Geschichten auf Platt auf der Homepage – Unterhaltungsangebot des Heimatvereins Erle

Erle (pd). „Wi äs Menschen dröff den Humor un dat Lachen nich vergäten. Dat bruk den Mensch“, bemerkt Ingrid Horstmann in ihrer Einführung in die Reihe vergnüglicher plattdeutscher Geschichten, die seit einigen Tagen auf der Homepage des Heimatvereins Erle zu hören sind und nach und nach ergänzt werden.

Ablenkung vom Alltag

Der Verein möchte mit diesem Angebot „de Menschen en bettken to’t Lachen bringen“ während der Corona-Krise, die die Menschen zwingt, zu Hause zu bleiben, Kontakte zu vermeiden und Veranstaltungen abzusagen. Seit langem schon lesen Mitglieder des Vereins in Seniorenrunden  plattdeutsche Geschichten vor und die Brejpottspöllers, die Kinder der Plattdeutsch-AG, spielen dort lustige Sketche.

Heimatverein Erle
Hedwig Rentmeisters Gästebittergedicht im historischen Hochzeitskleid

Da das zurzeit nicht möglich ist, möchte der Verein die digitalen Medien nutzen, um auf seiner Homepage wp.heimatverein-erle.de auf der Startseite und unter dem Menü: plattdeutsch/plattdeutsch –hoeren und bei Facebook.com/Heimatverein.erle allen Plattdeutsch-Liebhabern, insbesondere den Seniorinnen und Senioren die ihnen vertraute Sprache unterhaltsam zu Gehör zu bringen.

Da viele von denen mit den modernen Medien nicht so vertraut sind, wäre es die Aufgabe ihrer jüngeren Angehörigen, den Älteren die Benutzung dieser Medien zu ermöglichen. Dasselbe gilt auch für die Bewohnerinnen und Bewohner von Altenheimen, die keinen Besuch empfangen können und dankbar für jede Ablenkung von dem zurzeit schwierigen Alltag wären.

Tonstudio im Heimathaus

Ingrid Horstmann, Doris Grunewald, Hedwig Rentmeister, Mia Pass, Carlo Behler, Hannes Kempken und Hermann Jünck vom Heimatverein erklärten sich bereit, die Geschichten in kleinen Videos zu präsentieren. Und so werden zurzeit die Geschichten im Heimathaus, natürlich unter Corona-Bedingungen, aufgenommen und nach und nach von Webmaster Wenzel Schierenberg veröffentlicht. Da der unterhaltsame Inhalt im Vordergrund steht, ist sicherlich die improvisierte Form und nicht hochprofessionelle Aufnahmequalität mit dem Smartphone eher nebensächlich.

Heimatverein Erle
Doris Grunewald erklärt „Dat Poschläinsydrom“. Fotos: Heimatverein

Menschliches, allzu Menschliches

Die Geschichten handeln von skurrilen, aber liebenswerten Eigenschaften der Menschen, z. B. dem „Poschläin-Syndrom“ oder „Moders twedde Fröijahr“, von größeren und kleineren Sorgen und Malheuren der Erwachsenen und der Kinder, z. B. in „Een Malheur bi’t andere“ oder „Den Borksen Heefedeeg“  und von früheren religiösen Geboten, z. B. in der „Geschichte van’t Bichten“ oder „Kinder häbbt uk Sorgen“, über die man heute schmunzelt.

Auch Märchen und Witze auf Platt sind dabei, z. B. „Sterndaaler“ und „Den Fallschirmaffsprung“.  Zum Vortrag des Gästebittergedichtes hatte sich Hedwig Rentmeister extra das Hochzeitskleid ihrer Oma angezogen. Den Akteuren machen die Aufnahmen viel Spaß und je nach Dauer des Kontakt- und Versammlungsverbotes bzw. der Nachfrage wird die Serie fortgesetzt.  

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