SPD auf der Suche nach den kleinen Hürden des Alltags in der Gemeinde unterwegs

Der SPD-Ortsverein Raesfeld/Erle/Homer hat aufgrund mehrerer Hinweise eine sogenannte „Rolli-Tour“ unternommen, um im Rahmen von Mobilität den Ortsteil Erle auf behindertengerechte Zugänge und damit auf „Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ zu testen.

Raesfeld (pd). Rollstühle, Rollatoren – aber auch Kinderwagen – sind wesentliche Hilfsmittel zur Sicherung der Fortbewegung vieler Menschen. Ohne sie könnten Behinderte oft gar nicht andere Orte erreichen und Eltern kämen mit ihren Sprösslingen nicht vom Fleck. Kaufläden, Arztpraxen, Apotheken, Restaurants und andere Orte, die zu den täglichen Notwendigkeiten gehören, wären unerreichbar, solange die nötige Infrastruktur nicht vorhanden ist.

Diese oft sperrigen, aber unverzichtbaren, Hilfsmittel werden allerdings allzu oft selbst zum Hemmnis für deren Nutzer. Sie sichern zwar die Mobilität der Menschen, aber immer nur dann, wenn auch die bauliche Umwelt es zulässt.

Ansonsten sind sie keine echte Unterstützung, sondern schränken eher ein und sperren gelegentlich sogar aus, nur, weil bauliche und technische Hilfen fehlen. „Solche Mängel und Unzulänglichkeiten in Raesfeld-Erle gründlich aufzuspüren, ist Anlass genug gewesen, dass wir uns aufgemacht haben, um mit Rollstuhl, Rollator und Mutter mit Kind und großem Kinderwagen den Ort zu erkunden“, sagte SPD-Vorsitzende Elke Rybarczyk und zog bei bestem Wetter und fröhlicher Laune mit einer Gruppe engagierter SPD-Mitglieder los, um beschwerliche Hindernisse für Mobilitätseingeschränkte in Erle zu entdecken.

SPD Raesfeld
Fotos: SPD

Öffentliche Zugänge

Fündig wurde die Testgruppe bereits schnell und fand heraus, dass es gläubige Menschen in Erle schwer haben, mit dem Rollstuhl in die Kirche zu kommen.

Die öffentlichen Zugänge von West und Ost in die Erler Kirche St. Silvester sind weder leicht noch unbeschwerlich. Sie fordern den Rollstuhlfahrern eine Menge Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit und im Zweifel sogar eine Begleitung ab, um ihnen den wichtigen Weg in die Kirche zu sichern. Hergerichtete Rampen oder wenigstens Geländer könnten hier eine erleichternde Hilfe sein.

SPD Raesfeld

Abfahrten mit Neigungen und engen Abzweigungen machen bei manchen Sportarten Sinn, können aber für Menschen mit rollenden Mobilitätshilfen zu einer großen Gefahr werden. Bereits leicht abschüssige Strecken mit allzu engen Kurven (siehe Foto), wie wir sie auf dem umlaufenden Weg zwischen Kirche und Pfarr- und Seniorenheim antreffen, können zur Gefahrenquelle werden, gerade dann, wenn ältere Menschen nicht mehr die kräftigsten sind und sich deswegen über jede Erleichterung freuen würden.

SPD Raesfeld

Heimathaus und Bushaltestellen

Auch der Zugang zum Heimathaus in der Silvesterstraße hat seine Tücken. Rollstuhlfahrer können kaum aus eigener Kraft die Rampe bewältigen. Hier wären Geländer links und rechts eine große Hilfe.

Für die Menschen, die Rollatoren oder Gehhilfen nutzen oder für Eltern mit geräumigen Kinderwagen sieht es in Erle gar nicht schlecht aus. Die Schwierigkeiten liegen hier im Üblichen und Zumutbaren. Auch die Bushaltestellen in Erle sind überwiegend ohne Probleme.

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Dennoch nützt es dem Rollstuhlfahrer wirklich nichts, wenn zwar die vorgeschriebene Höhe für das Anbringen der Fahrpläne an den Bushaltestellen eingehalten wurde, die Pfähle aber, an denen die Fahrpläne hängen, wegen Unkraut und allerlei anderem Bewuchs oder unzureichender Böden nicht ausreichend nah angefahren werden können.

Unbefriedigende Haltestelle

So zum Beispiel an den Haltestellen „Holten“ und „Im Erbgrund“ Richtung Erle und Schermbeck. Aus der Ferne lassen sich die Pläne eben nicht wirklich lesen, selbst dann nicht, wenn sie auf der richtigen Höhe hängen. Besonders unbefriedigend ist es an der Haltestelle „Im Erbgrund“ Richtung Schermbeck (siehe Foto). Dort machen die Anordnung von Unterstellhaus und Fahrplan nur noch sprachlos.

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Villa Becker

Die Idee wurde ursprünglich entwickelt, nachdem klar war, dass der Fahrstuhl für Behinderte in der Villa Becker nicht mehr repariert wird und somit Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen der Zugang zum Gebäude und damit zu Veranstaltungen verwehrt bleibt.

Wir sind weiterhin offen für weitere Hinweise und Anregungen aus der Bevölkerung und werden diesen wichtigen Aspekt in unserem dörflichen Leben weiter im Auge behalten.

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1 KOMMENTAR

  1. Ist ja toll, dass sich ein paar Menschen der SPD bei bestem Wetter auf eine Rolli-Tour durch unsere Gemeinde machen.
    Sicher gibt es da einige Hindernisse die einer Veränderung bedürfen. Ein Problem, und das gilt nicht nur für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmittel aus dem Außenbereich nach Borken fahren möchte ist man ca. 1,5 Stunden unterwegs. Mit der Linie 71 ins Dorf, dort ist der Anschluss nach Borken allerdings gerade abgefahren und wenn man Glück hat fährt in 1 Stunde der nächste Bus.
    Natürlich kann man die 2,5 km auch mit dem Rolli fahren… Dann ist die Wartezeit nicht mehr so lang.

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