Ein einzelner Mensch kann nicht die ganze Welt retten. Ein einzelner Mensch kann nicht allen Flüchtlingen helfen. Wer sich aber auf nur eine Familie oder einen Flüchtling fokussiert, kann viel bewirken.

Vor gut einer Woche haben im alten Pfarrhaus in Erle 18 Flüchtlinge unterschiedlicher Nationen Einzug gehalten. Zwei Frauen, und drei Männer aus Nigeria, eine syrische und eine irakische Familie.
Die Hilfsbereitschaft von Seiten der Menschen hier ist so groß,  dass alle mittlerweile mit Winterkleidung und kleinen Einrichtungsgegenständen gut versorgt sind.
Private Kreise der Hilfe
Nach einem Facebook Aufruf reiste eine Marlerin mit ihrer Tochter in Erle an und brachte persönlich Wintersachen und Spielsachen vorbei. Angefangen von Barbiepuppen, Buntstiften, einen Stapel Malpapier und Süßigkeiten, hatte sie alles im Gepäck, was Kinderherzen höher schlägen lässt.

Darüber hinaus hatte die Marlerin der syrischen Familie warme Winterschuhe versprochen.

Familie Shehada auf ihrer Flucht in der Türkei. (640x360)
Familie Shehada aus Syrien

Wofür Freundinnen doch manchmal gut sind

Die Schuhe wurden heute promt  abgegeben. Allerding diesmal keine gebrauchten Schuhe, sondern extra neu gekauft, von einer weiteren Freundin in Haltern, in Erle persönlich abgegeben von der Freundin der Freundin aus Recklinghausen, sowie weitere warme Winterjacken.

Das beantwortet die Frage, wofür Freundinnen doch gut sind?

Zarte Bande einer Freundschaft

Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass sich mittlerweile echte Freundschaften zwischen den Flüchtlingsfamilien und den deutschen Familien entwickelt hat, still und leise.

Schuhladen Brömmel-Wilms
Was sollen zwei  junge Männer den ganzen Tag in einem Zimmer ohne Internet, Radio und Fernsehen in Erle machen? Von großer Abwechslung kann hier nicht die Rede sein. So machte ich den Vorschlag, dass sie herzlich willkommen in der Gaststätte Brömmel-Wilms sind.

Keine fünf Minuten später saßen die Jungs an der Theke und warteten auf ihr Bier, als ankommende Gäste mitbekamen, dass die Jungs nur in Flip-Flops unterwegs waren. Kurzerhand drehten sich Vater und Sohn  auf den Absatz um und fuhren nach Hause.

Sie wollten den Schuhschrank nach passenden Schuhen absuchen.  Die restliche Familie musste mit dem Essen warten. Nach einer guten halben Stunden kamen Vater und Sohn mit zwei Tüten warmer Winterschuhe zurück. Zur Freude der Flüchtlinge passten diese dann auch noch perfekt!

Täglich zum Spielen nach der Schule eingeladen
Ein weiteres schönes Erlebnis gab es heute. Eine Erlerin kam vorbei und machte der syrischen Familie den Vorschlag, dass ihre Kinder direkt nach der Schule zu ihr kommen können. „Wenn die Kinder miteinander spielen, lernen sie schneller die deutsche Sprache“, begründete die Erlerin ihren Vorschlag, deren Tochter seit heute gemeinsam mit der kleinen Syrerin in eine Klasse in Erle geht. Die zwei Geschwister seien natürlich auch recht herzlich eingeladen.

Ralf Kock und Holger Lordick opferten ihren freien Samstag und bauten in Raesfeld eine Küche auf.
Ralf Kock und Holger Lordieck opferten ihren freien Samstag, um eine Küche in Raesfeld aufzubauen.

Freien Samstag geopfert
Nicht nur in Erle ist die Hilfsbereitschaft groß. Die Firma Hetkamp stellte einen LKW bereit, damit eine Küche in Stadtlohn, für eine seit kurzem in Raesfeld wohnende syrische Familie, abgeholt werden konnte. Die freiwilligen Helfer opferten ihren freien Samstag, schleppten, sägten und bauten diese dann fachgerecht in Raesfeld wieder auf.

Frisch aus Stadtlohn in Raesfeld eingetroffen.

Besonders bedanken möchte ich mich auf diesem Wege bei allen Erlern, die vorbehaltlos und freundlich den neuen Dorfbewohnern in den letzten Tag begegnet sind und ihre Hilfe angeboten haben.

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