Neue Sketche in plattdeutscher Sprache mit den Brejpottspöllers

Wie sich die Zeiten ändern in Sprache, Verhaltensweisen und Kleidung, das bekamen die Erler Heimatfreunde in vergnüglichen Spielszenen am plattdeutschen Nachmittag des Heimatvereins zu sehen.

Auf dem Programm standen neue Sketche in plattdeutscher Sprache, welche die Kinder unter der Leitung von Ingrid Horstmann, Doris Grunewald, Mia Pass und Hedwig Rentmeister in den letzten Wochen eingeübt hatten.

„Ehrlik edeelt“ „Oma un Opa in Monster“ oder „Vader helpt bi de Schollarbaiden“ sorgten für lautstarken Beifall. Die beiden Plattdeutsch-Arbeitsgemeinschaften des Heimatvereins, „de kläinen und de groaten Brejpottspöllers“ (Kinder im 3./4. Schuljahr sowie ab 5. Schuljahr) spielten in kleinen Sketchen – mal besinnlich, mal lustig – Situationen aus dem Alltag früher und heute. Zunächst zeigten die „Kläinen“ in der Spielszene „Frederick“, als Mäuse verkleidet, ein Stück Lebensphilosophie.

Lebenskünstler Frederick zeigt seiner Familie, worauf es im Leben ankommt, auf die schönen Dinge des Alltags: schöne Töne und Worte, bunte Farben und Sonnenstrahlen für das seelische Wohl statt nur Körner und Nüsse für das leibliche Wohl.

Mit gespielten Witzen hatten die „Kläinen“ die Lacher auf ihrer Seite. Benädken erkennt das Geschlecht der Fliegen an deren Verhaltensweisen: Die „Männkes“ erwischt er an der Bierpulle, die „Wiewkes“ am Spiegel. Dass der Lehrer um die Hilfe seines Vaters bei den „Schoolarbäiden“ weiß, deutet er mit der Bemerkung an, einer allein könne so viele Fehler gar nicht machen.

Doris Grunewald (l.) und Mia Pass 

Die „Groaten“ stellten dann in zwei Schulszenen den Unterschied zwischen Schule früher und heute dar. Während sich vor ca. 80 Jahren die Schülerinnen und Schüler mit ihrer ersten Fremdsprache, dem Hochdeutsch, abmühten und die gestrenge Lehrerin auf Sauberkeit und Ordnung achtete, verzweifelt diese heute an dem Jugendjargon und der Nullbockhaltung der Schüler. Die Dialoge für Schule heute hatten die Spieler selbst geschrieben.

Die Hausband des Heimatvereins

Als Oma und Opa zum ersten Mal die Stadt Münster besuchen, kommt es aufgrund ihrer Schwierigkeiten mit dem Hochdeutschen zu lustigen Missverständnissen. So glauben die schwergewichtigen Großeltern z. B., sich einen Kinobesuch nicht leisten zu können, da der (das) Pro-Gramm zehn Pfennig kosten solle. In dem Sketch „Füheralarm“ braucht Feuerwehrmann Hinnerk ziemlich lange, bis er nachts seine Uniformteile gefunden und angezogen hat, da seine Kinder zuvor damit gespielt, sie verlegt und Taschen und Stiefel mit Äpfeln und Zwiebeln gefüllt hatten.


Den Schluss bildete eine Modenschau der 1950er und -60er Jahre. Die Models kamen urkomisch daher in ihren Modellen „Flietige Huusfrou“, „Aobsttorte“, „Fromme Helene“ oder „Schlaopmüske“. Bei dem Tanz der Petticoat-Mädchen zu „Rock around the clock“ fielen die begeisterten Zuschauer in rhythmisches Klatschen. Zwischendurch wurden zur Gitarrenbegleitung immer wieder plattdeutsche Lieder gesungen.
Die zahlreichen Besucher belohnten die „Brejpottspöllers“ mit langen Applaus für ihre tolle Leistung. Man merkte den Kindern an, dass sie mit Feuereifer bei der Sache sind und Ihnen das Erlernen der plattdeutschen Sprache beim Einüben der Sketche viel Spaß macht.

Fotos: Petra Bosse/Text Heimatverein Erle

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