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Dienstag, Mai 17, 2022
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Kreispolizei gelingt großer Schlag gegen falsche Polizisten

Schlag gegen Betrügerring /Durchsuchungen und Festnahmen. Betrügerische Anrufe zum Nachteil der Senioren werden aus einem Callcenter in der Türkei geführt.

Bei den BetrügerInnen handelt es sich um Bocholter im Alter von 18, 20, 25, 32, 44 und 47 Jahren, drei Bocholterinnen im Alter von 26, 27 und 37 Jahren, sowie eine 29-Jährige und einen 33-Jährigen aus Monheim.

Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht über die dreisten Betrüger berichtet wird, die sich am Telefon als Polizisten vorstellen und nur eines im Sinn haben – ihre Opfer, zumeist Seniorinnen und Senioren, um deren Geld zu bringen.

Sechsköpfige Ermittlungskommission Kreispolizeibehörde

Eine eigens eingerichtete sechsköpfige Ermittlungskommission der Kreispolizeibehörde Borken konnte laut Pressemitteilung der Polizei und der Staatsanwaltschaft in den vergangenen Tagen in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Münster mehrere Personen festnehmen. Sie stehen im dringenden Verdacht, als Boten Teil des Betrügerrings gewesen zu sein.

Die monatelangen intensiven Ermittlungen gegen zehn Personen aus Bocholt und Monheim am Rhein hatten den Tatverdacht so erhärtet, dass auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster richterliche Durchsuchungsbeschlüsse erlassen wurden.

Zahlreiche Beweismittel

Die Beschlüsse wurden in den vergangenen Tagen durch die Ermittlungskommission umgesetzt. Dabei wurden sie von weiteren Kriminalbeamten aus Borken und Bocholt unterstützt. Acht Wohnungen in Bocholt und eine Wohnung in Monheim am Rhein wurden durchsucht. Die Ermittler stellten zahlreiche Beweismittel sicher, unter anderem Schmuck, Bargeld in vierstelliger Höhe und Mobiltelefone.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand werden die betrügerischen Anrufe zum Nachteil der Senioren aus einem Callcenter in der Türkei geführt. Von dort werden „Abholer“ zu den Wohnanschriften der Opfer geschickt, sobald diese überzeugt werden konnten, dass ihre Wertsachen zuhause nicht sicher sind und dringend an angebliche Polizeibeamte übergeben werden müssen.

Kurierfahrer

Teilweise handelt es sich bei den Abholern um ahnungslose Personen, die sich über Internetportale auf eine Stelle als Kurierfahrer bewerben und gutgläubig die Wertgegenstände bei den Senioren abholen.

Bei den meisten der nun Beschuldigten besteht aber der Verdacht, dass sie unmittelbaren Kontakt mit dem türkischen Callcenter unterhielten und sich nicht nur um Geldabholungen vor Ort bei den Senioren, sondern auch um den Einsatz erbeuteter EC-Karten an Geldautomaten, um den Verkauf von Gold und Schmuck und um den Geldtransfer in die Türkei kümmerten.

Heftige Gegenwehr mit Faustschlag ins Gesicht

Es handelt sich um Bocholter im Alter von 18, 20, 25, 32, 44 und 47 Jahren, drei Bocholterinnen im Alter von 26, 27 und 37 Jahren, sowie eine 29-Jährige und einen 33-Jährigen aus Monheim.

Der 25-jährige aus Bocholt leistete zusammen mit seinem Bruder und seinem Vater bei der Durchsuchung erheblichen Widerstand und schlug einem der Beamten mit der Faust ins Gesicht. Dazu wurde ein gesondertes Strafverfahren eingeleitet.

Haftbefehl

Die Tatverdächtigen sind teilweise geständig. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster wurden die 26- und 27-jährigen Bocholterinnen und zwei Bocholter im Alter von 25 und 47 Jahren dem Haftrichter vorgeführt. Es erging in allen vier Fällen ein Haftbefehl. Die Personen befinden sich inzwischen in
Justizvollzugsanstalten.

16 Taten

Der Vorwurf lautet gewerbs- und bandenmäßiger Betrug. Dabei handelt es sich um einen Verbrechenstatbestand, der mit Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bis zu zehn Jahren unter Strafe gestellt ist. Konkret werden den Inhaftierten bislang 16 Taten mit einer Gesamtschadenssumme in einer Höhe von ca. 96.000 Euro vorgeworfen.

Die Ermittlungen dauern an, da der Verdacht besteht, dass weitaus mehr Taten (ca. 200) mit einer Gesamtschadenshöhe von ca. 275.000 Euro auf das Konto der Bande gehen. Die örtlichen Schwerpunkte der Taten lagen im Großraum Bocholt aber auch im Ruhrgebiet. Glücklicherweise fielen die meisten Geschädigten nicht auf die Masche herein, so dass es überwiegend bei Betrugsversuchen blieb.

Perfide Vorgehensweisen

Die Täter gingen teilweise äußerst perfide vor. Beispielsweise wurde eine 95-jährige Seniorin von einer der Beschuldigten mit einem Pkw zu deren Hausbank gefahren, um dort vermutetes Bargeld erlangen zu können. Der Versuch misslang letztlich.

Unter dem Vorwand, dass in der Nachbarschaft Straftaten verübt worden seien, wurden einige Senioren über Tage massiv unter Druck gesetzt. Sie wurden gezielt angewiesen, sich niemandem anzuvertrauen, um die angeblichen polizeilichen Ermittlungen nicht zu gefährden. Diese Zeit nutzten die Täter, um das jeweilige EC-Karten-Tageslimit über längere Zeit auszuschöpfen.

Der Großteil der Beute wurde durch die Bande in die Türkei transferiert. Die Ermittlungen zu den in der Türkei handelnden Tätern dauern an.

Zusatz: Die Kreispolizeibehörde Borken hat einen Podcast zu dem Kriminalitätsphänomen mit vielen Informationen und Präventionstipps veröffentlicht.
https://borken.polizei.nrw/podcast/polborcast/vorsicht-falsche-polizistin

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Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

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