Laute Motorradfahrer nerven Erler Bürger

Wenn die Motorradfahrer durch Erler brettern, fühlen sich viele Erler gestört.

ERLE. Sommerzeit ist Motorradzeit. Die Biker, einzeln und in Gruppen, fahren durch die Region.

Auch in Erle, auf der Rhader, Marienthaler und Schermbecker Straße, sind sie unterwegs. Ulrich Grunewald wohnt an der Kreuzung Rhader/ Dorstener Straße (B 224). Er ärgert sich über Motorradfahrer, die seiner Meinung nach zu laut und zu schnell sind. „Es kann nicht sein, dass die Polizei bei Motorradfahrern keine Lärmmessungen macht“, kritisiert der Erler.

Ulrich Grunewald genervt durch Motorradlärm in Erle
Ulrich Grunewald ist genervt durch Motorradlärm in Erle.

Wochenende ist besonders schlimm

Besonders laut werde es, wenn eine Gruppe in Richtung Dorf Erle oder Rhade fahre. Am Wochenende sei es umso schlimmer, so Grunewald. Er regt an, während der Motorradsaison einige hoch frequentierte Straßen für diese Fahrer zu sperren. Zumindest könnte die Polizei mit einem Messgerät die größten Krachmacher aus dem Verkehr ziehen. „Wir Anwohner fühlen uns durch den Lärm stark gestört.“

Zudem sei die Rhader Straße seiner Meinung nach gefährlich für rasende Kradfahrer, da die Ausfahrten durch die Bäume unübersichtlich seien.

Lärm durch Motorradfahrer in Raesfeld und Erle
Beliebte Strecke für Motorradfahrer von Erle nach Rhade.

Strecken für Motorräder sperren ist schwierig

Bernhard Sieverding vom Fachbereich Verkehr des Kreises Borken sagt: Der Kreis habe keine Geräte, um Lärm zu messen. Zwar gebe es schwerpunktmäßige Kontrollen. Doch eine bestimmte Strecke verkehrsrechtlich für Motorradfahrer zu sperren, sei schwierig, erklärt Sieverding. Sperrungen seien in Verbindung mit einer eklatanten Unfall-Lage möglich. Bei den von Grunewald genannten Straßen sei das nicht der Fall. Sieverding: „Deshalb können wir den Motorradfahrern den Spaß nicht verbieten, diese Strecken zu nutzen.“

Beliebte Strecke im Grenzgebiet

Bekannt sei, dass die Straßen im Bereich der Kreisgrenze bei Kradfahrern beliebt seien. Wie beispielsweise die Marienthaler Straße. Daher wurde die Geschwindigkeit vor der Ortseinfahrt in Erle auf 70 Kilometer pro Stunde in beide Fahrtrichtungen begrenzt. Gleiches gilt auf der Rhader Straße bis zur Kreisgrenze.

Dabei habe aber nicht die Überwachung der Lautstärke im Vordergrund gestanden. Im Einzelfall, auch bei freien Kontrollen, werde diese geprüft, wenn es Auffälligkeiten gebe. Im Zweifelsfall seien Sachverständige hinzuzuziehen. Er könne nachvollziehen, dass der Motorradverkehr für Anwohner nervig sein könne, da einige eine recht hohe Lautstärke haben.

Lärm durch Motorradfahrer in Raesfeld und Erle

Keine speziellen Lärmmessungen

Zur Rhader Straße, die auch durch den Kreis Recklinghausen führt, sagt Michael Franz, der Pressesprecher der Polizei Recklinghausen, dass keine speziellen Lärmmessungen vorgenommen werden. Wie überall gebe es unter Motorradfahrern „schwarze Schafe“. Diese gelte es zu finden. „Grundsätzlich sind unsere Kontrollen nicht auf Lautstärke-Entwicklung ausgerichtet. Wenn aber Anhaltspunkte gegeben sind, dass ein Fahrzeug zu laut ist, werden diese Fahrzeuge angehalten und entsprechende Kontrollen vorgenommen.“

Falle ein Krad als überdurchschnittlich laut auf und werde festgestellt, dass an der Technik manipuliert wurde, könne dies eine Straftat darstellen und das Erlöschen der Betriebserlaubnis bedeuten, erklärt der Polizeisprecher. Letztlich, so Franz, sei es schwierig, die Sache so zu regeln, dass alle zufrieden sein können.

Petra Bosse