Absichtserklärung der politischen Gemeinde zur Beteiligung am neuen Pfarrsaal – Stellungnahme der Bürgerinitiative „Rettet Aelkes“

Der Hauptausschuss der Gemeinde Raesfeld hat auf sich auf seiner Sitzung am 11. September, nur mit knapper Mehrheit, für eine Absichtserklärung zur finanziellen Beteiligung an der Erweiterung des geplanten Pfarrsaals ausgesprochen.
Die Kommune möchte sich durch eine finanzielle Beteiligung an den Investitions- und Betriebskosten des neuen Pfarrsaals ein Mitnutzungsrecht für nicht-kirchliche Veranstaltungen vertraglich sichern.
Bei einer finanziellen Beteiligung der Kommune am neuen Pfarrheim sieht die BI „Rettet Aelkes“ die Verwaltung in der Pflicht, Einfluss auf die bauliche Gestaltung des Gebäudes zu nehmen und die Erhaltung der Fassade des Aelkeshofes vertraglich mit der Kirchengemeinde zu vereinbaren.

Wie auch anderen Mitgliedern des Hauptausschusses ist der BI jedoch bisher nicht klar geworden, wer die 60 Quadratmeter mehr Saalfläche eigentlich braucht. Nach den Vorgaben des Bistums Münster steht der Raesfelder Kirchengemeinde ein Saal von 170 Quadratmetern zu. Im ehemaligen Haus Epping war der Saal ca. 230 Quadratmeter groß. Insbesondere auf diese 60 Quadratmeter Differenz bezieht sich jetzt die beschlossene Absichtserklärung zur finanziellen Beteiligung der Kommune.

Die Vertreter der Verwaltung erklärten in der Hauptausschusssitzung, dass der Pfarrsaal keinesfalls in Konkurrenz zur örtlichen Gastronomie treten dürfe und eine kommerzielle Bewirtung im neuen Pfarrsaal daher nicht möglich sein wird. Die von vielen Raesfeldern gewünschte Nutzung als Festhalle mit Bewirtung wird hier also für private Feierlichkeiten wohl nicht möglich sein.
Bedarf an einem vergrößerten Saal könnte nach Angabe der Verwaltung auch beim Theaterverein bestehen. Die Aufführungen des Theatervereins finden derzeit in der Sebastianschule statt, können aber wohl nur eingeschränkt geprobt werden, um den Schulbetrieb nicht zu behindern. Wir können uns jedoch kaum vorstellen, dass im neuen Pfarrsaal uneingeschränkte Proben des Theatervereins möglich sein werden und sehen daher keine Verbesserung für diesen Verein.

Die Verwaltung wurde durch die jetzt beschlossene Absichtserklärung beauftragt, in den entsprechenden Verhandlungen mit der Pfarrgemeinde St. Martin, die Höhe der finanziellen Beteiligung sowie die Modalitäten einer nicht-kirchlichen Nutzung zu klären.

Aus unserer Sicht hat die Kommune bei einer finanziellen Beteiligung am neuen Pfarrsaal nicht nur das Recht sondern auch die Pflicht, im Interesse der Bürger Bedingungen zu stellen.
Durch den Prozess der Dorfentwicklung wurde noch einmal deutlich, dass die Bürger den dörflichen Charakter Raesfelds bewahren und identitätsstiftende Gebäude erhalten möchten. Bei einer finanziellen Beteiligung der politischen Gemeinde am Pfarrsaal muss diesem Wunsch der Bürger gefolgt werden. Der Erhalt der historischen Fassade des Aelkeshofes muss mit der Kirchengemeinde vertraglich vereinbart und somit zur Basis des Architektenwettbewerbs gemacht werden. Die Verwaltung wird sich daran messen lassen müssen, dass sie diese Chance in den Verhandlungen mit der Kirchengemeinde nutzt.

Historische Gebäude wie der Aelkeshof sind das Markenzeichen und die individuelle Visitenkarte eines Ortes.
Im historischen Kirchenring kann so einen Ort entstehen, der die Gegenwart als Schnittstelle von Vergangenheit und Zukunft fühlbar werden lässt und zum lebendigen Treffpunkt der Raesfelder wird.

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