Ruhrpottcharme und viel Selbstironie beim „Thekentratsch“ auf der Kleinkunstbühne in Erle

ERLE. „Thekentratsch“ auf der Kleinkunstbühne in Erle am Samstagabend. Der Name ist Programm.

„Thekentratsch“ auf der Kleinkunstbühne in Erle

So war es nicht verwunderlich, dass bereits seit Mittwoch der Saal Brömmel-Wilms ausgebucht war. Vorgestellt wurde von „Die Becker und Frau Sierp“ das brandneue Kabarettprogramm „Fest drücken“.

„Thekentratsch“ auf der Kleinkunstbühne in Erle

Das Publikum kringelte sich vor Lachen und bekam regelrechte Schnappatmungen, als das Kabarett-Duo, hinter dem sich die Kabarettistinnen Kerstin Sierp und Heike Becker verbergen, mit ihren enorm vielfältigen Wortspielereien, einer anständigen Portion Ruhrpottcharme und viel Selbstironie sich gegenseitig attackierten und auf die Schüppe nahmen. Besonders konzentriert waren die Frauen auf die für sie wesentlichen Dinge im Leben: Lachen, streiten, poppen und über sich gegenseitig ab lästern. „Du bist so alt, dass du schon in der Bibel erwähnt wurdest – es folgt eine lange Dürre“. 

„Thekentratsch“ auf der Kleinkunstbühne in Erle

Während sich „Frau Sierp“, die sich für schlau hält, ständig versuchte ihre Schwester mit spitzen Bemerkungen aus der Ruhe zu bringen, weiß diese sich zu wehren. Sie konterte teilweise flapsigen oder auch mit derben Worten. Egal worauf, selbst wenn es um ihren derzeitigen Liebhaber geht. „Kalle ist zwar einfach gestrickt und räumlich von seiner Dickleibigkeit sehr Präsenz, aber er kann gut poppen“.

„Thekentratsch“ auf der Kleinkunstbühne in Erle

  Einige waren sich beide, was die neuen Medienstars auf Instagram und YouTube anbelangt. Sie seien alle hirnlose Intelligenzakrobaten. „Mein Outlook of the day. Klick mich, like mich, ich brauche neue Follower“. Wer braucht datt, wer will datt, muss datt denn? „Wenn ihr meint, das ist Comedy, denkste. Das ist eins zu eins“.

Sexuelles Erlebnis in Peters Laster

Nicht nur mit Worten, sondern auch musikalisch hielten die Dinslakenerinnen den Saal auf Trab. Gitarrengestützt spielte sich Sierp schlechtgelaunt durch den Abend. Becker hingegen erzählte schwärmerisch über ihre diversen Affären und vielen One-Night-Stands; nicht alle waren erfolgreich. Es gab Erinnerungslücken, welchem einem erhöhten Alkoholkonsum geschuldet waren. Wie ihr sexuelles Erlebnis in Peters Laster und seinem Steuerknüppel und die Frage danach: „Wer liegt denn da?“

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Bevor die dröge Frau Sierp und die grelle Blume vom Kohlenpott Becker in die Pause gingen, verlangten sie nach einem hellerleuchteten Saal. „Das hat seinen Grund. Wir können euch nicht sehen und es ist uns schon passiert, dass in der zweiten Hälfte kein Mensch mehr im Saal war“. Bei so viel Humor und Gags verziehen Besucher es am Ende dem Duo auch, dass sie Raesfeld oder besser Erle mit Schermbeck verwechselten.

Petra Bosse

 

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