ort ist, kann den LEADER-Stand in Halle 5.2a, Stand 125, besuchen und sich über Projekte aus dem Münsterland informieren. Die Beteiligung der LEADER-Region Hohe Mark zeigt dabei auch, welchen Stellenwert Raesfeld innerhalb der regionalen Entwicklung einnimmt.

Jazz Kollektiv Babelsberg in Erle: Hardbop und Modern Jazz im Preens Hoff

Hardbop, Modern Jazz und eigene Kompositionen: Am Freitag, 30. Januar 2026, ist das Jazz Kollektiv Babelsberg in Erle zu Gast. Der Kulturkreis Schloss Raesfeld e.V. lädt ab 19 Uhr zu einem Konzertabend in den Preens Hoff ein, der klassische Jazztraditionen mit zeitgenössischen Einflüssen verbindet.

Konzertabend mit Wurzeln im Hardbop

Das Ensemble aus Potsdam hat sich musikalisch der Hardbop-Ära verschrieben, die in den 1950er-Jahren als Weiterentwicklung des BeBop entstand. Neben Titeln aus dem „Great American Songbook“ stehen auch Eigenkompositionen auf dem Programm. Das Publikum darf sich auf einen abwechslungsreichen Abend freuen, der von rhythmischem Drive ebenso geprägt ist wie von ruhigen Passagen mit Einflüssen aus Soul und Blues.

Fünf Musiker mit großer stilistischer Bandbreite

Das Jazz Kollektiv Babelsberg besteht aus fünf erfahrenen Musikern. Am Kontrabass und E-Bass spielt Chris Martin, der seine musikalischen Wurzeln im Blues und Rock hat und sich seit den 1980er-Jahren intensiv mit Jazzbegleitung und Improvisation beschäftigt. Heute ist er vor allem im Raum Berlin in zahlreichen Jazz-, Latin- und Funkprojekten aktiv.

Am Schlagzeug sitzt Jürgen Schötz, der am Konservatorium „Johann Sebastian Bach“ in Leipzig studierte und seit 1984 als Berufsmusiker arbeitet. Seine Laufbahn führte ihn durch Rock-, Pop-, Blues-, Jazz- und Latin-Formationen.

Pianist Robert Wagner studierte Musik und Geschichte auf Lehramt an der Universität Potsdam. Seit 2017 ist er dort als Dozent für schulpraktisches Musizieren und Musiktheorie tätig. Im Jazz Kollektiv Babelsberg widmet er sich insbesondere dem Hardbop.

Saxophonist Harry Petersen wuchs in Denver auf und war von 1979 bis 2011 Lead-Altist der hr-Bigband in Frankfurt am Main. Zudem zählt er zu den Gründern der Frankfurt Jazz Big Band, die er zunächst auch leitete.

An Trompete und Flügelhorn ist Stephan Bank zu hören. Er erhielt früh Trompetenunterricht, spielte in verschiedenen Big Bands und Projekten und ist aktuell unter anderem im Luna Jazz Quartett sowie im Jazz Kollektiv Babelsberg aktiv.

Eintritt, Karten und Förderung

Der Eintritt kostet für Nichtmitglieder des Kulturkreis Schloss Raesfeld e.V. 23 Euro pro Person. Schülerinnen und Schüler bis 18 Jahre sowie Studierende bis 27 Jahren haben freien Eintritt. Karten sind online über die Internetseite des Kulturkreises erhältlich. Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe gibt es telefonisch unter 02861/8040137.

Gefördert wird das Konzertprogramm durch die Gemeinde Raesfeld und den Kreis Borken.

Neuer Parkplatz in Erle mit 34 Stellplätze eröffnet

Der Parkplatz in Erle an der Silvester-Schule wurde nach dem gleichen Konzept wie der Raesfelder Rathausparkplatz geplant.

Der neue Parkplatz an der Silvesterschule hinter der Volksbank in Erles Ortsmitte ist fertiggestellt. Die letzten Restarbeiten erfolgten am Dienstag. Der 1.800 Quadratmeter große Parkplatz mit 34 Stellplätzen kann ab sofort genutzt werden. Der Bau dieses Parkplatzes ist Teil des Dorfentwicklungskonzepts und soll den Parkdruck in Erles Ortsmitte abschwächen.

Foto: Gemeinde Raesfeld

Nach dem Schwammstadt-Prinzip

Der Parkplatz wurde nach dem gleichen Konzept wie der Rathausparkplatz geplant. Nachdem der Mutterboden abgeschoben und ein Höhenausgleich mit Sand entstand, wurde eine Rigole unterhalb des Parkplatzes eingebaut. Sie dient der langsamen Versickerung des Regenwassers. Dadurch soll nach dem Schwammstadt-Prinzip das Regenwasser direkt dem örtlichen Grundwasser zugeführt werden.

Gleichzeitig wird so die Kanalisation entlastet. Anschließend wurde ein Schotteraufbau vorgenommen und der Platz gepflastert. Nun wurden auch die Beete angelegt und mit Rindenmulch abgedeckt. Die Gesamtkosten für den Neubau des Parkplatzes belaufen sich auf rund 500.000 Euro, die im Haushaltsjahr 2025 dafür zur Verfügung standen.

Schützenverein Homer: Rückblick, Wahlen und Ausblick auf 2026

Präsident und König Rainer Hüging konnte um 19:30 Uhr 41 Schützen in der ehem. Schule Homer begrüßen, darunter die Festhalter Hubert und Andreas Wessing, Kaiser Andre Olbing und den Bürgermeister Dirk Kuhmann.

Jahres- und Kassenbericht

Es folgten das Verlesen des Jahresberichts durch den Geschäftsführer Andre Olbing und des Kassenberichts durch Kassierer Ulrich Hoppe, trotz der 75jährigen Jubiläumsfeierlichkeiten stehen die Finanzen des Vereins gut da. Die Kasse hatten zuvor die Kassenprüfer Georg Grunden und Bernhard Steffens geprüft.

Vorstandswahlen

Bei den Vorstandswahlen schieden Guido Joosten und Jan Hüging turnusmäßig aus. Guido Joosten wurde wiedergewählt. Jan Hüging schlug als neuen Jugendvertreter im Vorstand Moritz Joosten vor. Dieser Vorschlag wurde von der Versammlung bestätigt.

Ernennung der Gildemeister

Zu Gildemeistern wurden Thomas Ebbert, Björn Voitel, Alexander Hölling und Peter Hü-ging ernannt. Die Gildemeister nahmen ihre Arbeit auf und verteilten Getränke.

Bericht aus dem Offizierscorps

Major Paul Stenkamp stellte fest, dass es im Offizierscorps einige Veränderungen gibt. Wegen des Sternenmarsches wurde Thomas Epping zum Oberleutnant befördert. Sonst hätte ein Befehlshabender gefehlt. Das Jubiläum war für alle Offiziere Neuland und es hat alles super funktioniert. Auch Rainer Hüging bestätigte, dass er sehr viel Lob für unser Offizierscorps bekommen habe.

Nach dem Jubiläum hören Hendrik Grunden, Jörg Lehmbrock und Paul Stenkamp auf. Paul bedankte sich bei den Offizieren, beim Vorstand und auch bei den Schützen für die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre. Zum Abschluss seiner Amtszeit beantragte er eine Wehrsolderhöhung. Die müsste aber mit dem Kassierer verhandelt werden.

Bereich Sport

Für den Bereich Sport wurde berichtete, dass kein regelmäßiges Fußballtraining statt-gefunden hat. Es wäre schön, wenn sich wieder Leute finden, die sich in diesem Be-reich engagieren, damit es da weitergehen kann. Bei der Fußball Dorfmeisterschaft 2025 belegte man trotzdem den zweiten Platz. Kanus und Hüpfkissen können weiter ausgeliehen werden.

Bereich Karneval

Beim Bericht für den Bereich Karneval wurde erklärt, dass es auch 2026 wieder eine Partysitzung geben soll, Termin ist der 13.02.2026. Die Vorbereitung ist in vollem Gange, das Programm steht. Die Sitzung ist nicht nur für Homeraner, sondern es sind auch Gäste herzlich willkommen.

Verschiedenes

Unter dem Punkt Verschiedenes wurde der Truppe, die den Antreteplatz erneuert ha-ben ein großes Dankeschön ausgesprochen. Andreas Schädlich, Ludger Hüging und Heinrich Grömping werden den Platz auch weiterhin betreuen.

Rainer Hüging sprach an, dass das Bild der Schützen bei der Parade sehr gut ausgesehen habe. Der Vorstand regt an, dass auch weiterhin bei der Parade am Donnerstag alle Schützen in weißem Hemd und dunkler Hose antreten. Es soll auch in diesem Jahr ein Doppelkoppabend stattfinden, ein Termin wird noch bekannt gegeben.

Rückblick und Dank

Zum Abschluss wurden Fotos vom Jubiläumsschützenfest und von anderen Aktivitäten des Jahres gezeigt. Der Präsident Rainer Hüging bedankt sich bei allen Schützen für die rege Teilnahme an der Versammlung und bei allen, die sich übers das ganze Jahr am Homeraner Leben beteiligen. Die Versammlung endet um 22:05 Uhr.

Glatteis in NRW: Schulen wechseln am Montag landesweit in den Distanzunterricht

Nordrhein-Westfalen steht zum Wochenstart vor einer gefährlichen Wetterlage. Nachdem der Schneesturm Elli das Land am Wochenende weitgehend verschont hat, droht nun akute Glatteisgefahr. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor gefrierendem Regen. Die Landesregierung reagiert und schickt alle Schülerinnen und Schüler am Montag in den Distanzunterricht. Viele Grundschulen schließen gleich ganz.

DWD warnt vor massivem Glatteis in ganz NRW

Der Sonntag zeigt sich in Nordrhein-Westfalen zunächst von seiner schönsten Winterseite. Strenger Frost, aber viel Sonnenschein sorgt für ruhiges Wetter. Doch die Lage ändert sich in der Nacht zu Montag dramatisch.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zieht von Westen eine Warmfront heran, die am Montagmorgen teils starken Regen bringt. Da der Boden noch gefroren ist, gefriert der Niederschlag sofort. Die Folge ist spiegelglattes Eis auf Straßen, Gehwegen und Brücken.

Der DWD spricht von einem hohen Unwetterpotenzial und warnt vor teils massiven Auswirkungen. Die größte Gefahr besteht zwischen Mitternacht und 10 Uhr, in Ostwestfalen sogar bis 13 Uhr.

NRW schließt Schulen am Montag

Angesichts der erheblichen Glättegefahr hat die Landesregierung am Sonntagnachmittag eine landesweite Entscheidung getroffen.

Alle Schulen in Nordrhein-Westfalen bleiben am Montag für den Präsenzunterricht geschlossen. Der Unterricht findet stattdessen im Distanzunterricht statt.

In den Schulen wird höchstens eine Notbetreuung angeboten, auch die OGS bleibt geschlossen.

Dorothee Feller
Schulministerin Dorothee Feller. Foto: Land NRW

Schulministerin Dorothee Feller erklärt: „Die Gesundheit und Sicherheit unserer Schülerinnen und Schüler haben für uns oberste Priorität. Deshalb haben wir uns zu diesem Schritt entschieden.“

Gefahr für den Berufsverkehr

Die Warnungen betreffen nicht nur den Schulbetrieb. Auch für Pendlerinnen und Pendler wird der Start in die neue Woche besonders gefährlich. Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger müssen mit extrem rutschigen Straßen rechnen. Behörden raten dazu, Fahrten wenn möglich zu vermeiden oder auf den öffentlichen Nahverkehr auszuweichen.

Holzernte und Waldpflege: Warum jetzt Bäume gefällt werden

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Rund um Raesfeld laufen derzeit umfangreiche Holzernte- und Pflegearbeiten im Wald. Warum diese Maßnahmen sinnvoll sind, welche Schutzvorkehrungen gelten und was mit dem Holz passiert, erklärt Wald und Holz NRW in einer aktuellen Mitteilung.

Fakten auf einen Blick:

  • Warum wird gefällt? Stabilisierung, Waldumbau, Pflege, Holzbereitstellung und Verkehrssicherung
  • Was wird gemacht? Zielgerichtete Eingriffe, Förderung von Mischung und Struktur, Berücksichtigung ökologischer Strukturen
  • Was ist das Ziel? Ein möglichst sicherer, naturnaher, klimaresilienter Wald – heute und für kommende Generationen; Bereitstellung des Wertstoffes Holz

Warum jetzt Bäume gefällt werden

Holzernte und Waldpflege fördern sichere und klimastabile Wälder, Biodiversität und die Wertschöpfung von heimischem Holz

Winterzeit ist Erntezeit im Wald

Seit November hört und sieht man sie wieder verstärkt: Forstleute mit Schutzhelmen und Motorsägen im Wald und vor Waldarbeiten mit Baumfällungen warnende Flatterbänder über Waldwegen: Die Holzernte findet überwiegend im Winterhalbjahr statt. Durchforstungs- und Pflegeeingriffe die der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen aktuell wieder in vielen Beständen umsetzt, sorgen dafür, die Stabilität und Vitalität unserer Wälder langfristig zu erhöhen.

Mehr Freiraum für Zukunftsbäume

Ausgewählte Zukunftsbäume werden behutsam freigestellt, sogenannte „Bedränger“ werden entnommen. Es wird Licht und Raum geschaffen, damit Naturverjüngung und aktiv gepflanzte, standortgerechte, klimaangepasste Baumarten etabliert werden können. Das Ziel ist dabei immer ein strukturreicher, stufiger Mischwald: alt neben jung, groß neben klein, dick neben dünn.

Neben den Arbeiten im landeseigenen Wald, organisieren auch die Forstämter, die sich in erster Linie um den Privatwald kümmern, aktuell etliche dieser Maßnahmen. So auch die Forstleute des Regionalforstamtes Ostwestfalen-Lippe, welche in diesen Wochen und Monaten zahlreiche Einschlagsmaßnahmen in den Waldbeständen der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse organisieren, die von ihnen betreut werden.

Gezielte Entnahme geschädigter Bäume

Dabei werden gezielt auch instabile und geschädigte Bäume entnommen. Diese verlieren schnell an Stand- und Bruchsicherheit; Kronenteile können herabfallen, Stämme können brechen oder umstürzen. Priorität haben Gefahrenbäume entlang von Straßen, Parkplätzen und Erholungseinrichtungen.

Warum wird im Winter gefällt?

Aber warum im Winter? „Dann stehen die Bäume nicht ‚im Saft‘ “, so Holger-Karsten Raguse, Leiter des Regionalforstamtes Ostwestfalen-Lippe, „das verringert mögliche Fällungsschäden am verbleibenden Bestand und noch wichtiger: Die Forstwirtinnen und Forstwirte können eventuelle Gefahrenquellen der laublosen Bäume besser einsehen.“ Denn: Baumfällungen sind und bleiben mit die gefährlichsten Arbeiten in der freien Natur. „Ich habe höchsten Respekt vor dieser anspruchsvollen Tätigkeit“, so Raguse weiter.

Lebensgefahr: Sperrungen dienen dem Schutz von Leib und Leben

Aus diesem Grund kann es während der Arbeiten auch zeitweise zu Wegesperrungen oder Umleitungen kommen. Diese dienen ausschließlich der Sicherheit. Innerhalb der Arbeitsbereiche besteht – unter anderem durch nachfallende Äste – Lebensgefahr, auch wenn gerade keine Maschinen zu sehen sind. Wald und Holz NRW bittet daher darum, Absperrungen konsequent zu beachten. Im Gegenzug wird die Landesforstverwaltung die Sperrzeiten so kurz wie möglich halten.

Holzrückung über Rückegassen

Die gefällten Stämme werden anschließend in gesamter Länge oder definierten Abschnittslängen an die Hauptabfuhrwege gezogen. Diese Holzrückung erfolgt auf extra dafür vorgesehenen Rückegassen. „Die sehen dann schon mal je nach Witterung und Holzmenge etwas wüster aus, dafür konzentrieren wir die Bodenbefahrung eben auf diese Schneisen, damit der weit überwiegende Teil des Waldbodens geschont bleibt“, so Raguse. Das Holz wird bis zur endgültigen Abfuhr in sogenannten „Poltern“ gelagert. Auch hier gilt die dringende Bitte: Diese keinesfalls betreten oder erklettern!

Holzernte ist regionale Wertschöpfung

Das Ziel der Ernte des Holzes ist seine möglichst lange „stoffliche“ Nutzung – im Bau, im Innenausbau, in der Holz- und Möbelwirtschaft. In Ostwestfalen-Lippe mit seiner ausgeprägten Möbel- und Küchenmöbelindustrie sind häufig kurze Verarbeitungswege und somit die regionale Wertschöpfung im Cluster Forst und Holz möglich. Weiterer Vorteil: Nachdem die Bäume CO2 aus der Luft aufgenommen haben, speichern sie den darin enthaltenen Kohlenstoff. Holzprodukte können diesen Kohlenstoff langfristig binden und energieintensive Materialien teilweise ersetzen.

Ökologisch Wertvolles gezielt erhalten

Hier gehören Holznutzung, Waldpflege und Naturschutz zusammen. Wo eben möglich, werden ökologisch wertvolle Strukturen gezielt bewahrt und gefördert: Biotopbäume – das sind Höhlen-, Horst- und Habitatbäume mit besonderen Strukturen – werden erhalten, Totholz und Kronenmaterial belassen und strukturreiche Waldränder gefördert. So werden Lebensräume für Insekten, Vögel, Fledermäuse und viele weitere Arten gesichert und weiterentwickelt.

Nachhaltige Waldwirtschaft braucht Verständnis

Aber richtig ist auch: Wo gehobelt wird, da fallen (auch) Späne. Aktive Waldbewirtschaftung geht nicht gänzlich im Stillen, sondern kann durchaus laut sein, was auch Besucherinnen und Besucher im Wald bemerken. Im Wald zeigt sich aber: Mit gegenseitigem Verständnis einerseits und maßvollem aktiven Wirtschaften andererseits schaffen wir die beste Voraussetzung für eine nachhaltige Nutzung des wertvollen Rohstoffes Holz und für langfristig klimastabile, bunte und zukunftssichere Wälder.

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