Kreis Borken will bis 2050 energieautark sein – Energieteam arbeitet aktiv an einer nachhaltigen kommunalen Energiepolitik

Kreis Borken liegt weit über dem Bundesdurchschnitt – 70 Prozent der im Kreisgebiet benötigten Strommenge werden aus erneuerbaren Energien erzeugt.

Kreis Borken (pd). Erneut hat der Kreis Borken jetzt die Hürde der Zertifizierung für den „European Energy Award“ genommen.

Nach der ersten erfolgreichen Auszeichnung 2015 wurden die Aktivitäten des Kreises nun wieder mit dem Award in Gold gewürdigt. Mit dem „European Energy Award“ (EEA) werden Kommunen ausgezeichnet, die sich aktiv um den Klimaschutz bemühen und Maßnahmen zur Energieeinsparung sowie zur Förderung Erneuerbarer Energien umsetzen.

„Die Auszeichnung unterstreicht unseren Willen, die vom Kreistag gesteckten ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen. Klimaschutz ist Teil der Regionalentwicklung“, betont Hubert Grothues, zuständiges Vorstandsmitglied in der Kreisverwaltung.

„Deswegen sind Kommunen und Kreise die richtige Ebene für Klimaschutzarbeit. Was die Bemühungen um Klimaschutz angeht, sei das gesamte Münsterland deutschlandweit beispielhaft, ergänzt Landrat Dr. Kai Zwicker. „Denn alle Münsterlandkreise und auch die Stadt Münster haben inszwischen das Zertifizierungsverfahren mit der Auszeichnung bestanden. Das macht unsere Region einzigartig.“

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Am jüngsten Arbeitstreffen nahmen viele Mitglieder des EEA-Teams des Kreises Borken teil. Foto: Kreis Borken

Ein eigens hierfür gebildetes „Energieteam“, bestehend aus Mitgliedern des Kreistages und Fachleuten der Kreisverwaltung, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) und der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) unter Leitung von Kreisbaudirektor Hubert Grothues arbeitet aktiv an einer nachhaltigen kommunalen Energiepolitik.

In den Blick genommen hat das Energieteam dazu unter anderem kreiseigene Liegenschaften und Anlagen sowie die Themen Ver- und Entsorgung, Mobilität sowie neue Formen der Kooperation.

Rein rechnerisch werden schon heute knapp 70 Prozent der im Kreisgebiet benötigten Strommenge aus erneuerbaren Energien erzeugt. Damit liegt der Kreis weit über dem Bundesdurchschnitt.

Energieeinsparung und umweltgerechter Ausbau

Bis 2030 soll dieser Anteil auf 100 Prozent steigen, so hat der Kreistag im Juli 2019 die Zielmarke neu gesteckt. Unter dem Strich hat sich der Kreis Borken das Ziel gesetzt, 2050 energieautark zu sein. „Um diese Klimaschutzziele zu erreichen, gibt es zwei Haupthebel: die Energieeinsparung und den umweltgerechten Ausbau der erneuerbaren Energien“, erläutert Edith Gülker, bei der Kreisverwaltung verantwortlich für den EEA-Prozess.

Innerhalb des energiepolitischen Arbeitsprogrammes ist dabei die Kreisverwaltung selbst Vorbild beim Einsatz von erneuerbaren Energien – beispielsweise mit der neuen Heizungsanlage des Kreishauses: Ein Blockheizkraftwerk, das mit Deponiegas betrieben wird, versorgt das Gebäude mit Wärme und Strom.

80 Prozent Radwege an Kreisstraßen

Der Kreis Borken kann auf zahlreiche weitere umgesetzte Maßnahmen vorweisen: So verlaufen beispielsweise inzwischen an mehr als 80 Prozent der Kreisstraßen Radwege. In den kreisangehörigen Kommunen und im Kreisgebiet insgesamt sind die Akteure im Klimaschutz beispielhaft vernetzt, darüber hinaus auch im Münsterland und in ganz NRW.

Etabliert haben sich inzwischen die vielfältigen Beratungsangebote, „AltBauNeu“ für Bürgerinnen und Bürger etwa oder „Ökoprofit“ für Unternehmen sowie die „Klimawoche“ mit zahlreichen Veranstaltungen.

Zum Hintergrund: European Energy Award

Beim European Energy Award handelt es sich zum einen um eine Auszeichnung für Kommunen, die ihre umweltpolitische Verantwortung wahrnehmen und Maßnahmen zum Klimaschutz umgesetzt haben. Zum anderen ist er ein Managementsystem, mit dem die Kommunen die Qualität ihrer Energieproduktion und -nutzung bewerten und regelmäßig überprüfen können. So erkennen und erschließen sie Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz. Erfolge bei der Energieeinsparung, der rationellen Energieverwendung und der Nutzung erneuerbarer Energieträger werden zertifiziert.

Den European Energy Award GOLD erhält eine Kommune, wenn sie mindestens 75 Prozent der möglichen Maßnahmen umsetzt.

Das Energieteam besteht aus folgenden:

Mitgliedern der Kreistagsfraktionen und -gruppen: Angelika Dannenbaum (UWG), Heinz-Josef Elpers, Magdalene Garvert und Michael Hösing (alle CDU), Otger Harks (SPD), Sandra Krüger und Gerd Welper (beide Bündnis 90/Die Grünen sowie Stephan Strestik (PIRATEN).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung: Dr. Gerswid Altenhoff-Weber, Kordula Blickmann, Rouven Boland, Dr. Gerd Eckstein, Heinz Geldermann, Hubert Grothues, Edith Gülker, Anne-Katrin Kremer, Günter Schlüter, Dr. Elisabeth Schwenzow, Peter Sonntag, Burkhard Venhues und Michael Weitzell.

Extere Mitglieder: Peter Kleyboldt (EGW), Ingo Trawinski (WFG), und Reiner Tippkötter (energielenker Beratungs GmbH/eea-Berater).

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