Einblicke in die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen

Sebastian Neugebauer war Gastredner unter dem Motto „Frieden“

RAESFELD. Nicht als Arzt, sondern als Logistiker arbeitete Sebastian Neugebauer von 2011 bis 2013 für Ärzte ohne Grenzen in Uganda, Sierra Leone und Somalia.

Er referierte als erster Gastredner der Gesprächswoche zum Patronatsfest St. Martin unter dem Motto „Frieden“. Rund 30 Besucher kamen ins Pfarrheim und bekamen Einblicke in die Welt der Entwicklungshilfe und die Strukturen von „Ärzte ohne Grenzen“.

Sebastian Neugebauer Ärzte ohne Grenzen

„Das Befriedigende an dieser Arbeit ist, dass man auch dort, wo es wenig Hoffnung gibt, etwas bewirken kann“, fasste der 40-Jährige seine Tätigkeit zusammen. Das Klischee vom westlichen Entwicklungshelfer, der irgendwo hinkomme, gebe es nicht. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Mitarbeitern sei entscheidend.

Als Beispiel nannte Neugebauer die Verständigung. „Kommunikation ist schwierig. Auch wenn sechs Leute Englisch sprechen, heiße es noch nicht, dass alle das Gleiche sagen. Am Ende müsse ein positives Ergebnis stehen, und alle müssten zufrieden sein.

Brücken bauen

Dass Mitarbeiter der Organisation vor Ort helfen und wirklich etwas bewirken, beeindrucke ihn noch heute. „Ich glaube, dass die Arbeit von Ärzten ohne Grenzen sehr wichtig für den Frieden ist. Wir helfen in Ländern, in denen die medizinische und humanitäre Infrastruktur zusammengebrochen ist und können Brücken bauen“, sagte Neugebauer.

Sebastian Neugebauer Ärzte ohne Grenzen

Allerdings funktioniere das nur mit Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Neutralität. Das bedeute, dass zu keiner Sache im Land Stellung bezogen werde. „Wir halten uns nach Möglichkeit heraus. Bei uns gibt es medizinische Hilfe.“ Das sei es, „was die Menschen in Konfliktregionen erwarten“.

Ärzte ohne Grenzen ist eine private Organisation, die sich nur von Spendengeld finanziert. 2017 waren es 153,6 Millionen Euro, davon 96,2 Prozent aus privater Hand. „Ich glaube, dass Ärzte ohne Grenzen eine sehr gute Arbeit machen, besonders die Logistiker, die 40 Jahre Erfahrung haben.“ Ärzte können nicht ohne Logistiker und nicht umgekehrt“.

Heute ist Sebastian Neugebauer beim Bistum Essen, Abteilung weltliche Mission, beschäftigt.

Petra Bosse