Kreisdirektor Werner Haßenkamp: „Stabile Verbrauchernachfrage und das freundlichere Geschäftsklima wecken Hoffnung für den Arbeitsmarkt“

Kreis Borken. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Borken ist im Juli erneut leicht gesunken. Die Statistik zählt 17 Personen weniger als im Vormonat. Das teilt der „Service-Punkt ARBEIT für den Kreis Borken“ mit. Der leichte Rückgang bei der Langzeitarbeitslosigkeit hält nun seit drei Monaten an. Aktuell sind insgesamt 5.879 erwerbsfähige Hilfebedürftige als arbeitslos gemeldet. Die Quote der arbeitslosen Grundsicherungsempfänger an den zivilen Erwerbspersonen ist im Kreisgebiet um 0,1 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent gefallen. Die Quote liegt damit wieder auf dem Niveau vom Jahresanfang.
Die Gesamtzahl der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen ist im Juli nahezu gleich geblieben. Sie liegt bei 13.170 Personen. Inklusive ihrer Kinder unter 15 Jahren und weiterer nicht erwerbsfähiger Angehöriger haben im Juli rund 19.300 Personen Grundsicherung für Arbeitsuchende erhalten. Sie leben in insgesamt 8.992 Bedarfsgemeinschaften.
„Die Zahl der arbeitslosen Grundsicherungsempfänger reagiert noch relativ schwach auf die Wirtschaftskrise. In den vergangenen drei Monaten ist ihre Zahl sogar um knapp 200 Personen zurückgegangen, nachdem sie zuvor seit Ende 2008 um rund 600 Personen angestiegen war. Dagegen ist die Kurzzeitarbeitslosigkeit (SGB III) seit Ende letzten Jahres um über 2.200 Personen in die Höhe geschnellt. Eine ganze Reihe dieser Betroffenen werden nach Ende des Arbeitslosengeldes I auf Grundsicherung angewiesen sein“, prognostiziert Kreisdirektor Werner Haßenkamp. „Erste Wirtschaftsindikatoren vermitteln allerdings bereits positive Signale. Die stabile Verbrauchernachfrage und das freundlichere Geschäftsklima können auch für den Arbeitsmarkt Hoffnung wecken“, sieht Haßenkamp die weitere Entwicklung ein Stück zuversichtlicher.
In den Städten und Gemeinden des Kreisgebietes bewegen sich die Veränderungen zum Vormonat zwischen -36 bis +30 Personen. In Vreden ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit -36 Personen am stärksten zurückgegangen, gefolgt von Borken mit -31 und Heiden mit -11 Personen. In Ahaus ist dagegen die absolute Zahl mit +30 Personen am deutlichsten gestiegen, gefolgt von Bocholt mit +20 Personen und Rhede mit +14 Personen.
Gegenüber dem Vorjahresmonat haben sich die Zahlen spürbarer verändert. Bocholt zählt 107 langzeitarbeitslose Personen mehr. Mit Abstand folgen Ahaus mit +72 Personen, Stadtlohn mit +66 sowie Gescher mit +54 Personen. In Rhede, Reken, Raesfeld und Südlohn ist dagegen auch im Jahresvergleich die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen um 23 bis 36 Personen zurückgegangen. Im gesamten Kreisgebiet ist die Zahl im Jahresvergleich um 223 Personen angestiegen.
Die Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent im Kreis Borken kann nicht auf die einzelnen Städte und Gemeinden herunter gebrochen werden. Dazu fehlt es an der gemeindebezogenen Zahl der zivilen Erwerbspersonen. Hilfsweise eignet sich für den Vergleich zwischen den Orten die Quote auf Basis der Bevölkerungsgruppe von 15 bis 65 Jahren. Diese Altersgruppe gilt nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch grundsätzlich als erwerbsfähig.
Nach dieser Berechnungsmethode liegt die Arbeitslosenquote für das Kreisgebiet wie im Juni bei 2,4 Prozent und ist im vergangenen Jahr um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. In Stadtlohn und Gescher ist die Quote mit je +0,5 Prozentpunkten am stärksten gestiegen, gefolgt von Ahaus mit +0,3 Prozentpunkten. In Reken und Raesfeld dagegen ist die Quote je um 0,4 Prozentpunkte gefallen. Südlohn und Schöppingen haben ihren Anteil um 0,3 Prozentpunkte reduziert. Den niedrigsten Anteil an arbeitslosen Grundsicherungsempfängern weisen Südlohn, Schöppingen, Heek und Raesfeld mit unter 1 Prozent aus. Die höchste Quote weist die Stadt Gronau mit 3,6 Prozent aus, gefolgt von Bocholt mit 3,5 und Borken mit 3,0 Prozent.

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