Rückblick – Neuinfektionen haben sich im Kreis Borken verdoppelt

Rückblick auf das Corona-Geschehen im Kreis Borken vom 27. Dezember 2021 bis 2. Januar 2022

Insgesamt 1.016 Neuinfektionen im Berichtszeitraum. Die rasante Entwicklung ist vor allem auf die Omikron-Variante zurückzuführen.

Kreis Borken (pd). Vom 27. Dezember 2021 bis zum 2. Januar 2022 gab es im Kreis Borken 1.016 (Vorwoche: 509) gemeldete Neuinfektionen. Damit hat sich die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zur Woche verdoppelt, nachdem sie zuletzt tendenziell leicht rückläufig war.

Die rasante Entwicklung ist vor allem auf die Omikron-Variante zurückzuführen. Auf Bundes- und Landesebene ist diese Entwicklung noch nicht so deutlich, aber auch hier sind bereits Steigerungen zu erkennen. Aufgrund der Fallzahlen sind jedoch vielerorts auch nicht alle Fallzahlen unmittelbar erfasst worden.

Die „7-Tage-Inzidenz“ lag am 27. Dezember 2021 bei 150,8 und am 2. Januar 2022 bei 275,5. Aktuell (5. Januar 2022, 24 Uhr) beträgt sie 344,2.

Das Infektionsgeschehen zieht sich weiterhin quer durch die gesamte Gesellschaft und ist wie in den Wochen zuvor vor allem durch eine Vielzahl von Einzelinfektionen und nicht durch besondere Ausbruchsgeschehen geprägt. Laut Nachverfolgungsteam des Kreisgesundheitsamtes infizierten sich:

• am Arbeitsplatz: 50 Fälle; 4,9 Prozent (Vorwoche 36 Fälle; 7,1 Prozent)
• im Haushalt / privat: 558 Fälle; 54,9 Prozent (Vorwoche 245 Fälle; 48,1 Prozent)
• bei Reisen: 1 Fall; 0,1 Prozent (Vorwoche 10 Fälle; 2 Prozent)
• in Einrichtungen: 0 Fälle; 0 Prozent (Vorwoche 2 Fälle; 0,4 Prozent)
• in Schule / Kita: 16 Fälle; 1,6 Prozent (Vorwoche 28 Fälle; 5,5 Prozent)

In 391 Fällen (38,5 Prozent) konnte die vermutliche Infektionsquelle nicht näher ermittelt werden (Vorwoche 188 Fälle; 36,9 Prozent).

Die meisten Infektionen gibt es nach wie vor im häuslichen und privaten Umfeld

Die Infektionszahlen unter Beschäftigten und Bewohnern in Einrichtungen nehmen – ausgelöst durch die allgemeine Entwicklung – aktuell auch wieder zu, die Steigerung ist zurzeit aber noch eher moderat. Auch Schulen und Kindergärten spielen aufgrund der Weihnachtsferien nur eine untergeordnete Rolle.
Die Dynamik im Infektionsgeschehen ist in hohem Maße auf viele Kontakte rund um die Feiertage zurückzuführen. Die geltenden Kontaktbeschränkungen traten erst zum 28.12.2021 in Kraft, wobei auch die Vorgaben kaum zu einer Kontaktreduzierung geführt haben.

Kontakte reduzieren

Aufgrund der mittlerweile deutlichen Verbreitung der Omikron-Variante wird deutlich, wie infektiös diese ist. Aktuell (inkl. 05.01.2022) gibt es 332 bestätigte Omikron-Fälle im Kreisgebiet. Das Kreisgesundheitsamt ruft daher ausdrücklich nochmals dazu auf, Kontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Die derzeitige Infektionslage spricht eindeutig dafür.

Impfstatus und Altersstruktur:

Von den 1.016 (Vorwoche 509) neu infizierten Personen waren 767 (Vorwoche 318) vollständig geimpft. Dies entspricht einer Quote von rund 75,5 Prozent (Vorwoche 62,5 Prozent). Der Anteil vollständig immunisierter Personen an den Neuinfektionen ist somit nochmals leicht gestiegen. Wichtig ist hier der Hinweis, dass nach den Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts die Geimpften grundsätzlich deutlich mildere Krankheitsverläufe erleben und eine Auffrischimpfung (sogenannte Boosterimpfung) die Schutzwirkung vor einer Infektion ebenfalls deutlich erhöht. Klar ist aber auch, dass Geimpfte weiterhin aufgerufen sind, die geltenden Schutzregeln zu beachten und insbesondere Symptome kurzfristig abklären zu lassen.

Altersklasse

Unter den Neuinfektionen sind 104 (Vorwoche 48) Personen 60 Jahre und älter. Davon sind 82 (Vorwoche 36) vollständig geimpft, das entspricht einer Quote von 78,8 Prozent (Vorw. 75 %). Der Anteil dieser Altersgruppe an den Gesamtinifizierten für diesen Zeitraum beträgt 10,2 Prozent. 912 (Vor. 461) Neuinfizierte sind jünger als 60 Jahre. Davon sind 685 (Vorw. 282) vollständig geimpft. Das entspricht einer Quote von 75,1 Prozent (Vorw. 61,2 %).

Impfgeschehen

194.874 Personen haben im Kreisgebiet bereits ihre Auffrischungsimpfung bekommen. Das sind schon 66,2 Prozent der 294.401 Personen mit vollständigem Impfschutz. Das Kreisgesundheitsamt appelliert: „Nutzen Sie die Impfangebote, die es an vielen Orten im Kreis Borken gibt, sowohl für die Erst- und Zweit- als auch für die Boosterimpfungen!“

Im Internet gibt es nähere Informationen (auch zu konkreten Impfangeboten) auf der Website des Kreises Borken:
• https://www.kreis-borken.de/coronaimpfung
• https://www.kreis-borken.de/kinderimpfung

Situationen im Krankenhaus

Die Situation in den Krankenhäusern ist derzeit belastend, aber nicht überlastet. Mit Stand 6. Januar 2022 liegen dazu folgende Informationen vor:

Im Klinikum Westmünsterland mit den Krankenhaus-Standorten Ahaus, Bocholt, Borken und Stadtlohn werden derzeit 23 Patienten, davon 2 auf der Intensivstation, behandelt. 70 Intensivbetten (55 aktuell betriebene Betten plus 15 zuschaltbare Betten im Bereich der Intensivüberwachung) stehen im Bereich des Klinikums Westmünsterland zur Verfügung.

Im St. Antonius-Hospital Gronau werden derzeit 7 Patienten, davon 1 auf der Intensivstation, behandelt. Insgesamt stehen dort 16 Intensivbetten zur Verfügung, 7 können im Notfallszenario noch ergänzt werden.
Zu den Sterbefällen: In der letzten Woche sind fünf Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zu verzeichnen gewesen. Zwei der Verstorbenen waren vollständig und drei nicht vollständig immunisiert.

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Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

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