Eröffnung vom neuen Mittelpunkt in Erle: HUB ERLE
„Kommt nach Erle und guckt, was Gemeinschaft bewegen kann.“
Andreas Grotendorst, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Raesfeld
Eröffnung
Am 7. Februar richtet sich der Blick vieler Erlerinnen und Erler auf einen Ort, der künftig eine zentrale Rolle im Dorfleben spielen soll: das HUB Erle. Mit der offiziellen Eröffnung bekommt Erle nicht nur ein neues Gebäude, sondern einen Treffpunkt für Begegnung, Austausch und gemeinsames Erleben. Nach mehreren Jahren Planung, Engagement und Zusammenarbeit innerhalb der Dorfgemeinschaft öffnet das Haus erstmals seine Türen für alle Interessierten.
Der Eröffnungstag markiert dabei bewusst einen offenen Start. Ohne Anmeldung, ohne Hürden, dafür mit Zeit zum Ankommen, Umschauen und Kennenlernen. Das HUB soll von Beginn an zeigen, wofür er steht: als moderner Mittelpunkt für das Dorf und als Ort, an dem sich Menschen aus Erle und der Umgebung willkommen fühlen. Der 7. Februar ist damit mehr als ein formaler Termin. Er ist der Auftakt für ein Haus, das Gemeinschaft leben und Zukunft gestalten möchte.
HUB Erle: Wie aus einer Idee ein bundesweit einmaliges Dorfprojekt wurde
Was passiert, wenn ein Dorf beschließt, seine Zukunft selbst in die Hand zu nehmen? In Erle lautet die Antwort: Das HUB. Was heute als modernes Dorfgemeinschaftshaus mit Gastronomie, Veranstaltungsräumen und Dorfplatz sichtbar ist, begann vor einigen Jahren mit einer einfachen, aber entscheidenden Frage. Was bleibt, wenn die letzte Dorfkneipe schließt?

Als absehbar wurde, dass Wirt Arno Brömmel seine traditionsreiche Gaststätte Brömmel Wilms aus Altersgründen nicht würde weiterführen können, stand fest: Erle drohte, seinen wichtigsten Treffpunkt zu verlieren. Geburtstage, Taufen, Beerdigungen, Stammtische und spontane Begegnungen hätten plötzlich keinen Ort mehr gehabt. Für viele war klar, dass es dabei nicht nur um eine Kneipe ging, sondern um das soziale Herz des Dorfes.
Aus ersten Gesprächen entwickelte sich eine Idee, die schnell größer wurde. Eine kleine Gruppe engagierter Bürger suchte nach einer Lösung, die langfristig trägt. Die Antwort war mutig und ungewöhnlich: eine Bürgergenossenschaft. Statt auf Investoren oder klassische Betreiber zu setzen, schlossen sich die Menschen im Ort zusammen. Sie zeichneten Anteile, übernahmen Verantwortung und machten deutlich, dass es ihnen nicht um Gewinn, sondern um Gemeinschaft ging.

So entstand die Bürgergenossenschaft Erle. Mehr als 2.000 Menschen beteiligten sich, viele davon über die Dorfgrenzen hinaus. Unterstützt von der Gemeinde Raesfeld, unter anderem durch ein zinsloses Darlehen und die Bereitstellung des Grundstücks im Erbbaurecht, wuchs aus der Idee ein konkretes Projekt. Der Beschluss zum Bau des Dorfgemeinschaftshauses wurde zu einem historischen Moment für Erle. Der Weg war jedoch alles andere als einfach. Steigende Baukosten, Corona und ein Betreiberwechsel stellten das Projekt mehrfach auf die Probe. Trotzdem hielt die Gemeinschaft zusammen. Planung, Finanzierung und Bau wurden immer wieder angepasst, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Mit dem neuen Pächter Christian Lipfert bekam das Projekt schließlich auch gastronomisch eine klare Zukunftsperspektive. Das HUB sollte nicht die Kneipe von früher kopieren, sondern ein moderner Knotenpunkt für Dorfleben, Tourismus und Begegnung werden.
Architektonisch spiegelt das Gebäude genau diesen Gedanken wider. Wo früher Scheune und Remise standen, entstand ein Ensemble, das Tradition und Moderne verbindet. Der große Festsaal, die Gastronomie, zusätzliche Räume für Feiern und Versammlungen sowie der neu geschaffene Dorfplatz bilden heute einen Mittelpunkt für Erle und die Region.

Spatenstich, Richtfest und schließlich die Eröffnung wurden zu sichtbaren Zeichen dafür, was möglich ist, wenn ein Dorf gemeinsam handelt. Das HUB Erle gilt inzwischen als bundesweit einmaliges Projekt, weil hier nicht Rendite, sondern Zusammenhalt die treibende Kraft war. Aus einer Idee wurde ein Ort, der zeigt, dass ländliche Räume Zukunft haben können, wenn Menschen sie gemeinsam gestalten.
Wir sind Erle
Die Gespräche rund um die Entstehungsgeschichte, die Idee und die Menschen hinter dem Projekt gibt es nicht nur zum Lesen. Alle Interviews sind auch als Podcast verfügbar und können direkt hier angehört werden. So lassen sich die spannenden Einblicke und persönlichen Geschichten ganz entspannt unterwegs, im Auto oder zu Hause erleben.
























