Ein Blick hinter die Kulissen

Bundesliga-Konferenz. Am Samstag steigt das große Bundesliga-Finale. Dann werden am letzten Spieltag dieser Saison wieder Millionen Hörer am Radio sitzen und die legendäre Konferenz-Schaltung der Reporter aus den Stadien mitverfolgen. Heimatmedien-Autor Hans Neuhaus schaute mal, wie es hinter den Kulissen der Produktion der Sendung aussieht.

Samstag 14:02 Uhr, Studio 21, WDR Arkarden: Noch laufen die Nachrichten auf WDR 2. In der Sende-Regie sitzt Kerstin von Kalckreuth am Kommandostand und drückt auf die Taste, wo sie mit allen angeschlossenen Reportern, Technikern und dem Moderator Sven Pistor verbunden ist. „Eine schöne Show uns allen“ spricht sie ins Mikrofon.

Gabriele Lederer und Sven Pistor während der Sendung
Foto: Hans Neuhaus

Das ist der Startschuss für die Bundesliga-Konferenz, einer Hörfunksendung, die in dieser Form seit dem Beginn der Bundesliga 1963 an den Spiel-Samstagen nahezu unverändert über die Bühne geht. Was man am Radio als Hörer nicht mitbekommt: Dahinter steckt ein recht großer Aufwand. Allein das Team im Kölner Funkhaus umfasst mit Assistenten sieben Mitarbeiter.

Abläufe besprechen in der Bundesliga-Konferenz

Bereits gegen Mittag kommt das Team der Sendung „Liga Live“ in den WDR-Arkarden zusammen, um den schon vorab erstellten Ablauf zu besprechen. Wer meldet sich wann und in welcher Reihenfolge aus den Stadien? Wer liefert vorab Interviews mit Spielern oder Trainer?

In dieser Konferenz wird das alles festgelegt. Berücksichtigt werden müssen auch die Reporter, die nicht per Rückleitung mit der Regie verbunden sind und zu vorher festgelegten Zeiten (sogenannte Schneide-Kommandos) mit ihrer Reportage beginnen. Sie können nicht direkt vom Moderator angesprochen werden – die Anmoderation wird dann allgemein gehalten.

Spontane Änderungen sind in der Bundesliga-Konferenz normal

Aber auch dieser vorab festgelegte Ablauf ändert die Redaktion zumeist im Laufe der Sendung spontan. Wenn irgendwo ein Elfmeter stattfindet oder das Spiel eine ungeahnte Wendung nimmt – dann ist Sende-Redakteurin Kerstin von Kalckreuth gefragt. Bei ihr laufen alle Fäden zusammen, sie gibt die Anweisungen an Reporter, Techniker und Moderator. Dazu hört sie an ihrem Kommandostand mehrere Stadion-Reporter gleichzeitig auf ihrem Kopfhörer ab. Wer dazu gehört, entscheidet die Konferenz vorher an der Wichtigkeit des Spiels.

vl: Johanna Tüllmann, Gabriele Lederer und Kerstin van Kalckreuth sind ein eingespieltes Team
Foto: Hans Neuhaus

Neben ihr sitzen gleich zwei Ton-Technikerinnen. In unserem Fall Gabriele Lederer, ein WDR-Urgestein und schon seit mehr als 25 Jahren dabei. Sie bedient das Mischpult mit 12 Kanälen, wo die Leitungen aus den Stadien zusammenlaufen. Auch sie hat Kontakt zu den Reportern. Muss aus aktuellem Anlass sofort in ein anderes Stadion geschaltet werden, ruft sie dem Reporter ein kurzes, aber bestimmendes „Zurück“ auf den Kopfhörer und schon zieht sie den Kanal aus dem nächsten Stadion auf.

Der Hörer bekommt den kleinsten Fehler mit

Rechts von ihr sitzt derweil Technikerin Johanna Tüllmann. Sie „fährt“ die komplette Sendung mit Musik, Jingles, Werbung und Nachrichten und muss darauf achten, dass zeitlich alles passt. Vor allem das Backtiming der Musik muss ohne großartige Kürzungen der Songs hinkommen. Absolute Konzentration ist hier angesagt. Schon den kleinsten Fehler kriegen die Hörer draussen sofort mit.

Im Hintergrund agieren Burkhard Hupe, ein Assistent und ein Hospitant. Hupe verfolgt alle Spiele online und auf den zwei TV-Monitoren im Regieraum. Er gibt Hinweise auf aktuelle Situationen an Techniker und Senderedakteurin. Die Assistenten kümmern sich um die Zeitnahme der Reporterbeiträge und Mitschnitte von Interviews, die zwischendurch überspielt werden.

Sven Pistor – Die Stimme der Sendung

Die „Stimme“ der Sendung ist Moderator Sven Pistor. Er moderiert die Sendung regelmässig seit 2001 und ist, wie er in unserem Gespräch überrascht feststellt, „eigentlich erst der dritte Moderator dieser Sendung“. Zuvor saßen auf seinem Platz WDR-Legende Kurt Brumme und Dietmar Schott. Im Gegensatz zu vielen anderen Sendungen auf WDR 2 fährt die Sendung nicht der Moderator. Dafür wäre die Samstags-Sendung von „Liga Live“ auch zu aufwändig, so Pistor.

Moderator Sven Pistor auf Sendung
Foto: Hans Neuhaus

Am Freitagabend oder Sonntagnachmittag bedient der 48jährige die Regler allerdings selbst. Die Moderation bereitet dem gebürtigen Kölner einen Riesen-Spaß, den er auch an seine Hörer vermitteln will: „Ich möchte einfach, dass die Leute einen schönen Samstagnachmittag am Radio erleben“. Erholungspausen in der Sendung hat Sven Pistor nur während der Halbzeit- und der Schlusskonferenz, die übrigens alle ARD-Sender übernehmen. „Dann wird der Moderator zum Hörer“, wie er mit einem Augenzwinkern bemerkt.

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Moin, ich bin André Elschenbroich. Vielen bekannt unter dem Namen Elsch. Der Eine oder Andere verbindet mich noch mit der WAZ, bei der ich 1988 als freiberuflicher Fotojournalist anfing und bis zur Schließung 2013 blieb. Darüber hinaus war ich in ganz Dorsten und der Region gleichzeitig auch für den Stadtspiegel unterwegs. Nachdem die WAZ dicht machte, habe ich es in anderen Städten versucht, doch es war nicht mehr dasselbe. In über 25 Jahren sind mir Dorsten, Schermbeck und Raesfeld mit ihren Menschen ans Herz gewachsen. Als gebürtiger Dorstener Junge merkte ich schnell: Ich möchte nirgendwo anders hin. Hier ist meine Heimat – und so freut es mich, dass ich jetzt als festangestellter Reporter die Heimatmedien mit multimedialen Inhalten aus unserer Heimat bereichern kann.

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