Bürgerstiftung Raesfeld-Erle-Homer sucht eine handwerklich begabte Familie als Mieter für das Haus von Arno Berning

Ein Haus voller Erinnerung und mehr als auf 200 Quadratmeter Fläche-gefüllt mit Inhalt eines Lebens. Seines Lebens, das Leben von Arno Berning, der am 30. November 2020 kurz vor seinem 64. Geburtstag nach schwer Krankheit verstarb (wir berichteten).

Raesfeld. Zeit seines Lebens engagierte sich der Raesfelder Kommunalpolitiker, Ratsmitglied (CDU), Jurist und Dozent an der Polizeihochschule Hagen für die Belange und Anliegen der Raesfelder Bürger und seiner Heimatgemeinde – bis über seinen Tod hinaus. Da Arno Berning weder Angehörige, Familie oder Kinder hatte, setzte er die Bürgerstiftung Raesfeld-Erle-Homer als Alleinerbe für sein Wohnhaus am Freiter Pättken, einschließlich Möbel und seiner persönlichen Dinge, ein.

Büro-vom-verstorbenen-Arno-Berning-Raesfeld
Ehemaliges Büro und Bibliothek von Arno Berning.

Dieses Haus nun zu räumen, die Dinge auszusortieren, wer bekommt was, was kann verkauft werden, was gespendet, stellte die Stiftungsmitglieder vor einer Mammutaufgabe. „Wir hatten schon während seines Klinik-Aufenthaltes eine vage Vermutung, dass etwas auf uns zukommt“, erinnert sich Heiko Gudel, Leiter der Vermögens- und Immobilienverwaltung Volksbank Raesfeld. Er sollte recht behalten, denn Mitte Dezember kam dann die Nachricht vom Amtsgericht, dass die Bürgerstiftung Alleinerbe des Hauses am Freiter-Pättken ist.

Bürgerstiftung-Raesfeld-verwaltet-Haus-von-Arno-Berning
Nachmieter gesucht von der Bürgerstiftung REH: v.l.: Jutta Bonhoff (Vorsitzende REH), Ruth Behring, Ute Heidermann-Rösler, Kathrin Bonhoff und Heiko Gudel. Foto: Petra Bosse

Sortieren, verteilen und verkaufen

Mit viel Sorgfalt und reichlich Emotionen machten sich die Ehrenamtlichen der Bürgerstiftung Anfang des Jahres an die Arbeit, das Vermächtnis zu sortieren und zu verteilen. Zum harten Kern gehörten dabei Kathrin Bonhoff, Ute Heidermann-Rösler, Heiko Gudel, Ruth und Richard Behring, Andreas Grotendorst, Lea Nagel, Jutta Bonhoff, Julia Gesing und Rita Grömping. Sie teilten sich in Gruppen auf und fingen an zu sortieren. „Da kam uns die Coronakrise gerade recht, denn es standen viele Stunden Arbeit an, die wir in dieser Zeit für all die Arbeiten gut nutzen konnten“, fügt die Vorsitzende der Bürgerstiftung Jutta Bonhoff hinzu.

Eines der größten Vermächtnisse von Berning war seine große Bibliothek. Diese ging – ein Transporter voll – an seinem ehemaligen Kollegen und Professor der Polizeifachschule nach Passau.

Haus-von-Arno-Berning-verstorben-Raesfeld
Bis heute liebevoll von der Bürgerstiftung gepflegt, wurde der rund 800qm große Garten.

Enge Verbundenheit zur Heimat

Da Arno Berning ein begeisterter Heimatkundler war, wurde auch der Heimatverein Raesfeld bedacht und erhielt seine heimatgeschichtliche Sammlung und Fotos. „Einige Dinge seines Hausstandes gingen auch an die Flüchtlingshilfe, andere wiederum spendeten wir für gemeinnützige Zwecke. Ganz im Sinne von Arno, da er in vielen Vereinen aktiv war“, ergänzt Jutta Bonhoff. Und natürlich wurde auch einiges verkauft. Der Verkaufserlös fließt nun in die Bürgerstiftung und soll für weitere gemeinnützige Projekte verwendet werden.

Bürgerstiftung-REH-Arno-Berning
Rund 200qm Wohnfläche incl. Keller und Anbau hat das Haus von Arno Berning am Freiter Pättken.

Haus wird nicht verkauft

Noch ist das Haus nicht ganz leergeräumt. „Das ist ein lebender Prozess, der noch lange nicht vorbei ist“, so Gudel.

Jedoch eine Tatsache steht schon jetzt fest: Das Haus aus dem Jahre 1960 bleibt im Besitz der Stiftung. Ab Sommer soll es nun vermietet werden. Eine Bewerberliste dafür gebe es schon. Hier hat, was die neuen Mieter anbelangt, die Stiftung klare Vorstellungen: „Optimal wäre eine Familie mit handwerklichem Geschick aus Raesfeld, oder, wo der Mann oder die Frau schon in der Gemeinde arbeiten“, erklärt Gudel. Zwar sei das Haus mit Garten von rund 800 qm, incl. Keller und Partykeller in einem guten Zustand, jedoch bedingt durch das Alter gebe es aber auch kleine „Wehwehchen“.

Deshalb sei es schön, wenn sich die neuen Mieter darum kümmern könnten und bereit seien, dieses Haus gut zu pflegen. Die Mieteinnahmen verbleiben im Stiftungsvermögen, woraus auch die großen Reparaturen bezahlt werden sollen.

In Gedenken an Arno Berning und damit der Name „Berning“ in Raesfeld nicht ganz verschwindet, sammelt derzeit die Stiftung Ideen, um Aktionen rund um den Verstorbenen zu planen.

Interessierte Mieter/innen können sich melden unter der Mail Adresse: [email protected]

Vorheriger ArtikelUnwetter am Dienstag – Tornado zog über Weseke
Nächster Artikel25 Beschäftigte eines Fleischzerlegungsbetriebes in Quarantäne
avatar
Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here