Der Schermbecker Schulausschuss bewertete heute Nachmittag die Borkener und Raesfelder Gesamtschulplanungen als eine Beeinträchtigung der Schermbecker Kulturlandschaft
Schermbeck Die zweite Gesamtschule, die von der Stadt Borken laut Ratsbeschluss vom 24. Juni 2015 sechszügig geplant ist, soll auch eine dreizügige Dependance in Raesfeld erhalten. Diese Planungen werden von Schermbecker Seite her mit großer Besorgnis betrachtet.
Gestern befasste sich der gemeindliche Kultur- Schul-, Sport- und Sozialausschuss mit den Folgen der Borkener und Raesfelder Planungen für die Schermbecker Gesamtschule. Nach eineinhalbstündiger Beratung wurde einstimmig beschlossen, Borken und Raesfeld zu empfehlen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um „den Bestandsschutz der hiesigen Schullandschaft“ zu sichern.

Eingriff in die Entscheidung der Eltern

Dadurch solle gewährleistet werden, „dass ein weiteres Absinken der Schülerzahl aus den grenznahen Gebieten Dorsten und Hamminkeln mit entsprechenden Auswirkungen in Schermbeck einsetzt.“ Auf Drängen der CDU-Fraktion wurde eine Formulierung im Beschlussvorschlag gestrichen. Die Verwaltung wollte Borken und Raesfeld die Bildung eines Schuleinzugsbereiches empfehlen. Das sei, so CDU-Sprecher Marcell Oppenberg, „ein zu starker Eingriff in die Entscheidung der Eltern“, vor allem in den nördlichen Ortsteilen von Schermbeck.

Dramatischer Schülerrückgang
Vor der Abstimmung wurde der Tagesordnungspunkt unterbrochen, um die Vorstellung des Schulentwicklungsplanes für die Jahrgänge 2015/16 bis 2020/21 vorzuziehen. Dr. AAnja Reinermann-Matakonja Reinermann-Matatko (Foto) von der Projektgruppe „biregio“ kam dabei auch auf die Situation der Gesamtschule zu sprechen und machte deutlich, dass der bereits jetzt an den Grundschulen bemerkbare „dramatische Schülerrückgang“ phasenverschoben die Gesamtschule einholen werde.

Die Gesamtschule Schermbeck hat in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 144 Schüler aufgenommen. 85 Schüler kamen von den beiden Schermbecker Grundschulen, 59 von auswärtigen Schulen. Das reichte insgesamt für eine Fünfzügigkeit. Mit den einheimischen Schülern allein würde man nur eine dreizügige Schule betreiben können. Das würde aber den Mindestanforderungen des Landes NRW nicht entsprechen.

Stärkes Werben an den Grundschulen
Bei einer realistischen Einschätzung – so sehen es die Kommunalpolitiker und die Gesamtschule – wird ein Teil der bislang 59 auswärtigen Schüler weiterhin zur Schermbecker Gesamtschule kommen, sodass die Vierzügigkeit gesichert bleibt, für die die Schule auch anfangs nur genehmigt war. Das Interesse an einer dauerhaften Fünfzügigkeit ist vor allem darin begründet, dass man auf einem breiten Unterbau in der Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10) eine breitere Sekundarstufe II (Jahrgange 11 bis 13) aufbauen kann.
Dr. Reinermann-Matatko empfahl bezüglich der Gesamtschule ein stärkeres Werben an den beiden Grundschulen. Bislang besucht jeder vierte Schermbecker Viertklässler noch ein Dorstener Gymnasium. Das sei inklusive der wenigen Schüler, die zu einer.

Realschule wechselten, in der Summe eine gesamte Klasse. Gesamtschulleiter Norbert Hohmann schloss sich dem Vorschlag der Planerin an. Die Gesamtschule beweise schon jetzt, dass sie „den Leistungsanforderungen von Gymnasien nicht nachsteht.“      In einem Schrumpfen der Gesamtschule auf eine Vierzügigkeit sieht die Planerin die große Chance, freie Räume zu gewinnen für Aufgaben der Integration, der Inklusion und der Differenzierung. H.Scheffler

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