Ausstellungseröffnung im Heimathaus Erle zum Thema 1. Weltkrieg

Wir wollen mal eben hingehen – Erler Soldaten im 1. Weltkrieg
ERLE. Am Samstagnachmittag konnte nach langer und akribischer Vorbereitung von Carlo Behler, Andreas Cluse und Johannes Kempken die Ausstellung rund um den Ersten Weltkrieg im Heimathaus Erle, eröffnet werden.

„Gerade in dieser Minute legen Angela Merkel und Frankreichs Präsident Macron im Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs einen Kranz im Wald von Compiègne nieder“, erklärt Carlo Behler. Ein guter Zeitpunkt also um die Ausstellung zu eröffnen.

  „Wir wollen mal eben hingehen. Mit dieser grandiosen Fehleinschätzung marschierten die Erler Soldaten derzeit in den Krieg, der dann 1561 Tage dauerte, bevor am 11. November 1018 der Waffenstillstand einkehrte“, so Carlo Behler, der zahlreiche Besucher, die dicht gedrängt in dem kleinen Heimathaus um die Vitrinen standen, begrüßen konnte.

Ausstellung 1. Weltkrieg in Erle Heimatverein

Die Ausstellung ist aufgegliedert in drei Bereiche. Das Herzstück sei, so Behler, die Ehrentafel und die originalen Dokumente der gefallenen Erler Soldaten. Eine besondere Bedeutung haben die privaten Feldpostbriefe und Karten, die Johannes Kempken zusammengestellt hat. „Doch hoffen wir, dass bald der Frieden vom lieben Gott uns sei beschieden, dann reichen wir uns all einander die Hand im viel geliebten Westfalenland“, diesen Gruß an die Heimat schrieb am 9. Februar 1916 Clemens Böckenhoff aus einem Schützengraben.

Ausstellung 1. Weltkrieg in Erle Heimatverein

Der Krieg dauerte von diesem Tag an noch 1006 Tage. Neben Schaukästen mit zahlreichen Briefen und Karten, sind Totenzettel, Bilder von Kriegsteilnehmern sowie ein Ordner mit dem Titel „Wo die Vergangenheit einem ins Gesicht blickt“, in dem Sterbeurkunden von Erler Soldaten gesammelt sind, ausgestellt.

Mein Opa

„Krieg ist immer bedrückend und hier wird das Leid der Familien spürbar. Ich finde es schön, dass der Heimatverein auch Angehörige eingeladen hat, die sagen können: ‚Das hier ist mein Opa‘“, lobte Pfarrer Michael Kenkel.

Ausstellung 1. Weltkrieg in Erle Heimatverein

Geschichte in Erle lebendig halten

Anerkennung gab es auch von Holger Lordieck, Fraktionsvorsitzender der Grünen: „Absolut toll, wie viel Mühe sich die Kuratoren gemacht haben, um alles so detailliert darzustellen. Die Ausstellung zeigt die Auswirkungen, die der Krieg auch auf das Dorf Erle hatte.“ 

Ausstellung 1. Weltkrieg in Erle Heimatverein

Schulleiter Thomas Schlüter sagte beim Betrachten der alten Feldpostkarten, dass er sich durchaus vorstellen könnte, dass die Viertklässler die Ausstelung besuchen. „Es ist wichtig, dass wir die Geschichte in Erle lebendig halten.“ Fasziniert von den alten Fotos und Exponaten war Frank Langenhorst (28). „Frieden ist nicht selbstverständlich und wir sollten diese Grausamkeiten nicht vergessen.“

Die Ausstellung ist bis Ende Januar jeden Sonntag im Heimathaus Erle in der Zeit von 15 bis 17 Uhr zu sehen.

Petra Bosse

Ausstellung 1. Weltkrieg in Erle Heimatverein

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