An den Karnevalstagen einen klaren Kopf behalten

Arbeitskreis Sucht- und Gewaltprävention: „Erwachsene sind Vorbilder“

Kreis Borken (pd). Damit die Karnevalstage nicht mit einem dicken Kater oder sogar einer Alkoholvergiftung enden, ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol gefragt. Dazu ruft der „Arbeitskreis Sucht- und Gewaltprävention im Kreis Borken“ vor allem Erwachsene auf. Sie hätten eine Vorbildfunktion. Der Arbeitskreis kooperiert mit dem Team der kreisweiten Kampagne „Vollrausch… ohne mich!“.

„Alkoholkonsum während der jecken Zeit gehört für viele genauso zum Karneval wie Kamelle zu den Karnevalsumzügen“, erklärt Werner Rasch von der Fachstelle für Suchtvorbeugung des Kreises. Alkohol sei auf Festen kaum wegzu¬denken und in unserem Kulturkreis weit verbreitet. Der Konsum von Alkohol bringe jedoch nicht nur Spaß und Heiterkeit mit sich, sondern könne auch gesundheitliche Schäden verursachen. „Besonders Kinder und Jugendliche gehen ein hohes Risiko ein, da sich ihr Körper noch im Wachstum befindet und der Organismus auf Alkohol wesentlich sensibler reagiert als bei einem Erwachsenen“, so Rasch.

Jeder Karnevalsjeck sollte deshalb bei Veranstaltungen und Umzügen auch ein Auge auf junge Mitmenschen haben. Insbesondere Eltern sind gefordert, ihre Kinder vor den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums zu schützen. „Die Aufsichtspflicht endet nicht an der Haustür“, betont Jürgen Friedrich vom Fachbereich Jugend und Familie der Stadt Borken. Auch Discounter, Getränkemärkte und Wirte erinnert er an ihre besondere Verantwortung für die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes. „Weil viele Jugendliche die Wirkung von Alkohol nicht richtig einschätzen können, sind gerade hier die Erwachsenen in die Pflicht genommen, die vorgegebenen Grenzen einzu¬halten, Jugendliche aufzuklären und die Abgabe von Alkohol an Minderjährige zu verhindern.“ Konkret heißt das: Händler dürfen alkoholische Getränke nicht an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verkaufen. Und Wirte müssen darauf achten, dass sie Bier und Co. nicht an junge Besucher ausschenken. Für branntweinhaltige Getränke, wie zum Beispiel Wodka, gilt ebenfalls eine klare Altersbegrenzung. Sie sind erst ab dem 18. Lebensjahr erlaubt. „Auch ein Volljähriger, der in seiner Clique alkoholhaltige Getränke an Minderjährige weitergibt, macht sich strafbar“, so Friedrich.

Die Polizei beobachtet jedes Jahr rund um die Karnevalstage eine Zunahme von Gewaltdelikten. „Übermäßiger Alkoholkonsum enthemmt, macht leichtsinnig und erhöht das Risiko Opfer oder sogar Täter einer Straftat zu werden“, erklärt Meinolf Müller vom Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz der Kreispolizeibehörde. „Wichtig ist daher, nicht zu viel Alkohol zu konsumieren und erkennbar betrunkene Freunde nicht allein zu lassen.“

Weitere Informationen zum Thema gibt es bei den Mitgliedern der Arbeitskreises Sucht- und Gewaltprävention:

– den Jugendschutzfachkräften der Städte Ahaus, Bocholt, Borken und Gronau sowie des Kreises Borken (Tel.: 02861/82-2235),

– beim Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz der Kreispolizeibehörde Borken (Tel.: 02861/9005500),

– bei der Fachstelle für Suchtvorbeugung des Kreises Borken (Tel.: 02861/82-1086) und

– beim Kampagnenteam „Vollrausch… ohne mich!“ (Tel.: 02861/82-1160).

Die Kampagne „Vollrausch… ohne mich!“ stellt Interessierten Informationsmaterialien, wie zum Beispiel Elterninformationsflyer, Jugendschutzplakate, Altersberechnungstabellen und Partychecklisten, zur Verfügung. Sie sind beim Kreis Borken unter Tel. 02861/82-1160 kostenlos erhältlich. Im Internet gibt es weitere Informationen unter www.vollrausch-ohne-mich.de.

Zum Thema: Alkohol baut sich langsam ab

Der Körper eines Erwachsenen benötigt etwa 60 bis 90 Minuten, um 0,1 Promille Alkohol abzubauen. Dies geschieht zu 90 Prozent durch die Leber und zu 10 Prozent über Lunge und Haut. Manche Medikamente wie zum Beispiel Aspirin verlangsamen den Abbau des Alkohols. „Den langsamen Abbau sollte jeder be¬denken, der am nächsten Tag am Straßenverkehr teilnehmen will“, erklärt Meinolf Müller von der Kreispolizeibehörde Borken. „Denn auch der Restalkohol im Blut kann dafür noch zu hoch sein.“

Wer beim Feiern nicht ganz auf den Alkohol verzichten möchte, dem empfehlen Fachleute zwischendurch nichtalkoholische Getränke wie zum Beispiel Wasser, Cola oder Saft trinken. Dies hilft auch, einem Kater am nächsten Tag entgegenzuwirken. Denn: Die entwässernde Wirkung des Alkohols ist die Hauptursache für die anschließende Katerstimmung.

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