Schwierige Gespräche mit Schülern richtig angehen Beratungslehrerinnen und -lehrer der weiterführenden Schulen bildeten sich fort
Kreis Borken (pd). In schwierigen Situationen sind Beratungslehrkräfte oft die ersten Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler. Wie sie solche Gespräche gut gestalten können, darüber haben sich jetzt knapp 40 Beratungslehrerinnen und -lehrer von weiterführenden Schulen aus dem gesamten Kreis Borken informiert. Die Regionale Schulberatungsstelle für den Kreis Borken hatte zu dem Treffen im Kreishaus eingeladen.
„Es kommt in Schulen auch zu Gesprächssituationen im Zusammenhang mit krisenhaften Ereignissen, die nicht alltäglich sind“, sagte Schulpsychologe Dr. Sascha Borchers. Mit den richtigen Worten könnten Beratungslehrer Situationen entschärfen, bevor Unterstützung von außen, beispielsweise durch Schulpsychologen, käme. Zweimal pro Jahr treffen sich die Beratungslehrkräfte. Die Sitzung im Kreishaus nutzten sie auch zum Erfahrungsaustausch über ihre aktuellen Tätigkeiten an den Schulen.
Die Regionale Schulberatungsstelle hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen in intensiven einjährigen Schulungen zu Beratungslehrkräften qualifiziert. „Wir haben hier in der Region inzwischen über 200 aktive Beratungslehrkräfte an den Schulen, so dass es eine nahezu flächendeckende Versorgung gibt“, freut sich der Leiter der Schulberatungsstelle, Michael Sylla. „Als wir 1999 mit dem Ziel gestartet sind, an jeder Schule im Kreis eine Beratungslehrkraft zu haben, waren wir in einer Vorreiterrolle. Jetzt wird die Ausstattung der Schulen mit Beratungslehrkräften auch vom Land vorangetrieben.“
Sylla begrüßt diese Entwicklung. Dabei hat er besondere die zahlreichen neuen Beratungsbedarfe im Auge, die in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit schulischen Krisen, PISA-Ergebnissen oder rund um das Thema Inklusion entstanden sind. „Wir stehen in engem Kontakt mit der Schulaufsicht“, betont Sylla. „Gemeinsam sind wir der Auffassung, dass schulische Beratung im Rahmen eines innerschulischen Beratungskonzeptes realisiert werden sollte, das vom gesamten Lehrerkollegium erarbeitet wurde.“
Im Auftrag der Bezirksregierung bereitet die Schulberatungsstelle für das kommende Schuljahr eine neue einjährige Beratungslehrerfortbildung vor. „Wir sehen diese Arbeit als kontinuierliche Aufgabe an“, so Sylla. Inzwischen seien die ersten Beratungslehrer pensioniert oder hätten andere Aufgaben wie beispielsweise die Leitung einer Schule übernommen. Das erfordere dann die Qualifizierung neuer Beratungslehrkräfte.
Im April werden auch die Beratungslehrkräfte an Grundschulen des Kreises Borken zum einem Arbeitstreffen zusammenkommen. Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Internetseite der Regionalen Schulberatungsstelle: www.rsb-borken.de.
Foto: Beratungslehrerinnen und -lehrer von weiterführenden Schulen im Kreis Borken trafen sich im Kreishaus. Rede und Antwort stand ihnen unter anderem der Leiter der Regionalen Schulberatungsstelle für den Kreis Borken, Michael Sylla (3.v.r.).



























