Neue Straßen – neue Namen: „Ignaz-Böckenhoff-Straße“ Sehr geehrter Herr Bürgermeister Grotendorst, sehr geehrte Damen und Herren!Neue Straßen – neue Namen: „Ignaz-Böckenhoff-Straße“

Wie ich dem Bericht in der „Borkener Zeitung“ von heute entnehmen konnte, dürfen noch weitere Vorschläge für neue Straßenbezeichnungen im Baugebiet RA 24 „Stockbreede“ eingereicht werden. Dazu habe ich mir auch einige Gedanken gemacht und möchte Ihnen meinen Vorschlag in Antragsform (fett und kursiv) unterbreiten. Vorab und zum Zeitungsbericht:

Das die Verwaltung der Gemeinde einer kreativen Anregung aus der Bürgerschaft nicht folgen kann, sei dahingestellt und liegt wohl eher in der Natur der Sache. Aber, Scherz beiseite. Einen „Südring“ hat jede zweite Stadt in Deutschland, eine „Schlossstraße“ tritt dagegen definitiv seltener in Erscheinung.

So, oder ähnlich dürfte es auch wohl bei einer „Clemens-August-Kardinal-von-Galen-Straße“ oder „Annette-von-Droste-Hülshoff-Straße“ bestellt sein, die im westfälischen Raum ebenso häufig als Straßennamen „verbraten“ wurden. Und ob die Schreibweise bei einer „Burghard-von-Schorlemer-Alst-Straße“ leichter fällt als „Pipasmatt“, darf erst recht bezweifelt werden. Diese Straßenbezeichnungen haben es ebenfalls in sich und sind eine echte Herausforderung für jeden Postkartengruß-Schreiber. Eine kürzere Bezeichnung „Schorlemer-Straße“ dürfte zu Verwechselungen führen und öffnet Widersprüchen Tür und Tor, wie das die jüngsten Diskussionen über Straßennamen bezüglich „Wagenfeld“ und „Hindenburg“ belegen. „Große Westfalen“ aus Raesfeld waren zweifellos auch Stephan Selhorst und Dr. Blasum.

„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ (© Goethe, „Erinnerung“)

Im Raesfelder Straßennamen-Verzeichnis wimmelt es nur so von Straßenbezeichnungen, die auf eine familiäre Namensgebung zurückzuführen ist. In dem Zusammenhang möchte ich einmal unterstellen, dass wohl kein Familienmitglied der Meyering`s nur deshalb schlechter schläft, weil diese beispielsweise alle gemeinsam am „Möllmannsweg“ wohnen. Gleiches gilt für alle andere Straßen, die mit einem Familiennamen versehen sind.

Mit Verlaub: Dem ein- oder anderen Entscheidungsträger mag es vielleicht manchmal an ein bisschen mehr Mut zum Wagnis fehlen. Ansonsten sei mir die Bemerkung gestattet: „Man muss auch jönne könne.“

Eine honorige wie herausragende Persönlichkeit war und ist der Raesfelder Fotograf Ignaz Böckenhoff (1911 – 1994, der durch seine fotografischen Werke mittlerweile im ganzen westfälischen Raum breite Aufmerksamkeit und hohe Wertschätzung genießt: http://www.fotosammlung-boeckenhoff.raesfeld.de Sein Name ist mit seiner Wirkungsstätte in Raesfeld untrennbar verbunden und schafft somit einen nachhaltigen Image- Gewinn für unser kleines Dorf im Münsterland. Ignaz Böckenhoff war eine integre Persönlichkeit, ein frommer und freundlicher Mensch, zeitlebens bescheiden- arm wie eine Kirchenmaus. Für ein „vergelts Gott“ hat er oft seine Fotoabzüge „verrechnet“.

Darüber hinaus hat Ignaz Böckenhoff, als er gebrechlich wurde, sein gesamtes fotografisches Lebenswerk als persönlich Hinterlassenschaft seiner Heimatgemeinde zur Verfügung gestellt. Das komplette Böckenhoff`sche-Fotoarchiv konntedamals die Gemeindeverwaltung Raesfeld „für `nen Appel und `nen Ei“ erwerben. Die Gemeinde Raesfeld ist demnach Rechtsnachfolger und Nutznießer seines fotografischen Vermächtnisses. Ignaz Böckenhoff war eine absolut ehrliche Haut undhätte sich bestimmt darüber mitgefreut, dass sein Name und seine Fotografien zum Synonym für lokalen Fotojournalismus, ein Gutes Auge und kreative Schaffenskraft geworden sind: http://www.fotosammlung-boeckenhoff.raesfeld.de/thema.0600

Raesfeld, Erle und Homer sind einzigartig und zeichnen sich in vielfältiger Form durch ihre Individualität aus.

Bitte arbeiten Sie weiter so erfolgreich daran mit!

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Reinhard G. Nießing

 

 

 

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2 KOMMENTARE

  1. Ignaz Böckenhoff Straße klingt aber komisch. IGANZ BÖCKENHOFF BOULEVARD gefällt mir persönlich besser 😉

  2. Ein Nachruf auf Ignaz Böckenhoff, Nachbar und väterlicher Freund, der damals weiß Gott nicht überall so anerkannt war, wie es heute der Fall zu sein scheint.

    Einige Dorfleute nannten ihn einen „frommen Sektierer“, andere sagten ihm nach, dass er ja eigentlich nicht arbeiten- sondern nur fotografieren ging. Dazu passt vielleicht eine geringschätzige Äußerung einer anderen Raesfelder Persönlichkeit, die mir heute noch im Ohr klingt:

    „Wenn wir frühmorgens nach Marl-Hüls fuhren um zu arbeiten, hat sich Ignaz
    Böckenhoff auf sein Fahrrad gesetzt, ist in den Tiergarten gefahren, um dort den Eisvogel zu fotografieren.“
    RGN

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