Reinhard G. Nießing schreibt uns zu „Straße in Raesfeld wird Ignaz Böckenhoff heißen“

„Was lange währt, wird endlich gut“, sollte man meinen, wenn exakt fünf Jahre später einem Antrag der Raesfelder Bürgerschaft an den Gemeinderat gefolgt und allem Anschein nach heute beschlossen wird. Gut so, weil folgerichtig. Aber, auch konsequent?

Der Weg hinter dem Raesfelder Rathaus wird laut Beschluss nach dem Fotografen Ignaz Böckenhoff benannt.

Für einige Anlieger im Neubaugebiet der „Stockbreede“ war es zum Jahresbeginn 2012 Motivation und Herausforderung zugleich, an den Straßenwidmungen für ihr neues Wohngebiet teilnehmen zu dürfen. Ganz so, wie sich das unsere Kommunalpolitiker damals gewünscht hatten oder zumindest Vorgaben, es so zu wollen. Ja, viele von uns Anliegern waren begeistert und inspiriert von der Idee, selbst mitbestimmen zu dürfen… und an unterschiedlichen Namens-Vorschlägen bestand gewiss kein Mangel. Eine offizielle Vorschlagsliste die diesbezüglich geführt wurde, musste zunächst einmal geschlossen werden, insbesondere wegen der Namensfülle, damit sich die Kommunalpolitiker — nach der Sommerpause — ihrer in aller Ruhe annehmen konnten.

In drei Kategorien wurde seinerzeit unterteilt: a) alte Flurnamen aus dem historischen Flurkataster von Frau Ingrid Sönnert, b) bedeutende Raesfelder Persönlichkeiten, die sich zu Lebzeiten in außergewöhnlicher Weise um ihre Gemeinde verdient gemacht haben, c) einer Vorschlagsliste der CDU-Fraktion folgend, Namen westfälischer Persönlichkeiten zu wählen, (u.a. „Dietrich Bonhoeffer“?), der ganz gewiss ein untadeliger, frommer Mensch war, aber weiß Gott „kein Westfale“.

Ignaz Böckenhoff (1911-1994) © by RGN

Um es kurz zu machen: Die Leute haben ein kurzes Gedächtnis, hatten sich nach der Sommerpause unsere Kommunalpolitiker wohl gedacht und entschieden so, wie wir es heutzutage an Ort und Stelle anhand der Straßenschilder nachlesen können. Die Mehrheitsfraktion der CDU innerhalb der Tafelrunde zog offensichtlich ihre alte Westfalenliste aus der Tasche und beendete damit das Thema „Bürgernähe“ ein und für allemal — zumindest in dieser Angelegenheit. Um so mehr muss man ihren heutigen Beschluss, den westfälischen Fotografen Ignaz Böckenhoff posthum zu ehren, nachträglich begrüßen. „Gut Ding will Weile haben.“

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