Raesfelder Boxer-Rüde Fiete und sein Herrchen Michael Beyer haben hohe Ziele – Erst Deutscher Meister werden und dann die Weltmeisterschaft

Coole Schnauze, freundlicher Blick und unverhohlene Neugier, so begrüßt Boxer Fiete v. Friedrichsee seine Besucher an der Haustür in Raesfeld.

Hier muss dann auch schon mal sein Herrchen Michael Beyer eingreifen, denn der vierjährige Rüde mag die volle Aufmerksamkeit, egal ob streicheln oder spielen. Da macht er auch vor einer weißen Hose nicht halt.

25 von rund 5000 Artgenossen haben es geschafft

Aktuell bereitet sich jedoch der Vierbeiner auf seinen großen Auftritt am Samstag bei der Deutschen Meisterschaft IGP 2021 in Gelsenkirchen vor. Im September belegte Fiete in der Vorrunde in Gütersloh den ersten Platz und konnte sich mit 25 weiteren Artgenossen von rund 5000 Boxern für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Er schnüffelte sich in die oberste Liga des Hundesports.

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Zwei, die sich kennen, respektieren und verstehen. Michael Beyer und sein Boxer Fiete. Foto: Petra Bosse

Nasenarbeit

Während seiner Schutzhundeausbildung stehen drei Disziplinen im Vordergrund: Nasenarbeit, Gehorsam und Beschützen. „Bei der Nasenarbeit geht es darum, dass, wenn ich auf dem Weg von meinem Haus ins Dorf beispielsweise ein Feuerzeug verliere, der Hund die Strecke abläuft, findet und anzeigt“, erklärt Michael Beyer. Sprich: Die ohnehin schon sehr gute Hundenase, wird noch weiter trainiert.

Disziplin und Gehorsam

Nichts ist wichtiger in der Hundeerziehung als guter Gehorsam. Und auch das beherrscht der muskulöse und temperamentvolle Rüde bestens. So bleibt er, wenn Herrchen Platz vor einem Geschäft sagt, solange dort auf einer Stelle sitzen, ohne Leine, bis er wiederkommt. Und auch beim Bummel durch eine Stadt weiß Fiete, dass er, auch ohne Leine, bei Fuß gehen muss. „Er bleibt immer an meiner Seite und lässt sich auch von anderen Hunden dann nicht provozieren. Er geht gelassen daran vorbei. Nicht weil er es immer möchte, sondern weil er es soll“, fügt Beyer hinzu und schmunzelt.

Schutzhund

Wer einen Hund wie Fiete an seiner Seite hat, muss sich um seine Sicherheit keine Sorgen machen, denn auch was seinen Beschützerinstinkt anbelangt, ist der Boxer bestens ausgebildet. Zum Beispiel zeigt er an, wenn sich ein Fremder im Garten oder in der Garage rumtreiben. Nicht nur das, er liebt Verstecke oder das Versteckspiel.

Eindringliche werden schnell erkannt, gefunden und gestellt. Auch das hat Hund Fiete während seiner fast vierjährigen Schutzhundeausbildung gelernt. Das bedeutet: „Wenn sich ein Fremder auf dem Hof hinter einem Holzstapel oder in irgendeinem sonstigen Versteck in Sicherheit wiegt, hat sich getäuscht“, so Beyer. Denn Fiete stöbert jeden in seinem Versteck auf. „Er zeigt mir dann sofort an, wo sich jemand versteckt hat, und wenn jemanden flüchten will, dann stellt er sich vor ihn“, ergänzt der Hundehalter.

Beschützerinstinkt

Vom Charakter her sei Fiete ein absolut friedliches Tier. Spielt mit jedem seiner Artgenossen, ob klein oder groß. Wenn es aber um sein Frauchen Margret geht, dann schiebt er auch ohne Kommando Wache. Beispielsweise bei einem gemeinsamen Spaziergang im Wald und Fiete Gefahr wittert, dann werde diese schnell erkannt. „Dann stellt er sich sofort zwischen Angreifer und seinem Frauchen, fügt Michael Beyer hinzu.

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Noch ein wenig chillen, bevor es am Samstag so richtig sportlich wird.

Familienhund, freundlich und zuverlässig

Boxer als Hunderasse begleiten Michael Beyer schon seit vielen Jahren. Bereits sein Großvater hatte einen. Fiete v. Friedrichsee ist mittlerweile der fünfte Hund dieser Rasse im Hause Beyer. Besonders die Attribute familienfreundlich, treu, ehrlich, zuverlässig und aufmerksam schätzt Beyer sehr bei dieser Rasse.

Schon als Welpe ging es mit dem Vierbeiner auf den Polizeihund Sportverein Bocholt. Dann kam der wöchentliche Vielseitigkeit- und Gebrauchshundesport im Hundesportverein hinzu. Dafür fährt Michael Beyer auch schon mal gerne quer durch das Münsterland, denn trainiert wird im Boxerklub Münster, in Burlo und im Polizeihundsportverein Bocholt, wo Beyer gleichzeitig Geschäftsführer ist.

Guter Freund und Partner

Auch was die gemeinsamen sportlichen Aktivitäten anbelangen, ergänzen sich Boxerrüde und Herrchen hervorragend. „Er ist für mich ein guter Freund und Partner. Alles was er erlernt hat, habe ich ihm mit Leckerchen und genügend Spielzeit beigebracht“, erklärt Beyer, denn für ihm sei es wichtig, dass es dem Hund gut geht. Und das Fiete mit seiner Ausstrahlung, nicht nur in seiner Familie, sondern auch bei den weiblichen Artgenossen beliebt ist, zeigt sich daran, dass alle Fiete wollen. Und das hat Spuren hinterlassen. Mittlerweile ist er Vater von über 40 Hundekinder. Die weiteste Verehrerin kam aus Schweden.

Weltmeisterschaft

Nun heißt es für die beiden, Ruhe bewahren und sich auf den großen Tag am Samstag in Gelsenkirchen mental vorzubereiten. Da fällt dann auch schon mal mehr ein Leckerchen ab, was Fiete schwanzwedeln sehr begrüßt. Immerhin haben sich Hund und Herrchen in den letzten Tagen intensiv mit anderen Hundesportkollegen anderer Rassen, besonders im Bereich Fährtenarbeit, vorbereitet und sich ein weiteres großes Ziel gesetzt: „Wir wollen gewinnen, um dann an der Boxer-Weltmeisterschaft WUBOX teilnehmen zu können“.

Wir vom Heimatreport drücken der Fellnase und seinem Menschenfreund dafür kräftig beide Daumen.

Hunde sind nicht unser ganzes Leben, aber sie machen aus unserem Leben ein Ganzes

—Roger Caras
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So sehen Sieger aus… auf geht’s zur Deutschen Meisterschaft. Fotos: Petra Bosse
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