Wie ein Strommast sechs Meter an Höhe bekommt

Heiden. „Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen“, sagte einst schon Anton Bruckner (österreichischer Komponist). Für Gründungs- und Fundamentarbeiten sorgt Schwan Bau GmbH & Co. KG in Schermbeck. Sie ist bundesweit im Einsatz. 15 Mitarbeiter arbeiten an festen Fundamenten.

Daniel Kückelmann von der Firma Amprion und rechts Hubert Schwan. © André Elschenbroich

Erst kürzlich waren sie in Heiden, wo ein knapp 60 Meter hoher Strommast um weitere sechs Meter in die Höhe wuchs. „Der Mast wird für das Gewerbegebiet angehoben“, erklärte Firmeninhaber Hubert Schwan aus Schermbeck. Zunächst verstärkte sein Unternehmen das Fundament. So arbeitete das Team daran, dass der Beton eine Mindestdruckfestigkeit aufweist. Mit aufwändigen und sorgfältigen Vorbereitungen konnte dann das Zwischenstück des Strommastes herausgenommen werden.

Schwan Bau GmbH & Co. KG – Sicherheit geht über alles

Auch wenn die Arbeit von Hubert Schwan und seinem Team schon getan war: Jeder Einsatz bleibt spannend. „Man weiß nie, was einen erwartet“, erklärte Felix Erbrecht der Firma autmatec GmbH. Denn was vielen unbewusst ist: „Der Strom muss bei solchen Arbeiten umgeleitet werden“.

Hinzu kommen Risiken wie das Wetter: Regen und Wind können über Sieg und Niederlage des Vorhabens entscheiden. Einige Wochen vorher lag die Prognose noch bei einer Windgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometer. Doch glücklicherweise kam die Entwarnung. Am Stichtag waren es „nur“ 60 Stundenkilometer. In schwindelnder Höhe schon eine Herausforderung, auch wenn sie alle gut gesichert waren – und kleine grüne Fahnen anzeigten, ob auch alles sicher bleibt.

Schwan Bau GmbH & Co. KG arbeitet mit mehreren Gewerken an einem Projekt

Ein 500 Tonnen-Kran kam zuvor angefahren. Dieser hebt später den Strommast an, damit ein Mittelstück ausgestauscht werden kann. Er wurde für den Transport in Einzelteile zerlegt und in sechs Lastkraftwagen zum Einsatzort gefahren. Zudem war ein kleinerer Kran im Einsatz, wie Projektleiterin Nicole Bröker der Firma Schares betonte. Der Riesenkran bewegt 120 Tonnen mit einer Auslegung von zwölf bis 13 Metern. Eine notwendige Maßnahme, da unter dem alten Mast bald ein Gewerbegebiet entsteht. Mit dem alten Mast waren die notwenigen Sicherheitsabstände nicht gewährleistet.

Projektleiter Daniel Kückelmann vom Betreiber des Übertragungsnetztes (Strom) Amprion erklärt: „Es ist ein großer logistischer Aufwand, so ein Projekt zu realisieren.“ Etwa 250 Stahlplatten von je neun Quadratmetern wurden verteilt. Schwan Bau GmbH & Co. KG aus Schermbeck fertigte um den alten Mast herum das Fundament für den erhöhten Mast aus etwa 100 cbm Beton.

Das Groß-Projekt betreute die Firma autmatec GmbH aus der Region Heidelberg. Aufgrund des relativ geringen Windes war der Tag perfekt für die Groß-Aktion geeignet, betonte Dr. Andreas Preuß, Pressesprecher von Amprion. Erfolgreich wurde der Strom umgeleitet. So wurde der Strom vom Mast abgeschaltet, ohne einen Stromausfall in der Umgebung zu erzeugen.

Die weiteren Arbeitsschritte:

Zunächst lösten die Monteure die Verbindungsschrauben der oberen Mastsegmente. Diese wurden mit dem Schwerlastkran angehoben. Mehr als die Hälfte des Strommasts hing in der Luft – und kurz darunter arbeiteten die Monteure. Sie lösten das untere Segment. Ein Kran hielt alles stabil. Im Anschluss daran wurde das neue und höhere sechsmeterlange Teilstück des Mastes eingesetzt und die oberen Segmente wieder aufgesetzt.

Am Nachmittag kämpften die Monteure dann doch ganz schön mit einsetzenden Regen. Dennoch beherrschten sie ihr Handwerk und verharrten auf dem Mast, bis alles fertiggestellt war. Hätte es an diesem Tag wetterbedingt nicht funktioniert, wäre die Maßnahme erst wieder in einem Jahr möglich gewesen. Schließlich müssen die Ämter alles absegnen. Nach diesem Erfolg ist den Beteiligten – vom Stahlbetonbauer bis zum Monteur – ein Stein vom Herzen gefallen. Jetzt kann das Gewerbegebiet kommen.

Weitere Infos unter schwanbau.com

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