Raesfeld – Syrische Kinder nicht zurückgekommen

Raesfelder sind geschockt -Drei syrische Kinder kamen aus den Ferien nicht mehr zurück

RAESFELD. Die drei Raesfelder syrischen Flüchtlingskinder Hasan (13 J.), Haifa (10 J.) und Zein (7 J.) sind nach den Ferien nicht nach Raesfeld zu ihrer Mutter zurückgekommen. „Der Verdacht, dass der Vater die drei Kinder ins Ausland gebracht hat, konkretisiert sich immer mehr, da sie auch nicht bei Schulbeginn aufgetaucht sind“, bestätigt Frank Rentmeister, Pressesprecher der Polizei Kreis Borken.
Die anfängliche Hoffnung von Mutter Hala Shehada, dass ihre Kinder nach den Ferien wohlbehalten zurückkommen, hat sich nicht erfüllt (wir berichteten).

Kindesentzug bestätigt

Zwar können die deutschen Behörden den Vater wegen Kindesentzug zur internationalen Fahndung ausschreiben, haben allerdings aber keinen Einfluss auf das Handeln der Behörden im Ausland. „Denn dort ist das Rechtssystem, speziell mit Blick auf das Sorgerecht anders, als bei uns in Deutschland“, so Rentmeister.

Täglich zwei Stunden Deutschunterricht mit Lehrerin Nadine Jensen:  Zein (l.) und Haifa 3. v. r.) haben schnell gelernt. 

Die Betroffenheit und die Sorge über den Verbleib der Kinder ist in der Gemeinde groß. Zumal sich die Familie, besonders die Kinder seit ihrer Ankunft im Herbst 2015 sehr gut ins Gemeinde- und Schulleben integriert habe und überall präsent waren.

Eine glückliche Familie bei ihrer Ankunft in Erle 2015 – Familie Shehada

Lehrer sind betroffen

„Wir als Schule sind insoweit sehr betroffen, da die Kinder hier gut integriert waren und sich im Laufe der Zeit immer besser verständlich machen konnten. Besonders Haifa war sehr aufgeweckt und hat total schnell gelernt. Besonders im mathematischen Bereich hat das Mädchen schnell den Anschluss gefunden“, sagt Thomas Schlüter, Schulleiter der St. Sebastian-Grundschule.

Matthias Stroetmann

„Die Kinder waren bei uns in der Grundschule immer sehr präsent und fielen durch ihre große Lebendigkeit auf. Plötzlich sind sie nicht mehr da. Da fehlt uns jetzt ein Stück Lebendigkeit. In der Zeit wo die Kinder bei uns waren, haben wir als Lehrpersonen eine andere Art des Umgangs erlebt und auch davon gelernt“, resümiert betroffen Matthias Stroetmann, Schulleiter der Alexanderschule.

Ebenso betroffen über das Verschwinden der Kinder zeigt sich Schulsozialpädagoge Uli Cluse. „Hasan und Haifa haben sich, seit dem Sommer 2016 hier bei uns gut eingelebt. Besonders Haifa hat vor allem in der Deutschen Sprache sehr gute Fortschritte gemacht. Wir sind alle sehr traurig und hoffen, dass wir die Kinder bald wiedersehen“, so Uli Cluse. Petra Bosse