Erster Einsatz am Wochenende in Bocholt

Kreis Borken/Bocholt (pd). In der vergangenen Woche hatte der Kreis Borken die „Corhelper-App“ offiziell freigeschaltet und kurz darauf bestand sie nun ihre Bewährungsprobe: Die Einsatzzentralezentrale der Feuer- und Rettungswache Bocholt beorderte am Wochenende erstmals einen „Corhelper“ zu einem Reanimationseinsatz.

Bereits dreieinhalb Minuten nach dem Notruf traf er an der Einsatzstelle ein, um zu helfen. Erfreulicherweise war aber auch bereits der Rettungsdienst vor Ort, so dass der „Corhelper“ dann doch nicht mehr eingreifen musste.

Landrat Dr. Kai Zwicker freute sich, dass das neue System so reibungslos funktioniert. „Der Corhelper wird immer parallel zum Rettungsdienst alarmiert. Es kann daher vorkommen, dass der Rettungsdienst bereits vor dem ‚Corhelper‘ eintrifft. Dieses nehmen wir bewusst in Kauf, um bei Bedarf einen zusätzlichen Helfer vor Ort zu haben. Lieber einmal umsonst alarmiert, als gar nicht!“ Der „Corhelper“ sei eine tolle Unterstützung für den ohnehin schon sehr guten Rettungsdienst im Kreis Borken“

Corhelper-App – Zum Hintergrund:

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde. Die Zeit zwischen dem Eintreten des lebensbedrohlichen medizinischen Notfalls bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte daher so kurz wie möglich sein. Um dies zu erreichen, hat der Kreis Borken nun die App-unterstützte Ersthelferalarmierung „Corhelper“ eingeführt.

Im Westmünsterland gibt es viele Bürgerinnen und Bürger mit medizinischer Qualifikation und die bereit sind, in einer Notfallsituation zu helfen. Genau an diesen Personenkreis richtet sich die App. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes, der Feuerwehren, der Hilfsorganisationen oder auch ärztliches und Pflegepersonal und viele mehr, die eine Qualifikation von mindestens 24 Stunden vorweisen können.

Auf ehrenamtlicher Basis möchte der Kreis Borken diese fachkundigen Personen verstärkt für die „erste Hilfe“ gewinnen. „Dazu wollen wir uns der App-unterstützten Ersthelferalarmierung bedienen“, erklärt Landrat Dr. Kai Zwicker. Ganz wichtig dabei: Die Ehrenamtlichen sind eine wertvolle Ergänzung zum öffentlichen Rettungsdienst, ohne aber dessen Bestandteil zu sein. Sie werden im Ernstfall zu sogenannten „Corhelpern“.

So funktioniert die Ersthelfer-App „Corhelper“:

Herz-Kreislauf-Stillstand – Notruf wählen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Leitstelle alarmieren den Rettungsdienst, parallel dazu – falls verfügbar – zwei Corhelper über die App. Dabei werden unmittelbar in der Nähe befindliche Ersthelfer durch die GPS-Komponente ihres Smartphones geortet und anhand eines massiven Alarm-Tons auf den Notfall hingewiesen. Wird der Einsatz durch den Ersthelfer angenommen, bekommt er per App die für den Einsatz erforderlichen Daten übermittelt und wird zum Einsatzort navigiert.

„Corhelper sind sehr oft schneller als der Rettungsdienst vor Ort. So können sie in der Zeit bis zu dessen Eintreffen qualifizierte lebensrettende Maßnahmen durchführen“, sagt Hanjo Groetschel, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Kreises Borken. Das therapiefreie Intervall so kurz wie möglich zu halten, verbessere die Überlebenschancen des Patienten enorm. Vor Ort unterstützt die App bei Bedarf mit Handlungsanweisungen bei der Reanimation. Die Leitstelle ist durch direkte Rückmeldungen des Ersthelfers an das System jederzeit über den Einsatzverlauf informiert.

Im Falle eines Reanimationseinsatzes wird bei der Verfügbarkeit eines Automatisierten externen Defibrillators (AED) sowie eines weiteren freiwilligen Ersthelfers dieser zum freiwilligen Zweithelfer. Er wird von der App zu einem AED, z. B. in einem Einkaufszentrum, navigiert. Nach Aufnahme des AED wird der Zweithelfer direkt an die Einsatzstelle geleitet, um die laufende Reanimation zu unterstützen.

Erkärung der Corhelper-App

Ein Erklär-Video mit einer exemplarischen Darstellung einer Notfallsituation, in der die „Corhelper-App“ zum Einsatz kam, steht auf der Internetseite des Kreises Borken auf www.kreis-borken.de/ersthelferapp unter dem Punkt „Ablauf des Einsatzes“ zur Verfügung.

Die notwendigen Informationen zur regionalen Verfügbarkeit von AEDs inkl. GPS-Koordinaten werden vom Kreis Borken vorgehalten. Diesbezüglich wird derzeit ein AED-Register ins Leben gerufen. Rund 100 Firmen, Behörden, Einrichtungen des Gesundheitswesens u. ä. haben sich bzw. ihre AED bereits über die Homepage des Kreises Borken in das Register eintragen lassen. Das geht unter www.kreis-borken.de/defibrillatoren.

Die „Corhelper-App“ ist zurzeit für die Plattformen iOS und Android verfügbar. Qualifizierte Ersthelfer können die App auf ihrem Smartphone im iTunes App Store (iPhone Version) bzw. Google Play Store (Android) kostenlos herunterladen und eine Registrierung vornehmen. Im Anschluss daran findet durch den Kreis Borken eine Prüfung und Freischaltung der Corhelper statt.

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Moin, ich bin André Elschenbroich. Vielen bekannt unter dem Namen Elsch. Der Eine oder Andere verbindet mich noch mit der WAZ, bei der ich 1988 als freiberuflicher Fotojournalist anfing und bis zur Schließung 2013 blieb. Darüber hinaus war ich in ganz Dorsten und der Region gleichzeitig auch für den Stadtspiegel unterwegs. Nachdem die WAZ dicht machte, habe ich es in anderen Städten versucht, doch es war nicht mehr dasselbe. In über 25 Jahren sind mir Dorsten, Schermbeck und Raesfeld mit ihren Menschen ans Herz gewachsen. Als gebürtiger Dorstener Junge merkte ich schnell: Ich möchte nirgendwo anders hin. Hier ist meine Heimat – und so freut es mich, dass ich jetzt als festangestellter Reporter die Heimatmedien mit multimedialen Inhalten aus unserer Heimat bereichern kann.

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