Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Februar auf 6.133 Personen

Landrat Dr. Kai Zwicker: „Mit dieser Entwicklung war zu rechnen“

Kreis Borken (pd). Die Quote der langzeitarbeitslosen Menschen an den zivilen Erwerbspersonen im Kreisgebiet stieg im Februar 2010 – erstmals seit April des letzten Jahres wieder – auf 3,2 Prozent an. Gegenüber Januar gab es 49 Langzeitarbeitslose (Empfänger von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch/SGB II) mehr im Kreis Borken. „Insgesamt verzeichneten wir damit im Februar 6.133 arbeitslose Grundsicherungsempfänger“, erläutert Dr. Ansgar Hörster, seit Februar Kreisdirektor und zuständig für den Sozialbereich der Kreisverwaltung, die aktuelle Bilanz. Auch die Zahl der „Bedarfsgemeinschaften“ zog im Februar wieder stärker an. Gegenwärtig erhalten 9.353 SGB II-Haushalte die sogenannte Grundsicherung für Arbeitsuchende.
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Dazu gehören insgesamt 20.055 Personen. Ab Mitte 2007 hatte die Zahl der Hilfeempfänger immer unter 20.000 Personen gelegen.
Landrat Dr. Kai Zwicker hatte mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Februar gerechnet: „Im Winter geht die Zahl der Arbeitslosen erfahrungsgemäß hoch.“ Der Landrat rechnet aber auch damit, dass sich der Arbeitsmarkt im Frühjahr wieder etwas erholen wird, gerade in den wetterabhängigen Branchen. „Trotz der steigenden Zahlen steht der Kreis Borken gegenüber anderen Kommunen in NRW dennnoch sehr gut da“, betont Dr. Zwicker. So weist der Kreis Borken landesweit weiterhin eine der niedrigsten Quoten auf.
Die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung hat sich laut Kreisdirektor Dr. Hörster gegenüber dem Vormonat nur geringfügig verändert: In Ahaus ist die Zahl der Arbeitslosen um 45, in Vreden um 15 gesunken, in Bocholt und Gronau um 34 gestiegen, gefolgt von Rhede mit einem Anstieg um 16 und Isselburg um 10 Personen. In den weiteren Gemeinden ist die Zahl nahezu gleich geblieben.
Im Jahresvergleich ist die Zahl der Arbeitslosen beim Service-Punkt ARBEIT in Ahaus – trotz des Rückgangs in diesem Monat von 45 Personen – mit +118 Personen am stärksten gestiegen. Auch Bocholt zählt 105 arbeitslose Grundsicherungsempfänger mehr, gefolgt von Borken mit +59 und Gronau mit +47 Personen. Raesfeld und Stadtlohn haben mit +31, bzw. +32 Personen einen relativ hohen Anstieg zu verzeichnen.
Dagegen ist die Arbeitslosigkeit in Heiden im Vergleich zum Februar 2009 um 24 Personen gesunken. Auch in Velen hat die Zahl um 15 abgenommen, genauso in Rhede um 9, in Legden um 6 und in Isselburg um 5 Personen.
Die Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent im Kreis Borken kann nicht auf die einzelnen Städte und Gemeinden herunter gebrochen werden. Dazu fehlt es an der gemeindebezogenen Zahl der zivilen Erwerbspersonen von der Arbeitsagentur. Hilfsweise eignet sich für den Vergleich zwischen den Orten die Quote auf Basis der Bevölkerungsgruppe von 15 bis 65 Jahren. Diese Altersgruppe gilt nach dem SGB II grundsätzlich als erwerbsfähig.
Für das Kreisgebiet liegt diese Quote wie im Januar bei 2,5 Prozent. Die Übersicht im Einzelnen: In der Stadt Ahaus ging der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Bevölkerung im Februar mit -0,2 Prozentpunkten am stärksten zurück, gefolgt von Raesfeld, Reken, Velen und Vreden mit rd. -0,1 Prozentpunkten. In Heek ist die Quote mit rd. +0,2 Prozentpunkten am stärksten gestiegen. In den übrigen Städten und Gemeinden ist die Quote nahezu unverändert geblieben. Die kleineren Gemeinden Südlohn, Heek, und Schöppingen weisen an der Bevölkerung der 15 bis 65-Jährigen mit unter 1 Prozent die niedrigsten Quoten aus. Gronau und Bocholt sowie Borken liegen bei der Quote mit über drei Prozent an der Spitze im Kreisgebiet. Ahaus als weitere mittlere kreisangehörige Stadt steht mit 1,8 Prozent deutlich besser da. [/spoiler]