Im ehemaligen Hetkamp-Gebäude in Raesfeld zieht erneut Kunst ein. Mehrere Künstlerinnen und Künstler präsentieren dort ihre Arbeiten in der zweiten Kunstausstellung im Hetkamp-Haus 22. März bis 26. April 2026. Die Ausstellung verbindet Malerei, Fotografie, Skulpturen und Design. Gleichzeitig soll das Gebäude wieder stärker mit kulturellem Leben gefüllt werden.
Nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr geht die zweite Kunstausstellung im Hetkamp-Haus Raesfeld nun in eine neue Runde. Mehrere Künstlerinnen und Künstler aus der Region zeigen dabei ihre Arbeiten.
Marianne Bellenhaus zeigt Malerei und Fotografie
Eine der Ausstellenden ist die Künstlerin Marianne Bellenhaus. Sie wurde in Dinslaken geboren und lebt seit vielen Jahren in Borken, wo sie auch ein eigenes Atelier betreibt.
Ihre Arbeiten reichen von großformatigen Ölbildern bis zu kleineren Werken. Neben der Malerei beschäftigt sie sich auch mit Druckgrafik, Skulpturen und Fotografie.

Im Laufe der Jahre stellte Bellenhaus ihre Werke bereits in zahlreichen Ausstellungen aus. Eine wichtige Rolle spielte dabei ihre Zeit als Vorsitzende der Künstlergruppe Kim in Borken und Umgebung. In dieser Zeit organisierte die Gruppe mehrere gemeinsame Ausstellungen im Münsterland.
In den vergangenen Jahren rückte die Fotografie stärker in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Besonders intensiv beschäftigt sich Bellenhaus mit Veränderungen im Stadtbild von Borken. Aus diesen Bildserien entstanden mehrere Fotobücher. Darin hält sie Stadtansichten, Entwicklungen und Alltagsdetails fest. Neben Motiven aus Borken zeigt sie auch fotografische Arbeiten aus anderen Regionen. Ein Teil dieser Fotobücher wird ebenfalls in der aktuellen Ausstellung zu sehen sein.
Musik und Bild bei Martin Buntrock
Auch der Dorstener Künstler Martin Buntrock beteiligt sich an der Ausstellung. Er arbeitet vor allem als Komponist und Musiker und verbindet Musik mit Bildkunst.

Der Künstler erklärt, dass sich beide Bereiche gegenseitig beeinflussen. Häufig entstehe Musik aus Bildern. Umgekehrt entwickle er Bildideen aus eigenen Musikkompositionen.
Seine Technik beschreibt er als „fotografische Malerei“. Grundlage seiner Werke seien Fotografien, die er mit verschiedenen fotografischen Methoden aufnehme. Dazu gehören unter anderem Intentional Camera Movement und Langzeitbelichtungen. Die Aufnahmen bearbeitet er anschließend digital weiter. So entstehen Bilder, die zwischen Fotografie und Malerei angesiedelt sind.
Porzellan, Draht und Licht von Kriste Tillmann
Die Künstlerin Kriste Tillmann aus Ochtrup wurde in Litauen geboren, wuchs in den USA auf und lebt seit rund 26 Jahren in Deutschland. Kunst begleitet sie seit ihrer Kindheit.

In ihren Arbeiten nutzt sie vor allem Porzellan und Metalldraht. Beide Materialien setzt sie ein, um mit Licht und Schatten zu arbeiten.
Porzellan fasziniert sie wegen seiner transluzenten Wirkung. Das Material lässt Licht durchscheinen und verändert seine Wirkung je nach Beleuchtung. Arbeiten aus Metalldraht erzeugen dagegen feine Linien und Strukturen, die im Raum Schatten zeichnen. Ein Teil ihrer Objekte entsteht aus nur einem der beiden Materialien. In anderen Arbeiten kombiniert sie Porzellan und Draht.
Isel Lübke-Rivera: Kunst und Design aus einem Atelier in Raesfeld
Auch Isel Lübke-Rivera zeigt Arbeiten in der Ausstellung. Die Künstlerin stammt aus Kuba. Dort besuchte sie bis zu ihrem 17. Lebensjahr eine Kunstschule. Später setzte sie ihre Ausbildung in Deutschland fort und studierte Kunst und Design, Produktdesign sowie Innenarchitektur.

Heute lebt und arbeitet sie in Raesfeld. Dort betreibt sie ein Atelier, das bislang nur wenigen bekannt ist. Ihre ursprüngliche Hauptkunst ist Porzellan. In den vergangenen Jahren arbeitet sie jedoch zunehmend mit Acrylfarben und abstrakter Malerei. Viele ihrer Arbeiten entstehen auch als individuelle Auftragswerke für Innenräume. Für sie gehören Kunst und Design eng zusammen.
Die Ausstellung in den ehemaligen Hetkamp-Räumen versteht sich auch als inhaltliches Zeichen. „Ganz wichtig finde ich, dass in diese wunderschönen Räume voller Energie und Freude eine Hommage für die Frauen gesetzt wird“, erklärt sie.
Norbert Them: „Meine Arbeiten leben vom Augenblick“
Norbert Then arbeitet überwiegend mit Metallskulpturen, die häufig reduzierte, abstrahierte menschliche Formen zeigen. Seine Werke entstehen aus der Beobachtung von Bewegung, Haltung und Momenten.

Die Skulpturen wirken bewusst schlicht. Linien und Formen sind auf das Wesentliche reduziert und lassen dem Betrachter Raum für eigene Interpretationen. Ein wichtiger Teil seiner Arbeit entsteht im Zusammenspiel mit dem Betrachter. Die Wahrnehmung verändert sich, sobald man sich um die Skulptur herum bewegt.
Andrea Weiss – Zwischen Präzision und Intuition
Andrea Weiss arbeitet materialorientiert und bewegt sich in ihrer Kunst zwischen Schmuckgestaltung und Wachsbildern. Ihre Arbeiten entstehen aus dem direkten Umgang mit Materialien und deren Eigenschaften.
Nach einer handwerklichen Ausbildung studierte sie Industriedesign an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Die Kombination aus handwerklicher Präzision und gestalterischem Denken prägt bis heute ihre Arbeit. Heute arbeitet Andrea Weiss als Schmuckdesignerin. Parallel dazu entwickelt sie eigene künstlerische Arbeiten, in denen sie mit Formen, Strukturen und Materialreaktionen experimentiert. Neben Schmuckstücken entstehen auch Wachsbilder und plastische Arbeiten, bei denen das Material selbst Teil des künstlerischen Prozesses wird. Dabei spielen Intuition und spontane Reaktionen auf das Material eine zentrale Rolle.
JOBOEL: Zeichnungen, Objekte und Skulpturen
Josef Gosen arbeitet seit vielen Jahren als bildender Künstler und hat sich zunächst intensiv der Zeichnung mit Tusche und Feder gewidmet. Seine Arbeiten entstanden auf unterschiedlichen Untergründen und entwickelten sich im Laufe der Zeit weiter.
Mit zunehmender Erfahrung erweiterte er sein künstlerisches Spektrum. Aus der zweidimensionalen Zeichnung heraus entstanden Arbeiten, die sich immer stärker in den dreidimensionalen Raum bewegen. Neben Zeichnungen gehören heute auch Objekte und Skulpturen zu seinem Werk. Dabei kombiniert Göbel verschiedene Materialien und Techniken. Häufig entstehen figürliche Arbeiten, die mit Draht, Struktur und Oberfläche arbeiten und eine räumliche Wirkung erzeugen.
Luzie Hetkamp über die zweite Ausstellung
Luzie Hetkamp zeigt sich erfreut darüber, dass die Räume des ehemaligen Möbel- und Modehauses Hetkamp in Raesfeld erneut für eine Kunstausstellung genutzt werden. Für sie habe der Ort eine besondere Atmosphäre.

Zugleich knüpfe die Ausstellung an die Geschichte des Hauses an. Viele der beteiligten Künstlerinnen und Künstler hätten bereits früher im Gebäude gearbeitet oder ihre Kunst dort präsentiert. „Sehr viele Künstler, die hier ausstellen, waren auch früher hier tätig. Sie haben ihre Kunst hier verkauft und teilweise auch hier mitgearbeitet“, berichtet sie.
Hetkamp-Haus soll wieder mit Leben gefüllt werden
Organisiert wird die 2. Ausstellung vom Ortsmarketing Raesfeld (OMR). „Ich finde es schön, dass nach der ersten Ausstellung, die wirklich ein guter Erfolg war und sehr interessant gestaltet wurde, jetzt wieder Künstlerinnen und Künstler hier ausstellen.“ In diesem Jahr beteiligen sich sogar noch mehr Aussteller. Dadurch fällt die Präsentation größer aus.

Auch die bisherigen Rückmeldungen seien positiv. „Bis jetzt wird alles gut angenommen. Wir haben sehr viele Kundenadressen gesammelt“, berichtet Kowalsky. Wie sich die Ausstellung weiter entwickelt, möchte sie offen beobachten. „Ich lasse mich überraschen, wenn alles fertig ist.“ Ein Ziel sei auch, die Räume wieder stärker zu nutzen. „Wir möchten Hetkamp wieder ein bisschen mit Leben füllen“, sagt sie.
Vernissage am 22. März
Die Vernissage und Eröffnung ist für den 22. März geplant. Zur Eröffnung wird auch Dirk Kuhmann, Bürgermeister der Gemeinde Raesfeld, sprechen. Auch Maria Kowalsky wird einige Worte an die Gäste richten.
Die Ausstellung läuft anschließend mehrere Wochen und endet am 26. April um 17 Uhr mit einer Abschlussveranstaltung.



























