Nordrhein-Westfalen weist erstes „Wolfsgebiet“ durch junge Wölfin am Niederrhein aus

(pd). Ministerin Heinen-Esser: „Ab heute können Maßnahmen zum Herdenschutz in Teilen der Kreise Kleve, Wesel, Borken und Recklinghausen sowie der Städte Bottrop und Oberhausen gefördert werden.“

Heinen-Esser: „Wir müssen vorerst damit rechnen, dass die Wölfin bleibt. Um alle Menschen vor Ort künftig zeitnah zu informieren, haben wir mit dem heutigen Tag im Internet unter www.wolf.nrw das öffentlich zugängliche Wolfsportal NRW freigeschaltet. Zudem unterstützt ab heute eine eigene Stelle in meinem Hause rund um das Thema Wolf.“

Mehrfache Sichtungen, Risse von Schafen und Losungen (Kot), vor allem aber genetische Nachweise legen nahe, dass ein Wolf im Bereich der Gemeinde Schermbeck im Kreis Wesel standorttreu geworden ist. Die Nachweise verdichten sich dabei auf eine junge Wölfin mit der Kennung GW954f, die ursprünglich aus einer Wolfsfamilie nahe dem niedersächsischen Schneverdingen stammt.

Schaf vom Wolf gerissen
Mehrere Schafe wurden in den vergangenen Monaten von einer Wölfin in Schermbeck gerissen.Foto: privat

Teile in Borken gehören zum Wolfsgebiet

Das Wolfsgebiet ist zugleich Förderkulisse. Denn hier können Tierhaltungen mit Schafen und Ziegen sowie Wildgehege ab sofort Maßnahmen zum Herdenschutz, also zur Prävention gefördert bekommen.

Das Präventionsgebiet ist bewusst sehr großzügig dimensioniert und umfasst mit rund 958 Quadratkilometern Teile der Kreise Kleve, Wesel, Borken und Recklinghausen sowie der Städte Bottrop und Oberhausen.“

Teile des Naturparkes eingeschlossen

Das vom Landesumweltamt (LANUV) ermittelte Wolfsgebiet wird durch große Straßen wie Autobahnen und den Rhein begrenzt. Es enthält unter anderem große Teile des Naturparkes Hohe Mark mit Hünxer- und Dämmerwald.

Damit umfasst es bewusst weit mehr Fläche, als ein einzelner Wolf benötigt. Das Ziel der großzügigen Abgrenzung ist, möglichst vielen Nutztierhaltern präventiven Herdenschutz zu ermöglichen. Die Förderung des präventiven Herdenschutzes entspricht dabei dem bundesweiten Standard, der auch in den Bundesländern angewandt wird, die bereits seit Jahren über Wolf-Vorkommen verfügen.

Wölfe in der Gemeinde Schermbeck und Naturpark Hohemark Borken
Foto: Pixabay

Die Bearbeitung der Anträge erfolgt durch die Bezirksregierung Münster.

Informationen rund um den Wolf

Der Osten Deutschlands grenzt seit jeher an eine Region, in der der Wolf nie ausstarb. In der damaligen DDR wurden jedoch alle von Osten her einwandernden Wölfe geschossen, nach dem Zusammenbruch der DDR im Jahre 1989 änderte sich das.

Entsprechend der europäischen FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) ist der Wolf heute nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt (§ 44 BNatSchG), damit genießt der Wolf den höchsten Schutz. 1995 wurde der erste Wolf, im Jahre 2000 das erste Rudel in Deutschland nachgewiesen. Seitdem wurde kein einziger Angriff auf Menschen belegt. 2009 erfolgte der erste Nachweis eines einzelnen, durchziehenden Wolfs in Nordrhein-Westfalen, auch hier gab es seit dem keine Gefahr für einen Menschen.

Beim Landesumweltamt (LANUV) können Hinweise auf Wölfe unter
Telefon 02361/305-0 gemeldet werden. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende in der Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV unter Telefon 0201-714488.

Informationen zum bundesweiten Monitoringstandard, der auch in Nordrhein-Westfalen angewendet wird, gibt es bei der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW):
DBBW/Wolfsmonitoring: dbb-wolf.de/Wolfsmanagement/monitoring

DNA-Proben mit Verdacht auf einen Wolf werden untersucht durch das Senckenberg Forschungsinstitut, das im Auftrag von Bundes- und Landesbehörden als „Nationales Referenzzentrum für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf“ genetische Proben aus ganz Deutschland untersucht. Mehr Informationen zum Senckenberg Forschungsinstitut sind zu finden unter: www.senckenberg.de

6 KOMMENTARE

  1. Eigentlich ein interessanter Artikel zur Rückkehr des Wolfes.

    Leider aber werden durch die Bildauswahl von zähnefletschenden Käfigwölfen und einem getöteten Lamm die üblichen Vorurteile gegenüber Wölfen bedient.

    • Der Wolf hat sich leider noch nicht persönlich für ein Foto vor meine Kamera gestellt 😉 Deshalb muss ich auf die Fotos, die öffentlich frei verfügbar sind zugreifen.

  2. Der Hype um den Wolf nimmt mittlerweile groteske Züge an. Ganz offensichtlich ist die Anwesenheit des Wolfes in unserer Umgebung wichtiger als der Schutz der Menschen und deren Nutztiere. Die Argumentation von sogenannten Natur- und Tierschützern zu dem Thema ist naiv, falsch und gefährlich.

    • Die Freude über die Rückkehr des Wolfes ist wunderbar. Ganz offensichtlich begreifen immer mehr Menschen, dass wir ein Teil der Natur sind, diese brauchen und u.a. der Wolf auch dazugehört. Menschen brauchen keinen gesonderten Schutz vor dem Wolf. Wir gehören nicht zu seinem Beuteschema. Die Argumentation der Natur- und Tierschützer zu dem Thema ist sehr weitsichtig, richtig und überaus ungefährlich!
      Seit dem Jahre 2000 ist der Wolf auf deutschem Boden wieder heimisch. Seit dem gab es keinen einzigen Angriff auf den Menschen.
      Ich hoffe, Sie sind sich im Klaren, dass Ihr Kommentar und Ihre Thesen auf keinerlei Fakten basieren und schlichtweg Unwissenheit belegen.

  3. Wenn Sie so gerne mit dem Wolf tanzen, dann auf nach Sachsen. Dort sind ihre Freunde gerade auf der Tanzfläche.

  4. Der Humor gefällt mir!! Schade, dass wir bzgl. der Ansichten unserer Stellung als Mensch innerhalb der Natur so weit auseinanderliegen.
    Abgesehen davon wäre ich nicht so verrückt und würde als Schaf verkleidet Herrn Isegrim zu einem Tanz auffordern. Das Wölfe Schafe zum Fressen gern haben, wurde nie bestritten und dass Wölfe dabei auch in einen Blutrausch geraten können zweifle ich auch nicht an.

    Zum Glück sind wir keine Schafe! Obwohl, wenn man die Animal Farm hinzu zieht….

    Aber Vorsicht, ich würde auch nicht mit roter Hutbedeckung und einem Korb voller deftiger Leckereien durch den Wald streifen….

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