Die verschwundene Königskette der Raesfelder Junggesellenschützen ist wieder da

Tatort „Schützenkette“. Der Krimi ist zu Ende, denn die verschwundene Schützenkette der Junggesellenschützen Raesfeld tauchte am Montagmorgen wie aus dem Nichts wieder auf.

Präsident Leonard Suer strahlt wie Bolle. Seine Augen leuchten vor Freude. Kein Wunder, denn seit dreizehn Monaten war die schwere silberne Königskette der Junggesellenschützen Raesfeld wie vom Erdboden verschluckt. Jetzt ist sie wie aus dem Nichts plötzlich wieder aufgetaucht. „Heute Morgen lag die Kette in einer blauen P & C Tüte, völlig unversehrt, vor unserer Haustür. Meine Mutter hat sie um 10 Uhr dort gefunden“, erzählt Kassierer Klaus Hinzelmann.

Königskette Junggesellenschützen Raesfeld
Die Freude über die Heimkehr der Schützenkette ist beim geschäftsführenden Vorstand der Junggesellenschützen Raesfeld Marcell Wobbe, Klaus Hinzelmann, Präsident Leonard Suer und Offizier Jonas Brömmel groß (v. l.).

Gänsehautfeeling

Vom Anblick total überwältigt, verschlug es ihm, wie er erzählt, für kurze Zeit regelrecht den Atem. „Ich musste das alles erst einmal zehn Minuten sacken lassen, bis ich Leonard anrufen konnte, um ihm die frohe Botschaft mitzuteilen“.

Dass Klaus Hinzelmann hier kurzzeitige Luftprobleme bekam, ist kaum verwunderlich, denn eigentlich hatten die Junggesellenschützen die Kette schon abgeschrieben. „Gänsehautfeeling pur. Uns allen ist heute ein schwerer Stein vom Herzen gefallen“, gesteht Leonard Suer, der damit, wie auch seine Vorstandskollegen nicht mehr gerechnet hatten. Sie hatten die Königskette „abgeschrieben“, und aktuell liefen die Planungen für die Beschaffung einer neuen Kette sogar auf Hochtouren.

Herausforderung

Allerdings bereitete die Finanzierung dem Vorstand so einige Kopfschmerzen. Immerhin hängen an der Königskette 36 Silberplaketten.

König Jonas Brömmel mit alter Kette im September 2018
König Jonas Brömmel mit alter Kette im September 2018

Der Beschaffungswert pro Plakette liegt bei rund 400 Euro. „Das hätte uns vor großen Herausforderungen gestellt, um das Geld, wir sprechen hier von rund 14.000 Euro, aufzubringen“, gesteht der ehemalige König von 2017/18 Jonas Brömmel. Er war besonders von dem Verlust beim letzten Schützenfest betroffen. Er musste sich die alte Kette während des Festes im September umhängen.

Darüber hinaus fühlte sich der Vorstand, so Suer, in einer Bringschuld den alten Königen gegenüber. Woher aber Geld nehmen, wenn nicht genug in der Kasse ist? Dazu sagt Leonard Suer: „Um überhaupt Geld dafür zusammenzubekommen, hatten wir uns überlegt, welche gemeinnützigen Veranstaltungen wir machen können und haben extra eine Orga-Gruppe gegründet“.

Warum erst heute?

Obwohl nun alle ganz glücklich sind, steht bis heute immer heute die Frage im Raum: Warum der oder die Täter, diese erst heute und nicht kurz vor dem Schützenfest abgegeben hat? „Das hätte uns viele schlaflose Nächste und mir mindestens achtmal den Gang zum Dachboden erspart, wo ich mindestens seit zehn Jahren nicht mehr war. Aber man greift ja zu jedem Strohhalm“, gesteht Suer.

Soko Schützenkette Raesfeld
Soko Schützenkette Raesfeld

Fakt sei, darüber sind sich alle einig, dass die Kette definitiv geklaut wurde. Deshalb habe man auch, so Suer, bei der Polizei anzeige erstattet. Diese wurde heute zurückgezogen.

Und lustig findet keiner der Schützen im Nachgang den Vorfall. Es war für alle eine turbulente Zeit. Umso glücklicher sind sie nun, dass der Trubel vorbei und die Kette wieder da ist. „Das passiert uns nicht noch einmal“, sagen Vorstand und Offizier Jonas Brömmel unisono.

Ende gut, alles gut. Nur, wer letztendlich der Übeltäter war, die Frage wird, da sind sich die Schützen einig, ein ewiges Geheimnis bleiben. Petra Bosse

Siehe auch: 50 Liter Bier – Soko Schützenkette

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