StartGemeinde RaesfeldRaesfeld beteiligt sich an Initiative gegen Afrikanische Schweinepest im Kreis Borken

Raesfeld beteiligt sich an Initiative gegen Afrikanische Schweinepest im Kreis Borken

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Ein achtlos weggeworfenes Salamibrötchen kann ausreichen, um eine ganze Region in wirtschaftliche Not zu bringen. Denn Speisereste mit infiziertem Fleisch stellen ein erhebliches Risiko dar, die Afrikanische Schweinepest (ASP) auf Wildschweine zu übertragen.

Um genau das zu verhindern, haben der Landwirtschaftliche Kreisverband Borken, die Landwirtschaftskammer, die Kreisjägerschaft und der Kreis Borken gemeinsam mit fünf Kommunen, darunter auch Raesfeld, eine Aufklärungskampagne gestartet. An Wanderpark- und Rastplätzen weisen neue Schilder nun darauf hin, wie wichtig richtiges Verhalten ist.

Bedrohung für die Landwirtschaft

Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Westmünsterland hätte gravierende Folgen für die regionalen Betriebe. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich, gilt aber als hochansteckend und verläuft bei Haus- und Wildschweinen meist tödlich. Für die Schweinehalterinnen und Schweinehalter im Kreis wären die wirtschaftlichen Auswirkungen enorm, da im Ernstfall großflächige Restriktionszonen eingerichtet und Handelsverbote ausgesprochen würden. Auch touristische Aktivitäten in betroffenen Gebieten könnten eingeschränkt werden.

Informationsschilder in fünf Kommunen

Um mögliche Infektionsquellen zu vermeiden, setzen die Verantwortlichen verstärkt auf Aufklärung. In enger Abstimmung mit den Kommunen wurden mehrsprachige Schilder mit Piktogrammen aufgestellt. Sie weisen darauf hin, dass schon kleinste Mengen weggeworfener Lebensmittel – wie ein belegtes Brot mit Salami aus Süd- oder Osteuropa – ausreichen können, um Wildschweine anzustecken. Besonders an Rastplätzen entlang der Autobahn A 31 und in Gebieten mit bekannter Wildschweinpopulation sollen die Hinweise für Aufmerksamkeit sorgen.

Monitoring von Wildschweinen

Neben der Aufklärung wird auch die Überwachung intensiviert. Nach Angaben von Kreisveterinärin Anja Miebach werden alle im Kreis Borken erlegten sowie tot aufgefundenen Wildschweine gemeinsam mit der Jägerschaft untersucht. Blutproben sollen dabei helfen, eine mögliche Infektion frühzeitig zu erkennen und ein Einschleppen des Virus zu verhindern.

Entwicklung der Seuche in Deutschland

Die Afrikanische Schweinepest tritt seit 2020 in Deutschland auf. Zunächst waren vor allem Landkreise entlang der polnischen Grenze betroffen. Seit Mitte 2024 wurden Fälle bei Wildschweinen auch in Hessen und Rheinland-Pfalz registriert. Im Juni 2025 kam es zu den ersten Ausbrüchen in Nordrhein-Westfalen, konkret in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein. Untersuchungen ergaben, dass dort ein in Italien vorkommender Virustyp nachgewiesen wurde. Fachleute halten es daher für wahrscheinlich, dass der Eintrag über nicht ordnungsgemäß entsorgte Speiseabfälle erfolgt ist.

Gemeinsames Ziel

„Unser oberstes Ziel ist es, durch die Zusammenarbeit von Schweinehaltern, Jägerschaft und Veterinärverwaltung einen Eintrag der Infektion in die hiesige Wildschweinpopulation sowie in die Hausschweinebestände zu verhindern“, betont Anja Miebach.

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