Wie bereits berichtet, hat die Gemeinde Raesfeld das Schloss Raesfeld gekauft. Kurz nach der Bekanntmachung gab es viele Spekulationen über die Höhe des Kaufpreises.

Wie heute Bürgermeister Martin Tesing am Ende Ratssitzung unter Verschiedenes mitteilte, beträgt der Kaufpreis für das Schloss inclusive der 7,4 Hektar Fläche rund um das Wasserschloss 1,5 Mio. Euro.

Das Hauptschloss ist seit 1952 Sitz der staatlich anerkannten Weiterbildungseinrichtung Akademie des Handwerks. 

Grundstück Schloss Gemeinde Raesfeld

Der Kauf des Schlosses ist – sowohl für Gemeinde Raesfeld als auch für die Akademie des Handwerks -eine Win-win Situation. Mit dem Kauf wird dafür gesorgt, dass Raesfeld auch weiterhin für das Handwerk ein wichtiger Standort bleibt.

Mit Blick auf die jährlich anfallenden Betriebskosten seien diese, so Tesing, durch die guten zwei Ankerverträge – Akademie und Gastronomie im Schloss – gedeckt. Sprich: Einnahmen gleich Ausgaben.

Zum Kauf des Schlosses nahmen Elke Rybarczyk (SPD), Volker van Wasen (UWG) und Henry Tünte von den Grünen Stellung:

Elke Rybarczyk:

Wir – die Fraktion der SPD – stehen voll und ganz hinter der Kaufentscheidung. Das Schloss ist für Raesfeld von immenser Bedeutung, es ist unverzichtbarer Bestandteil unserer Geschichte und damit identitätsstiftend; es ist Anziehungspunkt für Touristen und das ist gut für die Geschäfte und die Gastronomie in unserer Gemeinde.
Wir leben in spannenden Zeiten!
Nach unserer Einschätzung ist der Kauf samt Investitions- und Unterhaltungskosten angemessen
und für die Gemeinde finanzierbar. Wir wünschen der Verwaltung eine glückliche Hand bei der
Auswahl des Pächters, damit aus dem Schlosskauf eine Erfolgsgeschichte wird.

Volker van Wasen:

… Die Westdeutsche Handwerkskammer NRW hatte bereits Ende 2020 den Wunsch geäußert, sich als Eigentümer des Schlosses Raesfeld von der Hauptburg trennen zu wollen. Dies stellte unseren Bürgermeister, die Verwaltung und uns als Ratsmitglieder vor eine riesige Herausforderung. Dem Rat der Gemeinde war direkt klar, dass wir dies nur gemeinsam und ohne politisches Kalkül bewältigen konnten.
Die Verwaltung hat sehr bestimmt und zuverlässig an einem entsprechenden Vertragswerk gearbeitet und viele verschiedene Facetten durchgespielt.

Für uns als Gemeinde kristallisierten sich letztendlich nur zwei Möglichkeiten heraus:
Die erste Möglichkeit war, dass Schloss nicht zu erwerben um unsere Liquidität nicht zu sehr zu strapazieren. Dies war für den gesamten Rat keine realistische Option.
Sofern ein privater Investor zum Zuge gekommen wäre, hätten wir alle, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, das Schlossgelände ggf. nicht mehr betreten dürfen. Die Gemeinde Velen sollte uns hier als mahnendes Beispiel dienen. Ich glaube, dann hätten wir uns in Raesfeld als Lokalpolitiker nicht mehr sehen lassen können.
Die zweite Variante war und ist eine von fundamentaler und historischer Bedeutung.
Wir selbst (also alle Raesfelder, Erler und Homeraner) erwerben unser geliebtes Schloss.
Das Konzept der Gemeinde ist bisher schlüssig und wird uns auf lange Sicht alle
Handlungsoptionen erhalten. Nicht zu vergessen ist, dass dazu auch noch ca. 7,5 ha Ländereien gehören.
Erfreulicherweise hat die WHKT als Dachorganisation der Handwerkskammern NRW angekündigt, den Kaufpreis wieder unmittelbar in die Akademie des Handwerkes und somit in den Standort Raesfeld zu reinvestieren. Das investierte Geld bleibt somit auf Umwegen der Gemeinde erhalten.

Henry Tünte

Eine 2020 noch nicht vorhersehbare Besonderheit liegt sicher in dem Erwerb der Schlossimmobilie, der uns dank der guten Vorbereitung der Verwaltung alternativlos und tragbar erschien.

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1 KOMMENTAR

  1. Soll man sich die Augen reiben über den Reichtum der Gemeinde oder den abermaligen Übermut, im Bereich der Privatwirtschaft mitzumischen?

    Zu hoffen bleibt, dass sich noch ein paar Kröten auftreiben lassen, um den mittlerweile abgewirtschafteten Raesfelder Tiergarten ebenfalls zu retten. Freilich, erst nachdem das jahrelang schwelende Dorfentwicklungskonzept für den Raesfelder Ortskern endlich in Gang gebracht und beitragspflichtige Straßenausbaubeiträge zu Lasten der Anlieger für allemal ausgeschlossen wurde.

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