Die Unfallentwicklung 2025 im Kreis Borken zeigt ein widersprüchliches Bild: Insgesamt registrierte die Polizei weniger Verkehrsunfälle. Gleichzeitig stieg die Zahl der Verunglückten deutlich an. Besonders auffällig ist die hohe Zahl der Verkehrstoten.
Die Kreispolizeibehörde Borken hat ihre Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Präsentation fand erneut nicht in einem klassischen Konferenzraum statt, sondern direkt im Einsatzgeschehen an einer Verkehrskontrolle.
Unfallentwicklung 2025 im Kreis Borken
Landrat Dr. Kai Zwicker und der Abteilungsleiter Polizei, Leitender Polizeidirektor Paul Albers, begrüßten die Medienvertreter zunächst im Bus der Verkehrspuppenbühne der Kreispolizeibehörde. Von dort aus richtete sich der Blick auf das Verkehrsgeschehen im Kreis Borken und auf die Menschen hinter den Zahlen.
Zwicker betonte: „Wenn wir über die Verkehrsunfallstatistik sprechen, geht es nicht um abstrakte Zahlen. Hinter jedem Unfall stehen Menschen, Schicksale und Familien.“
Trotz eines leichten Rückgangs der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle bewertet die Polizei die Entwicklung bei den Unfallfolgen als besorgniserregend.
24 Verkehrstote im Jahr 2025
Polizeirat Dominik Rezler, Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Borken, stellte die wichtigsten Entwicklungen des vergangenen Jahres vor.
Im Jahr 2025 verloren im Kreis Borken 24 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Damit liegt die Zahl so hoch wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.
Zugleich stieg die Zahl der schweren Unfallfolgen, also der schwer verletzten und getöteten Personen, um 11,4 Prozent.
Rezler erklärte: „Mit 24 getöteten Menschen wird deutlich, dass wir uns weiter von dem Fernziel der sogenannten Vision Zero entfernen. Als Kreispolizeibehörde werden wir weiterhin alles daransetzen, diesen Trend durch konsequente Verkehrssicherheitsarbeit umzukehren.“
Besonders viele tödliche Unfälle mit Pedelecs
Ein besonderes Augenmerk richtet die Polizei weiterhin auf Rad- und Pedelecfahrende. Insgesamt neun Menschen aus dieser Gruppe kamen im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor.
Auffällig ist die Altersstruktur: Acht der neun Getöteten gehörten zur Gruppe der Seniorinnen und Senioren. Zudem wurden bereits zum dritten Mal in Folge mehr Pedelecfahrende bei Verkehrsunfällen verletzt als klassische Radfahrende.
Rückgang bei Unfallfluchten
Neben den besorgniserregenden Entwicklungen gibt es auch eine positive Tendenz. Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten nach Unfällen mit Personenschaden ging um 23 Fälle zurück.
Zu den häufigsten Unfallursachen zählen weiterhin Vorfahrtsverstöße sowie Fehler beim Abbiegen.
Polizei setzt auf Prävention und Kontrollen
Leitender Polizeidirektor Paul Albers hob auch die Bedeutung der Betreuung von Betroffenen hervor.
„Gerade nach schweren oder tödlichen Verkehrsunfällen erleben wir großes Leid bei Angehörigen und Beteiligten. Der polizeiliche Opferschutz ist deshalb ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Arbeit und für mich persönlich eine Herzensangelegenheit.“
Im Anschluss erhielten die Medienvertreter Einblick in eine laufende Verkehrskontrolle der Polizei. Im Fokus standen die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit sowie der Schwerlastverkehr.
Journalistinnen und Journalisten konnten sich die eingesetzte Messtechnik erklären lassen und selbst einen Blick durch eine sogenannte Laserpistole werfen. Auch ein Rauschgifthund war Teil der Kontrolle.
Mit der Pressekonferenz im laufenden Einsatz wollte die Kreispolizeibehörde zeigen, dass Verkehrssicherheitsarbeit viele Bereiche umfasst. Dazu gehören die Analyse der Unfallzahlen, Präventionsarbeit und gezielte Kontrollen.
Ziel bleibe es, die Sicherheit im Straßenverkehr im Kreis Borken weiter zu verbessern.



























