Die Gemeinde Raesfeld soll sich am Vorhaben der Kirchengemeinde St. Martin beim Bau des neuen Pfarrheims im ehemaligen Aelkeshof, beteiligen.

Geplant ist ein Pfarrsaal, der unter Beteiligung der Gemeinde statt der von der Kirche geplanten 170 Quadratmeter, eine Größe von 230 Quadratmeter haben kann.

RAESFELD. Im letzten Hauptausschuss diskutierten die Ratsmitglieder über einen größeren Gemeindesaal. Die katholische Kirchengemeinde St. Martin hat im vergangenen Jahr das Objekt „Aelkeshof“ erworben, um dort künftig ein neues Pfarrheim zu errichten. Zur Vorbereitung und Durchführung eines Architektenwettbewerbs hat die Kirchengemeinde inzwischen ein Fachbüro beauftragt.

Aelkeshof Raesfeld

In diesem Zusammenhang soll auch geklärt werden, inwieweit die Fassade des Vorderhauses erhalten bleiben kann. Darüber hinaus hat die in einem ersten Schritt Anfang Juni eine Bedarfsanfrage unter den künftigen Nutzern des Pfarrheims durchgeführt, um die Wünsche und Vorstellungen für ein Raumkonzept zu sammeln. In einem weiteren Schritt sind nun Überlegungen angestellt worden, um diese Bedürfnisse mit den Raumgrößenvorgaben des Generalvikariats in Münster abzustimmen.

170 Quadratmeter

Danach besteht, laut Kirchengemeinde, für die Größe des künftigen Pfarrheims ein rechnerischer Bedarf in Höhe von 170 qm. Bis dato standen der Kirchengemeinde im alten Pfarrheim rund 102 qm zur Verfügung. Der Saal Epping hatte eine Größe von 226 qm. Die Kirchengemeinde ist an die Gemeinde Raesfeld herangetreten, um vor dem Hintergrund fehlender Veranstaltungsflächen im Ort zu erörtern, ob die politische Gemeinde ein Interesse daran hat, eine über 170 qm hinausgehende Saalfläche zu erbauen. Vorteil: Die Gemeinde könnte dadurch ein Mitbenutzungsrecht für nicht kirchliche Veranstaltungen vertraglich absichern.

Erweiterung

Der Saal könnte somit, wegen begrenzten Platzangebots dadurch die gemeindliche Beeilung auf maximal 230 qm erweitert werden. Sollte die Gemeinde Interesse haben, strebt die Kirchengemeinde eine finanzielle Beteiligung an den einmaligen Mehrkosten sowie an den laufenden Betriebskosten des Saalbetriebes an. „Uns sind im Vorfeld viele Wünsche von Vereinen für einen größeren Saal in Raesfeld herangetragen worden. Hier bietet es sich an, dass sich die politische Gemeinde in der gleichen Größe wie bei Epping beteiligt“, so Martin Tesing, 1 Beigeordneter. Allerdings, so Tesing, soll der Saal auf keinen Fall eine Konkurrenzsituation zu den örtlichen Betrieben sein.

Bernhard Bölker (CDU) befürwortet eine gemeinsame Nutzung. „Es wäre schade, wenn 60 qm ungenutzt liegen bleiben, die nicht bebaut werden. Hier könnten unschöne, dunkle Ecken entstehen“. Wolfgang Warschewski (UWG) bemängelt, dass nicht eindeutig klar sei, wie viele Gruppen so einen großen Saal benötigen. „Hat die Gemeinde in den letzten zwei Jahren, überhaupt so einen großen Saal benötigt?“, fragte Warschewski. Darüber hinaus könne er sich nicht vorstellen, dass der Pfarrsaal für Feten genutzt werden könne und wenn ja, wer hier dann die Bewirtung übernimmt. „Bedenken sollte auch die Lärmbelästigung und die Parkplatzsituation“, so Warschewski. Die UWG sprach sich hier gegen eine Beteiligung vonseiten der Gemeinde an den Pfarrsaal aus.

Klaus Rybarczyk (SPD) findet eine Beteiligung kompliziert. „Wir stimmen dem nicht zu, wenn hier der Hausherr, sprich die Kirche, über die Benutzung das letzte Wort hat und uns vorschreibt, welche Veranstaltungen hier stattfinden dürfen“, so Rybarczyk.

Arno Berning (CDU) „Wir sollten uns im Voraus fragen, wozu und für welche Nutzung wir den Saal brauchen“. Allerdings sehe Berning auch eine Chance, die verloren gehe, wenn die Angelegenheit nicht bis ins Letzte geprüft wird. „Wenn das Haus erst einmal steht, kann der Keller anschließend nicht mehr drunter gebaut werden“, so Berning.

 

Nachhaltige Lösung

Aus rein wirtschaftlicher Sicht sollte nach Meinung der Verwaltung diese pragmatische und für das Dorfleben nachhaltige Lösung unterstützt werden. Bürgermeister Grotendorst verwies auf das St. Silvester Haus in Erle, wo es eine gute Kooperation zwischen Kirche gibt. Nach kontroverser Diskussion stimmten am Ende fünf Ausschussmitglieder für eine Absichtserklärung, um in dieser Sache gemeinsam mit der Gemeinde zusammenzuarbeiten. Drei Ausschussmitglieder waren dagegen, vier  enthielten sich der Stimme.

In dieser Sache soll es weitere infraktionelle Gespräche geben, wo alle Fragen zwischen Kirche und Gemeinde abgeklärt werden, bevor es zu einer endgültigen Zustimmung kommt.

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