SPD-Politikerinnen besuchen Frauenhaus des Caritasverbandes Bocholt

Bocholt (pd). Für viele Frauen ist es alltägliche Realität, körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt zu erfahren. Frauenhäuser sind für die Betroffenen dann oft die letzte Zuflucht. Grund genug für die SPD-Politikerinnen Ursula Schulte (MdB) sowie Gerti Tansjek und Uta Röhrmann von der SPD-Kreistagsfraktion sich im  Frauenhaus des Caritasverbandes zu informieren.

Silke Hempen als Leiterin des Frauenhauses, Nicole Titze als pädagogische Mitarbeiterin sowie Claudia Soggeberg als Vorstandsmitglied des Caritasverbandes Bocholt erläuterten, wie wichtig der enge Kontakt zwischen Pädagogen und Schutzsuchenden ist. Das sei, so Silke Hempen, nicht selbstverständlich. In Bocholt sei die vertrauensvolle Beziehungsarbeit konzeptionell verankert.

v. l. n. r.: Uta Röhrmann, SPD-Kreistagsmitglied, Gerti Tanjsek, SPD-Kreistagsmitglied, Ursula Schulte, SPD-Bundestagsabgeordnete, Nicole Titze, pädagogische Mitarbeiterin und Silke Hempen, Leiterin des Frauenhaus Bocholt.
v. l. n. r.: Uta Röhrmann, SPD-Kreistagsmitglied, Gerti Tanjsek, SPD-Kreistagsmitglied, Ursula Schulte, SPD-Bundestagsabgeordnete, Nicole Titze, pädagogische Mitarbeiterin und Silke Hempen, Leiterin des Frauenhaus Bocholt.

Stolz sind die engagierten Frauen auch auf ihre enge Vernetzung mit KiTas, Schulen, Ärzten Therapeuten. Schwierig sei nur die Versorgungslage bei Psychiatern und Psychotherapeuten. Wo schnelle Hilfe angesagt ist, erhalten traumatisierte Frauen und Kinder in der Regel erst nach 9 – 12 Monaten einen Termin.

Die SPD-Politikerinnen erfuhren, dass es immer schwieriger wird, den Frauen einen sicheren Schutzort zu bieten. Über Ortungsfunktionen auf Smartphones, Tablets und Messenger-Diensten ist die Erreichbarkeit gestiegen. Häufig wissen Frauen gar nicht, dass ihre Männer bestimmte Ortungsfunktionen aktiviert haben.

Problematisch sei auch, dass amtliche Verwaltungsakte häufig dem Schutzanspruch misshandelter Frauen entgegenstehen. So sind Frauen im Sozialleistungsbezug verpflichtet, ihrer Mitwirkungspflicht nachzukommen. Die Konsequenz: Frauen müssen Ansprüche geltend machen und ihre Adresse offenbaren. Das ist nicht zielführend.

Immer häufiger suchen Migrantinnen und Frauen aus Krisenregionen Schutz vor gewalttätigen Männern. Das verändert die Arbeit der Einrichtungen – doch die finanziellen Probleme bleiben. Das trifft auch auf das Frauenhaus Bocholt zu, da es sich bei der Finanzierung um freiwillige Leistungen des Landes- bzw. kommunalen Ebene handelt.

„Der Bund“, so Ursula Schulte, Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen, Jugend, „hat hier nur geringe Einflussmöglichkeiten. Allerdings haben wir in diesem Jahr ein Modellprojekt ins Leben gerufen, das das bestehende Hilfesystem zum Schutz von Gewalt gegen Frauen weiter entwickeln soll.

Das wissenschaftlich begleitete Projekt wird in Nordrhein-Westfalen bis Ende 2019 durchgeführt und soll eine bessere Vernetzung zwischen den Hilfeeinrichtungen in ganz Deutschland zur Folge haben. Weitere unterstützende Schritte sollen folgen.

SPD-Familienministerin Franziska Giffey hat den Schutz von Frauen vor Gewalt zu einem ihrer Schwerpunkte erklärt. Wir müssen den vielen haupt- und ehrenamtlichen Kräften, die in diesem Bereich arbeiten, Mut machen, sich weiter zu engagieren. Dazu gehört aber vor allem eine gesicherte Finanzierung.“

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