Kurzanalyse der Corona-Situation im Kreis Borken: Infektions-, Impf- und Testgeschehen in der vergangenen Woche

Kreis Borken (pd). Infektionsgeschehen im Kreis Borken vom 16. bis 22. August 2021: Über das Infektionsgeschehen im Kreis Borken wird tagesaktuell anhand der jeweiligen Neuinfektionen und Inzidenzwerte berichtet.

Um eine bessere Einordnung der Zusammenhänge und Infektionsrisiken zu ermöglichen, hat das Kreisgesundheitsamt Borken erneut die Infektionsfälle der vergangenen Woche näher analysiert. Die bisherigen Erkenntnisse aus den vergangenen vier Wochen werden damit weiterhin im Wesentlichen bestätigt.

Die Zahl der Neuinfektionen ist in der vergangenen Woche weiter angestiegen auf 257 gemeldete Neuinfektionen (Vorwoche 186). Örtlich betroffen war dabei mehr der Nordkreis, in dem 151 der neuen Fälle zu verorten waren.

Am 15. August 2021 lag der Inzidenzwert bei 50,6 (301 gemeldete Infektionen). Am 22. August lag der Wert bei 68,7, es wurden 407 infizierte Personen gezählt. Die Entwicklung der Inzidenz im Kreisgebiet entsprach in dem Zeitraum der Entwicklung auf Landes- und Bundesebene – weiterhin stetig steigende Zahlen.
Die Infektionen erfolgten nach den Feststellungen des Kontaktermittlungsteams des Kreisgesundheitsamtes Borken

  • 108 x Reiserückkehrer/innen (42,0 Prozent; in der Vorwoche 36 Prozent) – der Großteil (92) weiterhin aus Süd- und Osteuropa
  • 82 x im häuslichen bzw. engen privaten Bereich (31,9 Prozent; Vorwoche: 25,8 Prozent) – dies sind im wesentlichen Folgeinfektionen unter Familienmitgliedern
  • 4 x bei Feiern (1,5 Prozent; Vorwoche: 5,4 Prozent)
  • 2 x am Arbeitsplatz (0,7 Prozent; Vorwoche: 1,6 Prozent).

In 61 Fällen konnten Infizierte keine weiteren Angaben zu einer möglichen Infektionsquelle machen (23,7 Prozent; Vorwoche 31,2 Prozent).
183 der 257 infizierten Personen (72 Prozent) waren nicht geimpft, 25 nicht vollständig geimpft. Nach Erkenntnissen des Kreisgesundheitsamtes hatten diese Betroffenen bis auf wenige Fälle nur geringe Symptome und waren damit vor einem schweren Krankheitsverlauf geschützt.

Den Schwerpunkt der Infektionen gibt es mit 59,5 Prozent (153 Personen) in den Geburtsjahrgängen 1990 und jünger.

Fazit:

Der Anteil der Neuinfektionen aus Reiserückkehr hat sich nochmals erhöht, zudem ergeben sich nach wie vor in hohem Maße Folgeinfektionen in den Haushalten. Die vorherrschende, besonders ansteckende Delta-Virusvariante führt dadurch insbesondere auch in größeren Familiengemeinschaften innerhalb weniger Tage zu starken Fallanstiegen, was sich in verschiedenen Städten und Gemeinden des Kreises zeigt.

Schulstart mit steigenden Infektionsgeschehen

Die Testungen zum Schulstart haben ebenfalls zu einem steigenden Infektionsgeschehen geführt, was sich auch in der Altersstruktur der Infizierten zeigt (83 Personen Jahrgang 2005-2021). Größere Infektionsgeschehen in Klassen- oder Schulzusammenhängen gibt es jedoch bislang nur eins (in Bocholt ist nach bislang 4 positiven PCR-Tests eine Klasse in Quarantäne).

Wie bei der Betrachtung der Vorwochen gilt weiterhin: Am aktuellen Infektionsgeschehen nehmen weit überwiegend Ungeimpfte teil, die Quote der Impfdurchbrüche ist leicht rückläufig (17 Prozent). Vollständig Geimpfte sind besser vor einer Infektion geschützt und nach den bisherigen Erkenntnissen vor allem auch vor einer schweren Erkrankung.

Altersgruppe der unter 40-Jährigen

Landrat Dr. Zwicker wirbt daher noch einmal eindringlich gerade in der Altersgruppe der unter 40-Jährigen dafür, die bestehenden Impfangebote wahrzunehmen: „Die Impfung ist und bleibt der nachweislich beste Weg, sich selbst und andere bestmöglich vor einer Infektion zu schützen!“ Gleichzeitig wiederholt der Landrat seinen Appell, auch weiterhin die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Zudem sollten gerade die – noch – Ungeimpften die Testmöglichkeiten nutzen.

Wichtig überdies: Alle Betroffenen sollten Krankheitssymptome schnellstmöglich abklären. Dies gelte auch für vollständig Geimpfte, die sich möglicherweise in einer trügerischen Sicherheit vor einer Infektion sehen.

Situation in den Krankenhäusern im Kreisgebiet:

Die Zahl der Coronafälle, die eine Krankenhausbehandlung erforderlich machen, ist zwischenzeitlich gestiegen – es lagen zeitweilig 19 Personen mit einer Coronavirus-Infektion in einem der Krankenhäuser im Kreisgebiet, davon 7 auf der Intensivstation. Der ganz überwiegende Teil war ungeimpft, die Altersspanne dabei sehr groß. Am 26. August waren insgesamt 11 Patienten gemeldet, 3 davon auf der Intensivstation.

Situation in den Altenpflegeheimen und in den Kitas:

Seit inzwischen vielen Wochen wurden in den Einrichtungen der Altenpflege und Eingliederungshilfe nur sehr wenige Einzelfälle von Infektionen unter Bewohnern oder Beschäftigten verzeichnet. Derzeit wird lediglich ein kleinerer Ausbruch in einer Pflegeeinrichtung in Borken geprüft. Die bisherigen Erkenntnisse des Kreisgesundheitsamtes sind, dass alle Betroffenen dort vollständig geimpft und immunisiert sind und nur ganz leichte Symptome zeigen. In den Kitas haben Einzelinfektionen in verschiedenen Orten Testungen von Gruppen oder Einrichtungen erforderlich gemacht, bislang hat dies in den zurückliegenden Wochen allerdings kaum zu einem Folge-Infektionsgeschehen geführt oder weitere Maßnahmen notwendig gemacht, nur eine Kindergartengruppe musste vorsorglich in Quarantäne.

Impfgeschehen:

Die Quote der Erstimpfungen im Kreis Borken lag mit Stand 25.08.2021 bei 71,9 Prozent bezogen auf die Gesamtbevölkerung und 81,7 Prozent bezogen auf die Bevölkerung ab 12 Jahren.

Bei den vollständig Geimpften waren es 67,3 Prozent bezogen auf die Gesamtbevölkerung und 76,5 Prozent bezogen auf die Bevölkerung ab 12 Jahren. Da dem Kreis Borken die Impfzahlen der Betriebsärzte nicht vorliegen, wird die tatsächliche Zahl der geimpften Personen noch größer sein.
Die Auswertung der Altersstruktur der vollständig geimpften Personen ergab folgendes Bild:
• 12 – 17 Jahre: 32,9 Prozent
• 18 – 59 Jahre: 75,4 Prozent
• 60 Jahre +: 92,3 Prozent


Das „Impfzentrum Kreis Borken“ in Velen hat am 8. Februar 2021 seinen Betrieb aufgenommen. Es hat derzeit täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Weiterhin können alle Impfwilligen ab 12 Jahren das Impfzentrum auch ohne Termin aufsuchen.
Seit dem 17. Juli sorgt überdies das „Impfmobil des Kreises“ für „aufsuchende Impfaktionen“ in den Kommunen des Kreises. In Gronau übernimmt diese Aufgabe ein Impfbus des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). In der kommenden Woche ist unter anderem ein Impftermin in Gronau geplant (Mittwoch, 1. September, 15 bis 19 Uhr, Syrisch-Orthodoxe Gemeinde St. Jesaja; mit Unterstützung der Sprachmittler). Weitere Termine sind bereits in Vorbereitung.

Testgeschehen:

Am 11. August 2021 hat die Zahl der Schnelltestungen auf das Coronavirus im Kreisgebiet den Wert von 2 Millionen überschritten, inzwischen sind an den Teststellen rund 2,16 Millionen Schnelltests vorgenommen worden (Stand 25.08.2021). Seit dem 10. März 2021 werden sie durchgeführt, zwischenzeitlich wöchentlich über 100.000 Testungen. Zwischen 50 und 60 Prozent der positiven Schnelltest-Befunde werden anschließend durch einen PCR-Test als Infektionsfall bestätigt.

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