Nur eben schnell im Aldi einkaufen gehen.

Das wollte vor einem Jahr die Raesfelderin Lisa Potthoff-Goeke. Dass die Apothekerin aber kurze Zeit später durch ihr beherztes Eingreifen das Leben einer 53-jährigen Frau an diesem Nachmittag, Freitag den 13. März 2015 rettete, stand nicht auf ihrer „To Do Liste“.

Eigentlich war die Raesfelderin in Taufvorbereitungen.
„Ich hatte meinen Einkaufzettel in der Hand und ging durch die Gänge. Dabei habe ich nicht mitbekommen, dass an der Kasse eine Frau auf der Erde liegt und um ihr Leben ringt“, erinnert sich die dreifache Mutter.

Lisa Potthoff-Goeke rettete durch ihr beherztes Einkaufen einer Frau das Leben
Lisa Potthoff-Goeke rettete durch ihr beherztes Eingreifen  einer Frau das Leben

Erst als sie zur Kasse ging, habe sie die Menschentraube bemerkt, die um eine auf dem Boden liegende Frau standen. „Da wird schon bestimmt einer helfen, dachte ich im ersten Moment. Stellte aber dann fest, dass alle nur wie versteinert um die Frau, die in stabiler Seitenlage auf der Erde lag, herum standen“. Was dann geschah, wird Lisa Potthoff-Goeke so schnell nicht vergessen. „Die Frau war schon blau angelaufen und ich dachte, dass sie jeden Moment stirbt, wenn ich nicht eingreife“.

Intuitiv startete Lisa Potthoff-Goeke mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. „Ich legte sie zurück auf den Rücken und kramte alles, was ich noch von meinen über fünf Jahre zurückliegenden 1. Hilfe wusste, heraus und starte mit der Herzmassage“. Gleichzeitig fing die junge Mutter lautstark an zu schreien und rief immer: „Hilfe, ich brauche Hilfe“. Dadurch bekam sie die Aufmerksamkeit eines Mannes, dessen Frau bereits schon den Laden verlassen hatte, die aber Intensivschwester war und kurze Zeit später die Position von Lisa Potthoff-Goeke übernahm. „Und das war ein Glücksfall, denn ab diesem Zeitpunkt übernahm sie das Kommando. Ich leistete, bis der Notarztwagen kam, nur noch Hilfestellung“.

Hilflose und geschockte Menschen konnten nur zuschauen
Die Menschen um sie herum waren nicht nur geschockt, sondern einigen waren von der Situation so ergriffen, dass sie weinten. „Jemand sagte zu mir, dass sie zwar helfen wollte, aber einfach nicht wusste wie. Die Untätigkeit der Menschen sehe ich nicht als böse Absicht, sondern als Hilflosigkeit an. Da ist mir zum Ersten Mal bewusst geworden, dass wir hier alle in Deutschland viel zu wenig Kenntnisse in 1. Hilfe haben“.
Heute geht es der Herzinfarktpatientin wieder gut. „Bis aber die Entwarnung vonseiten der Familie kam, hatte ich viele schlaflose Nächte, denn es wäre für mich sehr schlimm gewesen, wenn die Frau nicht überlebt hätte“. In diesem Fall hat es ein gutes Ende genommen und Lisa Potthoff-Goeke bekam viel Dank vonseiten der Familie.

Für ihr beherztes Eingreifen wurde Lisa Potthoff-Goeke vom Rotary Club Lippe-Issel als „Heldin unter uns“ geehrt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here