Hochwasserschutz im Kreis Borken: 23 neue Bisamfänger geschult

136481VKreis Borken (pd). Bisame stellen kreisweit eine Gefährdung für den Hochwasserschutz an Dämmen und Böschungen der Fließgewässer dar. Daher hat der Kreis Borken auch in diesem Jahr wieder Bisamfänger ausgebildet. Insgesamt 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ganzen Kreisgebiet haben sich dazu angemeldet. Im Rahmen der Schulung im Borkener Kreishaus ging es jetzt insbesondere um die Grundsätze des tierschutzgerechten Fangs bzw. der Tötung der Bisame. Außerdem gab es Informationen darüber, welche arten-, naturschutz- und wasserrechtliche Belange beim Bisamfang zu beachten sind.

Friedel Wielers vom Fachbereich Natur und Umwelt der Kreisverwaltung zeichnet für die Fortbildungsmaßnahme verantwortlich. „Bisame und auch Nutrias sind Nagetierarten, die große Schäden anrichten können. Eine Bekämpfung sei schon erforderlich, da diese nicht heimischen Tiere hier kaum natürliche Feinde haben.“, erläuterte er. So graben sie mit ihren Pfoten Wohnhöhlen in den sandigen Untergrund an den Gewässern. Das kann dazu führen, dass Uferböschungen abrutschen und Hochwasserschutzdeiche instabil werden. Zudem können auf diese Weise auf landwirtschaftlichen Flächen in der Nähe von Fließgewässern schwere Mähgeräte absinken oder die Ernte selbst kann von den pflanzenfressenden Nagetieren befallen sein.

Dr. Ellen Praha, Tierärztin im Fachbereich Tiere und Lebensmittel, vermittelte den Teilnehmenden die Grundlagen des gesetzeskonformen Fangs der Tiere. „Der Fang der Tiere darf nur von Personen durchgeführt werden, die die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten aufweisen oder einen Sachkundenachweis nach dem Tierschutzgesetz erbringen“ betonte die Expertin.

Der erfahrene Bisamfänger Josef Schüttert aus Gescher demonstrierte anschließend die Handhabung der zugelassenen Fallen und was bei der Aufstellung zu beachten ist. Auch Schütte stellte heraus, dass die Fallen nur von geschulten Fachleuten aufgestellt werden dürfen, um den schnellen Tod der Tiere herbeizuführen.

Nach einer schriftlichen Prüfung erfolgt der praktische Teil der Ausbildung, bei dem die Teilnehmer einen erfahrenen Fänger vor Ort begleiten. Anschließend werden die amtlichen Ausweise durch den Kreis Borken ausgestellt. Die Fängerinnen und Fänger erhalten für jedes Tier eine Aufwandsentschädigung. Sie setzt sich zusammen aus einer Fangprämie von fünf Euro, die der jeweilige Wasser- und Bodenverband zahlt, sowie ebenfalls drei Euro pro Tier, die der Kreis Borken zusteuert.

Gewässeranlieger, die auf ihrem Grundstücken Bisame oder Nutrias bemerken, sollten sich an den zuständigen Wasser- und Bodenverband wenden. Mehr Informationen und die Namen der Ansprechpartner dazu gibt es unter folgender Adresse im Internet www.kreis-borken.de/wbv. Für eine weitere Schulung können sich Interessierte bei Friedel Wielers vom Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken unter Tel: 02861/82-1403 anmelden.