Hungertücher der Fastenaktion Misereor sind bis zum 22. April im Borkener Kreishaus zu sehen

Kreis Borken (pd). 15 Hungertücher, die in den vergangenen 24 Jahren auf Initiative des bischöflichen Hilfswerks MISEREOR entstanden sind, zeigt jetzt eine Ausstellung im Borkener Kreishaus. Die meist farbenfrohen Werke geben in deutlicher Bildsprache einen Einblick in die Lebenssituation der Armen und illustrieren gleichzeitig die Hoffnungen, die sie mit dem Glauben verbinden. Initiiert haben die Schau unter dem Titel „Auf Tuchfühlung“ das Kreisdekanat Borken und das Kreiskomitee der Katholiken. [spoiler]
„Der Kreis freut sich, wenn das Kreishaus von vielen Bürgerinnen und Bürgern genutzt wird“, betonte Landrat Dr. Kai Zwicker bei der Eröffnung am Dienstagabend (30.3.). Dabei erinnerte er auch an vorausgegangene Ausstellungen und Veranstaltungen von katholischer und evangelischer Kirche. Kreisdechant Propst Wilfried Theising erklärte, die Hungertücher böten die Gelegenheit mit Gott auf Tuchfühlung zu gehen und knüpften gleichzeitig eine Verbindung zu Menschen in Not.
Hungertücher, auch Schmachtlappen genannt, haben eine lange Tradition. Erste Exemplare gab es bereits vor dem Jahr 1000. Die Tücher zeigten Bildmotive aus der Heilsgeschichte des Alten und Neuen Testaments. Das bischöfliche Hilfswerk MISEREOR hat die Tradition der Hungertücher im Jahr 1976 wieder aufgegriffen. Alle zwei Jahre gestaltet seitdem ein Künstler oder eine Künstlerin aus Afrika, Asien oder Lateinamerika ein neues Tuch. Dabei stellen sie eine Verbindung mit dem Hunger und der Armut, aber auch dem kulturellen und spirituellen Reichtum der Menschen in ihrer Heimat her.
Die jahrhundertelange Geschichte der Hungertücher skizzierte im Rahmen der Eröffnung Franz Gulde von MISEREOR in Aachen. Die aktuellen MISEREOR-Tücher zeigten, dass entwicklungspolitische Zusammenarbeit keine Einbahnstraße sei, sondern den Dialog zwischen den Partnerinnen und Partnern brauche. „Auch wir können wichtige Impulse von den Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika empfangen“, so Gulde. Er erläuterte auch das Thema der diesjährigen Spendenaktion „Gottes Schöpfung bewahren – damit alle leben können“.
Das musikalische Rahmenprogramm der Eröffnung gestaltete das Trio „Look Closer“ mit Ann-Christin Baranski, Manuela Miko und Peter Risthaus.
Bis zum 22. April ist die Ausstellung „Auf Tuchfühlung“ im Borkener Kreishaus zu sehen, montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 16 Uhr. Besonders eingeladen sind Schulklassen, die die Hungertücher im Rahmen des Religions-, Deutsch- und Kunstunterrichts in den Blick nehmen können. [/spoiler]

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